Beiträge von kruenta

    Hallo Rainer,


    das sieht aus, als würde der auf (morschem) Holz wachsen. Das und die Wuchsform, nebst der dunkleren Polkappe, spricht schon für Birnenstäublinge. Die Farbe würde ich hier nicht so wichtig nehmen, der kann schon variabel sein (oft viel variabler, als die gängigen Schlüssel nahelegen) - wobei ich so gelbe Birnenstäublinge noch nicht gesehen habe. Da könnte vielleicht eine Rolle spielen, auf welchem Holz die wachsen, wo eventuell fertige Pigmente übernommen werden können. Zudem ist das gelbe Stadium wohl auch nur von kurzer Dauer.


    Bovista colorata ist eine amerikanische Art, von der auch gar keine Funde aus Deutschland bekannt zu sein scheinen https://www.pilze-deutschland.…orata-peck-kreisel-1964-1


    LG, Bernd

    N'abend,


    neben den pilzkorbtragenden Pezizas stand auch noch ein winziger Lamellenpilz mit markanter Blaufärbung unten am Stiel.


    Da er heute immer noch dastand, habe ich ihn mitgenommen. Hutdurchmesser ca. 3 mm, Höhe etwa 25 mm

    Auflicht

    stiel unten

    weiter oben

    Stielbekleidung größer

    Lamelle, ziemlich unübersichtlich, aber es waren mycenatypische Sporen zu sehen und die Schneide voller gefingerter Cheilozystiden

    Wasser, Lamellenschneide

    HDS, dicke Gelschicht (ich hatte nicht versucht, ob man die HDS abziehen kann, aber den Mikrobilder nach gehe ich davon aus, dass das gehen würde mit hinreichend filigranem Werkzeug)

    Sporen 5,5-8*3,5-4,5 µm, neigen zur Verclusterung

    KR, HDS Gel

    Schneide mit Cheilozystiden, die ich nicht serariert gekriegt habe

    am ehesten noch hier

    Damit komme ich mit dem norwegischen Schlüssel zu Mycena cyanorhiza, wenn ich großzügig übersehe, dass der auf Holz wachsen soll. Ich aber angenommen hatte, dass der auf sandigem Boden steht. Allerdings unter einer weit ausladenden einzelnen Kiefer auf der Weide, so dass der Boden dort garantiert mit Nadeln, Zapfen, Zweigen, Rindenstücken versehen ist. mycena.no schreibt "On bark and decayed coniferous wood (typically Pinus), often on small bark fragments deep in grass).


    Nicht geprüft habe ich ob sich die Lamellenschneide abheben lässt. Und auch nicht, ob sich die Trama in Melzers weinrot verfärbt.


    Da die Mikrodaten leidlich passen und der markante Blaufuß nicht allzuviele Alternativen lässt, gehe ich davon aus, dass das so hinhaut.

    Der deutlich größere Kollege M. amicta aus der Sektion wurde im Forum erst kürzlich gezeigt

    Blauender Helmling und etwas zurückliegend Geschmückter Helmling- Mycena amicta


    LG, Bernd

    Hallo Nils, das sieht sehr gut aus. Die anderen beiden violetten Arten (Clavaria zollingeri und Clavulina amethystina) sind ja schon größer und nicht so sehr auf Magerwiesen fixiert. wobei ich die beiden letztgenannten noch nicht selbst gefunden habe.


    LG, Bernd

    N'abend,


    das Präparat hatte ich gestern beiseitegelegt zur Nachnutzung. Sieht heute so aus, 460 µm über alles, mit ausgeprägteren Konturen

    und geflecktem Fell


    Die Becher vor Ort sehen so aus, da ist reichlich Zeug oben drauf - aber um festzustellen, ob das Pilztierchen dabei ist, genügt das Makro nicht


    Bei Gelegenheit schieb ich noch mal einen unters Mikro.


    LG, Bernd

    Hallo Thorben, hallo allerseits,


    ja, die kleinen Murmeln haben eine Ornamentierung, mit feinen Warzen, ähnlich wie bei manchen Schleimpilzen oder Stäublingen. Die sind etwa 5 µm groß

    im Auflicht (hier 25er) war auch bei den großen Murmeln eine Struktur zu sehen, die im Präparat in keinem Medium zu sehen war


    und hier noch das Gesamtbild des (vermuteten) Tierchens mit den Champignons im Fell, das ist etwa 400 µm lang


    LG, Bernd

    Hallo, also dass dies nicht zu dem Becher dazugehört, hatte ich schon angenommen. Aber tierische Identität hatte ich nicht in Erwägung gezogen. Interessant.


    Ich habe meine Bilder noch mal durchgesehen, das hier könnte dann sowas wie ein Kopf sein


    Den Beleg habe ich noch. Ist aber schon sehr eingeschrumpelt. Aber ob man damit noch was anfangen kann bei der Sandmenge. Aber ich werde mir morgen sicher die restlichen Exemplare vor Ort anschauen und Bilder machen.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    bei diesem Fund gibt es ein paar lustige Mikrobilder. Nämlich sowas, der hatte einen Pilzkorb dabei - da bekommt man doch eine völlig neue Idee davon, was mikroskopische Pilze sind :D Deren "Hutdurchmesser" liegt bei etwa 15-20 µm


    Ein brauner, relativ dicker Becher, etwa 5 mm im Durchmesser und ebenso hoch, auf Sand mit weißlichen Krümeln obendrauf. Alle Exemplare hatten diese Krümel. Vor Ort hatte ich keinen Fotoapparat dabei also nur ein Kunstlichtfoto.

    Schnitt im Auflicht

    hier sind über dem Hymenium Kullern verschiedener Größe zu sehen

    Wasser, ziemlich große Asci ~300*16-20, Sporen glatt, ohne Tropfen, 13-18*7-9 µm, wobei es noch keine freien Sporen gab, und die Abmessungen sich noch ändern können. Paraphysen ohne deutliche Aufweitung

    hier die fraglichen größeren Kullern


    Melzers, man beachte links oben den dunklen Pilzkorb

    die Ascuswand nahe der Spitze sieht amyloid aus, und zudem sind ein paar der kleineren Kullern zu sehen


    BWB, hier scheint mir die Sache so zu liegen, dass die großen, gestielten Kullern Konidienbeutel sind und die kleinen warzigen Kullern die zugehörigen Konidien aus den geplatzten Beuteln (oder so - vielleicht kann thorben96 das kommentieren?)


    Der Pilz dürfte zu Peziza gehören, da noch unreif wohl vorerst ohne Aussicht auf Bestimmbarkeit. Was das für Pilze im Pilzkorb sind - absolute keine Ahnung.


    LG, Bernd

    N'abend allerseits,


    viel gibt's bei mir auf der Wiese ja nicht mehr.


    Aber zum Beispiel diesen beige-hellbraunen Ellerling mit extra weit herablaufenden Lamellen.

    Als einigermaßen umfassenden Schlüssel habe ich nur das PDF (HYGROPHORACEEN-SCHLÜSSEL von Marcel Bon 1990 Roh-Übersetzung: P. Dobbitsch), der war wohl mal im Forum verlinkt. Und die lokale Literatur, aber da gibt es kaum Arten.

    Die 2-Sporigkeit habe ich erst später sicher gesehen, zu welchem Zweck ich eine Lamelle im Durchlicht angeschaut habe

    Aber auch so, sieht man keine Basidie mit mehr als 2 Hörnern

    die Basidien sind teils recht lang, bis 50 µm

    Sporen 8-11*5-7 µm

    Das hielt ich für eine Schnalle, die einzige, die zu finden war. Bin mir nun aber nicht sicher, ob das nicht auch nur eine Verzweigung ist, die dann unter dem Fokus und der anderen Basdiole bleibt


    Die HDS ist eine Ixocutis, im Durchlicht

    KR


    Damit komme ich so richtig nirgendswohin, abgesehen von Cuphophyllus cereopallidus f. bisporiger, die im genannten Schlüssel eher als Fußnote erwähnt wird, mit der Bemerkung an anderer Stelle, dass die 2-sporigen keine Schnallen haben.


    Zu dieser Form gibt es nun nicht viel Vergleichsmaterial, aber der französische Fund hier https://www.smnf.fr/wp-content…ygrocybe_cereopallida.htm passt vom Bildmaterial und den genannten Mikrodaten.


    Danke für's Anschauen,


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    neulich hatte ich ja schon eine Clavaria gezeigt, die leicht stachlige Sporen hatte und evtl. Cl. stellifera in Betracht gezogen.


    Wesentlich deutlicher sind die stacheligen Sporen bei einer neuen Kollektion zu sehen. Diese am Rande der Wiese, wo schon fast Schilf und Sumpfständelwurz wachsen, mit Torf im Boden, aber schon höher, ohne stehende Nässe. Winzige Dinger, max. 25 mm hoch, eher weiß, ohne Rosa.

    Auflicht und Unterlicht

    nur Unterlicht

    oberflächennahes Trame im fertilen Teil

    Basidie mit unreifen Sporen

    Sporen groß 8-10 (13)*5,5-7 (9) µm, variabel, Stacheln bis über 3 µm, meistens aber so um 1,5 µm, Stacheln auch einzeln in der Brühe schwimmend; Basidien/Basidiolen gibt es in variabler Länge, oft unten gegabelt

    Basidiole mit dicker Wand "Sklerobasidiole" und deutlicher Aufgabelung

    gibt's auch als Basidie

    Stiel ohne Schnallen


    LG, Bernd

    N'abend,


    völlig überraschend habe ich auf der Wiese zwischen Sandreitgras einen orangen Becher gefunden. Da Aleuria aurantia immer noch auf meiner Liste steht, dachte ich mir so, das könnte er sein - wenn auch vom Biotop her unerwartet. Nur passen die Mikrodaten dazu nicht, auch nicht zu der als Verwechslungsart genannten Melastiza chateri (miniata).


    Leider nur ein Einzelstück, was aber hier wohl kein Problem darstellt, 15 mm im Durchmesser, trichterförmig.


    Rand (klar) und Unterseite (leicht bräunlich) sind fein behaart

    "Haare"


    Asci operculat, J-, 200-220*10-12 µm, 8-sporig

    Ascusdeckel

    Paraphysen 3-4 µm dick, Ende auf 5-6 µm keulig verdickt, septiert

    Paraphysen verfärben sich in BWB nicht

    Sporen 14-17*8-10 µm, glatt ohne Tropfen/Blasen, in Wasser mit partieller Gelhülle, die war in Melzers nicht zu sehen, aber in BWB

    Außenschicht


    Ich habe versucht mit dem holländischen Asco Schlüssel zu schlüsseln und bin bis 58a "Tricharina (inkl. Pseudoaleuria)" gekommen. Was ganz passabel ausschaut. Die beiden Tricharina Arten, die in der hiesigen Literartur genannt werden, sollten kleiner sein und Brandstellen bevorzugen.


    Vielleicht hat ja jemand weiterführende Ideen oder kann zumindest meine Schlüsselei bestätigen oder verwerfen? Felli , Ingo W ...



    Danke für's Anschauen und Gruß,

    Bernd

    N'abend,


    1) Badhamia cf. melanospora

    die erste Art stammt von der noch vorhandenen Rinde eines Fichtenstumpfs. Einzelne, gestielte und hängende Fruchtkörper.

    Das Capillitum ist ziemlich filigran

    in Wasser

    Sporen 7-8 µm + Fragmente der Hülle

    Hier komme ich zu B. cf. melanospora


    2) Badhamia cf. macrocarpa

    an toten, noch berindeten Zweigen von Apfel - im Gestrüpp. Ungestielt und gedrängt

    schon auf dem Makrofoto sehr gut zu erkennendes weißes Capillitum und große dunkle Sporen

    Auflicht

    leere Hülle in Wasser

    Sporen 12-13 µm, feinwarzig

    Mit so großen Sporen lande ich im Schlüssel bei B. macrocarpa


    Über Bestätigung oder Korrektur meiner Bestimmungsversuche würde ich mich freuen.

    Danke für's Anschauen,


    LG, Bernd

    Vielen Dank, Werner. Das passt sehr gut. Was ich noch nicht erwähnt hatte, war die sofortige Dunkelfärbung mit KOH 3%, sowohl Hut als auch Stiel, die auch dazu passt.


    LG, Bernd

    In dem Formenkreis in dem wir uns hier bewegen, ist Geschmack kein bestimmungsrelevantes Merkmal

    dazu muss man aber erst mal in diesen Formenkreis kommen. Normalerweise bin ich ja kein großer Freund von Geschmackstests (nicht wegen potenzieller Gefahren, sondern weil es meist schwer ist, Geruch und Geschmack zu beschreiben), aber in Vorbereitung dieses Posts habe ich mir aktuelle Threads zu Cortinarii durchgelesen und dort hieß es von berufener Seite "Nr. 6 mach mal eine Geschmacksprobe ob der bitter oder eventuell deutlich mehlig schmeckt" [RE: Wieder mal völlig ahnungslos bei den Phlegmacien], was mich zu der Annahme kommen ließ, dass der Geschmack bei den Cortinarien eben doch relevant ist.


    LG, Bernd

    OK danke. Wenn ich die alkoholisierte Stelle mit Papier bestreiche, wird das Papier orange. Das macht das Papier aber auch, wenn ich stattdessen nur Wasser dazugebe.


    LG, Bernd

    Hallo Andy, Prost, was soll denn bei Alkohol passieren? Außer dass es nass wird. Auf dem Hut sehe ich zumindest keine Verfärbung.Ich nehme mal an 50% Kumpeltod reichen für evtl. alkoholische Reaktionen.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    ich habe auch mal einen Cortinarius mitgenommen und mir näher angeschaut. Bei Kiefer und Fichte. Den orangen

    Der Geruch ist unauffällig. Geschmack etwas bitter und mit leichter Rettichnote.

    Mein erster Versuch einen Cortinarius zu mikroskopieren.

    Auflicht: irgendwelche Cluster seitlich an den Lamellen (nur Sporen?), an den Zwischenlamellen ist 4-Sporigkeit zu sehen

    HDS

    Stiel

    in Wasser, Sporen sind ziemlich klein, etwa 6-7*4 µm, mehr oder weniger glatt. Gehört die Wolke von Kleinteilen rechts oben dazu, evtl. Sterigmenreste?

    Lamellentrama


    Danke für's Anschauen,


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    an der schon mehrfach gezeigten und erwähnten dicken und teils lädierten Eiche auf einer Insel im Moor wächst ein Büschel weißer mycenaartiger Pilze, teils mit braunen Zentralbereichen in der Kappe. Hüte um 4 cm. Die Stiele ziemlich weit versenkt im morschen Holz, bis 10 cm lang und 3 mm dick, recht fest, elastisch, hohl.

    Schon im Durchlicht sind zu Mycena passende Sporen zu sehen und komische haarige Cheilozystiden

    viersporig

    Lamelle in KR, Sporen 7-10*5,5-7,5 µm

    hier die Cheilozystiden in dicker Packung

    erneuter Versuch, nunmehr ist erkennbar, dass die Cheilozystiden eigenlich mollig sind, aber mit vielen Fingern besetzt sind

    Stiel


    Geschlüsselt nach mycena.no komme ich unkompliziert zu 24→25→37 und dann geht es nicht weiter, weil nur Boden und Nadelholz zur Auswahl steht. Da ab 37 nur noch 3 Arten kommen, habe ich mir die alle angeschaut. Bei M. laevigata wird erwähnt, dass eine ähnliche Art 1988 auf Laubholz als M. laevigatoides beschrieben wurde. Dazu finde ich aber nichts - kein Wunder bei der Verbreitung

    Verbreitung Mycena laevigatoides Maas Geest. 1988

    Vielleicht hat ja jemand die Originalbeschreibung, ob dort so komische Cheilozystiden genannt/gezeigt werden? Nach indexfungorum wäre das diese hier:Mycena laevigatoides Maas Geest., Proc. K. Ned. Akad. Wet., Ser. C, Biol. Med. Sci. 91 (2): 132 (1988)


    Vielleicht Bibliothekar ?

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    hier muss ich eine Korrektur einbringen, denn nach mikroskopischer Untersuchung der Kollektion aus dem allerersten Bild zeigt sich, dass diese knallorangen Keulen nicht zu den in Bild 2 und 3 gezeigten gehören.

    Zunächst makroskopisch die Entwicklung

    25.9.

    26.9.

    28.9.

    30.9.

    Das Belegexemplar (nicht mit auf den obigen Bildern) stellte sich gar als verzweigt (oder zusammengewachsen) heraus

    Mikrobilder, Trama ohne Schnallen, Basidien am Ansatz teils verzweigt

    4-sporig. Die Sporen sind nicht so schlank wie die der anderen Exemplare, teilweise (~20%) eingeschnürt, teilweise (~10%) auf der Apikulusseite erkennbar breiter

    Sporen 5,5-7,5*3,5-5 µm

    Clavaria scheint schon zu passen, ansonsten gehen mir aber mittlerweile die Arbeitsnamen aus - und eine Clavaria contrictospora scheint es ja nicht zu geben


    LG, Bernd

    N'abend,


    zur Abwechslung hab ich in dieser Rubrik mal was. Das Substrat mag Feldmaus sein. Auf den Fotos sieht es ja fast aus, als möchten das mal Piloboli werden, dafür allerdings etwas untypisch die uneinheitliche Ausrichtung nicht nach oben.

    Unterm Mikroskop, bin leider nicht gleich dazugekommen, war der glasig-farbige Kontrast der linken Exemplar nicht mehr zu sehen. Und die filzigen Stiele passen nicht zu Pilobolus.

    In Wasser jede Mengen Konidien und irgendwelche riesigen Sporen bis 30*15 µm - Ascobolus? - deren Herkunft ich aber nicht finden konnte.

    Also keine Ahnung, was es ist.


    LG, Bernd

    Hallo Wolfgang, wenn ich das richtig verstehe, gibt es zu subg. Pouzarella keine aktuelle Übersicht und man muss hoffen, dass irgendwann FE 5C / 5D erscheinen?


    LG, Bernd