Beiträge von Corne

    Hallo Bastian,


    Nein! Der Scharbockskraut-Becherling ist klein und hat niemals einen solchen „gezackten“ Rand. Meist sind die Exemplare auch gleichmäßig rund. Allerdings ist der Anemonen-Becherling wesentlich häufiger an Scharbockskraut zu finden. Er sieht äußerlich exakt aus wie der Scharbockskraut-Becherling. Man kann sie nur mikroskopisch (Anzahl der Zellkerne in den Sporen) unterscheiden.

    Hier Bilder vom Anemonen-Becherling zum Vergleich (die werden so maximal 4 cm groß):






    VG corne

    Glück Auf,


    ich bin dabei und habe mit meinem neuen Mikroskop die letzten Wochen 99 Phytos bestimmt, davon 20 Erstnachweise für Sachsen und 3 für Deutschland :gnicken:


    kleiner Scherz aus gegebenen Anlass :gzwinkern:


    Ich weiss noch nicht, wie mein Feierabend heute sich zeitlich aufteilt. Auch fehlt mir gerade mein Schreibtisch, an dem ich sonst immer sitze. Aber ich kann Euch an meinen Werkstattumbauten gern teilhaben lassen und zeigen, was schon geworden ist g:-)


    Dir Steffen gute Besserung! Bin gespannt, wann ich Dich mal wieder zu Gesicht bekomme :gzwinkern:


    VG Corne

    Hallo Gunnar und Björn,


    Ich habe (noch) keine Ahnung vom Mikroskopieren. Aber ich sehe zumindest eine Grube ganz deutlich.. würd ich sagen.


    VG Corne


    Hallo,

    Also ich hatte schöne Sachen in meinem Prüfungskorb: einen Riesenbovist mit ca. 5cm Durchmesser, einen roten Fliegenpilz noch ganz klein mit geschlossenem Velum, einen Perlpilz ohne Fuß, die weiße Form des gelben Knollis, den kleinen Hut (3cm) eines fuchsigen Röteltrichterlings, eine perfekte große Flockenhexe mit komplett gelbem Stiel, die Leiche eines Mehlräslings (so ein richtiger stinkiger Lappen), einen dunkelgrauen Ackerschirmling, den ich noch nie gesehen hatte, einen „flaumigen Birkenmilchling“ mit gelber Milch und Birnenkompottgeruch (Lactarius aquizonatus), einen fast schwarzen Riesenschirmpilz (ganz jung aber schon groß, die schwarze Schicht kaum aufgerissen), ein Stielfragment eines Reizkers (vermutlich vom vorhergehenden Prüfling) und so weiter … alles Sachen, die einen in der Prüfung so richtig auf Touren bringen g:D


    VG corne

    Hallo Sabine,


    das wird wohl in der Praxis immer eine Ermessensfrage bleiben. Und letzten Endes macht das jeder Berater ja dann auch "wie er denkt". Den Steinpilz würde ich wahrscheinlich auch nicht aussortieren, zumal das ein Pilz ist, bei dem man anhaftende Fremdkörper aussen drauf gut sieht :gzwinkern:


    Hier liegt der Schwerpunkt aber auf der Prüfung und da gibt es klare Aussagen der DGfM. Die wohl genau an diesem Streitpunkt auch nochmal "nachgeschärft" haben, zumindest hat das mein Prüfer uns vorher im Kurs extra nochmal gesagt (also das die DGfM das so hören und prüfen möchte). Wenn man sich in der Prüfung mit dem Prüfer anlegen will, braucht man schon gute Argumente und sollte auf sicherem Grund stehen. Da bringt einem Sturheit nur bedingt Punkte :gzwinkern:


    VG Corne

    Hallo Freupilz g:-)


    Tatsächlich ist das eine Vorgabe der DGfM. Sobald ein tödlich giftiger Pilz im Korb liegt, wird der Korb verworfen.

    Jetzt kann der Prüfling natürlich sich als erstes den giftigen rausziehen und dann wäre er ja fertig. In der Prüfung muss das mit dem Verwerfen gesagt werden, danach wird aber normal weiterkontrolliert (und auch freigegeben).

    Wie Du das dann in Deiner Berater-Tätigkeit handhabst, ist dann Deine Sache.

    Wenn sich Fragmente / Hüte von vermeintlichen Stockschwämmchen im Korb befinden, die sich aber aufgrund des fehlenden Stieles nicht mehr zuordnen lassen, dann macht das schon Sinn, den Korb zu verwerfen. Vom Gifthäubling reichen schon sehr geringe Mengen für einen dauerhaften Leberschaden!

    Stockschwämmchen nur freigeben, wenn Du sie eindeutig zuorndnen kannst (Schüppchen) und sonst keine ähnlichen Bruchstücke oder Pilze darunter befinden.

    Aber das sind genau solche Fragen, die man prima auf einem Pilzkurs stellen kann. Vor allem, wenn der Kurs beim zukünftigen Prüfer statt findet. Dann kann man sich nämlich genau erklären lassen, was der Prüfer an der Stelle hören möchte. Da gibt es so einige Fragen :gpfeiffen:


    VG corne

    Hallo Alex,


    ich habe letzten Herbst erst Prüfung gemacht. Es hat mir sehr geholfen, den F1- und F2-Kurs zu belegen. Vor allem im F1-Kurs geht es ja um Gattungsbestimmung. Oft hat man ein Gefühl, welche Gattung ein Pilz ist, kann es aber schwer artikulieren, warum. Mir hat es geholfen, immer wieder die Merkmale durchzugehen, auch wenn ich den Pilz kenne, den ich da in der Hand hab. Einfach, damit der Stoff sich festsetzt. Es muss auch nicht immer jede Untergattung exakt bestimmt werden. Bei den Cortinarien z.B. reicht die Gattung "Schleierlinge" aus, vor allem, wenn es sich nicht um einen der wenigen leicht bestimmbaren Pilze handelt.


    Meiner Meinung nach ist sicheres Auftreten in der Prüfung noch wichtiger als die Artenkenntnis.


    Und Du kannst natürlich selbst in der Prüfung Fragen stellen. Wenn Du z.B. die Sporenpulver-Farbe nicht siehst oder eine Verfärbung im Fleisch nur durch einen Schnitt sichtbar wäre, nach Dir aber noch Prüflinge dran sind und Du den Pilz nicht zerlegen kannst oder auch nicht die Zeit für einen Sporenabwurf hast, dann kann man nach diesen Dingen fragen.


    Ria Pilzausstellungen helfen definitiv. Noch besser als Besuchen ist allerdings, an welchen Teil zu nehmen und mit aufzubauen. Da kriegt man Vieles mit einem Mal zu sehen und kann auch besser direkt vergleichen. (Falls Du noch Hilfe mit den Fichtenwäldern brauchst, bist Du im Erzgebirge herzlich willkommen :gzwinkern: ). Wir fahren dafür immer mal im Frühjahr ins Leipziger Umland, um wenigstens ein paar schöne Fotos von Euren Schätzen zu bekommen.


    VG Corne

    Hallo Grüni,


    Tatsächlich ist der linke Arm etwas länger. Aber auch hier spielt die Bewegung in der Figur eine Rolle. Auch in der Natur ist nichts absolut symmetrisch. Würde man Figuren so schnitzen, sähe das furchtbar aus. Hier betont die Länge des Arms auch die Bewegung, wenn man den Arm zum Segen erhebt. Der rechte Arm mit der Kerze ist natürlich auch näher an den Körper gezogen, um das Licht zu schützen. Man könnte jetzt argumentieren , das sich die Kerzenflamme nicht zur Seite neigt. Das wäre tatsächlich mal ein "Fehler in der Konstruktion" (fällt mir jetzt erst auf, wo ich drüber nachdenke g:-) ). Dennoch sind die Unterschiede zwischen den Armlängen bei weitem nicht so gravierend, wie sie auf den Fotos rüberkommen. Das liegt an der Perspektive :gzwinkern:


    VG Corne

    Hallo Jörg,

    Die Stromabecherlinge finden wir im feuchten, dunklen und moosigen Nadelwald. In dem Gebiet fließen zwei Flüsse zusammen und der Boden ist allgemein etwas feuchter und schattiger. Naja und dann Stellen suchen, wo viele Zapfen beieinander liegen. Aber es ist mühsam und schwer zu sehen… Oft wird man von Löchern oder dunklen Flecken auf den Zapfen genarrt!


    Aber wenn Du Lust hast, wir machen Exkursion mit der VAM am 21.3. genau in das Gebiet. Komm vorbei und wir suchen gemeinsam danach :)


    VG

    Hallo,


    Ich habe 65h dafür gebraucht. Das liegt hauptsächlich dran, das ich viel Material mit den Eisen wegnehmen musste und wenig „vorschneiden“ konnte. Außerdem habe ich so ein Projekt zum ersten Mal gemacht, da ist man vorsichtiger. Würde ich den Engel nochmal machen, ginge es sicher schneller.


    hilmgridd danke für deine lieben Worte :*

    Tatsächlich habe ich ja einiges dieser Zeit im Homeoffice gemacht und den Rest habe ich vor Weihnachten abgesetzt. Ist also nix mehr übrig ;)

    Nein, geschliffen ist gar nichts, das ist alles glatt geschnitzt. Das macht nicht jeder so, aber es fällt mir schwer, das „gröber“ zu lassen. Mein Monk sagt mir immer, das da noch die Ecke weg muss und die und die :giggle:


    VG

    Glück auf aus der Schnitzerstube :gwinken:


    Auch an dieser Stelle möchte ich mal nachlegen.

    Letztes Frühjahr hat unsere Geschäftsfühererin auf Arbeit eine kleine Tochter bekommen und wir als Standort Zwönitz haben uns überlegt, was wir denn zur Geburt schenken können. Im Erzgebirge ist es Tradition, das zur Geburt ein Engel (bei einem Mädchen) oder ein Bergmann (bei einem Junge) geschenkt wird. Aber es sollte schon was besonderes sein und nix von der Stange. Also wurde ich angefragt, ob ich nicht „schnell“ einen Engel schnitzen könne. Da ich noch keine Gesichter sicher schnitzen kann (und Frauengesichter sind noch schwieriger) einigten wir uns schnell auf einen „moderne Form“ ohne Gesicht. Da ich aber auch letztes Jahr meine PSV-Prüfung machen wollte und mitten in der Vorbereitung war, konnte ich aushandeln, das die Schnitzerei als Arbeitszeit bewertet wurde und ich das im „Homeoffice“ bzw. nach der Prüfung dann als Überstunden machen kann :gbravo:


    Zunächst schaute ich mir im Internet einiges an und fertigte aus den zusammengetragenen Ideen einen ersten Entwurf:



    Dann ging es ans Holz: mein Chef brachte mit Lindenholz mit, das war aber aufgrund der Dimensionen nicht verwendbar. Im Schnitzverein suchten wir dann weiter (was für einen Odysee :gomg::( man sieht ja erst was mit dem Holz los ist, wenn man es zugeschnitten hat! Im ersten Stück Risse, im zweiten Stück Dreck, im dritten Stück Holzwürmer :gkopfwand: beim vierten hat es dann geklappt :gzwinkern: (abgesehen von einem winzigen Ästchen, aber das war nicht schlimm).

    Holz zuschneiden:



    Bohrung für Schraube:



    Motiv auftragen und Sägeschnitte anzeichnen:



    Seitlich:



    Grob aussägen bzw. Einschneiden:




    Schraube eindrehen:



    Einspannen und endlich loslegen:



    Die äußere Form war recht komplex, sodass ich wenig wegschneiden konnte und viel selbst mit dem Messer abtragen musste. Man muss sich so langsam an die äußere Form heranarbeiten. Arme freistellen:





    Und auch die Haarsträhne wird schon mit angelegt:



    Flügel und Kopf abrunden:



    Flügel aushöhlen (dabei muss das Material auf der Rückseite zur Stabilität noch stehen bleiben). Den Sockel habe ich dann aber auch mit eingekürzt, d.h. vor allem der linke Arm steht über den Sockel raus:



    Flügel weiter bearbeiten, Arme freistellen:



    Sind die Flügel fertig ausgehöhlt, kann die Rückseite angelegt werden. Zwischen den Flügeln sollen die Haare offen herunterhängen:


    :


    Haare, Kopf und Gesicht ausarbeiten. Die Übergänge (Kopf-Schulter-Flügel usw) können sehr zeitraubend sein. Erstens kann man nicht in eine Richtung durchziehen. Die Schnittrichtung richtet sich ja nach der Faserrichtung und an so kleinen Stellen muss man ständig aus anderen Richtungen schneiden. Hier noch ein Spänchen, dort noch eins… und am nächsten Tag stellt man fest, das da noch viel mehr raus muss :gkopfkratz:



    So ist das gröbste erstmal angelegt:



    Und auch jetzt heißt es wieder: Flächen glätten, Stoßstellen und Falten nachziehen, Material wegnehmen, Ecken säubern …

    Jetzt erst fiel mir auf, das ich mir vorher keine Gedanken gemacht habe, wie eigentlich der Flügelansatz am Körper sein soll… da muss man dann „unterwegs“ einfach improvisieren :gomg:



    Sind die Formen angelegt, wird eigentlich nur noch “versäubert“. Das kann man dann aber bis zum Exzess treiben :gzwinkern:

    auch bei den Flügel hieß es immer wieder: da muss noch mehr weg… (besser als „da muss wieder was ran“ g:D)



    Schnitt für Schnitt kommen die Formen raus:



    Die Arme kann man zum Beispiel erst verschlanken, wenn die Hände fertig sind. Gerade bei den Händen muss man viel quer zur Faser arbeiten. Da braucht es viel Kraft und sehr scharfe Eisen, die immer wieder frisch abgezogen werden müssen. Also Hände ausarbeiten:



    Die linke Hand ist „segnend“ angedeutet, die rechte bringt das Licht:



    Es geht dem Ende entgegen! Die Flügel werden außen final abgetragen:



    Haare ausarbeiten, Kleid und Sockeloberfläche versäubern, Kerze fertigstellen:



    Der Sockel muss natürlich auch gemacht werden. Ein Mauerwerk oder eine Fels-Optik passt hier natürlich nicht. Also schön gleichmäßig mit einer flachen Röhre durchziehen:



    Je glatter das Holz, desto mehr kommt die Maserung hervor. Sieht sehr schön aus! Aber dabei braucht es ordentlich scharfe Eisen, dann sieht der Schnitt wie poliert aus. Stumpfe Eisen ergeben eine matte Oberfläche.

    Da der Engel ein persönliches Geschenk werden soll, muss natürlich der Name / Widmung rein. Dafür wird vor eine Fläche freigestellt. Das passiert natürlich erst nach der Gestaltung des Sockels, damit auf dem schmalen Rand dasselbe Muster zu sehen ist, wie auf dem Rest des Sockels:



    Dann kommt der schwierigste Part überhaupt: die Schrift einschneiden! Dazu braucht es zunächst einen Entwurf, was rauf soll und wie es angeordnet wird. Dann wird das mit Bleistift vorgezeichnet und anschließend mit einer scharfen Röhre (0,5mm Breite) eingeschnitten. Je mehr Rundungen eine Schrift hat, umso schwerer. Man kann einen Kreis nicht in einem durchziehen. Für einen Kreis braucht es mindestens 4 Schnitte aus verschiedenen Richtungen (immer einen Viertelkreis), weil man besonders hier auf die Faserrichtung des Holzes achten muss. Wenn bei so filigraner Schrift ungewollt Fasern ausbrechen, ist alles umsonst! Auch muss man, wenn man aus verschiedenen Richtungen schneidet, genau den anderen Schnitt treffen. Sonst ist die Linie versetzt oder man hat Schnittspuren, die man im Nachgang noch sieht.

    Und schon ist es passiert :gomg: :gkopfwand: einmal nicht aufgepasst, und schon rutschte die Röhre vom „p“ ins „h“! Das ist ungefähr so, als würde nach der letzten Lackierung die Nase abbrechen :girre: Und jetzt ?



    Improvisieren: flächig das Holz abtragen, bis die Buchstaben weg sind. Kann man natürlich nicht ewig oft machen. Deshalb lohnt es sich auch, erst vorsichtig und dünn zu schneiden, und dann etwas kräftiger nachzuziehen.



    Zweiter Versuch perfekt :gbravo:



    Letzter Handgriff mit den Messer: die Signatur!



    Noch ein Schutzwachs drauf, fertig:






    Unsere Geschäftsführerin hat sich sehr gefreut und war sehr gerührt. Sie hat zur Übergabe vor Aufregung so sehr mit dem Engel rumgefuchtelt, das ich jeden Moment gedacht hab: „gleich bricht sie nen Flügel ab oder haut ihn runter“ :gomg: Gott sei Dank ist nix passiert!


    Die Figur ist übrigens ca. 25-30cm hoch (inkl. Sockel).


    In diesem Sinne Danke für Eure Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Projekt (das übrigens glitschig ist, hinten 5 und vorne 4 Zehen und gelbe Flecken auf schwarzem Untergrund hat g:-)).


    VG corne :gwinken: