Hi Suku und im willkommen im Reich der Mikroskopie!

N=10 ist natürlich am unteren Ende der Stichprobengröße, ich versuche meistens wenigstens 20 Sporen zu messen (außer ich habe ein ein absporfaules Exemplar erwischt und muss ewig nach Sporen suchen).
Du hast da ja eine Längenangabe von 16μm dabei - ich weiß nicht, ob das ein Ausreißer war oder ob da mehrere solche langen dabei waren. In allen meinen N. xanthopus Abwürfen sind Sporen über 14μm die absolute Ausnahme (glaube die längste, die ich mal gemessen habe bei 4 verschiedenen FK [N=114 Sporen] hatte 14,6μm), der Qav (durchschnittlicher Sporenquotient, also Länge/Breite für alle Sporen ausrechen und dann den Mittelwert aus diesen Ergebnissen bilden) lag immer zwischen 2,6-2,7.
Sporenwerte werden meist ungefähr in dem Format angegeben Lmin-L-av-Lmax x Bmin-Bav-Bmax
N. xanthopus FK1 - Abwurfpräparat
N=32
11,6-12,7-14,3x4,5-4,8-5,3
Q=2,4-2,6-3
N=32
Die Hypothese ist, dass N. xanthopus regelmäßig deutlich kürzere Sporen hat als N. praestigiator. Dein Mittelwert liegt jetzt genau an der Grenze, an der vermutlich beide Arten mal liegen können (wäre da jetzt als Längen-Mittelwert sowas wie 12,5μm rausgekommen wäre das für die Art N. praestigiator schon extrem niedrig oder halt andersrum bspw. ein Mittelwert von 15,5μm wäre für N. xanthopus deutlich höher als üblich). Du könntest mal noch die Sporenquotienten ausrechnen und schauen was bei den Mittelwerten rauskommt, aber vermutlich hast du da leider eine Kollektion erwischt, die mikroskopisch schwierig einzuordnen ist.
Sporenlängen als Hilfsmerkmal zur Art-Hypothese:
Sporenlänge überwiegend <14μm, Qav ≤2,7 N. xanthopus
Sporenlänge überwiegend >14μm, Qav ≥2,8 N. praestigiator
Ich würde den Fund vermutlich, hauptsächlich wegen der Eichenbindung, erstmal als Neoboletus cf. xanthopus ins Archiv legen und ggf. nochmal nachsammeln/nachuntersuchen oder halt sequenzieren irgendwann mal. Oder halt aufessen - das geht ja auch immer. 
LG.