Beiträge von kruenta

    N'abend,


    Länger bekannt ist, dass Hygrocybe acutoconica (agg.) bei mir auch im Wald wächst, am Waldrand. Auch Clavulinopsis corniculata ist mir auf einer ehemaligen, sehr kleinen Lichtung untergekommen. Standorttreu, in der dritten Saison in Folge. Die ist momentan auch wieder am Start.

    weiter im Wald auch im dickeren Büschel, hier erstmalig gesehen


    daneben eine Ramariopsis, wie ich sie ähnlich immer mal auf der Wiese gefunden habe, nur hier viel besser zu sehen

    Eventuell - aber eher unwahrscheinlich - ist das ja auch nur eine Ramariopsis gracilis im frühen Stadium, denn die ist unweit auch regelmäßig zu finden, aber normalerweise im Jungwald im Moos.


    Weiterhin ein ziemlich filigraner rotgestielter Saftling, zahlreich und unvermischt. Hut bis max. 2 cm, max. 5 cm hoch, Lamellen weiß, weit herablaufend.

    eine zweisporige Hygrocybe insipidia, passt sehr gut zu der ebenfalls 2-sporigen, die Hias auf seiner webseite zeigt

    Mit dem Saftling zusammen steht noch eine Entoloma, war vorgestern ein junges Einzelexemplar, das ich mitgenommen habe. Heute stehen noch 2 deutlich größere und aufgeschirmte Kollegen da, die dazugehören könnten. Hab ich bisher stehen lassen. Der sieht makroskopisch sehr schick und farbenfreudig aus und bietet auch mikroskopisch einige Finessen



    Die Schneiden sind gesägt braun. Die Endzellen septiert, genau wie am Hut, wobei die intrazelluläre Pigmentierung jeweils im vorvorletzten Segment am stärksten ist

    Sporen 8-9,5-11,5*6,5-7,5-8 µm, Q~1,3

    HDS

    Stielbekleidung ebenfalls mit Büscheln von Kaulozystiden


    LG, Bernd

    Hallo Bläuling, Risspilz passt schon. Viel weiter wird es aber nicht gehen ohne Mikroskopie. Und mit auch nicht unbedingt :D


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    das Moor steht derweil voll mit Pilzen, Flächenfüllend besonders Suillus variegatum und diverse Cortinarien.

    Vereinzelt Suillus flavidus



    Suillus variegatum

    und in jung

    ein großer Milchling mit Wasserflecken am Stiel

    auf den nassen Stellen im Torfmoss fast nur Galerina, die dafür aber ziemlich reichlich

    Der einzige Beleg, die mitdurfte - Entoloma elodes, hier hatte ich eigentlich sphagneti erwartet, aber das Vorhandensein von Cheilozystiden lässt diesen ausscheiden

    in alt

    der hat Halmafiguren als Cheilozystidien - im Präparat sind die allerdings nicht mehr zu sehen.

    immer mal wieder in der Jahreszeit verirrte Andromeda

    ein Rehgeweih, das schon etliche Monate liegt

    und Moosbeeren


    LG, Bernd

    N'abend allerseits,


    auch diese Art gibt es als Kollektion unterschiedlicher Reife

    vor ein paar Tagen hatte ich mal geschaut, da gab es schon Ascisalat, aber noch keine Sporen. Heute immerhin schon einige wenige Sporen.

    die Asci sind 170-250*6 µm, die wenigen freien Sporen ~35-40*5-6 µm


    LG, Bernd

    N'abend,


    seit mindestens 2010 erscheint bei mir an etwa der selben Stelle Hypomyces luteovirens (bei pilze-deutschland als H. virids kartiert), ob jedes Jahr kann ich nicht sicher sagen, aber zumindest nicht jedes Jahr bis zur Vollreife. Soweit ersichtlich an einem roten Täubling. Ob immer nur auf dieser einen Art kann ich auch nicht sagen. Täublingsbestimmung steht bisher nicht auf der Tagesordnung.


    Vor Ort, gestern


    Foto vom Beleg, heute

    wo die Perithezien weiß bedeckt sind, kommen reife Asci rausgeschoben. Das Herausquetschen einzelner Asci, die dann entweder mit bereits vorhandenen zusammenclustern oder, falls einzeln, umfallen, war unter dem Mikroskop gut zu sehen.

    Auflicht

    BWB, die Asci sind so um die 300 µm lang, die Sporen 35-40*5-7 µm. Die reifen wahl noch etwas und vermutlich haben die dann ein Septum


    LG, Bernd

    N'abend,


    (i) die lila Koralle hab ich heute nochmal dokumentiert. An den Stellen, wo sie freigelegt war, war sie vorgestern schon verblasst und heute ist sie dort bis auf Ausnahmen eher blass rotbraun. Noch etwas und niemand käme anhand dieser Farbe auf die Idee, dass das pulchella gewesen sein könnte. Im Gegensatz dazu hat der im Glas getrocknete Beleg seine Blautöne behalten.

    weiter weg neu im Moos gegraben kommen dann noch farbenfrohe Exemplare zu Tage. Die ganze Plantage ist aber nur etwa 15*20 cm groß


    (ii) seit einiger Zeit auf meiner zu-finden-Liste: Entoloma sericellum. Normalerweise sind die weißen Pilze aber Trichterlinge, Mycenas oder Schnecklinge

    Den hier unter vmtl. E. infula hatte ich mir noch gar nicht angesehen. Dass die dunkle Oberseite hier nur aus den Sporen vom Obermieter stammt, ist mir erst auf den Fotos aufgefallen.

    Dann gab es aber diese schicke Kollektion, Hut ca. 20 mm, Stiel 45 mm, nur sehr wenig hohl

    wie man aus der Färbung der Lamellen schon ersehen kann, noch mit ziemlich wenig reifen Sporen

    Durchlicht der Lamellenschneide, diese ist steril im stielnahen Teil, aber voller Basidien weiter außen

    meist 4-sporig

    Sporen 8-9-11*6,5-7*8, Q ~1,3


    vereinzelt sind Schnallen zu sehen

    HDS, werd ich nicht draus schlau

    Stielbekleidung

    halber Stiel im Durchlicht

    Mein Büchlein listet einige potenzielle Verwechslungsartem, die aber allesamt weniger passen. Insgesamt spricht auch gar nichts gegen E. sericellum.


    (iii) eine etwas größere Entoloma mit schwarzen Schneiden. Davon gibt es ja mittlerweile etliche, also nicht mal einen Arbeitstitel. Hut 40 mm, Stiel 50*3 mm, hohl

    Lamellenschneide, überall Sporencluster, kaum noch Basidien mit Sporen

    pigmentierte Cheilozystiden teils sehr lang >100 µm

    Sporen 8,5-9,5-10*6,5-7-7,5, Q ~1,35

    Basidien ziemlich groß und sehr kurz behörnt


    Stielbekleidung

    HDS mit ewig langen Hyphen

    25er, viele pigmentierte Hyphen sind >500 µm


    LG, Bernd

    Hallo Jürgen, na, Hypomyces können eine ganze Menge an Pilzen befallen, da gibt es ja so etliche Arten, zum Beispiel H. papulasporae an Geoglossum & Co. Nein, ich meinte, dass ein normalerweise milchender Pilz ja aufhört zu milchen, wenn er mit Hypomyces befallen ist.


    Und was hat der Lärchenmilchling damit zu tun? Ist das der neudeutsche Name von L. pubescens? Ich hab hier weit und breit keine Lärchen. Die sind hier nämlich nicht heimisch und vereinzelte sibirische Lärchen an Friedhöfen sind ausreichend weit weg.


    LG, Bernd

    Hallo Thomas,


    das kann doch jeder halten, wie er möchte und wie es in seinem Kontext angebracht ist. Eine Führung mit wissenschaftlichen Namen ist wahrscheinlich schwer zu vermitteln. Und dann kommt noch der Dialekt dazu - keine Ahnung inwieweit in deiner Gegend und bei deiner Kundschaft slawische Lehnworte (was Reizker ist) verbreitet sind. Lausnitz ist allerdings auch slawischen Ursprungs, also wohl schon erheblich.


    Birkenreizker (welcher denn nun, L.torminosus oder L.pubescens)

    Na das ist doch ganz einfach, Birkenreizker = L. torminosus agg., wo man nie weiß, ob die nächste Woche wieder in eine Art zusammengefasst oder in 17 neue aufgespalten werden. Da bietet Birkenreizker doch eine erfrischende Stabilität.


    Aber eigentlich wollte ich ja nur Hypomyces lithuanicus zeigen. Bei pilze-deutschland unter H. spadiceus geführt.


    LG, Bernd

    Hallo Juergen, mich interessieren die traditionellen Namen von Pilzen. Und die wissenschaftlichen. Der Quasinormierung zu deutschen "wissenschaftlichen" Namen im Paralleluniversum kann ich nicht viel abgewinnen, Dazu wurden ja schließlich die wissenschaftlichen Namen eingeführt, damit jede Sprache und jeder Dialekt seine Namen ungestört weiter verwenden kann.


    Anlass der Besichtigung der Reizker war, dass wir die selbst nicht verwenden, aber etliche Arten hier sehr geschätzt werden. Sodass ich einer Nachbarin meine Plantagen gezeigt habe. Neben L. deliciuos wurde auch reichlich L. pubescens eingesteckt, wenngleich dieser im Vergleich zur vorgenannten Art als weniger wert angesehen wird. Mir ging es dabei auch um die einheimischen Namen.


    Ich werde den Pilz einfach wieder zurück legen, wo er war. Später im Jahr stehen da dann bestimmt auch welche im sporigen Stadium.


    LG, Bernd

    N'abend allerseits,


    Bin heute, erstmalig, über einen Steinreizker gestolpert. Hab dann in der Broschüre vom Projekt funDive nachgelesen, dass es da mehr Arten gibt, und zwar dass auf den Birkenreizker nicht H. lateritius geht, sondern H. lithuanicus. die Bilder, die gbif zu dieser Art bereitstellt, passen dann auch viel besser zu meinen Fotos.


    Mikroskopisch konnte ich da bisher nicht viel sehen, eigentlich hatte ich diese fetten Sporen erwartet, wie sie bei anderen Hypomyces-Arten vorkommen. Kommt vielleicht noch.


    LG, Bernd

    N'abend,


    dieser Pilz ist auch wieder am Start, bereits im zweiten Durchgang, zahlreich und ohne Beimengungen anderer Entolomas. Die Schafe sind hier im vorigen Jahr und in diesem Jahr drüber und das Terrain macht einen wesentlich freundlicheren Eindruck.


    manche größere Exemplare etwas striat

    das kleinste Exemplar, etwa 4 mm Hut


    LG, Bernd

    N'abend,


    von den gestern von der Wiese gezeigten Pilzlein stach einer beim Öffnen der Probendose deutlich in die Nase. Starker Geruch nach Kokos, so wie ein angebissener Bounty-Schokoriegel. Der Geruch ist immer noch da, aber mittlerweile abgeschwächt, nicht mehr raumfüllend. Mit einer so charakteristischen Eigenschaft ist es vielleicht möglich, den bis auf Artebene festzunageln.

    in situ, vor Ort fiel mir der Geruch nicht auf

    das Bild ist aufgehellt, der Stiel ist mehr türkis als lila, hohl und eingedrückt, im Querschnitt etwa eine 8 bildend

    Schnitt im Durchlicht

    Lamellenschneide steril, stielnah (Foto) weitaus mehr und größere Cheilozystiden als am Rand, diese transparent, farblos

    überwiegend 4-sporig

    Cheilozystiden

    Sporen länglich, teils gewellt, 8-10,5-11,5*6-7-7,5, Q 1,5-1,6

    keinerlei Schnallen


    HDS mitig

    HDS im striaten Teil, meistens schlanke, gleichmäßig dicke Hyphen, nur gelegentlich keulige wie in der Mitte

    ganzer Stiel im Duchlicht, das könnten Kaulozystiden sein.


    LG, Bernd

    N'abend,

    die Identität des angefragten Pilzes scheint ja nun geklärt. Da hier aber trotzdem viel zu S. confluens gesagt wurde, hätte ich dazu noch was anzumerken. Der Pilz ist einjährig und ziemlich lange im Jahr zu sehen, aber eben nicht immer. Eigentlich sollte ich als Nachbar sagen können, wann genau der erschent und wann er nicht mehr zu sehen ist. Muss ich mir mal notieren. Das eine Vorkommen am Hof ist in den paar Jahren etwa einen halben Meter gewandert. Und wie ich heute gesehen habe, zusammen mit den Espen, die ja gerne aus den Wurzeln neue Baumklone wachsen lassen, gibt es ein zweites Cluster 5...6 m weg. Brüchig - naja, geht so, kein Zunderschwamm, aber auch keine rosa Wiesenkeule. Geruch - muffig, aber nicht wie Plastikfix. Nicht allzu stark, also der Geruch, der liegt neben einer nach Kokos duftenden Entoloma und wird von dieser locker überboten. Die Pilze immer mit Zähnen, keine solchen Poren wie im Eingangsthread gezeigt - auch wenn das mittlerweile irrelevant ist.


    Jetzt der spannende Teil. Björn boccaccio hat oben ja Bilder in Kongorot gezeigt, sieht zumindest so aus. Mein Pilzlein ist in KR sofort schwarz geworden und danach gab es nur noch braunen Brei.

    Sechs Sporen pro Basidie habe ich weder sehen noch abbilden können, aber immerhin 5 und die kurzen Basidien - in Melzers.


    LG, Bernd

    Hallo Wolfgang, schon klar. Das war ja hier auch keine Bestimmungsanfrage, ggf. stelle ich den einen oder anderen samt Mikrodaten dann unter Bestimmungshilfe rein. Und bei incana muss ich ja der Aufspaltung nicht folgen, sondern kann incana im klassischen Sinne (s.l.) weiterverwenden, wenigstens noch 20 Jahre ....

    Die Ramariopsis hatte ich schon umterm Glas, aber die Bilder noch nicht eingelesen.


    LG, Bernd

    N'abend,


    gestern war ich mal kurz schauen, was denn die Hauptwiese so macht. Erst mal ohne Fotoapparat, um die Kollegen nicht zu verschrecken - außerdem sind Regenschirm und Fotoapparat gleichzeitig schwer zu händeln.

    Das gab denn diese Kollektion, von denen ich erst wenig angeschaut habe.

    Heute hat es (fast) nicht geregnet und es gab sogar einige Sonnenstunden. Da bin ich mal eine Stunde über die Wiese gerobbt. Da es seit der Mahd ständig geregnet hat, ist das Grummet fast überall sehr hoch und verfilzt. Man muss sich regelrecht durchkämmen, um was zu finden. Hat sich aber gelohnt. Ich fange mal mit dem Highlight an - Ramariopsis pulchella, den ich 2021 gefunden und hier (Wiese VII - Ramariopsis pulchella & Co.) gezeigt hatte (Matthias R hatte den dann mikroskopisch auch noch bestätigt). Seitdem nicht wiedergefunden, ist ja auch ein Fitzelding. Und heute dann eine ganze Plantage an anderer Stelle. Glücklicherweise hatte ich eine Pinzette mit, um den freizulegen. Es war nicht erkennbar, ob oder wo die Plantage endet.

    im Vergleich zum Erstfund sind die heller, aber es ist ja auch einen ganzen Monat früher im Jahr

    Dann ist Clavaria rosea im zweiten Duchgang am Start - gleiche Stelle - mit ziemlich kräftigen Exemplaren. Auf der Tellerkollektion auch zu sehen, weiter unten. Die Basidien/Basidiolen haben keinerlei Schnallen. Sehr brüchig diese Biester

    eine der gelben Keulen

    angrenzend an die Wiese und immer mitgemäht, der ehemalige Nachbarhof auf fetterem Grund und mit viel Schatten, hier eine schon mehrfach gezeigte Keule mit abgesetztem Stiel und stacheligen Sporen. In diesem Jahr auffallend wuchtig. Zwischen Giersch

    Daneben, ebenfalls an bekannter Stelle, die ersten Erdkeulen

    und wie voriges Jahr Entoloma araneosa, gibts auch mit Befall

    Auf der Wiese selbst sind bei weitem nicht überall Entoloma zu sehen, aber wo sie stehen, da sind meist mehre Arten dicht beieinender, bunt vermischt. Und was gehört dann wozu?


    das könnte mougeotii sein, hab ich aber nicht mitgenommen


    Papageien

    hab ich stehen lassen, vielleicht chlorophana mit dem hellen Rand, oder doch nur acutoconica

    Entoloma incana (s. classico)

    keine Ahnung, Einzelstück, gibt auch kein Bild von unten

    stämmige Champignons an gewohnter Stelle, dieses Jahr mit über 25 cm Durchmesser besonders groß


    Dürften so gut 20 CHEG Arten bei einer Begehung gewesen sein


    Danke für's Anschauen,

    LG, Bernd

    Oj, gerade aus Tartu hatte ich eine Anfrage bezüglich der Zusendung der Entoloma araneosum mit Hypomyces-Befall ([nicht: Hypomyces cf. porphyreus] auf Entoloma araneosum, sondern Mycogone perniciosa [=H. perniciosum]). Ich habe keine Empfangsbestätigung erhalten und auf spätere Rückfrage, ob die Sendung denn angekommen sei, erhielt ich auch keine Antwort mehr. Das hat mit Wissenschaft nicht mehr so viel zu tun, dass ist eine elementare Frage von Kultur und Höflichkeit. Wie lange dauert eine E-Mail an eine bekannte Adresse "Ihre Sendung ist angekommen, Danke. VG" ... 20 Sekunden?


    Das Biotop ist das gleiche wie heute bei der Inocybe beschrieben, bis 1992 oder 1993 war das Acker.


    LG, Bernd

    N'abend,


    hat sich hier schon mal wer mit der Mathematik, die der Sequenzierung, also eigentlich der nachfolgenden Erstellung der Claden zugrundeliegt, beschäftigt? Eventuell Publikationen für den Einstieg? Annahmen, die dabei verwendet werden? Nach meinem Verständnis geht das ziemlich geradeaus, eine andere Base ist genau eine Veränderung, zwei andere Basen sind genau zwei Veränderungen, und je mehr Veränderung desto weniger verwandt ... wird die Möglichkeit berücksichtigt, dass eine Veränderung nicht eine einzelne Base, sondern eine Gruppe betreffen kann, ein Drehen einer Gruppe, das Verschwinden einer Base usw. usf. Gibt es irgendwelche Daten, was genau die jeweilige Base ändert? Offensichtlich, Nein. Aber gibt es immerhin Ideen, wofür der entsprecehnde Abschnitt zuständig ist und wass die Änderung bewirken könnte? Gibt es irgendwelche Bezüge zum klassischen Artkonzept?


    LG, Bernd

    Hallo Rainer, ich meine, dass die oben gezeigten Exemplare 3 und 4 den fortgeschrittenen Zustand schon ganz gut zeigen. Mit Freiräumen, Spiegel und Lampe könnte man den Stiel vielleicht ansehen. Ich finde aber das Beobachten des ungestörten Wachstums interessanter. Kartieren in dem Sinne gibt es hier nicht. Klar kann man den Pilz bei iNaturalist eintragen, dazu muss man sich aber anmelden und ein kluges Telefon benutzen. Ich verwende aber nur dumme Telefone außer zum Fotografieren am Mikroskop. Ich hatte etliche Aufsammlungen an das Herbarium BILAS gegeben. Für die letzten drei Kollektionen habe ich aber weder die Inventarnummer des Herbars zu den jeweiligen Belegen noch eventuelle Bestätigungen, Korrekturen oder Bestimmungen erhalten. Wenn das eine Einbahnstraße ist - dann ist die Einbahnstraße zum Kompost oder zurück zu Wald und Wiese genausogut. Alternativ wäre natürlich eine Publikation möglich "first record of XY in the Baltics", aber dafür habe ich schon zig Arten die Erstfunde für's Baltikum oder wenigstens für Litauen sind, auf Halde. Man fragt sich im Übrigen, ob das Veröffentlichen einer Beobachtung auf dem Forum oder in Facebook nicht schon eine Publikation ist (Publizieren und Veröffentlcihen sind ja weitgehend Synonyme, nur aus anderen Sprachen stammend). Mehr schreibt man in einen Artikel auch nicht und das "Peer review" (eine Sache, die es erst seit den 1960/1970er Jahren gibt und die nicht essentiell zur wissenschftlichen Methode gehört) wird nicht dafür sorgen, dass der "Peer" sich an die genannten Koordinaten begibt und nachgräbt, ob vor Ort tatsächlich das entsprechende Myzel vorhanden ist. In wissenschaftlichen Arbeiten steht genauso viel Müll wie auf Facebook, nur etwas stilistischer formuliert. Meistens. Neulich begegnete mir eine Formulierung "A 5% KOH solution was used to dehydrate the material for microscopy of dried specimens." wo offensichlich die Autorin erhebliche Probleme hatte mit dem Verständnis der Bedeutung des Wortes dehydrieren, weder die rEdaktion des Blattes, noch die sprachliche Redaktion des Blattes noch die beiden anonymen "Peers" stolperten über diesen schon für den Alltagsverstand erkennbaren Unsinn. Und nein, das war kein Typo, der litauische Text ist noch unsinniger in der Entstellung dieses Begriffs.


    Aktuell habe ich die Belege noch, falls es Interesse gibt, wäre eine Zusendung möglich. Irgendwann wird aber der Platz auf dem Schreibtisch knapp. Spätestens, wen ich nicht mehr weiß was was ist, fliegt es weg.


    LG, Bernd

    N'abend, also hier war der Sommer deutlich zu nass und auch etwas unterkühlt. Es gab insgesamt 4 Tage, wo das Thermometer knapp oberhalb von 30°C war. Das Ernten ein Graus. Viele Landwirte, selbst solche die eigene Mähdrescher und Trockenanlagen haben - haben noch erhebliche Schläge ungedroschen. Ich hab' mein Zeug so leidlich unter Dach und Fach gebracht als es letzte Woche mal 3 Tage in Folge nicht regnete! Ähnliches hörte ich aus Nordnorwegen - der nässeste Sommer seit 40 Jahren.


    Durch die ausgebeulten Strömungsmuster, wo DE & Co. Saharaluft gekriegt habe, wurde die ganze Nässe in die Nachbarschaft gedrängt. Die Wassermenge ist im Allgemeinen eine Erhaltungsgröße - es ist nicht weg, sondern nur woanders.


    Pilzmäßig ist hier Herbst, überall voll mit vielen vielen Arten. Pfifferlinge ein Rekordjahr. Heute gab es auch eine volle Mahlzeit mit Steinpilzen.


    LG, Bernd

    N'abend allerseits,


    heute habe ich mal wieder eine Inocybe mitgenommen, auf der Weide. Auch das war vor 35 Jahren Acker. Seit einigen Jahren 2 Mal im Jahr für ein paar Tage von den Schafen beweidet und vielleicht alle 2 Jahre auch gemäht (zum Freihalten, Mahdgut bleibt da).

    Das Pilzlein hat 2,5 cm Hutdurchmesser, gelbbraun. Unbehangen. Stiel weiß, hohl, faserig. Vor Ort (zum späteren Fototermin) stehen mindestens 3 Arten (vmtl.) Inocybe, die alle möglicherweise nicht zu diesem Exemplar gehören und die ich hier deswegen nicht zeige.


    Durchlicht: Lamellenschneide mit vielen beschopfen Zystiden

    4-sporig und hier bereits erkennbar, dass die Sporen Höcker haben

    Lamelle

    Cheilozystiden, etwa 50-60*15-18 µm, dickwandig

    Pleurozystiden ebenso, vielleicht etwas kleiner 50-55*12-15, dickwandig

    kurzer Stiel

    Sporen 7-8-10 * 5,5-6-6,5 µm

    HDS

    Stielbekleidung, Auflicht

    KOH 3%

    teilweise auch dicker und unbeschopft

    ähnlich groß wie die Kollegen im Hut, ~50*15 µm


    Mit den Sporenmaßen und den beschopfen Zystiden sogar am Stiel scheint mir Inocybe occulta ein ganz guter Kandidat.


    Danke für's Anschauen und ggf. Hinweise.


    LG, Bernd