Beiträge von kruenta
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Oj, gerade aus Tartu hatte ich eine Anfrage bezüglich der Zusendung der Entoloma araneosum mit Hypomyces-Befall ([nicht: Hypomyces cf. porphyreus] auf Entoloma araneosum, sondern Mycogone perniciosa [=H. perniciosum]). Ich habe keine Empfangsbestätigung erhalten und auf spätere Rückfrage, ob die Sendung denn angekommen sei, erhielt ich auch keine Antwort mehr. Das hat mit Wissenschaft nicht mehr so viel zu tun, dass ist eine elementare Frage von Kultur und Höflichkeit. Wie lange dauert eine E-Mail an eine bekannte Adresse "Ihre Sendung ist angekommen, Danke. VG" ... 20 Sekunden?
Das Biotop ist das gleiche wie heute bei der Inocybe beschrieben, bis 1992 oder 1993 war das Acker.
LG, Bernd
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N'abend,
hat sich hier schon mal wer mit der Mathematik, die der Sequenzierung, also eigentlich der nachfolgenden Erstellung der Claden zugrundeliegt, beschäftigt? Eventuell Publikationen für den Einstieg? Annahmen, die dabei verwendet werden? Nach meinem Verständnis geht das ziemlich geradeaus, eine andere Base ist genau eine Veränderung, zwei andere Basen sind genau zwei Veränderungen, und je mehr Veränderung desto weniger verwandt ... wird die Möglichkeit berücksichtigt, dass eine Veränderung nicht eine einzelne Base, sondern eine Gruppe betreffen kann, ein Drehen einer Gruppe, das Verschwinden einer Base usw. usf. Gibt es irgendwelche Daten, was genau die jeweilige Base ändert? Offensichtlich, Nein. Aber gibt es immerhin Ideen, wofür der entsprecehnde Abschnitt zuständig ist und wass die Änderung bewirken könnte? Gibt es irgendwelche Bezüge zum klassischen Artkonzept?
LG, Bernd
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Hallo Rainer, ich meine, dass die oben gezeigten Exemplare 3 und 4 den fortgeschrittenen Zustand schon ganz gut zeigen. Mit Freiräumen, Spiegel und Lampe könnte man den Stiel vielleicht ansehen. Ich finde aber das Beobachten des ungestörten Wachstums interessanter. Kartieren in dem Sinne gibt es hier nicht. Klar kann man den Pilz bei iNaturalist eintragen, dazu muss man sich aber anmelden und ein kluges Telefon benutzen. Ich verwende aber nur dumme Telefone außer zum Fotografieren am Mikroskop. Ich hatte etliche Aufsammlungen an das Herbarium BILAS gegeben. Für die letzten drei Kollektionen habe ich aber weder die Inventarnummer des Herbars zu den jeweiligen Belegen noch eventuelle Bestätigungen, Korrekturen oder Bestimmungen erhalten. Wenn das eine Einbahnstraße ist - dann ist die Einbahnstraße zum Kompost oder zurück zu Wald und Wiese genausogut. Alternativ wäre natürlich eine Publikation möglich "first record of XY in the Baltics", aber dafür habe ich schon zig Arten die Erstfunde für's Baltikum oder wenigstens für Litauen sind, auf Halde. Man fragt sich im Übrigen, ob das Veröffentlichen einer Beobachtung auf dem Forum oder in Facebook nicht schon eine Publikation ist (Publizieren und Veröffentlcihen sind ja weitgehend Synonyme, nur aus anderen Sprachen stammend). Mehr schreibt man in einen Artikel auch nicht und das "Peer review" (eine Sache, die es erst seit den 1960/1970er Jahren gibt und die nicht essentiell zur wissenschftlichen Methode gehört) wird nicht dafür sorgen, dass der "Peer" sich an die genannten Koordinaten begibt und nachgräbt, ob vor Ort tatsächlich das entsprechende Myzel vorhanden ist. In wissenschaftlichen Arbeiten steht genauso viel Müll wie auf Facebook, nur etwas stilistischer formuliert. Meistens. Neulich begegnete mir eine Formulierung "A 5% KOH solution was used to dehydrate the material for microscopy of dried specimens." wo offensichlich die Autorin erhebliche Probleme hatte mit dem Verständnis der Bedeutung des Wortes dehydrieren, weder die rEdaktion des Blattes, noch die sprachliche Redaktion des Blattes noch die beiden anonymen "Peers" stolperten über diesen schon für den Alltagsverstand erkennbaren Unsinn. Und nein, das war kein Typo, der litauische Text ist noch unsinniger in der Entstellung dieses Begriffs.
Aktuell habe ich die Belege noch, falls es Interesse gibt, wäre eine Zusendung möglich. Irgendwann wird aber der Platz auf dem Schreibtisch knapp. Spätestens, wen ich nicht mehr weiß was was ist, fliegt es weg.
LG, Bernd
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N'abend, also hier war der Sommer deutlich zu nass und auch etwas unterkühlt. Es gab insgesamt 4 Tage, wo das Thermometer knapp oberhalb von 30°C war. Das Ernten ein Graus. Viele Landwirte, selbst solche die eigene Mähdrescher und Trockenanlagen haben - haben noch erhebliche Schläge ungedroschen. Ich hab' mein Zeug so leidlich unter Dach und Fach gebracht als es letzte Woche mal 3 Tage in Folge nicht regnete! Ähnliches hörte ich aus Nordnorwegen - der nässeste Sommer seit 40 Jahren.
Durch die ausgebeulten Strömungsmuster, wo DE & Co. Saharaluft gekriegt habe, wurde die ganze Nässe in die Nachbarschaft gedrängt. Die Wassermenge ist im Allgemeinen eine Erhaltungsgröße - es ist nicht weg, sondern nur woanders.
Pilzmäßig ist hier Herbst, überall voll mit vielen vielen Arten. Pfifferlinge ein Rekordjahr. Heute gab es auch eine volle Mahlzeit mit Steinpilzen.
LG, Bernd
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N'abend allerseits,
heute habe ich mal wieder eine Inocybe mitgenommen, auf der Weide. Auch das war vor 35 Jahren Acker. Seit einigen Jahren 2 Mal im Jahr für ein paar Tage von den Schafen beweidet und vielleicht alle 2 Jahre auch gemäht (zum Freihalten, Mahdgut bleibt da).
Das Pilzlein hat 2,5 cm Hutdurchmesser, gelbbraun. Unbehangen. Stiel weiß, hohl, faserig. Vor Ort (zum späteren Fototermin) stehen mindestens 3 Arten (vmtl.) Inocybe, die alle möglicherweise nicht zu diesem Exemplar gehören und die ich hier deswegen nicht zeige.
Durchlicht: Lamellenschneide mit vielen beschopfen Zystiden
4-sporig und hier bereits erkennbar, dass die Sporen Höcker haben
Lamelle
Cheilozystiden, etwa 50-60*15-18 µm, dickwandig
Pleurozystiden ebenso, vielleicht etwas kleiner 50-55*12-15, dickwandig
kurzer Stiel
Sporen 7-8-10 * 5,5-6-6,5 µm
HDS
Stielbekleidung, Auflicht
KOH 3%
teilweise auch dicker und unbeschopft
ähnlich groß wie die Kollegen im Hut, ~50*15 µm
Mit den Sporenmaßen und den beschopfen Zystiden sogar am Stiel scheint mir Inocybe occulta ein ganz guter Kandidat.
Danke für's Anschauen und ggf. Hinweise.
LG, Bernd
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N'abend, bin ein paar Tage nicht zu Pilzen gekommen. Nun endlich die weiteren Bilder. Und natürlich Danke für die Vorschläge und Hinweise.
Mittig in der Lamelle habe ich eine Pleurozystide gefunden - 56*28 µm
Zystidenbüschel unten am Stiel, die Pigmente [sofern dies Pigmente sind?] sehen für mich so aus, als wären die außerhalb, zwischen den einzelnen Zellen
Auffällig sind die kurzen Septierungen, wobei die Endzellen bis zu 65 µm lang und bis zu 18 µm breit sind
Sporen am Stiel kommen denen aus einem Abwurf ziemlich nahe, die wirken hier etwas anders, wohl reifer, durch Tropfen/Blase im Inneren im Gegesatz zu den gekrisselten Sporen aus der Lamelle. Hier komme ich auf 6-7,5*5-6,5 µm
LG, Bernd
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Hallo Axel, hallo Karl,
vielen Dank. Den Thread von Schupfi mit der ähnlichen Art aus dem Auwald habe ich mir angeschaut, auch die dort verlinkte Literatur mit der Aufspaltung, Neubeschreibung des podispileus Aggregats. Neben der HDS sind dort auch die Sporen allesamt kleiner beschrieben. Zunächst hatte ich mir aber beim Hias die Mikros angeschaut, und da fand ich die wolkige Pigmentierung in der HDS gänzlich anders. Heute abend reiche ich noch Bilder vom Stiel nach.
LG, Bernd
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N'abend, dieses kleine Waldstück in der Nachbarschaft, von dem nur noch ein halber Hektar älterer Wald übrig ist, ist ziemlich ergiebig.
Die Asterophora leuchten nicht mehr vom Weiten, die muss man jetzt suchen
Semmelstoppeln
Pfefferröhrling
Ohrlöffelstacheling in jung, an Fichtenholz, wobei man unter dem Fichtenholz eine alte Schuppe eines Kieferzapfens erahnen kann
bläulicher Korkstacheling an gleicher wie im letzten Jahr
die rötlichen sind mittlerweile noch zahlreicher
das oben bereits gezeigte Exemplar von Inonotus triqueter - die dunkle Färbung ist vor allem der Nässe geschuldet. Möglichweise auch etwas der Alterung.
Hut vom Marzipanschneckling (agg.) mit komischen Löchern (nicht madig), es herbstet ...
Und zum Abschluss der Stachelei noch Habichtspilze
LG, Bernd
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N'abend allerseits,
der im ersten Bild, dem Luftbild gezeigte Hexenring ist mittlerweile weitergewachsen und blüht seit ein paar Tagen reichlich. Der Abstand zwischen den beiden Kiefern mittig ist 27 m. Der Maßstab ist nicht genau gleich, aber die Bäume sind immer noch an den gleichen Stellen.
Übermäßig große Exemplare sind bisher nicht zu sehen, nur so knapp 30 cm
Und das ist ein neuer Hexenring, der im vorigen Jahr mit einem Pilz gestartet war
Der Ring im Obstgarten ist schon in zweiter Lesung, wobei im ersten Durchgang, vor 'nem guten Monat, nur die schattigen Stellen unter den Apfelbäumen Pilze hatten.
LG, Bernd
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Hallo allerseits,
von einem schon morschen Fichtenstubben stammt dieser mittelgroße (bis 4 cm Schirmdurchmesser) Dachpilz mit brauner, mittig samtig-flockigem Hut.
Fotos von vorgestern, ausnahmsweise trocken
Heute habe ich einen eingesammelt für das scharfe Glas. Aufgrund des vielen Regens natürlich durchgeweicht.
Lamellenschneide, Durchlicht
überwiegend 4-sporig
KR
Cheilozystiden bis mindestens 80 µm lang
Sporen 6,5-8*5-6,5 µm
HDS
Stiel Auflicht, weiter oben
unten, die braunen Büschel könnten makroskopisch als Punkte durchgehen
dem heimischen Schlüssel zufolge komme ich zu Pl. ephebeus oder, alternativ, zu Pl. umbrosus, der aber braune Lamellenschneiden haben soll - sofern obligatorisch, wäre der raus. Und es gibt sicher noch Arten, die in meinem Schlüssel nicht enthalten sind. Kennt jemand die vielleicht?
Danke für's Anschauen und ggf. für Hinweise.
LG, Bernd
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Hallo, sehr schick der Aprikosenporling, noch nie gesehen.
Beim Raten zu Nr. 17 werfe ich mal die Warzenpilze in die Runde, Thelephora terrestris in jung vielleicht?
LG, Bernd
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Vielen Dank, Raphael, die passt ausgezeichnet.
LG, Bernd
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Hallo, vor Ort habe ich noch 2 weitere Exemplare der Art gefunden, auch die jeweils einzeln, knapp im Meterabstand voneinander.
Nr. 4, umgeknickt, aber sonst noch ganz leidlich aussehend
Nr. 5, anscheinend ziemlich jung, flach aufgeschirmt - der durfte stehen bleiben
Nr. 3, der glockenförmige von gestern ist weiter geschrumpelt
Nr. 3 und 4
Unterm Mikroskop passt Nr. 3 vorzüglich zu dem gestern mikroskopierten Exemplar Nr. 2
etwas überraschend gab es bei diesem älteren Exemplar auch noch viele Basidien mit Sporen in allen Entwicklungsstadien. Zunächst sind die Sporen noch kugelig.
am besten ist der Ansatz der Basidiole hier zu sehen. Wenn das als Schnalle gezählt wird ... sowas gibt es öfters.
Wenn es keine Cyanula ist, was kommt dann in Frage?
LG, Bernd
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Hallo Matthias, in diesem Fall muss ich den wohl auch noch einsammeln. Würde gleiche Sporenform, die ja relativ exotisch ist, ausreichen, um die Identität (im Rahmen einer vernünftigen Plausibilität) nachzuweisen?
LG, Bernd
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N'abend, im Moor ist mittlerweile einiges dazugekommen.
lila Cortinarius bei Fichte, Kiefer und Birke, kämen also mittlerweile mind. 2 Arten in Frage - immer wieder schick anzusehen
kräftiger roter Cortinarius in jung, vielleicht ja nur ein besonders stämmiges Exemplar von sanguineum/semisanguineum
ein kleiner brauner, hell gerandeter Cortinarius
Amanita porphyrus
Bonsai im Hochmoor
ein Reinbestand an Rosmarinheide, sogar ohne ersichtlichten Pilzbefall
inmitten der vielen Besenheide gab es auch einen weißblühenden Strauch
L. holopus
Ein großer Milchling im Torfmoos
Eine Dame der sibirischen Winterlibelle
Dieses Stämmchen hatte neben 4 Arten an Stecknadelflechten auch einen schwarzen Schleimi, vermutlich Enerthenema papillatum, wobei ich nicht gefunden habe, wie man die anderen Arten der Gattung sicher ausschließen kann
Sumpfheidelbeeren / Rauschbeeren sind auch noch da
LG, Bernd
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N'abend,
auf der Weide am Waldrand fand ich heute eine Entoloma, ein jüngeres Exemplar und 2 ältere, von denen ich annehme, dass die dazugehören. Sonst steht da nur E. undatum - derzeit massig vorhanden, aber bevorzugt an vegetationsärmeren Stellen.
Hut grau, leicht genabelt, 10-15 mm, seidig matt. Lamellen weiß, Zwischenlamellen, angewachsen, leicht buchtig. Stiel blau glänzend, dünn, voll, innen weiß.
etwas älter und mit weniger farbenfrohem Stiel
Auflicht, Stiel
weiß bereifter unterer Teil
Durchlicht, Lamelle, Cheilozystiden scheinen zu fehlen; meist 4-sporig, schon hier auffällig rund
Lamelle in KR
Sporen 8,5-11*4,5-5 µm, Q ~2
Bei der Beurteilung der Basidien bin ich mir nicht sicher, eindeutige Schnallen habe ich nicht gefunden. Wohl ohne Schnallen. Basidien ca. 26-
30*9-11 µm
HDS trichoderm, Pigment intrazellulär, äußere Hyphen bis 15 µm dick
Das sollte eine Kaulozystide sein?
Mehr an Daten habe ich nicht. Ich gehe davon aus, dass der zu subg. Cyanula gehört.
Danke für's Anschauen und ggf. für weiterführende HInweise.
LG, Bernd
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Hallo Matthias, hallo Ingo,
der Cortinarius ist wieder im Wald, aber so dick waren die Sporen nicht. Vom Erscheinungsbild ja, sieht der schon ähnlich, aber das machen wohl viele Cortianrien. Ich hatte hier weder den Plan, noch die Erwartung, dass der zu bestimmen geht. Sah halt schick aus, es gibt (gab) wenig Pilze im Forum und ich hatte bisher kaum Cortinarien unterm Glas ...
Ja, Omphalina umbellifera, oder wie auch immer der gerade heißt. Habe ich ja schon öfters gezeigt, da der im Moor auch schon im Frühling zu sehen ist.
LG, Bernd
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Hallo Rainer, dein Schmetterling gehört zu den Pyralidae, wobei ein wasseranwohnender Feuerfalter gewöhnungsbedürftig ist. Elophila nympheata.
Unter Übergangsmoor versteht man in der Moorkunde normalerweise ein Moor, das dabei ist, vom Niedermoor zum Hochmoor zu werden und daher nur noch wenig Kontakt zum Grundwasser hat. Bei dem was du zeigst, würde ich vermuten, dass es ein Moor ist, das nach Trockenlegung renaturiert und sich erst noch überlegen muss, was es mal werden möchte.
Schicke Koralle.
LG, Bernd
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Hallo Uwe, in der Tat, Cortinarius acutus sieht sehr gut aus. Und mir ist der Name schon mal untergekommen im Forum (einen hab ich noch, kleiner gelber spitzer Hut) damals ohne Beleg und ohne Mikroskop. Gleicher Moorkomplex, aber ganz anderes Biotop. Und viel filigraner.
An Bäumen gab es dort nur Kiefer, aber damit sollte C. acutus auch zufrieden sein.
Vielen Dank und beste Grüße,
Bernd
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N'abend,
derzeit bin ich immer mal kurz im Moor, um ein paar Moosbeeren zu ernten. Das Moor ist schon in Herbststimmung mit der Besenheide und voller Blüte und den Moltebeerenblättern in Herbstverfärbung.
die Schlenken mit weißem Schnabelried bieten einen schicken Kontrast zu den Bulten mit Heidekraut
Moosbeeren
Cortinarius mit zimtigen Lamellen, sehr häufige Art. Ebenso die hier nicht gezeigte Art mit knallroten Lamellen
auf rohem Torf immer mal wieder zu sehen
Vom Elch
der große Orange ist Cheilymenia stercorea, die anderen habe ich nicht angeschaut
Cladonien
von einer Feuerstelle von Anglern am See, ein Becher mit - je nach Beleuchtung auch pinkem oder violetten Ton. Die Sporen sind glatt
13-15*9-10 µm, mit in KOH 3% teils erkennbaren Blasen/Tropfen. Das passt zu Peziza violacea (der auch noch eine Menge anderer Namne hat)
die üblichen Exobasidien sind natürlich anzutreffen, die Art, die auf Chamaedaphne calyculata wohnt, scheint hier aber zu fehlen, wahrscheinlich ist das Vorkommen am Rand der Verbreitung zu sehr isoliert.
Suillus variegatus ist in diesem Jahr spät dran, das ist normalerweis eine Massenart im Moorwald, teils mit riesigen Schlappen um die 15 cm.
ein Cortinarius bei Kiefer, könnte zum Agg. C. anomalus gehören
wobei die Sporen mit ~8*5 µm vielleicht etwas zu schlank sind
und dann habe ich noch einen gefunden, auf den ich mir keinen Reim machen kann, sah eigentlich aus wie ein Risspilz, die Sporen aber eher wie ein Cortinarius. Ist nur ein Einzelexemplar und auch schon etwas älter. Zeig ich trotzdem
fast kein Fleisch unterm Hut, Stiel hohl und faserig
auch hier sind die Sporen so 7-9*5 µm mit sehr feinem Relief
der Hut verfärbt sich mit KOH 3% nach grau, als dunkelgrau bleibend.
LG, Bernd
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N'abend miteinander,
da diese Pilzlein erstaunlich langlebig sind - nicht nur der Bestand an sich, sondern tatsächlich die konkreten Pilze, habe ich gestern doch noch 2 ältere Exemplare eingesteckt und zum Absporen ausgelegt. Wider Erwarten mit gutem Ergebnis. Zunächst die Fotos von vor Ort, wenn man sich auf die entsprechend aussehenden Exemplare beschränkt, dann könnte die Beschreibung mit den radial gespaltenen Hüten von muscigena sogar zutreffen.
von unten, das Exemplar aus Bild 1, hat einen 12 mm langen Stiel
Und die Sporen, (3,5)...4,5-5...(6) µm lang und damit schon zu carpatica passend. Die Ausreißer mit 6 µm länge sind sehr selten, hier auf dem Bild ist die große Spore rechts oben 5,5 µm lang. Wie auch schon im Präparat neigen die Sporen dazu, sich zusammenzuclustern. Mit diesen Sporen aus dem Abwurf sollte nun die Bestimmung (nach aktuellem Stand) einwandfrei sein.
LG, Bernd
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Hallo Raphael,
noch eine Probe von der Lamelle in KOH3:
in Sachen Sporen habe ich hier die oberen 20 Stück ausgezählt, die einzelnen Sporen manuell gemessen, auf den halben µ genau notiert
wenig überraschend sind die Abmessungen 9,7*7,9 [10*8], nämlich 8,5-9,7-11,5*6,5-7,9-9, Q ~1,29
Cheilozystiden habe ich 3 gefunden - 80*23 µm
72*29 µm
65*21 µm
das könnten Pleurozystiden sein
beide
keine Ahnung
und der Befall ist auch sicher
LG, Bernd
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Hallo Raphael, danke. OK, dann muss ich die Sporen also mit Buckeln messen, ist dann 8*10 µm (+/- 1 µm) :D. Ob man nun 20 Sporen misst und dann mittelt oder die Sporen erst mittelt und dann eine mittlere misst - nimmt sich nicht viel. Der systematische Messfehler aufgrund der Auflösung des optischen Verfahrens und der Unbestimmbarkeit, was an so einem anisotropen Buckelding denn nun zu messen ist, bleibt bestehen (Fehlerfortpflanzung, gegen systematische Fehler hilft die Statistik großer Zahlen leider gar nicht). Hast Du mal probiert 10 Sporen zu messen und dann an anderer Stelle wieder 10 Sporen - wie groß die Abweichung zwischen beiden Messungen ist? Die ganz kleinen nimmt man ja nicht, weil unreif. Da hat man das "Mitteln vor dem Messen" schon mit drin.
Falls es sich bei den Bruchstücken tatsächlich um einen Befall handelt, dann lohnt sich das weitere Vorgehen mit diesem Pilz aber sowieso nicht. Schließlich sind die Lamellenschneiden und dicht dabei alle voll damit und erinnern mich an die gefingerten Cheilos, die es bei einigen Mycena gibt. Aber wenn Inocybe sowas nicht haben darf, dann eben nicht. Ich hatte nochmal weitere Bilder gemacht mit Auflicht und/oder Durchlicht. So richtig mag ich an den Befall nicht glauben. Und es ist jetzt ja nicht so, dass das ein alter Schlappen wäre - der hat noch jede Menge jüngerer Sporen in der Entwicklung und machte insgesamt einen ganz frischen Eindruck - höchstens, dass das Transportglas mit irgendwas befallen war und das in den 2 Stunden vom Einpacken bis zum Mikroskop gewachsen wäre. Aber warum nur an den Lamellen?
Mit Inocybe beschäftige ich mich ja normalerweise sowieso nicht, fliegt dann weg.
LG, Bernd
