Beiträge von Schupfnudel

    Hi Helmut.

    Netzstieliger Hexenröhrling, Wurzelnder Bitterröhrling, Anhängselröhrling, Rauer Wulstling, Schwachfleckender Täubling (R. persicolor) und zahlreiche andere kalkliebende Arten verschiedener Gattungen.

    Abgesehen vom Anhängselröhrling und R. persicina (denke mal den meinst du? der fehlt im Habitat mangels Pappeln vor Ort, ist im Umland in Pappelforsten aber häufig) gibt's die genannten Begleitpilze hier auch im Habitat bei ähnlichen Bodenverhältnissen. Suillellus queletii, Hemileccinum impolitum, Russula grisea wären noch weitere Begleitpilze (aber alle insgesamt in deutlich geringer Anzahl und seltener fruktifizierend als N. xanthopus).

    Bei den Filzröhrlingen gibt's alle 3 Hortiboleten im Habitat (H. engelii ist der häufigste), bei Xerocomellus vorwiegend X. cisalpinus und X. porosoporus. Von Xerocomus finde ich nur ab und an mal ein paar X. subtomentosus.

    Und Chalciporus rubinus steht auffällig häufig in direkter Nähe zu N. xanthopus.

    Makroskopisch kann N. xanthopus so aussehen, wie du sie zeigst. Die Beflockung ist generell ziemlich variabel bei der Art, so auffallend wenig geflockt wie bei Jörgs ersten beiden Bildern finde ich die Art eher selten.


    LG.

    Hi Christoph,


    nur zur Info - wenn du im Artikel noch ein wenig weiter runter scrollst, kommt auch noch eine englische Übersetzung des Artikels. Ich hatte mich damals auch erst mühsam durch das Spanisch gewühlt und mich dann schön blöd gefühlt, als ich durch war und festgestellt habe, dass das gleiche nochmal in Englisch drunter steht. :haue:


    Dass die Sporengröße nur eines der zusätzlichen Merkmale ist, wird im Artikel auch erwähnt, daher schrob ich auch nur von "Hilfsmerkmalen" als Komponente der Art-Hypothese (Ökologie ist vermutlich das Merkmal, das ich bei dem Artenpaar immer am stärksten gewichten würde).


    LG,

    Schupfi

    Hi,


    bei der Namensgeschichte hängt es eben davon ab, ob man davon ausgeht, dass Persoons Suillellus queletii beschrieben hat oder wirklich den alten erythropus-Flockie. 2017 gab es eine Neotypifizierung von B. erythropus und dabei kam eben S. queletii raus, daher bevorzugen viele eben N. praestigiator. Ist mir aber ehrlich gesagt letztlich Wurscht, welchen Namen man bevorzugt, da streite ich nicht drum.


    Was die Sporenmaße als Hilfsmerkmal angeht, gibt es dieses Paper, in dem durchaus eine Tendenz bei Unterschieden der Sporenlänge ersichtlich ist (dort sind auch alle Maße von diversen Kollektionen ersichtlich), das nach Erstellung des Klofac & Greilhuber Schlüssels erschien. Es gibt aber eben auch einen Überschneidungsbereich, in dem Michaels Fund dummerweise liegt. Zusätzlich wird dort auch noch auf mögliche Unterschiede in den Cheilos, Pleuros und der HDS hingewiesen. Die dort angeführten Farbunterschiede im Basaltomentum konnte ich bei meinen Funden aber nicht nachvollziehen - das scheint ebenfalls kein hartes Merkmal zu sein.


    Suboptimal ist aber, dass es nicht danach aussieht, als ob die Funde aus dem Paper letztlich auch genetisch überprüft worden sind, was der ganze Geschichte schon noch mal etwas mehr Basis gegeben hätte. Bei meinen mikroskopierten Park-Funden unter Tilia und Quercus hat es mit den Maßen bisher aber immer konsistent hingehauen, dass die sich besser in die Varianz von N. xanthopus einreihen.


    LG.

    Hi Suku und im willkommen im Reich der Mikroskopie!

    :)


    N=10 ist natürlich am unteren Ende der Stichprobengröße, ich versuche meistens wenigstens 20 Sporen zu messen (außer ich habe ein ein absporfaules Exemplar erwischt und muss ewig nach Sporen suchen).

    Du hast da ja eine Längenangabe von 16μm dabei - ich weiß nicht, ob das ein Ausreißer war oder ob da mehrere solche langen dabei waren. In allen meinen N. xanthopus Abwürfen sind Sporen über 14μm die absolute Ausnahme (glaube die längste, die ich mal gemessen habe bei 4 verschiedenen FK [N=114 Sporen] hatte 14,6μm), der Qav (durchschnittlicher Sporenquotient, also Länge/Breite für alle Sporen ausrechen und dann den Mittelwert aus diesen Ergebnissen bilden) lag immer zwischen 2,6-2,7.


    Sporenwerte werden meist ungefähr in dem Format angegeben Lmin-L-av-Lmax x Bmin-Bav-Bmax


    Die Hypothese ist, dass N. xanthopus regelmäßig deutlich kürzere Sporen hat als N. praestigiator. Dein Mittelwert liegt jetzt genau an der Grenze, an der vermutlich beide Arten mal liegen können (wäre da jetzt als Längen-Mittelwert sowas wie 12,5μm rausgekommen wäre das für die Art N. praestigiator schon extrem niedrig oder halt andersrum bspw. ein Mittelwert von 15,5μm wäre für N. xanthopus deutlich höher als üblich). Du könntest mal noch die Sporenquotienten ausrechnen und schauen was bei den Mittelwerten rauskommt, aber vermutlich hast du da leider eine Kollektion erwischt, die mikroskopisch schwierig einzuordnen ist.


    Sporenlängen als Hilfsmerkmal zur Art-Hypothese:

    Sporenlänge überwiegend <14μm, Qav ≤2,7 N. xanthopus

    Sporenlänge überwiegend >14μm, Qav ≥2,8 N. praestigiator


    Ich würde den Fund vermutlich, hauptsächlich wegen der Eichenbindung, erstmal als Neoboletus cf. xanthopus ins Archiv legen und ggf. nochmal nachsammeln/nachuntersuchen oder halt sequenzieren irgendwann mal. Oder halt aufessen - das geht ja auch immer. :S


    LG.

    Hi beli,


    eigentlich haben die beim Auffinden immer schon irgendwo braune Flecken, vlt. mal von extrem jungen Mini-Exemplaren abgesehen. Das intensiviert sich nach dem Anfassen dann noch recht schnell - ein Kollektionsbild ohne braune Verfärbungen würde man glaube ich gar nicht hinbekommen, wenn man die Pilze normal entnimmt.


    Hier ein Beispiel direkt nach Entnahme zusammengelegt:




    LG.

    Hi beli,


    hm ok. Ich bin nach dem Artikel von Christoph gegangen bei dem eine strenge Bindung an Laubbäume vermutet wurde - die Kollektionen hier sind auch aus dem Laubwald, die sequenzierten hier ebenfalls und alle Funde aus DE mit erfasstem Baumpartner sind ebenfalls Laubbäume. Dass die in Österreich in höheren Lagen unter Nadelbäumen wachsen sollen war mir nicht bekannt.


    Vielleicht hat Christoph noch eine Einschätzung dazu - in meinen Habitaten gibt's generell nur C. ferruginascens - für andere Arten müsste ich weiter raus fahren.


    LG.

    Hi beli

    laut Literatur

    Zitat

    "Der Rostfleckige Pfifferling (Cantharellus ferruginascens) wächst als Symbiosepilz vor allem in Mischwäldern, gerne unter Eichen, Buchen und Kastanien, aber auch bei Fichten und Tannen, "

    Welche Literatur? Dein Link führt zu einer google Suche nach Cantharellus ferruginascens.

    Bei meinen Kollektionsbildern sind selbst bei frisch gepflückten deutliche braune Stellen zu erkennen, die ich bei deinen nicht sehe, daher die Zweifel, neben der Ökologie. Die Art bräunt ziemlich stark, das sollte schon auffallen.


    Hier links eine gelbliche Kollektion, rechts eine sehr helle. Beide aus einem reinen Laub-Auwald, vermutlich zu Eiche gehörig, Nadelbäume gibt's hier keine.



    LG.

    Hi.


    ich benutze ebenfalls wie Oliver Micam, suche mir per LiveView einen passenden Bildausschnitt - messe dort die ordentlich liegenden Sporen und wiederhole das bis ich so 20-30 Sporen gemessen habe. Die Werte werden dann in eine Excel exportiert - sieht dann so aus:



    Die Werte kopiere ich dann in eine Excel-Vorlage, die ich mir erstellt habe, um automatisch den gängigen Sporenmaß-Output zu erhalten, kann man sich hier runterladen und ggf. anpassen.

    Ist noch nicht ganz ideal - den N-Wert muss ich manuell eintragen, da ich nicht immer genau 30 Sporen messe. In Excel 2016 habe ich nicht rausgefunden wie ich es schaffe den letzten Wert aus Spalte A automatisch bei "N=" ausgeben zu lassen. Falls jemand weiß wie das geht, gerne Hinweis an mich.

    Und falls über Zeile 37 noch leere Felder sind muss man die noch fix löschen, da sonst die Qav-Berechnung einen Fehler ausgibt.


    Um es für mich perfekt zu machen hätte ich eigentlich gerne noch die Mittelwerte aus dem Sporenmaß automatisch fett gedruckt, aber scheinbar kann man in Excel leider nicht Teile einer Formelausgabe in der selben Zelle fett drucken. Dazu müsste ich die Ausgabe glaube ich über mehrere Zellen strecken - war mir dann letztlich doch nicht so wichtig.


    Nur Standardabweichungen habe ich dabei halt nicht.


    LG,

    Schupfi

    Hi Karl,


    noch nie von gehört - Danke fürs Zeigen! Sieht ja aus der Ferne und abgeregnet einer Telamonie nicht unähnlich, nach denen ich mich kaum bücke. Da helfen solche Posts mal den Blick zu schärfen.


    LG,

    Schupfi

    Ich habe mal Ischnoderma resinosum (Laubholz-Harzporling) ergänzt, da ich den heute mal verkostet habe und ich den als recht brauchbar empfunden habe (nur den weichen Rand nehmen, wie beim Schwefelporling). War allerdings gemischt mit Austernseitlingen und keine reine Einzelverkostung. :whistling:


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Der letzte sollte Hypholoma marginatum sein.

    Ossicaulis kenne ich mit deutlich engstehenderen Lamellen, die auch nicht so weit am Stiel herablaufen. Außerdem riecht er halt enorm mehlig, denke daher das ist was anderes. Vielleicht Neolentinus adhaerens, aber da bin ich mir sehr unsicher, hatte ich selbst noch nie.


    Pilz Nummer 1 hätte ich in dem Zustand vorsichtig wieder in den Wald geworfen, ich glaube da lohnt keine Spekulation mehr.


    LG.

    Hi.


    Schöne Funde, Danke fürs Zeigen. Den fraglichen Milchling hätte ich wie Jörg, nicht beim

    Rosascheckigen Milchling einsortiert. Für mich sieht das eher nach roter Milch statt rosa Lamellen aus und ich würde den bei den Reizkern verorten. L. sanguifluus hatte ich noch nie in der Hand, darf aber wohl so rötliche Töne haben.


    Die im letzten Post sind typische L. controversus.


    LG.

    Das hier war mit so einer BresserCam (war beim Mikro dabei, keine Ahnung ob es da neuere Versionen gibt):



    Der Bildausschnitt war enorm klein, was mich sehr genervt hat beim Sporen messen. Der Dreck oben rechts war inklusive und ging auch nicht weg.

    Habe das Teil dann verschenkt.


    Schnappschüsse bei denen ich nicht messen muss, mache ich auch mit Handy durchs Okular, reicht mir völlig und geht schneller.

    Messungen nur mit dedizierter Mikro-Kamera.


    LG.