Beiträge von Schupfnudel

    Hi.


    Erlenkremplinge haben wir mittlerweile 3 verschiedene wobei die Arten zum Teil munter durcheinander wachsen können. Paxillus rubicundulus s.str. ist dabei die seltenste Art und vermutlich sind die alle mikropflichtig. Die Sporenabwurffarbe von jungen Exemplaren kann aber wohl auch etwas helfen, der wäre bei P. olivellus olivgrün, bei P. adelphus ocker- bis schokoladenbräunlich und bei P. rubicundulus habe ich keine Infos, weil die Autoren in dem Paper nix angegeben haben.


    Bei den großen Kremplingen müsste man zumindest mal die Ammoniakreaktion testen (auch wenn die evtl. nicht zu Hundert Prozent zuverlässig ist bzw. bei Paxillus validus und P. ammoniavirescens evtl. unterschiedlich ausfallen kann - auch wenn die synonymisiert wurden) und die Sporenpulverfarbe um erstmal in eine Richtung zu kommen. Danach geht's mehr oder weniger aufwendig mikroskopisch weiter. Ich habe mich bei meinen Funden bisher mikroskopisch auf die Sporen beschränkt, hatte aber aber bisher immer das Glück rotbraunes Sporenpulver zu bekommen, so dass ich die Rhizomorphen nicht untersuchen brauchte. Christoph hat das hier mal ausgeführt.


    LG.

    Hi.


    Also so richtig ähnliche Strukturen habe ich auch dem restlichen Pilz nicht finden können, das mag aber auch an meinem Unvermögen liegen.


    Mittlerweile sieht der erste Fruchtkörper so aus:




    Die welligen Lamellen mögen vlt. an den suboptimalen Wuchsbedingungen im Wohnzimmer liegen. Ich glaube eine Nacht gebe ich ihm noch bevor ich ihn köpfe und nochmal einen Abwurf versuche. Vlt. ist's ja auch gar keine Simocybe...


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Mit der gerandeten Knolle würde ich wohl Chlorophyllum brunneum vermuten, auch wenn der Ring dafür schon arg kräftig erscheint. C. rhacodes und C. brunneum sind leider nicht immer makroskopisch zu trennen, da die Merkmale ineinander fließen und +- variabel sind.


    Vlt. kommst du nochmal hin, wenn die etwas gewachsen sind, vlt. wird's dann schon klarer, aber einer der beiden sollte es sein mit Tendenz zu C. brunneum meinerseits.


    LG.

    Hi Wolfgang,


    aha! Ja, das einfach zu googeln wäre natürlich die logische Version gewesen. Manchmal kommt man nicht auf die naheliegende Lösung, wenn man ohnehin schon diverse Bücher und Dokumente offen hat und einem der Kopf schwirrt. Aber so ergibt das natürlich mehr Sinn und ich habe mir die Bilder jetzt auch nochmal angeschaut, so sahen meine Pleuros nicht aus.


    Danke dir. Ich nenne den Pilz jetzt Rehbrauner Dachpilz. Und nehme zukünftig vlt. doch noch mal welche aus der Ecke mit, jetzt wo ich den Schlüssel einigermaßen verstanden habe und für Pseudoschnallen sensibilisiert wurde. :)

    Versuchsobjekte habe ich ja genug in meinem Auwald.


    LG,

    Schupfi

    Hi Pablo,


    auch hier Danke für den Input. Dass es nicht einfach wird, war ja fast schon zu erwarten. Aber dann lasse ich die Korallenartigen zukünftig mal lieber links liegen, zumal ich mir auch erstmal eine Budget-Sperre auferlegt habe, was neue Literatur und Pilz-Kram angeht. Das Ramaria-Fass lasse ich also lieber erstmal zu, es gibt ja schon genug andere Gattungen in die ich mich reinfuchsen muss.


    LG,

    Schupfi

    Hi Pablo.


    Super vielen Dank auch dir für die tollen Vergleichsdokus. Gut möglich, dass ich da letztlich einfach nur Hyphengedöns angeguckt habe. So viel Material ist nicht mehr da um da noch einen Versuch zu starten, aber ich hoffe die Nummer 2 wächst und gedeiht weiter. Sporen waren leider auch noch nicht zu sehen.


    Makroskopisch ist es in jedem Fall arg nah an deiner Simocybe sumptuosa dran. Ich mache da nochmal Bilder von meinem Nachwuchs, bevor es ans eingemachte geht.


    LG,

    Schupfi

    Hi!

    Das deckt sich ja mit dem was ich oben gemeint habe.


    Grüße Harald

    Ja, du hast den wohl intuitiv gleich richtig benannt im Gegensatz zu mir. :)


    Sehr hilfreich ist aber auch der Kommentar von Pablo. Weil, wenn die vermeintliche Schnalle gar keine Schnalle ist, wird's, zumindest mit dem verwendeten Schlüssel und sofern ich die komischen Formulierungen im 10. Schlüsselpunkt richtig kapiert habe, doch eigentlich ohne große Probleme auf P. cervinus hinauslaufen. Ob's dann sogar die von Ludwig erwähnte Varietät ist, ist mir eigentlich gar nicht so wichtig. Das Epithet freut mich schon ausreichend. In diesem Sinne herzlichen Dank an alle Helfer.


    LG,

    Schupfi

    So nach dem dritten Schnitt an dem was mitlerweile ein Exsikat darstellt, habe ich's dünn genug bekommen.


    Für mein Daherhalten sind die Pileos nicht so kopfig wie bei Raphael.




    Wenn's also eine Simocybe ist, dann wohl eher S. centunculus.

    Hoffen wir mal, dass der andere FK weiterwächst und noch sporenreif wird. Sieht bisher ganz gut aus.


    LG.

    Hi.


    Bei den Safranschirmlingen (Chlorophyllum) bist du schon richtig. Chlorophyllum molybdites ist das aber sicher nicht.

    Meines Erachtens nach ist das einfach Chlorophyllum rhacodes. Die stehen hier bei mir auch oft in Massen im Auwald. Der doppelte Ring und die keulige Stielbasis deuten zu C. rhacodes.


    LG,

    Schupfi

    So weiter geht's.


    Ich schlüssele mal ohne Schnallen weiter.


    1.a) Intermediate cystidia predominantly fusiform and non-hooked

    1.b) Intermediate cystidia variable, without a predominant morphological type


    Sind "Intermediate cystidia" das gleiche wie Pleurozystiden, also an der Lamellenfläche?


    An der Lamellenfläche finde ich jede Menge Pleurozystiden, wobei die meisten mehrere Haken haben.


    Die finde ich aber auch direkt an der Lamellenschneide und darüber hinausragend:



    Dann denke ich mal, dass das die Cheilos sind?



    Die sind nur vereinzelt an der Lamellenschneide und würde ich nicht als fusiform ansehen sondern als keulig.


    Dann wäre ich bei Schlüsselpunkt 10.


    10a) Stipe usually with conspicuous longitudinal fibrils and/or squamules. Hooks on the pleurocystidia predominantly entire = P. cervinus

    10b) Stipe usually without conspicuous longitudinal fibrils and/or squamules. Hooks on the pleurocystidia predominantly bifid = P. hongoi


    Hier stehe ich ein wenig auf dem Schlauch. Was heißt denn "Hooks on the pleurocystidia predominantly entire"? "Hooks on the pleurocystidia predominantly bifid" hätte ich jetzt vermutet, dass die meisten Pleuros zwei Haken haben? Ist das richtig?

    Viele haben durchaus zwei Haken, aber es gibt auch diverse mit 3 Haken.


    Dann käme ich hier mit Ächzen und Würgen also bei P. cervinus raus, der mal 'ne Schnalle gebildet hat.


    Vergleiche ich nun mit dem Ludwig so beschreibt er eine Varietät von P. cervinus namens P. cervinus var. albus:

    Gut würde dort das hier passen:

    "Metuloiden dicht an die LS. heranreichend und diese teilw. sogar überragend". Wenn der Hut auch silbrig-grau sein darf, statt reinweiß würde mir das gut gefallen.


    Wie seht ihr das?


    LG.

    Hi Raphael,


    vielen Dank für die Vergleichsbilder. Der kleine Pilzhut ist trotz befeuchten und abdecken ohne Sporenabwurf weggetrocknet. Ich gucke mal ob ich da nachher noch was vernünftiges rausgeschnibbelt bekomme aus dem winzigen Ding. Den zweiten Pilz habe ich mit dem Holz einfach in meine improvisierte Feuchtkammer gestellt und er ist auch ein wenig weitergewachsen über Nacht. Ist immer ganz praktisch, wenn sich die Pilze mit Substrat abtransportieren lassen. Oft kriegt man die da noch zum Ausreifen.

    Sporenreif ist der aber denke ich immer noch nicht, ich lasse den mal noch ein zwei Tage da drin bevor ich den köpfe, falls ich den aktuellen ergebnislos zerschnibbele.


    LG.

    Hi.


    Hauptmerkmal für die Bestimmung von allen "xerocomoiden" Filzröhrlingen ist für mich das Schnittbild. Die Gartenfilzröhrlinge haben aber oft so einen auffällig längsfaserigen Stiel, wie er bei dir zu sehen ist. Gerne auch mal so leicht herablaufende Röhren. Und sie stehen halt ganz gerne in etwas offeneren Habitaten wie Gärten, Friedhhöfen, Parks, wobei einige Rotfußröhrlinge da natürlich auch wachsen können. Mit dem Hut das finde ich schwierig zu beschreiben. Tendenziell reißen viele Rotfußröhrlinge schon fixer auf, aber bei ollen Gartenfilzröhrlinge habe ich auch schon rissige Hüte gesehen. So richtig das K.O.-Merkmal habe ich also nicht parat, aber sie sehen eben etwas anders aus für mich. :saint:

    Vielleicht kann dir jemand anders das noch besser umschreiben.


    Was man bei deinen Exemplaren noch sieht ist zudem ein leicht ausblassender Hutrand was H. bubalinus auch gerne macht.


    LG.

    Hallo liebe Helfer,


    schön, dass sich die Dachpilz-Fans hier einfinden.

    Gut, dann haben wir immerhin schon mal eine Schnalle (=keine Schnalle laut Stefan :giggle: ). Das ist natürlich suboptimal, dass ich nur eine finde, wenn der Schlüssel danach fragt. Ich hätte das ja gern eindeutiger gehabt. Das wäre auch meine nächste Frage gewesen, ab wann man eine Huthaut denn als "abgesucht" ablegen kann, aber in 3 Präparaten eine einzige könnte man demnach eher als schnallenlos werten. Wo dann der Cut-Off ist zwischen "schnallig und schnallenlos" fände ich aber trotzdem schwierig zu beurteilen. Wenn's nun in den 3 Präparaten 2 Schnallen gewesen wären, wüsste ich auch nicht, ob ich das nun mit oder ohne Schnallen schlüssele. Mit einer tendiere ich wie Stefan sagt eher zu "keine".


    Dann gucke ich nachher mal die Zystiden an.

    Ich habe mich zugegebenermaßen auch noch nicht intensiver mit der neueren Literatur befasst, das hebe ich mir für mein Rentendasein auf. Und dann bin ich gespannt, wann die Sequenzierer endlich mal den plautus-Komplex auseinander friemeln.

    P. plautus gab's da auch. Den habe ich wohlwissentlich kurz gestreichelt und ihm ein s.l. verpasst. Der durfte stehen bleiben.


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Einer noch von heute. Ein wenig Bedenken hatte ich ja, einen größeren Pluteus einzupacken, aber man muss ja auch mal was wagen.

    Den hier fand ich heute also auf Holzresten am Boden wachsend, müsste Laubholz gewesen sein. Mittelgroßer silbrig-grauer Dachpilz auf Laubholz, Hutmitte leicht braunschuppig, Geruch schwach nach Rettich.






    Nimmste halt mal mit und guckst ihn dir im Mikro an, wird schon Pluteus salicinus sein - so nennste die Dinger ja immer. Der Funga Nordica Schlüssel ist übersichtlich. Schlüssel A, Hut weiß-grau - bleiben P. petasatus (Geruch passt nicht), P. salicinus und P. pellitus. Übersichtliche Auswahl also.


    Stattdessen guckt man im Pilzforum und findet so was hier.

    Als Literatur kann ich dringendst empfehlen:

    ALFREDO JUSTO, EKATERINA MALYSHEVA, TATIANA BULYONKOVA, ELSE C. VELLINGA, GERRY COBIAN, NHU NGUYEN, ANDREW M. MINNIS & DAVID S. HIBBETT (2014): Molecular phylogeny and phylogeography of Holarctic species of Pluteus section Pluteus (Agaricales: Pluteaceae), with description of twelve new species. Phytotaxa 180(1): 1–85.

    dx.doi.org/10.11646/phytotaxa.180.1.1

    Erste Frage - Schnallen vorhanden in der Huthaut?


    Öhm. Naja. Ma gucken. Ich zupfe mir drei Stückchen mit der Pinzette aus der Huthaut und suche. Ich finde mehr oder weniger nix. Müsste aber zumindest "pileipellis a cutis" sein denke ich.



    Ich bräuchte die Schnallen aber um zu meinem schönen, einfachen FN-Ergebnis zu schlüsseln.


    Nach ewiger Suche finde ich genau ein einziges Dingsi was vielleicht, eventuell eine Schnalle sein könnte, wenn ich's schnalle. Vlt. aber auch nicht. Was weiß ich schon.

    Also ist das eine Schnalle?



    Und reicht eine Schnalle in 3 Zupfpräparaten um Schnallen als gegeben anzusehen?


    Danke. Fortsetzung folgt hoffentlich.


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Das erste ist ein Krempling. Mittlerweile wurden die in verschiedene Arten aufgespalten. Für den Hausgebrauch kann man da Paxillus involutus s.l. dranschreiben, ansonsten könnte man makroskopisch noch die Sporenpulverfarbe checken und die Huthaut mit Ammoniak auf Verfärbungen testen.


    Die Nummer 2 ist Hortiboletus bubalinus - Bubalinusröhrling oder so. Frisch recht schnell und großflächig blauend meiner Erfahrung nach, meistens ohne karottenrote Punkte in der Stielbasis, im Idealfall noch mit schwach rötlicher Zone im Schnittbild unter der Huthaut. Das ist hier unter Kunstlicht schwer zu sehen. Sehr hilfreich sind generell Bilder mit natürlichem Licht wenn irgendwie möglich.


    Von Täublingen habe ich wenig Ahnung. Die Profis hätten da aber sicher gene noch weitere Infos, insbesondere den Geschmack, die Sporenpulverfarbe und die Begleitbäume. Rein optisch könnte ich mir was aus subsect. Griseinae vorstellen, wenn er denn mild ist. Das aber komplett ohne Gewähr, da gibt's hier weitaus bessere Bestimmer für.


    LG.

    Hi.


    Echt mal, ich knurpse hier durch mückenverseuchtes Gestrüpp in der Hoffnung auch nur einen interessanten Hutpilz zu finden und Jörg geht bissl im Park spazieren und packt die Fundkeule aus. Ich habe hier vertrocknete Pilze liegen mit dem Durchmesser meines Barthaares, mehr aus Verzweiflung als aus echtem Interesse an den komischen Helmlingen und Galerinas.


    Schöne Funde und Grüße aus der Trockensteppe nördlich von dir.


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Noch ein Fund von heute. Korallen gucke ich eigentlich nicht weiter an, da ich keine Ahnung davon habe. Nur sahen die anders aus als viele die ich sonst so sehe.

    Ich bin jetzt beim Blättern über Phaeoclavulina gestolpert.

    Die wuchsen im Laubwald auf dem Boden was vlt. auch schon mal hilft, da viele wohl scheinbar in den Nadelwald gehören. Bäume halt leider wild durcheinander, am nächsten war eine sterbende Esche. Sonst Hasel, Hainbuche, Birke, Pappel, Eiche - vieles halt außer Nadelbäumen. Gefleckter Aronstab stand auch in der Nähe, falls das hilft.

    Der Geruch ist irgendwie nicht so angenehm aber ich kann ihn nicht definieren. Ich glaube sie sind aber auch schon etwas älter. Die Äste entspringen aus einem Strunk und verzweigen sich dann.

    Ich habe leider nur Handy-Bilder:






    Bin ich da in der richtigen Ecke oder lässt sich da so ohne weiteres nix zu sagen?

    Kriegt man die als Amateur bestimmt oder ist das wieder schwierig? Ich hatte allerdings noch nie was koralliges im Mikro.


    Danke.


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Sorry für die Bildqualität aber ich hatte im Wald heute mein Makro-Objektiv vergessen und musste mir mit Zwischenring behelfen. Zudem war es zappenduster und hohe ISO mag meine Cam nicht so sehr.


    Ich würde die hier bei Simocybe verorten. Fundort auf Laubholzstückchen neben großem vermorschtem Stamm. Liege ich da richtig? Hatte ich bisher erst einmal.



    Hut feinfilzig




    Gut 3cm hoch, Hutdurchmesser knapp 1cm.


    Hier noch ein zweites Exemplar, das 2 Meter daneben wuchs. Leider nur ein Handyschnappschuss, die Kamera-Bilder sind nix geworden von dem.

    Beide Exemplare haben extrem viel Myzelfilz(?) im Holzstückchen.


    Die sind denke ich leider noch recht jung von daher vermute ich, werde ich keinen Abwurf bekommen. Ich könnt's aber beim zweiten Exemplar versuchen.


    Wenn ich bei Simocybe richtig bin, habe ich jetzt gelesen, dass ich wohl die Pileozystiden angucken müsste, die bei S. sumptuosa kopfig sein sollen und bei S. cenctulus (den ich vermute) nicht. Ist das das relevante Merkmal zur Unterscheidung oder sollte ich was anderes angucken? Da ich nur zwei Exemplare habe, bin ich etwas vorsichtig hier. ^^


    Danke.


    LG,

    Schupfi