Beiträge von kruenta

    Hallo allerseits,


    eine Calicium habe ich noch vom Moor. Hochmoor, Kiefernstubben finalmorsch, weit unten. Breite schwarze Nadel auf körnigem, dreckig grünen Lager.

    Vor Ort


    Auflicht, da wären zunächst die ganz kleinen/jungen Exemplare


    bei den größeren Exemplaren ist der Rand vom Kelch vielfach ganz schmal weißlich bereift

    dicke Exemplare oft nur noch 2x so hoch wie breit. allgemein recht kurzstielig und stämmig

    Quetschpräparate waren schwer anzufertigen, jedenfalls vom ganzen Stück.

    Hier ein Schnipsel eines mittleren Exemplars in Wasser, sehr dicke transparente Gelierschicht um Stiel und Kelch

    nach etlichem Schubbeln dann noch ungemusterte Sporen

    Asci nur sehr vereinzelt, relativ kurz, zylindrisch, soweit zu sehen uniseriat


    dann etwas vom Mazaedium eines dicken Exemplars und Algen in BWB

    2 Arten von Algen: große kugelige verclustert und kleinere bohnenförmige

    reife Sporen warzig bis schollig gemustert, oft am Septum zerbrechend; 10-12*7-8 µm


    ganz kleine Exemplare mit Lager in KR, hier ist der Stiel gebrochen und man sieht den Querschnitt des Stiels. Bereits bei den ganz kleinen Exemplaren ist die transparente Außenschicht sehr dick

    Hier nur dieser Querschnitt in max. Vergrößerung

    nochmal die Algen in groß

    und ein mittleres Exemplar in Melzers, eine Farbreaktion sehe ich nicht

    das hat nun spitz auslaufende Sporen, noch in Packform frisch aus dem Ascus? Sollte aber trotzdem die selbe Art sein


    Nach den verschiedenen Schlüsseln komme ich entweder zu C. lenticulare oder nirgendwohin. Auch untypische glaucellum kann man nie ausschließen.


    Der relativ neue (2021) irisch-britische Schlüssel für Calicium (hier als pdf zugänglich https://britishlichensociety.org.uk/identification/lgbi3) hat sehr früh im Schlüssel die J-Reaktion

    Zitat

    Stalk and exciple in squash I+ dark blue to black ................................................................... lenticulare

    Stalk and exciple in squash I± reddish blue ............................................................................................ 3

    und spricht gegen lenticulare und würde zu abietinum führen ...


    Nach Wirth et al. komme ich zu C. montanum, wobei meine Nadeln mit bis zu 0,7 mm so niedrig dann nicht sind.


    Der litauische Schlüssel fängt mit dem Lager an zu schlüsseln und dann kommt man im 2. Schritt zu lenticulare. Was natürlich das Problem der fehlenden J-Reaktion nicht beseitigt.


    Wobei ich nirgends gefunden habe, ob die J-Reaktion bleibend ist (scheint davon auch keine Fotos zu geben) oder nur kurz. Im letzteren Fall hatte ich bei Melzers keine Reaktion aber bei Apotheken-Jod eine agnz kurze Farbreaktion, die eher pupur oder violett war. Sodass ich C. lenticulare erstmal noch nicht ausschließe.


    LG, Bernd

    Moin, beim letzten Guck ins Moor hatte ich auch mal wieder Calicium trabinellum, mittlerweile zum 4. Mal. Die anderen Funde, im Gegensatz zu dem oben gezeigten, alle an toter Kiefer im Moor-(Rand)-Wald. Und ohne episubstratisches Lager und damit weitaus besser zu den diversen Schlüsseln passend. Immer vermischt mit C. glaucellum. Die Gelbfärbung ist mit bloßem Auge eigentlich nicht zu sehen und von der Größe und Form her gibt es auch keinen Unterschied zu glaucellum.

    Stiel und Kelch mit dünner Geltineschicht außen

    Asci (überwiegend) schlank, zylindrisch

    Sporen


    LG, Bernd

    Moin,


    Chaenotheca gracilenta (und gracillima) stehen schon ein Weilchen auf der Wunschliste. Heute habe ich Ch. gracilenta gefunden. Unten an einer älteren Fichte, zwischen den Wurzeln, an morscher Rinde.

    Hier, in der kleinen Nische, wo das Gläschen steht

    wären nicht die leicht helleren Köpfchen, würde man sie übersehen (was sicher auch sehr oft passiert)

    Stiele sehr dünn, oft über 3 mm hoch


    Auflicht (LED, farblich möglicherweise etwas anders wirkend)

    jüngere Exemplare eher gelblich bereift - das fand ich in der Literatur nirgends erwähnt

    ganz junge noch gelber

    Das Lager sieht aus wie Bienenstich, unüblich

    Mikroskopisch ist nicht viel zu sehen. Die Sporen sind jedenfalls rund, nahezu pigmentfrei, klein 2 ... 3,5 µm


    LG, Bernd

    Hallo, makroskopisch sieht das aus wie Bjerkandera adusta - der darf, wenigstens im frühen Stadium, auch gern rein resupinat sein. Ob das mikroskopisch passt - den hatte ich noch nie unterm Glas.


    LG, Bernd

    N'abend,


    war heute mal im Kalkflachmoor schauen, was die Orchideen so machen. Erwartungsgemäß - der Frühling war kalt und trocken - auch die Orchideen spät dran. Gerade mal eine schon blühende D. cruenta gefunden.

    Von D. ochroleuca sieht man noch nicht mal die Blätter.

    Das Fettkraut, Pinguicula vulgaris, fängt an zu blühen.

    Fieberklee, Menyanthes trifoliata, immer wieder fotogen.

    Karlszepter mit ersten Knospen, die ist nicht verspätet.

    Einen Trieb von Dactylorhiza baltica (nach Eccarius nur eine ssp. zu d. majalis) habe ich dann doch noch gefunden und daran oranges Puccinia-Zeugs.

    Sporen riesig, so ab 15 bis zu 30 µm lang, feinwarzig

    Das sollte auf dem Substrat Melampsora repentis sein.


    LG, Bernd

    Moin,


    gestern habe ich die Art erneut gefunden und kann den Beitrag nun mit Mikrobildern etwas abrunden.


    Am Rand eines Moores auf Trichaptum biforme an einem stehenden Moorbirkenstamm.

    Reichlicher Besatz auf mehreren Hüten.

    die Köpfchen höher als breit, nahezu zylindrisch - eine gute Unterscheidung zu Chaenotrichia cilians, die auf (den anderen) Trichaptum wächst


    Stiel sehr aufgeräumt, nur unten (hier links) aus unregelmäßig geformten Teilen bestehend

    Sporen 8-12*3-4 µm

    Einzelne Asci habe ich bisher nicht isoliert gekriegt, lang und schmal


    LG, Bernd

    N'abend,


    letzte Woche bin ich über einen Rotrandigen gestolpert, der deutlich größer war, als alles was ich davon bisher gesehen habe. Hatte leider kein Lineal dabai, aber 2 Spannen + 1 Handbreit macht etwa 60 cm, auf jeden Fall mindestens 55 cm. An einer frisch umgefallenen Fichte, ehemals dicht am Boden, gerade erst dabei sich beim Weiterwachstum geotropisch neu auszurichten.

    Die Treppe im Vordergrund ist am Rest vom Stubben. Der Bruch ist stumpf ohne jede Aufsplitterung.


    LG, Bernd

    Hallo Sabine,


    kennst du Fälle, in denen der Besitzer/Bauer einer Fläche, auf der seltene Arten gefunden wurden, entsprechend gewürdigt wurde und ggf. sogar besser gestellt wurde (die Wiese ist ja nun "wertvoller" mit der tollen Art) - ist sie das auch für den Besitzer? [wenn ich beim zu-schnell-Fahren erwischt werde, muss ich Strafe bezahlen, werde also ökonomisch schlechter gestellt - wenn schützenswerte Arten auf meiner Wiese entdeckt und den Behörden verraten werden, werde ich ökonomisch schlechter gestellt - das ist eine andere Formulierung für "Strafe"] Solange diese Kausalität nicht überwunden wird, nicht nur im Einzelfall sondern allgemein im öffentlichen Verständnis, wird man solches prophylaktische Gülle verkippen haben. Es ist halt so, dass der Gesetzgeber sich (fast) nie Gedanken darum macht, welche Ausweichreaktionen eine Verordnung etc. pp. haben wird.


    Man kann auch das Gegenteil erreichen. In Lettland gab es Fälle, dass Wiesenbeseitzer recht gute Naturschutzzahlungen erhielten, wenn bestimmte Arten dort nachgewiesen wurde. Was unter anderem dazu führte, dass einige Leute diese Arten von bekannten Vorkommen in NSG auf ihre Wiesen verpflanzten. Sicher auch keine gute Lösung.


    Trotzdem ist es doch so, dass man Naturschutz nur gemeinsam betreiben kann, nicht gegen die Landwirte.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    falls das falsch rübergekommen ist, es ging mir überhaupt nicht darum, Wutzi oder irgendwen anders zu kritisieren, weil sie zu spät angefangen hat, sich Sorgen zu machen. Mein Punkt war eher, dass solche Biotope im Allgemeinen gefährdet sind und es ganz sicher weniger werden, weil sie einfach nicht zu der wirtschaftlichen Entwicklung passen. So wie man nunmehr relativ selten Radmacher oder Stellmacher oder Böttcher findet.


    Von Landwirtschaft gehen solche Biotope über zu einer musealen Existenz. Die kostet.


    dass es sich um Gemeindegrund handelt, steht im Beitrag Nr. 3.

    Da auch, aber es steht auch in Beitrag Nr. 1. Aber wie gesagt, diese Wiese war schon früher Thema im Forum.



    Ich weiß nicht, ob du im Naturschutz Erfahrung hast. Ich kenne das Problem, entscheiden zu müssen, ob man etwas publik macht oder unter dem radar belässt. Manchmal ist es besser, abzuwarten. Meldet man erste Ergebnisse, kann es auch passieren, dass sofort die Fläche zerstört wird, um keine Auflagen zu riskieren. Bei Privatgrund ist das meist eher der Fall.

    Im Gegensatz zu den meisten hier, habe ich in der Sache auch Erfahrung aus der Sicht des Landwirts/Eigentümers. In den meisten Fällen ist es ja so, dass, wenn auf einem Grundstück etwas gefunden wird, dies i.A. zu Lasten des Eigentümers geht. Nein, man kommt nicht auf die Idee, den Besitzer/Nutzer zu belohnen, weil er es geschafft hat, diese seltene Art bisher zu erhalten und zu schlussfolgern, dass er bisher alles richtig gemacht hat - und folglich megakompetent hinsichtlich der weiteren Behandlung der Sache ist. Nein, es wird getan, als käme die Art vom Himmel, der Bauer doof und jetzt kommt der Fachmann (oft genug nur bambiökologischer Ornithologe) und erklärt die Welt. Einschränkungen, Auflagen, Ignoranz, Kosten, Wertverlust von Grundstücken - Entschädigungen bestenfalls symbolischer Natur. Am einschneidensten ist wohl der mangelnde Respekt und die Gängelung. Das wird als Bestrafung empfunden, offensichtlich dafür, dass man es nicht geschafft hat, alle zu schützenden Arten rechtzeitig zu beseitigen.


    Christoph, wie oft hast du dich bisher mit dem Besitzer/Nutzer beraten, bevor du eine Entscheidung getroffen hast, ob "publik oder unter dem Radar"? Das dürfte bei 0 liegen.


    LG, Bernd

    Hallo Christoph,


    welche Annahme, bitte schön, habe ich denn geäußert, die deiner Meinung nach falsch ist?


    Dass es Gemeindeland ist, hat Wutzi erst in diesem Thread offengelegt (ist ja nicht so, dass diese Wiese nicht schon öfter Thema im Forum gewesen wäre) - wobei im Thread kurioserweise von "Privatgrundstück" die Rede ist. Der Umstand, dass es Gemeindeland ist, hat aber erstmal mit der Verwendung als Wald, Parkplatz oder landwirtschaftlicher Fläche nichts zu tun. Alle diese Arten von Land können Eigentum einer Gemeinde sein. Dass es eine Wiese war, deutet aber schon darauf hin, dass diese Fläche landwirtschaftlich genutzt wurde, oder wenigstens landwirtschaftsimitierend. Da eine Gemeinde von sich aus nicht landwirtschaftlich agiert, wird sie eine Wiese entweder zur Pacht vergeben oder als öffentliches Grünland "Rasen" pflegen, zu welchem Zweck auch immer. Dass Gemeinden in Deutschland zumeist bei knapper Kasse sind, ist wohl eine Randbedingung, deren Kenntnis man als allgemein bekannt voraussetzen kann. Aber auch das habe ich nicht als Annahme geäußert.


    Eher steht hier die Annahme im Raum - nicht von mir - dass dieser Wiese ja schon nichts passieren wird, weil sie so toll ist und allerhand EU- und nationales und Landesrecht sie "schützen". Die sich als nicht sonderlich gut begründet herausgestellt hat. Wie ja auch selbst eingeräumt wird

    Zitat

    Also nahm ich an, dass die Fläche gesichert ist.

    Ein Trugschluss.

    Keiner der MdB oder MdEP wird mit Sense anrücken.


    Wutzi, ich lese den Thread von Anfang an mit. Auch da ist mir nicht klar, wo du einen Rundschlag siehst, oder was mir in der Schilderung entgangen wäre, was meiner Sicht entgegenstünde.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    also ein Kernpunkt der ganzen Sache ist schon so wie beim Botschafter - aktiv zu werden bevor die Kacke am Dampfen ist. Jeder weiß, dass kleinteilige Landwirtschaft sich nicht rentiert und mit mehr oder weniger aktiver Mithilfe der Politik in Berlin und Brüssel verdrängt wird. Womit das Schicksal einer Saftlingswiese am seidenen Faden hängt, im günstigten Fall gehört die einem traditionellen Landwirt, der sogar einen Erben für seinen Hof hat. Ähnlich günstig wäre Eigentum oder langfristige Pacht durch einen Naturschutz- oder Heimatverein. In allen anderen Fällen ist es eine Frage der Zeit, bis das Ding zugebaut, verbuscht oder umgepflügt ist. Gesetze und NSG-Status und EU-Richtlinien schützen keine Natur, sie können höchstens versuchen, Menschen dazu zu beauflagen.

    Man hätte auch hier viel früher aktiv werden müssen. Zunächst herausfinden, wem das gehört und von wem das genutzt wird. Selber kaufen, pachten, einen Verein dazu gewinnen, eben dies zu tun.


    LG, Bernd

    Hallo Felli,


    die Nr. 2 ist Ch. ferrugineum, die ja mit variablem Lager, von ganz weiß bis knall orange daherkommen kann. Woran diese Färbung liegt, bzw. warum diese Farbstoffe nur optional sind, ist mir nicht klar. Es scheint sich aber die Tendenz zu zeigen, dass die Nadeln auf oranger Unterlage eher kurz und gedrungen sind, während die auf weißer Unterlage eher schlanker und höher werden.


    bei der Nr. 3 komme ich auch zu trichialis, wobei ich da vermute, dass trichialis früher oder später als Aggregat aufgedröselt wird. Solche Nadeln auf mehligem gelben Lager, die sonst eher wie xyloxena aussehen (die hätte kein sichtbares Lager und sollte eher nicht auf Borke wachsen) hatte ich auch schon. Schau mal nach, ob du strichococcus Algen (eher langgestereckte Zellen) findest.


    LG, Bernd

    das sieht ungefähr so aus, da hat man dann nur knallgelbe FK und kaum Lager - sodass man erst mal überlegt, was das denn nun für eine Art sein könnte. Die gelbe Stecknadel, die du in Bild 7 hast, ist schon ein jüngeres Exemplar, aber ein Spätkommer im Altersheim - wie auch immer man das politisch korrekt formuliert :D


    LG, Bernd

    Hallo Martin, ja, das Lager passt sehr gut. Meistens findet man, wenn man den Umkreis absucht, auch richtig knallgelbe, jüngere Nadeln, oft ganz oder fast ohne Lager. Am Rande, da wo die Art expandiert. Ihr habt hier nur die mittelalterlichen bis alten erwischt. Bei den alten hat man dann nur noch die Stiele, teils mit Kelch, komplett ohne gelbe Farbe, und das Lager ist düster grau-braun.


    LG, Bernd

    N'abend,


    von einer toten, überwiegend entrindeten Eiche stammt eine kleine schwarze Nadel, anscheinend auf +/- grauem Lager, wo ich vor Ort keine Idee hatte.

    Unter Auflicht dann klar, dass das eine Calicium sein sollte, bis 0,5 mm hoch. Verhältnis Höhe zu Breite >5

    Wasser, die Sporen sind wie für Calicium erwartet, septiert, pigmentiert, eingeschnürt, warzig, die reifen 10-14*5-7 µm. Asci alle zylindrisch, uniseriat, 40-45*4,5-5 µm.

    Algen

    Stiel, anscheinend ohne Vorzugsrichtung

    In Melzers J-, Sporen im Ascus verfärben sich innen leicht

    in Melzers tauchten dann solche Einkaufsnetze auf - könnte das von der Melzers-Lösung stammen?

    Nach diversen Schlüsseln komme ich zu Calicium abietinum, die ganz gut passt (C. corynellum fliegt raus, weil nur auf Stein).


    LG, Bernd

    Hallo Martin,


    italic schreibt zu Ch. pusiola "Ascospores 1-septate, pale brown, ellipsoid, 5.5-7 x 2-2.5 µm, with a poorly pigmented, thin septum and a smooth wall.",

    Ähnlich Wirth et al. "Septum schwach pigmentiert"

    Tibell/Titov 1993 "Spores 1-septate, ellipsoidal, pale brown, 5.4-6.5 x 2.2-2.7, smooth. Septum thin and with less contrast than the wall." - gerade diese beiden Autoren haben wohl die meisten Nadeln in der Hand gehabt. Titov hat, auf Russisch, ein Buch zu Chaenothecopsis verfasst.


    Ca. 4 µm dicke Sporen waren nicht selten, also kein Ausreißer einer fehlentwickelten Einzelspore - solche berücksichtige ich normalerweise gar nicht, oder nur in Klammern als Extremwert. Bei der Sporendicke ist der Schwerpunkt schon irgendwo dazwischen, aber selbst bei 3 µm liegt das über den Werten der oben genannten Autoren. Für eine saubere Statistik müsste man etliche Exemplare verschiedenes Alters vermessen - zunächst erst mal um zu prüfen, ob die in sich kosistent sind. Dann hat man Werte für eine Population. Ich messe ja Sporen grundsätzlich nicht genauer als auf 0,5 µm. Und selbst das ist am Rand der Auflösung. Man kriegt das nicht genauer, selbst wenn man hunderte Sporen vermisst - weil "Fehlerfortpflanzung". Unanhängig davon, dass man nun rein mathematisch einen Durchschnitt berechnen (lassen) kann, mit vielen Stellen hinter dem Komma.


    LG, Bernd

    N'abend,


    eine habe ich noch. Wieder vom Hof, von der Saunatür, die aus diesem Jahrtausend stammt und eigentlich nicht zu den typischen Substraten gehört - mit Ausnahme der sehr schnellen Pionierart Mycocalicium subtile. Sehr klein, bis 0,3 mm hoch, mit bloßem Auge kaum zu sehen, wären da nicht diese Büschel. Das Brett ist Kiefer und ziemlich harzig (deswegen farbecht erhalten im Vergleich zu Fichte rechts und links davon), weswegen ich beim Schlüsseln auch die Arten auf Harz, harzigem Holz einbezogen haben - nur haben die fast alle unseptierte Sporen. Es könnte, wie auch auf dem Haus Ch. debilis sein, nur eben mit abweichender, krass verzweigter Wuchsform.

    Makrofotos vor Ort, es gibt auch einzelne ganz normale Nadeln mit nur einem Kopf, aber eben auch sehr viele solche Büschel

    Auflicht

    Wasser

    Stiel

    Asci, uniseriat, Sporen teils schräg angeordnet, 40-50*4 µm

    teils mit erkennbarem Kanal in der Ascusspitze

    Sporen überwiegend septiert, meist ziemlich deutlich, daneben aber auch kürzere unseptierte, 5,5-8*2-3 µm


    Auch der kriegt erst mal keinen Namen außer "11", wobei debilis schon in Frage kommt.


    LG, Bernd

    Hallo Martin, danke für deinen Vorschlag.


    KOH Farbreaktion hatte ich nicht geprüft, da ich da bisher eh nie was gesehen habe (abgesehen von der Rotfärbung bei Chaenotheca ferruginea) und mit KOH die Asci zerlegt werden. Habe ich aber jetzt mit einem schlanken Exemplar nachgeholt und erwartungsgemäß nichts. Da die Reaktion nur "kurzfristig" sein soll, die Nadel unterm Mikroskop zugegeben - also kaum länger als 10 Sekunden bis zum Anschauen.

    Ch. pusiola käme schon in Frage, aber die relativ breiten, bis 4 µm dicken Sporen passen nicht so recht dazu und eigentlich auch nicht zu allen anderen Arten, zu denen ich Literatur gefunden habe. Und die Septen sind zu stark ausgeprägt. Wobei da ja einen ganze Menge neuer Arten beschrieben wurden.


    Der Gartenschlauch ist auch wieder dabei. Die Stränge mancher Trichia Schleimis sehen schon ähnlich aus, aber die sind eher in der Größenordnung <10 µm dick, was heir eher nicht zutrifft.

    zudem sind hier Trentepohlia zu sehen

    Während in der Literatur immer wieder betont wird, dass die Hyphen im Stiel innen anders sind als außen, sehe ich immer nur, dass sie unten anders sind als oben

    unten am/im substrat

    mittig

    oben ins Excipulum übergehend, hier mit Pigemtkörnern (?)

    und zum Vergleich und als Nachweis, dass das KOH funktioniert - die sofortige Rotfärbung des reinrostigen Lagers von extrem kurzstieligen Chaenotheca ferruginea


    LG, Bernd

    Hallo Martin,


    die hätte ich auf Verdacht auch mitgenommen :D


    Ich habe mal versucht zu schlüsseln und bin unter anderem über Candelariella vitellina gestolpert, die eigentlich gelbe Apothecien hat, aber anscheinend auch ähnlich aussehen kann wie deine

    https://italic.units.it/flora/images/species/images/CandelariellavitellinaHoffmMllArg1677955098.jpg

    wobei die Sporen eher nicht passen. Einfach bei Candellaria angefangen, käme evtl. mit runden Sporen Candelariella boleana in Frage.


    LG, Bernd

    N'abend,


    von dem alten Gutsspeicher in Blockbauweise habe ich noch eine Chaenothecopsis, zu der mir nichts einfällt. Mit bis zu 0,6 mm Höheziemlich niedrig, aber stämmig, Kopffdurchmesser bis 0,4 mm, Stiel unten bis 0,17 mm.

    in jung mit relativ hellem Stiel, in älter mit sehr dickem Stiel, besonders unten.

    dickes Exemplar in Wasser

    der Stiel eines dickeren Exemplars sah ungewohnt aus, ist das vielleicht das, was mitunter als sklerotisiert bezeichnet wird?

    wie auf dem Makrofoto zu sehen ist, wachsen die in Algenpolster bzw. das Algenpolster auf denen - die Reihenfolge ist mir nicht klar. Die Sporen sind deutlich septiert, teils eingeschnürt, bräunlich,

    5-8*2,5-4 µm

    ein schlankes Exemplar in KR

    mit Gartenschlauch, Durchmesser ca. 50 µm - hat jemand eine Idee, was das ist?

    Hier sind die Stielhyphen erwartungsgemäß - die in der Literatur immer wieder genannte Unterscheidung der Hyphen innen und außen vom Stiel sehe ich auch hier nicht

    Asci schwierig zu separieren, 35-45*3,5-5 µm

    hier ist gut die Ascusspitze mit Kanal zu sehen


    Dazu passt nichts in der vorhandenen Literatur, bleibt also ohne Arbeitsname als Nr. 10.


    LG, Bernd

    N'abend,


    Chaenotheca phaeocephala habe ich mittlerweile schon häufig gefunden. Vereinzelt an alten Eichen. Meistens aber an älteren Holzbauwerken, wo sie flächendeckend als Massenart auftritt. Ältere Bestände haben meistens keine gelben Nadeln mehr, da sind nur noch die alten Reststiele zu finden, oft noch mit Sporenresten. Ob bei denen die Algen pilzunterdrückemd allein weiterwachsen oder ob die ganz und gar aufhören zu wachsen, da bin ich mir noch nicht sicher, jedenfalls wirken solche Bereiche ziemlich düster und das Lager ist stark ausgeprägt, bisher habe ich keine Ahnung wie das in der Entwicklung da weitergeht - andere Arten in Folge? Während man andererseits Stellen findet, wo es knallgelbe Nadeln gibt, aber kaum/kein Lager. Auch von der habe ich heute ein Cluster mit mehrköpfigen gefunden.

    vor Ort

    Auflicht


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    Ch. brunneola hatte ich mittlerweile mehrfach und habe aufgehört die zu mikroskopieren. Wenn das Substrat richtig schön finalmorsches Holz ist, das sich von der Dichte anfühlt wie Balsa, es kein Lager gibt und die Stiele und Köpfe braun sind und keinerlei helle Bereifung haben, dann ist es brunneola.

    Was mir die Tage aber erstmalig untergekommen ist, sind mehrköpfige Ch. brunneola und das gleich im Cluster. Substrat ist eine alte Kiefer, die länger tot in der Landschaft stand und seit einiger Zeit liegt. Als "Kulturdenkmal" - die trägt eine Miniaturkapelle - ob als Wegkreuz, als Gedenken an vormaligen Hof oder an hier umgekommene Personen weiß ich leider nicht - wird die von den Forstleuten liegen gelassen.

    Vermutlich können alle Stecknadeln hin und wieder auch mehrere Köpfe ausbilden. Auffällig ist, dass die das in Clustern machen - ökologisch oder genetisch bedingt?

    LG, Bernd