Beiträge von Oehrling

    Hallo Kersten,

    das meine ich auch: du solltest deine Anfragepilze mit dem Sternschuppigen Riesenschirmling (Macrolepiota rhodosperma/konradii) vergleichen. Dieser Pilz bleibt in der Größe stark hinter dem Parasol zurück, bei ansonsten analogen Bestimmungsmerkmalen und gleichem Speisewert.

    Chlorophyllum molybdites habe ich auf den Kanaren schon live gesehen, bei einem so weit aufgeschirmten Pilz wie auf Foto 2 wären die Lamellen deutlich grünlich.

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    mir sehen die schon nach Karbolchampignon aus. Wiesenchampignons sind es jedenfalls nicht, da stimmt weder Lamellenfarbe noch Stielring noch Stielbasis. Schneide doch mal eine Stielbasis frisch an und mache dann nach ca. 10 bis 15 Sekunden ein Foto. Und anschließend riechst du an der Schnittfläche.

    FG

    Oehrling

    Hallo Oehrling. Das war eigentlich keine Frage, sondern eine Feststellung, dass die Bezeichnung sprachlicher Nonsens ist. Bzw. zur Kategorie "Siemens-Lufthaken", "Müllsäcke für den Spannungsabfall" oder "17er Linksschlüssel" gehört, die der Ausgrenzung Nichteingeweihter dienen (Sprache hat viele Funktionen). Das was Du nun einbringst, wäre "Teiggeruch", der wiederum sehr von der Art der Zutaten abhängt, zumal der mykologische Begriff hinreichend alt ist, und aus einer Zeit stammte als noch jedes Dorf Bäcker hatte, wenn nicht gar im Haushalt gebackenes Brot.


    LG, Bernd

    Hallo Bernd,

    wir reden offenbar aneinander vorbei. Ich bringe hier nichts ein, sondern wollte nur erklären, was mit dem in jedem Pilzbuch stehenden "Mehlgeruch" gemeint ist, nämlich der Geruch, den der Mairitterling und fast alle weißbraunen Ritterlinge haben. Dagegen wollte ich nicht diskutieren, ob "Mehlgeruch" wirklich nach Mehl riecht. Nenne du es ruhig sprachlichen Nonsens.

    Teiggeruch ist jedenfalls keine Bestimmungskategorie aus der Pilzliteratur. Du wirst in keinem Pilzbuch bei irgendeinem Pilz als Beschreibung "Teiggeruch" finden. Wenn für dich persönlich ein Pilz nach Teig riecht, und du im Buch nach einem Pilz mit "Teiggeruch" suchst, wirst du infolgedessen nicht fündig werden, damit kommst du dann zu keiner dich zufriedenstellenden Bestimmung..

    FG

    Oehrling

    Hallo Bernd,

    "Mehlgeruch" ist eine mykologische, assoziierende Geruchskategorie. Damit ist ein Geruch nach Wasser-Mehl-Teig gemeint, welcher nach dem Zubereiten ein paar Tage bei warmem Wetter herumgestanden und schon zu gären angefangen hatte. In den Mehlgeruch spielen spermatische, ranzige und gurken-/wassermelonenartige Geruchseindrücke mit rein. Mit Mehl aus der Tüte hat das eigentlich nichts zu tun.

    Wenn du wissen willst, was mit Mehlgeruch gemeint ist, rieche am Mairitterling oder an diversen weißbraunen Ritterlingen (Tricholoma albobrunneum, pessundatum, batschii oder focale) - das ist perfekter Mehlgeruch - der ja eigentlich ein Pilzgeruch ist.

    FG

    Oehrling

    Nachdem der Geruch so unangenehm war, habe ich die Pilze sehr schnell entsorgen müssen. Meine Neugier herauszufinden was ich hier für Exemplare habe, musste leider aufgrund der Geruchsbelästigung zurückstehen. 😖

    Hallo,

    mir scheint, als würde hier über den Bocksdickfuß (C. camphoratus) geschrieben. "Muffig" ist hier eine stark euphemisierende Geruchsbeschreibung, der Pilz stinkt auf gut Deutsch.

    FG

    Oehrling

    Hallo Azalee,

    ein Schleimkopf ist das wahrscheinlich nicht, vielleicht ein Schleimfuß? Um zu entscheiden, ob Schleimkopf oder Schleimfuß, benötigt man grundsätzlich die intakte Stielbasis (verdickt/keulig vs. verjüngt/zugespitzt).

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    es könnte auch die Abgestutzte Keule sein, gerade die ist apikal so freudig gelb. In diesem Fall hilft eine Geschmacksprobe: die Herkuleskeule mild bis bitterlich, die Abgestutzte Keule deutlich süßlich. Weniger Mutige können auch KOH20% auf die Rinde schmieren: Herkuleskeule gelbbräunlich, Abgestutzte Keule rot.

    Zu den Erdritterlingen: es gibt so etwa sieben, acht verschiedene Erdritterlinge. Um die zu bestimmen, muss man das Bestimmungsprogramm durchziehen, also z. B. nach Cortinafäden oder Verfärbungen an der Stielbasis suchen, Baumpartner erheben, oder den Pilz in der Hand zerkrümeln und dann dran riechen.

    Der rechte Pilz auf Foto 1 sieht mir nicht nach Erdritterling aus.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    der Violette RR hat eigentlich keinen muffigen oder bloß pilzigen, sondern einen ausgesprochen frisch-fruchtigen Geruch, so dass ich gut nachvollziehen kann, dass man hier auf einen Cortinarius (z. B. aus der Purpurascens-Gruppe) kommen könnte. Der Tipp mit dem Aussporenlassen ist hier sehr zielführend: Rötelritterling altrosa, Cortinarius rostbraun. Danach ist der Fall eindeutig entscheidbar.

    FG

    Oehrling

    Eine Sache interessiert mich aber, wieso hat der Herr Hornstraß hier so einen schlechten Ruf?

    Der, wie du es nennst, "schlechte" Ruf von Herrn Honstraß hängt vermutlich mit seinem öffentlichen Auftreten als Gegenpol der DGfM zusammen. Hier im Forum sind viele User irgendwie mit der DGfM verbandelt und somit nicht wirklich unparteiisch.

    Das mir bekannte Image Honstraß' (es ist wohlgemerkt nur ein Image, selbst habe ich noch keinen Honstraß-Kurs besucht!) beinhaltet, dass seine Kurse besonders wegen der Verständlichkeit der Aussagen gerühmt werden, und dass er die Wünsche und Bedürfnisse der Kursteilnehmer sehr gut treffen soll. Die organisatorischen Rahmenbedingungen seiner Kurse scheinen ziemlich rigide zu sein bzgl. Fotoschießen oder Pilzentnahme. Er ist auch kein Pilzwissenschaftler wie die meisten anderen Pilzschulleiter, so dass das inhaltliche Niveau seiner Kurse möglicherweise nicht so hoch hängt wie in anderen Pilzschulen. Und, so wurde mir von einem Ex-Teilnehmer berichtet, sät er bei seinen Teilnehmern auch keine akademische Zweifelhaltung, was dazu führen könnte, dass sich bei seinen Absolventen in gewisser Weise eine unangemessene Selbstüberschätzung breit macht, die z. B. dazu führen kann, dass man meint, nach 4 Stunden Seminar 100 Pilze erkennen zu können (oder wie war doch gleich Gorschlüters Werbeversprechen?).

    FG

    Oehrling

    :P In Mittelfranken ist man vielleicht nicht so gut bestückt mit Rotweinen. In diese sollte man, falls zur Hand, ein paar Stunden ein Sträußchen Dill hängen, bevor man sie trinkt. Zur Not geht auch Mädesüß oder Waldmeister.

    Oder man wage die große Lösung und probiere einen tollen Württemberger, z. B. einen Samtrot oder einen roten Muskateller, die laufen runter wie Öl, und Pelzgeschmack gibt's darauf sicher nicht.

    *jetztschnellweghier*

    Hallo zusammen,

    T. stans hat in diesem Entwicklungszustand nach FNE4 einen gerippten Hutrand. Falls am Fundort auch eine Pappel stand, würde ich noch den Pappelritterling ins Rennen werfen, für den die Hutfarbe extrem gut passt. Der Geruch macht hier sehr viel aus, aber er wurde nur mit "angenehm" angegeben, das sagt leider gar nichts aus.

    FG

    Oehrling

    Hallo Martin,

    der einfarbig rote Speitäubling im Buchenwald heißt Russula nobilis oder mairei, je nach Literatur, und auf Deutsch Buchen-Speitäubling. Russula emetica ist ein Nadelwaldpilz.

    Edit: im Laubwald wachsende vermeintliche Trompetenpfifferlinge sollte man über Nacht liegen lassen. Falls sie über Nacht schwärzen, wäre das Cantharellus melanoxeros, was richtig Seltenes, aber oft Verkanntes.

    FG

    Oehrling

    Hallo Kalinka,

    am besten das Kind beobachten, und wenn bei ihm körperliche Beschwerden auftauchen, gleich zum Arzt und dann die fraglichen Pilze mitnehmen und sagen, was passiert ist. Wenn es dem Kind weiter gut geht, nicht in Panik geraten und einfach nichts tun. Wenn bis morgen früh noch keine Beschwerden auftreten sollten, ist die größte Gefahr vorbei.

    Fazit: erstmal abwarten, wie die Sache weitergeht.

    Was das genau für Pilze sind, kann ich aufgrund der Fotos leider nicht sagen, es sind aber wohl keine ganz schlimm giftigen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Pfifferlein,

    da das in dieser Deutlichkeit noch nicht gesagt wurde:

    das auf dem letzten Foto linke Exemplar ist überaltert und sollte nicht mehr gegessen werden, dagegen sieht das rechte Exemplar durchaus noch frisch aus, erkennbar an der noch festen, weißlichen Röhrenschicht. Sauberer Schneckenfraß tut der Essbarkeit keinen Abbruch.

    Außerdem wollte ich noch anmerken, dass du meiner Meinung nach sogar zwei Steinpilzarten auf einmal :daumen: gefunden hast: links den Sommersteinpilz (Boletus aestivalis), rechts den Gewöhnlichen Steinpilz (Boletus edulis).

    FG

    Oehrling

    Hallo,

    für deine Pflanze ist er auf jeden Fall nicht giftig. Selber essen solltest du ihn allerdings besser nicht. Wenn du kleine Kinder oder Hunde in der Stube hast, sammle die Fruchtkörper besser weg, damit sie da nicht reinbeißen.

    FG

    Oehrling