Beiträge von Navajoa

    Liebe Pilzfreunde,


    willkommen zum Teil 2 von 2: „Ein kleiner Einblick in mein vogtländisches Frühjahr 2026“. Teil 1 findet ihr HIER im Forum.



    Ebenfalls parallel zum Morchelstart erschien an einer bekannten Stelle zuverlässig Mycena abramsii (Voreilender Helmling).




    Zu einer Pilzberatung brachte man mir außerdem „so komische Pilze“.

    Es handelte sich um Morchella esculenta agg. (Speisemorchel‑Gruppe) aus dem Nachbarort. Leider hat es aus verschiedenen Gründen nicht mit dem Fotografieren geklappt – was schade war, aber nicht zu ändern. Nächster Versuch dann 2027.



    Ebenfalls im Rahmen einer Pilzberatung brachte man mir einen auffällig gelbbraunen Ritterling. Gefunden wurde er in einem Garten in Syrau.

    Was mich an dem Fund stutzig macht, ist zum einen die deutlich gelbbraune Färbung bereits bei jungen Fruchtkörpern, zum anderen ein leichter, fischiger Beiton zum klassischen Mehlgeruch. Die Stiele erscheinen mir dünner. Das ist doch kein schnöder Calocybe gambosa, oder?





    Zum Vergleich habe ich an einer mir bekannten Stelle den „normalen“ Mairitterling geholt.




    Oben im Bild die gelbraunen, unten Calocybe gambosa:




    Dazu kommt der Zeitpunkt: Laut Finder wuchsen die Pilze schon vor etwa drei Wochen. Normalerweise erscheinen bei mir die Mairitterlinge eher Mitte Mai – wobei dieses Jahr auch diese zwei Wochen früher dran sind.

    Ich habe den Fund erst einmal gedanklich „auf Halde“ gelegt. 2027 werde ich dann sehen, ob an der Stelle wieder durchgehend so braungelbe Fruchtkörper erscheinen.



    Gestern war ich dann größtenteils vor der Haustür an einem Teichgebiet unterwegs. Dort soll es Laetiporus sulphureus (Schwefelporling) geben – nicht für die Küche, sondern für meine Pilzgalerie, denn dort fehlt er mir bislang noch. Leider war der Gelbe nicht zu sehen.


    Stattdessen entdeckte ich ein richtig schönes Sumpfgebiet unterhalb des Teiches. Gummistiefel hatte ich bedauerlicherweise keine dabei, aber es ging auch so. Jeden Moment rechnet man dort eigentlich mit Mitrula paludosa (Sumpf‑Haubenpilz) – ideales Habitat.



    Was ich dann recht schnell und in schönem Exemplar fand, war Cudoniella clavus (Wasserkreisling). Diese Pilzart ist hier problemlos zu finden.


    Durch anhaftendes Wasser sind die eigentlichen FK schwierig zu erkennen:




    Im Feld habe ich immer eine Flasche Druckluft mit, um Sachen zu entstauben, Dreck wegzupusten oder trockenblasen zu können. Zu Hause geht es mit Küchenrolle und Föhn:





    Größe der Pilze 3 mm:





    Im sumpfigen Gelände konnte ich noch Lentinus substrictus (Mai-Stielporling) finden. Diese Art ist leicht durch ihren Erscheinungszeitraum und die sehr feinen Poren zu erkennen:





    Anschließend ging es noch etwa 15 km weiter zu einem mir bekannten, sehr sauberen Bergbach in einem idyllischen Tal. Dort hatte ich schon mehrfach den Wasserkreisling. Meine Hoffnung waren weitere, ebenfalls aquatische Pilze.




    Heute allerdings Fehlanzeige – abgesehen von einem Peziza sp. (Becherling) ließ sich nichts Aquatisches finden. Schade.





    Xylaria polymorpha (Vielgestaltige Holzkeule) war natürlich da, und das kleine Tal entschädigt ohnehin mit seiner wilden Romantik.




    Der erhoffte Regen bleibt bislang aus. Normalerweise würden jetzt langsam Neoboletus erythropus (Flockenstieliger Hexenröhrling) & Co. folgen.


    Mal sehen, was noch kommt – ändern können wir es ohnehin nicht.



    Damit sind wir am Ende von „Ein kleiner Einblick in mein vogtländisches Frühjahr 2026“.



    Ich hoffe, ihr hattet Kurzweil beim Lesen und Freude beim Ansehen.


    Viele Grüße,

    Steffen

    Liebe Pilzfreunde,

    angeregt durch Cornes Frühjahrs-Beitrag möchte auch ich euch ein paar Eindrücke von meinem Pilz‑Frühjahr im Vogtland schildern.


    Willkommen zum Teil 1 von 2: „Ein kleiner Einblick in mein vogtländisches Frühjahr 2026“. Teil 2 findet ihr HIER im Forum.


    Einige der Bilder hatte ich zwar schon gezeigt, meist im Bereich „Naturbilder“, aber hier passt das Ganze relativ gut zusammen.


    Der Winter war dieses Mal irgendwie … seltsam. Vieles, was man sonst im Fichtenhochwald fast schon als selbstverständlich ansieht, blieb weitgehend aus.

    Strobilurus esculentus (Fichtenzapfenrübling) und Mycena strobilicola (Fichtenzapfenhelmling), die es normalerweise massenhaft gibt, waren echte Raritäten.


    Auch Clitocybe fragrans (Langstieliger Dufttrichterling) ließ sich nicht blicken – sonst eigentlich ein verlässlicher Begleiter hier in meinen Wäldern.


    In einer wärmeren Phase im März tauchte dann immerhin Hypholoma capnoides (Graublättriger Schwefelkopf) auf – einer meiner Lieblingspilze für die Pfanne. In diesem Fall gleich ein ganzer, schon recht morscher Baumstumpf voll. Etliche FK versteckt im Gras. Das ergab eine sehr ordentliche Mahlzeit.






    Danach ging es, wie jedes Jahr, auf die Suche nach Hygrophorus marzuolus (Märzschneckling).

    Im März selbst habe ich ihn noch nie gefunden, bei mir war es bisher immer Mitte April. Zwei Exkursionsteilnehmer aus der Pilzschule-Vogtland berichteten von einem Fund bei Falkenstein. Also hin – und tatsächlich: Der Fund konnte verifiziert werden. Ich meine, selten sind sie hier im Vogtland nicht, jedoch eben nicht häufig.

    Bei mir zu Hause waren die Fruchtkörper dank anfangs fehlender Schnecken noch weitgehend unversehrt, sodass ich ihre Entwicklung schön fotografisch begleiten konnte.


    Eben kommt er aus dem Boden; die Hüte erreichen noch unterirdisch ihre fast volle Größe:




    Der identische Pilz, nur der Stiel wächst später noch und schiebt den FK in die Höhe:




    Besonders spannend finde ich die langfristige Entwicklung der Myzelien über mehrere Jahre.



    Mitte April traten dann die Kiefernzapfenrüblinge in Erscheinung. Hier gibt es bekanntermaßen zwei Arten, die makroskopisch nicht zu unterscheiden sind: den Bitteren und den Milden. Wobei: Beide Arten können sowohl bitter als auch mild schmecken.

    Ich hatte endlich einmal Strobilurus tenacellus (Bitterer Kiefernzapfenrübling). Geschmacklich kann man sich hier bekanntlich nicht verlassen – bitter und mild ist kein sicheres Merkmal, ohne Mikro geht da nichts.


    Schön zu sehen die Pseudorhiza, welche den FK mit dem Zapfen verbindet:





    Und dann kam natürlich die unvermeidliche Morchel-Zeit. Das alljährliche Theater wegen der Morcheln eben. Ein Pilzfreund von mir ist richtig krank, wenn er nicht ins Feld kann und ein gewisses Quantum findet …


    Ich hatte dieses Jahr tatsächlich mein bislang bestes Morcheljahr: Reichlich Funde, verteilt über etwa sechs Wochen. Bei mir wuchsen mehrere Arten aus dem Bereich spitzer Morcheln (Spitzmorchel‑Gruppe) – das wäre eigentlich ein eigenes Thema.

    Gegessen wurden sie am liebsten frisch, klassisch in Sahnesoße mit Bandnudeln. Aber nach dem dritten Mal reicht es dann auch.

    Getrocknete Morcheln sind mir persönlich z. B. in Sahnesoße zu dominant – der Pilzgeschmack wird mir da einfach zu extrem. Ich wüsste nicht, was ich mit getrockneten Morcheln machen sollte, außer sie zu pulverisieren und mit ins Pilzpulver mischen.

    Ein paar habe ich tiefgekühlt, da ich im Juni mehrfach Besuch bekomme von Leuten, die noch nie Morcheln gegessen haben.
    Offen gesagt war ich ganz froh, als dann eines Tages keine Morcheln mehr nachkamen.


    Teilweise gab es traumhafte Gruppen:




    Parallel zur Morchel-Zeit gab es dieses Jahr auch reichlich Melanoleuca cognata (Cognacfarbiger Weichritterling):




    Er wächst bei mir bevorzugt unter Astmaterial von Rodungsflächen und war – und ist – noch immer gut vertreten.

    Ich habe etlichen Exkursionsteilnehmern davon mitgegeben, mit dem Hinweis, dass der Pilz geschmacklich nicht jedem liegt. Ergebnis: ausschließlich positive Rückmeldungen. Schön braun gebraten, nur mit Butter und Salz – kam richtig gut an.


    Das war Teil 1 von 2: „Ein kleiner Einblick in mein vogtländisches Frühjahr 2026“.


    Ich hoffe, ihr hattet Kurzweil beim Lesen und Freude beim Ansehen.

    Wir sehen uns gleich wieder im Teil 2.


    Viele Grüße,

    Steffen

    Hallo,


    sorry, ich war gestern gegen 19 Uhr fertig mit Werken, habe im Sorgensitz Platz genommen und bin eingeschlafen ...


    Viele Grüße,

    Steffen

    Huhu,

    Ich bin heute auch raus, wie sind auf Männertagsrunde in CZ.

    Viel Spaß Euch!

    LG Hilmi

    Und was machst Du dabei? Frühstück bereiten, kochen, putzen, das Bier öffnen, grillen, die Pantoffeln holen …


    Oder wie muss ich mir das vorstellen? :grofl:

    Hallo,


    was ich immer wieder feststelle: Die Leute wissen gar nicht, dass es überhaupt giftige und tödlich giftige Verwechsler gibt.


    Das ist immer ein Anliegen von mir, genau das den Leuten zu erklären. Wer Speisepilze sammelt, der muss die Verwechsler auch kennen.


    Viele Grüße,

    Steffen

    Hallo Corne,


    Nachtrag: Solche Spots Scheibenlorcheln waren dieses häufiger zu beobachten. Hatte ich so auch noch nie.


    Ich hatte mal einen Baumstumpf, der war rundum voll damit. Und in 1A-Zustand. Die größte 9,5 cm Durchmesser.


    Viele Grüße,

    Steffen

    Hallo Corne,


    danke für's Zeigen und Mitnehmen.


    Speisemorcheln wurden mir dieses Jahr u. a. zur Pilzberatung gebracht. Wachsen im Nachbarort. Leider konnte ich nichts knipsen, denn die wuchsen im Gras. Und das wurde, wie kann es anders sein, mal wieder samt Pilzen gehäckselt. Aber nächstes Jahr dann …


    Die Fadenscheibchen hatte ich noch nicht. Glückwunsch. Die sehen toll aus! Das macht Lust, direkt mal zu suchen.


    Das Schneegraupelwetter war für eine Suche aquatischer Pilze bestimmt unerheblich.


    Viele Grüße,

    Steffen

    Liebe Pilzfreunde,


    heute, am Mittwoch, dem 13. Mai, findet, wie immer ab 20:00 Uhr, das Onlinetreffen statt.


    Alle sind dazu herzlich eingeladen!

    • Wer möchte teilnehmen?
    • Wer hat etwas Spannendes zu zeigen?
    • Gibt es Fragen oder andere Anliegen?

    Wir freuen uns auf einen regen Austausch und ein lustiges Besammensein.


    Ich versuche, dabei zu sein. Warten wir mal ab, wie sich der Tag entwickelt.


    Viele Grüße

    Steffen

    ...

    Morchel hatte ich noch nicht das Vergnügen. Hoffentlich nächstes Jahr.

    Hallo,


    Morcheln werden völlig überschätzt. Klar, auch die Jahreszeit spielt eine Rolle bei der Bewertung. Bei mir war ein hervorragendes Morcheljahr. Ich habe am Ende gehofft, KEINE mehr zu finden. Was soll ich damit?

    2–3 Mal Morcheln in Sahnesoße, dazu Bandnudeln, sind OK. Dann mag ich sie nicht mehr haben. Getrocknete Morcheln finde ich fürchterlich. Das Aroma ist viel zu stark. Die kann man nur pulverisieren und mit ins Pilzpulver tun. Zum Glück habe ich Anfang Juni 2‑mal Besuch, der wird mit Morcheln gefüttert, welche ich in der TK habe. Hab' ich sie los.


    Viele Grüße,

    Steffen

    Navajoa, an trockenen Berghängen der Cordillere in Bolivien und Nordargentinien recht häufig; ich hab allerdings vor allem orange und gelbe Blüten gesehen. Die Pflanzen waren eher so 10 cm im Durchmesser, klumpig, Konglomerate; bestimmt noch in 4200 m Höhe. Es gab auch Frost und Schnee, so dass ich mir vorstelle, dass die Pflanzen vielleicht winterhart sein könnten. Aber das weißt Du bestimmt besser. Die Blüten waren beeindruckend..

    Ja, das Problem: Alle 10 m sehen die Pflanzen halt anders aus. Das macht das Sammeln von Feldnummern halt so spannend. Die Blütenfarben variieren häufig.


    Karl F. hat mal einige Sachen, bei denen man denken könnte, die sind winterfest, draußen gelassen. Manche Pflanzen haben überlebt, haben aber Dauerschäden. Also leider nicht frostfest.


    Geschichtlich ist auch so, dass sich die Anden noch heben. Die Pflanzen müssen sich an immer größere Höhen und Klimata anpassen. Das ist sehr spannend, wenn man bedenkt, von welchen Zeiträumen der Entwicklung man spricht.


    Viele Grüße,

    Steffen

    Hallo Christoph,


    ja, der Pilz ist schon noch recht klein. Aber weil eben Rastplatz und so, kann es schon die Richtung A. b. gehen.


    Viele Grüße,

    Steffen

    Hallo Bläuling,


    die Salzwiesen-Champignin finde ich im Vergleich zu anderen Arten deutlich schwerer; das ist ein gutes Merkmal.


    Überdies: Ein Schulfreund von mir haut die in die Pfanne ...


    Viele Grüße,

    Steffen

    Hallo Bläuling,


    Rastplatz? Zu Deinen Bildern fällt mir Agaricus bernardii, der Salzwiesen-Champignon, ein. Wäre doch auf so manchem Rastplatz gut möglich …:gpfeiffen:


    Die FK der A. b. fallen durch Festigkeit und hohes Gewicht auf. Und die FK können auch die rissige Hutdeckschicht haben.



    Viele Grüße,

    Steffen

    Hallo Jörg,


    da muss ich doch glatt auch mal nach den Rötlingen sehen, bevor alles wieder trocken ist.


    Aktuell hat man den Regen erst mal abgesagt. Hier ist aus Dauerpiss Sonne bei 18 °C geworden.


    Viele Grüße,

    Steffen

    Hallo Sabine,


    ich schließe mich meinen Vorrednern an.


    Einen Sporenabdruck kannst Du trotzdem machen, ist spannend.


    Wenn der Feldweg in der Nähe mit basischem Material geschottert ist, erklärt das auch das Vorkommen dort.


    Viele Grüße,

    Steffen