Beiträge von Ahemi

    Hallo Andreas, einen humanpathogenen Pilz zu essen finde ich schlichtweg mutig und auch ein bisserl verrückt! =O

    Nun, du wirst schon wissen, was du tust.


    Nobi

    Servus Nobi,


    die gesundheitliche Bedenklichkeit von S. commune bezieht sich nur auf das Einatmen der Sporen, und auch da sind nur Menschen mit extrem schlechtem Immunsystem gefährdet - Chemopatienten, HIV-Kranke, Transplantationspatienten.

    Jürgen Guthmann schreibt in „Heilende Pilze“, dass der Pilz in anderen Teilen der Welt - Mittelamerika, Asien, Afrika teilweise eine begehrter Speisepilz ist und als Delikatesse gilt. Nur vor diesem Hintergrund hab ich ihn mal probieren wollen. Russisch Roulette ist nicht so meins.


    Viele Grüße

    Andreas

    Servus beinand,


    ich probier auch gern mal eher abseitige Pilze aus. Letztes Jahr hab ich den Gelbstieligen Muschelseitling verkostet: ganz ok, muss ich aber nicht wiederhaben.

    Aktuell befinde ich mich gerade in kulinarischen Experimenten mit Schizophyllum commune. Einmal hab ich sie gebraten, da werden sie wegen ihrer Dünnfleischigkeit schnell zu Chips. Beim zweiten Mal hab ich sie sautiert mit Weißwein, mit bisserl Zwiebel und Knoblauch, Pfeffer, Salz, und dann bisserl klein gehackt, weil sie im Ganzen doch recht zäh sind und das - unabhängig von der Zubereitung - auch bleiben. Aber geschmacklich sind sie sehr beachtlich: kräftig, würzig, mit viel Umami. Da werd ich dranbleiben, die feste Textur stört mich nicht.

    Rrachtbecherlinge stehen allerdings nicht auf meiner Agenda. Dafür find ich die zu selten.


    Viele Grüße

    Andreas

    Servus beinand,


    ich versuche grad auf allen Kanälen, etwas Konkretes über die Nematophagie bei Austernseitlingen zu erfahren. Leider findet sich nicht allzuviel dazu.

    Was ich bislang in Erfahrung bringen konnte:

    Aupis sind nematophage Pilze. Sie locken Nematoden chemisch an, lähmen sie und durchwachsen sie dann mit ihren Hyphen, um an Stickstoff-Verbindungen zu gelangen.

    Hierzu habe ich mehrere Fragen:

    Wo geschieht das? Im Substrat (unwahrscheinlich, da Holz)? Auf dem Substrat im Bereich der Anwachsstelle? Auf der gesamten Oberfläche der Fruchtkörper? In den Lamellen? Spielen die Knötchen, die sich typischerweise in einigen Austernkollektionen finden, hierbei eine Rolle? Wenn ja, welche? Wenn nein, was ist die Ursache/Bedeutung dieser Knöllchen?

    Weiß da jemand was dazu?


    Danke fürs Anschauen und eure Einschätzungen

    Viele Grüße

    Andreas

    Servus Stefan,


    ich weiß es nicht, drum frag ich ja. Da es aber eine optionale Zusatznahrungsquelle ist, wäre das durchaus denkbar. Hyphen gibt es schließlich da wie dort. Und bei Analogien in der Pflanzenwelt werden hierfür auch nicht die Organe genutzt, die für die reguläre Nahrungsaufnahme zuständig sind. Daher find ich es jetzt nicht komplett abwegig.

    ogni volta Möglicherweise werden ja im Bereich der Lamellen Lockstoffe produziert, die die Nematoden anziehen. Was ist also der tiefere Sinn dieser Knötchen?


    Viele Grüße

    Andreas

    Servus Friedhelm,


    häufiger als mit dem Ohrförmigen Seitling, der ausschließlich auch Nadelholz wächst, sind Verwechslungen mit dem Gelbstieligen Muschelseitling und dem Laubholzknäueling, die beide gern auf Laubholz wachsen.

    Zu den Verzehrfreigaben ist schon alles gesagt.


    Viele Grüße

    Andreas

    (welcome)

    Servus, diese kleinen weißen Knötchen an den Lamellen kenne ich nur von Pleurotus.

    VG Ingo

    Servus beinand,


    die kleinen Knötchen haben meines Wissens mit den Nematoden zu tun, von denen sich Austern ja zusätzlich ernähren. Kann das mal jemand genauer erklären, wie die entstehen?


    Danke und Grüße

    Andreas

    Servus Peter,


    deine Theorie ist falsch, wie ich und Öhrling dir ja geschrieben haben. Die Sporenpulverfarbe nicht rein weiß, daher kann das nicht stimmen. Wie gesagt, das Myzelwachstum auf der Huthaut ist bei Austernseitlingen ganz normal und geht sehr schnell. Wenn du sie im Supermarkt kaufst und ein paar Tage im Kühlschrank liegen lässt, sind sie komplett weiß.


    Viele Grüße

    Andreas

    Servus,


    die Lebensmittelkontrolle interessiert sich normalerweise schon für sowas und gehen auch entsprechenden Hinweisen nach. Aber die sind natürlich nicht immer überall. Lebensmittelrechtlich sind solche Pilze nicht mehr verkehrsfähig, wie das im Beamtensprech heißt.


    Viele Grüße

    Andreas

    Im Nachhinein frage ich mich, ob die Lamellen entfernt werden müssen?

    Bei Röhrenpilzen entferne ich die Röhren - zumindest, wenn sie nicht mehr jung und frisch sind.

    :ghilfe:

    Wenn sie so alt sind, dass du die Lamellen entfernen möchtest, kannst du den Rest auch vergessen. Bei Röhrlingen ist das teilweise bisserl anders.

    Viele Grüße

    Andreas

    Servus,


    wenn es nicht abwischbar ist, ist es auch kein Sporenpulver, sondern Pilzmyzel, dass bei Austern sehr gern mal auch auf der Huthaut wächst, bevorzugt an Stellen, die besonders feucht sind, wie hier zwischen zwei Hüten. Dass es kein Sporenabwurf ist, kann man auch daran sehen, dass es ja eigentlich das Negativ einen Abwurfbildes ist, also da, wo die Lamellen waren, ist nix, und in den Zwischenräumen hat sich das Myzel ausgebreitet.


    Viele Grüße

    Andreas

    Ich würde, wenn ich erfahren möchte, um welche Pilze es sich handelt, jede Art mit einem eigenen Thread versehen.

    Versetzte Dich einfach einmal in die Lage eines Forumsmitgliedes, welches diesen Beitrag liest...

    Danke für deinen Hinweis. Es ist keine Bestimmungsanfrage, ich hab ja die Namen der Pilze in den Threat geschrieben. Ich wollte euch nur teilhaben lassen an der wundervollen Vielfalt. Genießt die Bilder, und gut is.


    Viele Grüße

    Andreas

    GriasDi Andreas,

    ein Gattungsmerkmal nicht, aber ein wichtiges Merkmal zur Differenzierung mancher rötlichen Arten.

    Und ja...ich hab da auch zuerst an Laccaria gedacht.

    An liabn Gruaß

    Werner

    Servus Werner,


    Christoph schreibt in Pilze Deutschlands zu den Gattungsmerkmalen: Hutoberfläche fein schülfrig (mit kleinen, etwas abstehenden Schüppchen). Das meinte ich, schuppig ist da wohl zu viel gesagt.


    Liebe Grüße

    Andreas

    Ist die für Dich unbekannte Art der rötlichbraune Porling? Den würde ich für einen Zimtfarbenen Weichporling Hapalopilus rutilans halten.


    VG Ulla

    Hallo Ulla,


    da ist bei den vielen Bildern leider bisserl was verrutscht und auf dem Handy auch schlecht editierbar - für mich zumindest. Den Zimtfarbenen hab ich klar, es ist dieser hier, nicht mehr in besonders guter Kondition, daher auch ned genauer angeschaut

    Viele Grüße

    Andreas

    Servus beinand,


    und euch allen zuerst einmal ein Gutes Neues!

    Vorgestern hab ich im Ebersberger Forst eine mächtige liegende Buche entdeckt, die an Artenvielfalt alles, was ich bisher gesehen habe, in den Schatten stellt. Die möchte ich euch nicht vorenthalten.

    Die folgenden Arten meine ich, identifiziert zu haben:

    Trametes versicolor, Trametes hirsutum, Stereum hirsutum, Bjerkandera adusta, Plicaturopsis crispa, Pleurotus ostreatus, Irpex lacteus (?), Daedaleopsis confragosa, Exidia nigricans, Hapalopilus rutilans, Tubaria furfuracea, Ascocoryne sarcoides, Schizophyllum commune, Phlebia radiata, Lentinus brumalis, Picipes badius, Fomes fomentarius, Jackrogersella multiformis, Pycnoporus cinnabarius, Badhamia utriculare. Panellus serotonis war auch noch vertreten, ohne Bild.

    Die Bilder (den vorletzten kenn ich nicht, falls da wer einen Tipp für mich hat):


    Viele Grüße

    Andreas


    Hat eigentlich schon wer an Lacktrichterlinge gedacht? 😉

    Aber Spaß beiseite: der schuppige Hut ist im Prinzip ein Gattungsmerkmal von Laccaria, bloß dass das Merkmal hier besonders ausgeprägt ist.

    Viele Grüße

    Andreas

    Servus beinand,


    passend zur Jahreszeit hab ich gestern diese dick mit Kakao bestäubten Rumkugeln am Stamm einer Salweide entdeckt.

    Was hab ich da wirklich gefunden?

    Schöne Weihnachten euch allen, und danke für eure Einschätzungen


    Andreas

    Servus,


    ich glaube bei deinen beiden Funden nicht an Chaga. Für mich sind beides Holzwucherungen. Beim ersten passt das Bild mit dem Bruchstück für mich nicht zum Chaga, der zweite ist für mich auch keiner. Auf beiden wächst Moos, was für eine Wucherung spricht. Aber du kannst es vor Ort leicht prüfen. Chaga ist zwar auch fest, aber niemals holzfaserig, sondern bröckelig.


    Viele Grüße

    Andreas

    Danke Frank,

    ich hab mich mittlerweile bisserl eingelesen und werd sie demnächst nochmal besuchen. Da werd ich dann auch was zum mikroskopieren mitnehmen.

    Viele Grüße

    Andreas