So und jetzt kommt ein ganzer Haufen Phlegmacien, bei denen es ein völlig verrücktes Jahr war.
Fangen wir im Laubwald an:
1. Häufigstes Phlegmacium hier war dieses Jahr Calonarius sodagnitus

2. Ebenfalls überraschend regelmäßig anzutreffen war Calonarius catharinae

3. Soll im Laubwald ja teils häufig sein, bei mir eher selten; Phlegmacium anserinum mit bitterer Huthaut.

4. Nur an wärmebegünstigten Stellen gibts Calonarius rufo-olivaceus


5. Ebenfalls wohl recht wärmeliebend ist Calonarius insignibulbus mit der blutroten KOH Reaktion nur am Basismyzel

6. Auch in Kalklaubwald zuhause ist Calonarius saporatus

7. Und in der Nähe teils Phlegmacium magicum

8. Die namensgebende Art der Calochroi, bei Buche und ohne KOH Reaktion, mit goldgelbem Velum Calonarius calochrous

9. Im gleichen Habitat zuhause mit Grüntönen und kräftig durchfärbtem Fleisch Calonarius citrinus

10. Nicht ganz so viel Kalk brauchend, ein bitter Bruder von Phlegmacium glaucopus ist Phlegmacium olidoamarum

11. Und dann wieder auf Kalk mit herrlichen Blautönen Phlegmacium eucaeruleum

Die letzten Fotos sind von letztem Jahr, die Arten kamen zwar dieses Jahr auch, ließen sich aber nicht so schön fotografieren. Im Nadelwald war noch mehr los, vor allem ab Mitte Oktober knallte es da richtig.
12. Hier bei mir im Kalknadelwald das häufigste Phlegmacium ist Phlegmacium varium bei Fichte, ein toller Pilz

13. Auch sehr regelmäßig gibt es Calonarius odorifer mit seinem tollen Anisgeruch

14. In sehr großen Gruppen auftretend mit kleinen Sporen und ohne KOH Reaktion ist Phlegmacium glaucopus

15. a) Nach ihm benannt ist dieser Pilz, der auf der Roten Liste immerhin mit Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) geführt wird. Dieses Jahr bei mir regelrecht häufig anzutreffen, mit kräftigem Rettichgeruch und violettem Velum war Calonarius pseudoglaucopus

15 b) Wenn dieser Pilz mit sehr viel gelb aber ansonsten sehr ähnlichen Merkmalen auch zu pseudoglaucopus gehört, war er sogar noch häufiger. Hier geht ein Exemplar zum Sequenzieren

15 c) Und eventuell gehören diese Monster mit Violett überhauchtem Stiel und riesigen Sporen bis über 15 um auch dazu, auch hier geht ein Exemplar an Pablo

16. Wieder deutlich leichter zu Bestimmen (zumindest im Aggregat) mit Mehlgeruch ist Phlegmacium dionysae agg.

Bei Tanne mit den Hutfarben wohl Phlegmacium olivaceodionysae
17. Auch bei Tanne, ein schöner Calochroi mit relativ großen Sporen, Calonarius haasii

18. In direkter Begleitung eines leider schon älteren Tannenbegleiters, Calonarius atrovirens
19. Ebenfalls direkt dabei, mit wenig violettem Stiel, KOH negativ und mit kleineren Sporen, Calonarius cf. piceae

20. Und nochmal direkt daneben, KOH positiv mit weißen Velumpacken auf dem Hut, Calonarius metarius


21. Ziemlich vergraben daherkommend, der letzte Calochroi, Calonarius corrosus

22. Zu den Fulvi gehört dieser herrliche Tannenbegleiter, Calonarius dibaphus

23. Ebenfalls dorthin gehört diese tolle Art mit jung violettgrauem Velum auf dem Hut und goldgelbem, augenblicklich mit KOH reagierendem am Hutrand, Calonarius aureopulverulentus

24. Und um Calonarius abzuschließen (die haben sich bei mir irgendwie zu einer meiner Lieblingsgattungen gemausert) paradoxerweise nicht zu den Fulvi gehörend, trotz des Namens, Calonarius aureofulvus.

25. An weiteren tollen Phlegmacien gab es in großen Gruppen den toll gefärbten Phlegmacium fulminoides

26. Und vielleicht auch seinen Bruder (geht zum Sequenzieren) Phlegmacium cf. subrugulosum der in Deutschland noch kaum kartiert ist

27. Mein Lieblingsphlegmacium, bei alten Weißtannen erscheint oft spät im Jahr mit herrlichen Farben Phlegmacium terpsichores


28. Und ein etwas blasser blaues Phlegmacium, Phlegmacium caesiocanescens ist trotzdem auch noch schön.

29. Zum Abschluss gab es noch zwei die ich etwas schwierig fand, riecht auch tatsächlich nach Bananenschale; Phlegmacium nanceiense.

30. Und einen nahen Verwandten. Hübsch gefärbt und in der Hand noch angenehm fruchtig riechend.

Am nächsten Tag stank nicht nur der Raum, in dem die Pilze lagen sondern sogar mein Auto, in dem sie nur 30 Minuten transportiert wurden katastrophal muffig, staubartig. Der stinkende Schleimkopf, Phlegmacium mussivum. Interessanterweise war der Geruch an den Fruchtkörpern selbst kaum wahrzunehmen.
31. Und den hatte ich noch vergessen, leider nicht sicher bestimmt, Phlegmacium cf. fraudulosum

An dieser Stelle auch nochmal ein dickes Dankeschön an Cortinarius und Mykollege_Günter fürs Helfen, ich lasse euch dann auch wissen, was beim Sequenzieren rauskam.
Viele Grüße