Beiträge von Oehrling

    Hallo zusammen,


    dass Satansröhrling und Wurzelnder Bitterröhrling gerne miteinander vergesellschaftet auftreten, ist mir auch schon aufgefallen. Daher schaue ich an jedem Wubi-Standort mich immer noch ein bisschen um, ob es da nicht auch Satane gibt. Seitdem ich das mache, habe ich für mich schon etliche Satan-Standorte neu entdeckt.


    Der verzögert scharfe Täubling könnte mit seinem rot-gelb-orange gescheckten und in anderen Exemplaren krass gelb ausblassendem Hut Russula maculata oder eine andere Maculatinae sein. Voraussetzung dafür ist natürlich dottergelbes Sporenpulver.


    FG

    Oehrling

    Genau, gestern war ich im Wald bei Spraitbach, mal kurz schauen, was los ist. Der Waldboden war ziemlich trocken, auf den Wegen keinerlei Pfützen zu sehen. Innerhalb von zwei Stunden sah ich vier Flockies, zwei gammlige Rotfußröhrlinge, einen liegenden Baumstamm mit Hallimasch, und ein paar Ockerbraune Trichterlinge (I. gibba). Und das wars. Paradies ist anders. Ich habe mich im Nachhinein über das verfahrene Benzin geärgert. Mit deinem Wald hattest du anscheinend mehr Glück.


    FG

    Oehrling

    Hallo Schrumz,


    bei Nr. 12 kommt mir die Hutfarbe sehr seltsam für einen Butterpilz vor. Ich würde das eher für den Moor-Röhrling (Suillus flavidus) halten. Dazu passt der Baumpartner auch wesentlich besser. Fernab jeder Kiefer, wie du schreibst, weiß ich auch nicht, ich meine auf deinem Foto ein paar Kiefernnadeln zu sehen. Nr. 20 kommt mir rein optisch eher wie ein Risspilz (Mallocybe terrigena?) als wie ein Schüppling vor. Und der Täubling Nr. 14 könnte was besseres als R. integra sein, vielleicht einer der Nadelwald-Heringe, aber ohne Sporenpulverfarbe...?


    Der Schwäbische Wald erwacht jedenfalls gerade, tolle Fundstrecke!


    FG

    Oehrling

    Hallo Violsax,

    ein kleiner Hering unter Eiche im Park, da liegst du mit R. graveolens bestimmt nicht falsch. Die Hutfarbe ist bei R. graveolens in der Tat sehr variabel, die Art kann wohl auch mal weinrot (bis hin zu bordeauxrot) daherkommen, aber die hier gezeigte Hutfarbe ist ebenfalls möglich. Für andere Arten unter Eiche (cicatricata, barlae, schaefferi...) fehlen hier olivgrüne Töne in der Hutfarbe. Also: nenne sie erstml graveolens, da soll dir erstmal jemand das Gegenteil beweisen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Felli,

    in der sylvaticus-Sektion bist du vermutlich richtig. Aber welche Arten innerhalb dieser Sektion momentan so herumschwirren, gehen die Meinungen stark auseinander. Sowohl A. sylvaticus s. str. als auch A. langei sollen meines Wissens Nadelwaldpilze sein. Nach welchen Autor gehst du denn vor?

    FG

    Oehrling

    Hallo Grafei,


    meiner Meinung nach sind das noch "normale" Suillus viscidus. Auch das Blauen des Fleisches habe ich bei denen schon mehrfach beobachtet. Wo genau soll denn der Unterschied zwischen S. viscidus und S. brunneolus sein?


    In diesem Formenkreis gibt es auch beispielsweise welche mit richtig braunem Hut, hier

    würde ich die Hutfarbe dagegen als gelbgrau bezeichnen, so wie das eben bei S. viscidus der Fall sein kann.


    In den alpinen Lärchenwäldern sind die farblichen Übergänge zwischen S. viscidus und grevillei ohnehin verwischt oder gar fließend, ebenso wie das Blauen oder Nicht-Blauen des Fleisches.


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    nun noch mein Senf dazu. Es kommt auf den Zustand der Glucke an. Ist sie nahezu perfekt sauber (was zum Trocknen gedachte Pilze ohnehin sein sollten), stellt sich die Frage nach dem Blanchieren gar nicht, und die Pilze können sofort zum Trocknen. Ist die Glucke dagegen stark verdreckt bzw. sandig, und sitzen Schnecken, Asseln oder andere Tierchen drin, ist Garen und anschließendes Eingefrieren die bessere Wahl. Wegen dem Platz im Gefrierfach - da muss jeder selber entscheiden, ob er den Platz dem Agrarfrost, den einschlägigen Knusperolinos oder eben der Glucke geben will. Ebenso, ob die mit viel Mühe konservierte Ware später tatsächlich den Kochtopf zu sehen bekommt oder nach einigen Jahren Lagerung verschämt entsorgt wird. Verdreckte Glucken erst aufwändig (mithilfe heißen Wassers) zu säubern, um sie hernach zu trocknen, halte ich jedenfalls generell für suboptimal.

    FG

    Oehrling

    Hallo larchbolete,


    ohne Sporenpulverarbe und Geruch (!!) wird man hier nicht weiterkommen. Little White Mushrooms halt. In Frage kommt auch eine der Mehlräslingsarten oder auch der Weiße Büschelrasling, selbstverständlich auch viele Trichterlingsarten. Dein Bekannter will ja sicherlich auch nicht wissen, welche Pilzart es sein könnte (das macht ja hier nicht wirklich Sinn), sondern welche Pilzart es ist.


    Die Pilze auf dem Foto von Konstantin Plump in Beitrag #5 haben mMn keine Ähnlichkeit mit den angefragten Pilzen. Als der Vorschlag mit dem Schwefelkopf kam, habe ich mich unwillkürlich gefragt, ob vielleicht eine Threadverwechselung vorliegt. Der Schwefelkopf ist ein grüngelber Pilz mit etwas Orange, der manchmal auch einfach nur gelb sein kann, aber jedenfalls kein weißer Pilz.


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammmen,

    mMn passt das Längsschnittbild am besten zu Xerocomellus pruinatus, dem Bereiften Rotfußröhrling. Für eine Ziegenlippe ist mir die Porenfarbe zu wenig gelb und die Stielbekleidung zu rot. Für andere Rotfußröhrlinge fehlen komplett die Fleischfärbungen auf der Stielinnenseite (weinrot, schmutziggrau...).

    Also X. pruinatus, nur damit wir noch eine weitere Art in der Verlosung haben.

    FG

    Oehrling

    Hallo Stefan,

    wenn du gefundene Täublinge später bestimmen willst, ist ein ausführliches Datenerheben mit einer präzisen Vorgehensweise unerlässlich, denn es gibt allein in Deutschland etwa 150 Arten. Hast du dagegen nur ein Foto geschossen, ist in den meisten Fällen später nichts mehr zu machen, auch wenn man es gern täte.

    Du musst mindestens:

    - auf die Waldart achten (umstehende Baumarten, Feuchtigkeitsversorgung, pH-Wert des Bodens - da reicht eine Grobschätzung anhand des Bodentyps)

    - wenn es mehrere Exemplare gibt, drei davon mitnehmen (einen jungen, einen mittleren und einen alten - "Kollektion")

    - sofort am aufgenommenen Pilz riechen, um einen flüchtigen Geruch festzustellen

    - nach einem Tag nochmals am Pilz riechen - Täublings-Gerüche können sich über Nacht entwickeln

    - eine Kostprobe nehmen - man kann an den Lamellen lecken oder aber ein Stück Lamelle etwa 30 Sekunden lang kauen (bei Täublingen ist das völlig ungefährlich, selbstverständlich musst du dir sicher sein, dass es ein Täubling ist)

    - einen Sporenabwurf machen, um festzustellen, ob die Sporenpulverfarbe weiß, rahmgelb, ockergelb oder dottergelb ist (DAS IST NEBEN DER GESCHMACKSPROBE DAS WICHTIGSTE ÜBERHAUPT)

    Wenn du all das liefern kannst, kann ein Experte dir entweder die Täublingsart sagen, oder zumindest die Sektion (Untergattung) benennen. Je weniger Dateninput du dagegen lieferst, umso unwahrscheinlicher ist es, dass du ein Ergebnis bekommst.

    Täublinge sind nun mal leider meistens schwer zu bestimmen.

    Viele Grüße

    Oehrling

    Hallo,

    angesichts des gebräunten stiels kommt auch einer der Nadelwald-Heringe in die Verlosung, wenn einem der fischgeruch nicht als solcher aufgefallen ist. Wahrscheinlich ist dieser Fall nicht ohne sporenpulverfarbe zu lösen, es kommen einfach zu viele Arten in Frage, und alles bleibt Raterei. Von allen bisher genannten Ideen ist mMn R. integra die charmanteste. R. mustelina hätte mit eisensulfat eine lebhaft lachsorange farbreaktion auf der stielrinde. R. amoenolens ist im Gebirgsnadelwald zu 99 % auszuschließen.

    Von der lamellenfarbe kann man nicht immer auf die sporenpulverfarbe schließen.

    FG Oehrling

    Ich gehe stark davon aus, dass der Bäcker nicht einmal weiß, was mykologisch gesehen ein Grünling ist.

    Nebenbei: dieser Fall zeigt, dass bei den Leuten wohl immer noch genug Geld vorhanden ist - 8,80 E für ein Kilo Brot, gehts eigentlich noch?

    FG

    Oehrling

    Hallo Eddie,

    mit einer Griseinae hast du es jedenfalls zu tun, das kann man nach der Eisensulfatreaktion schon mal sagen. Somit wäre R. ionochlora gut möglich. Jetzt brauchst du als nächstes die exakte Sporenpulverfarbe, um weiterzukommen. Weitere Chemikalien können dagegen wegbleiben. Einen guten Hinweis gibt auch der Bodenuntergrund und die Begleitflora, dazu hattest du noch nichts erwähnt. R. grisea braucht schweren, lehmigen Boden, R. parazurea dagegen sauer-sandigen Boden umd Eichen, R. ionochlora lockeren, humosen Boden und Buchen.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,


    darf man mitraten? Ich würde Russula curtipes raten, so als Ausgangspunkt für eine Bestimmung. Das Hutfarbenspiel kommt ganz gut hin, auch der Habitus. Die Mikromerkmale sind angesichts dieser Bilder dagegen nicht zu erahnen, was bei einem mikroskopierpflichtigen Pilz fatal ist.


    Man sollte bei der Täublingsbestimmung sich nicht die Artenmerkmale so hinbiegen (etwa mit "kann auch selten mal...", oder "die Schärfe war da, sie wurde nur nicht geschmeckt"), dass sie zu der in den Blick genommenen Art passend gemacht werden, dafür gibt es schlicht zu viele weitere, eher unbekannte, aber viel besser passende Arten.


    FG

    Oehrling

    Bei der Nutzung einer guten KI muss halt auch der Dateninput stimmen. Z. B. sind auf meinem Monitor (das ist ein sehr guter, teurer) durchaus nirgendwo lila Lamellen zu sehen, so dass hier das Hauptproblem wahrscheinlich in einer farblichen Fehlinterpetation besteht, die die KI in Richtung Träuschling falsch gelotst hat.


    Wie schon richtig gesagt wurde, ist die (vermeintliche) Lamellenfarbe bei der Abgrenzung Ackerling vs. Träuschling von sehr untergeordneter Bedeutung, im Gegensatz zur Form des Stielringes.


    FG

    Oehrling

    dieses junge Exemplar ist am Stiel so unkenntlich, dass ich keine Flöckchen sehen kann, selbst mit Lupe ließen sich nur welche an der Stilspitze "erahnen".


    Warum hast du den in der Tat unkenntlichen Pilz dann abgemacht und nicht groß werden lassen, so dass man ihn dann erkannt hätte?

    Nur mal ganz entspannt gefragt

    Oehrling

    Hallo Achim,


    irgendwie denkst du, wir können zaubern. Können wir aber nicht. Vielleicht ist nötig, dass das jemand mal so deutlich sagt. Auch dass aus meiner Sicht deine Fotos, die ich an meinem Monitor sehe, weder analytisch noch ästhetisch so gelungen sind wie du offenbar denkst. Solche Fotos kann jeder mit einer Handy-Knipse machen. Wenn du wirklich gut gemachte Pilzbilder sehen willst, gib in Google willkürlich irgendeinen wissenschaftlichen Pilznamen ein und schaue was da so an Bildern kommt. Nur ein solcher Standard ist wirklich nützlich, und dies sollte dein Standard auch sein.


    Wenn du deswegen jetzt auf mich sauer bist, muss ich das aushalten.


    FG

    Oehrling

    FG

    Oehrling

    Hallo Suku,


    es gibt doch bei den Pilzschulen für Mikroskopier-Anfänger spezielle Mikroskopierkurse, wäre das nichts für dich? Alle deine Fragen werden dort von dezidierten Experten beantwortet.


    Und ja, bevor man losmikroskopiert, muss man sich eingehend mit der Anatomie der Pilze befasst haben, sonst wird das nicht wirklich was. Z. B. sollte man mindestens mal wissen, was Cheilo-, Pleuro- oder Kaulozystiden sind. Und wo am Pilz man die findet. Oder Basidien/Basidiolen. Oder Hyphen. Oder Schnallen. Oder...


    Und ohne wirklich gute Literatur wird das auch eher nichts. Sehr viele Mikroskopier-Einsteiger nehmen z. B. Pilze der Schweiz oder Funga Nordica oder den Erb/Matheis, also so was in dieser Richtung müsste schon mindestens sein.


    Noch was zu der Abgrenzung Risspilz vs. Fälbling. Diese kann man recht gut über die Verschiedenheit der Gerüche unterscheiden. Fälblinge riechen rettich- oder kakaoartig oder süßlich nach verbranntem Zucker, Risspilze dagegen riechen säuerlich-spermatisch, also schon sehr anders. Und na klar, Fälblingssporen sehen auch anders aus als Risspilzsporen. Leider ist dein Sporenbild so unscharf, dass man keine Charakteristika erkennen kann, die einen in die richtige Richtung lotsen könnten.


    FG

    Oehrling

    Hallo Syntaxs,

    der Anemonenbecherling hat einen Doppelgänger, der bei Scharbockskraut wächst. Den solltest du auch auf dem Schirm haben. Nr. 3 könnte auch einfach das gemeine Stereum hirsutum sein, aber wenn der mikroskopische Nachweis erbracht wurde, wird dein Vorschlag schon stimmen.

    Toll, was du schon so alles findest.

    FG

    Oehrling