Beiträge von Clavaria
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Hallo zusammen
Ja genau, was Andy zeigt, ist Hygrophorus abieticola (Terpentin-Schneckling). In PdS zum Beispiel noch als Hygrophorus pudorinus abgebildet.
Hier die zwei Artikel dazu, einer ist auch auf der Wiki-Seite verlinkt:
https://www.researchgate.net/publication/372882431_Che_cose_l'Hygrophorus_pudorinus_di_Fries_Contributo_alla_conoscenza_delle_Hygrophoraceae_-_V_What_is_Hygrophorus_pudorinus_Fries_Contribution_to_the_knowledge_of_Hygrophoraceae_-_V
Gruss Raphael
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und jetzt rennt... so billig kommt ihr nie mehr an eine Bon!
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Hallo Helmut
Ja die alpine Saison ist halt kurz. Im Frühling nach der Schneeschmelze (Mai/Juni) gibt es etwas, dann Pause. Erst Ende Juli geht es wieder richtig los, auch wenn es früher genug regnet. Anfang/Mitte September ist eigentlich immer Schluss, dann kommt meistens der erste Frost. Dadurch habe ich dann Zeit für andere Habitate

Lg Raphael
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Hallo zusammen
Ich war mit meiner Familie nun eine Woche bei ibex in seiner wunderschönen Heimat.
Die Hitze hatte die Region leider fest im Griff, entsprechend wenig gab es zu finden.
Ein Ausflug in die Wälder war zu warm und ziemlich aussichtslos, also blieb nur die Höhe.
Ab 2500m gab es ein paar kleine Pilze, wobei diese paar Funde mich sechs Stunden Fussmarsch gekostet haben.
1:
Helvella philonotis erkennt man im Feld an der Farbe, an der etwas unregelmässig-lappigen Form, und dem schwach gefurchten, dunkelgrauen Stiel.
Reife Sporen gab es reichlich, aber die helfen hier nicht weiter.
2:
Helvella capucina hat mir grosse Freude gemacht, die habe ich noch nie gefunden.
In der Literatur ist sie dunkler (schwarzbraun), aber es kommt sonst nichts in Frage.
Online findet man viele Bilder, wo sie so hell ist.
Reife Sporen waren Mangelware, aber sie sind recht gross, bis 26 µm lang.
3.
Eine kleine gelbe Galerina in einem Sumpfgebiet: Galerina clavata.
Die Sporen sind recht gross für die Gattung, und nicht dextrinoid.
Die Cheilozystiden fast lecythiform, mit einem auffallenden Kopf.
Kaulozystiden gibt es auf der ganzen Stiellänge.
4:
Omphalina rivulicola gab es in Unmengen, überall wo es feucht war.
5-8:
Bei den alpinen Telamonien ist jede Bestimmung nur ein vager Vorschlag.
Deshalb auch ohne Mikros - bei Interesse bitte fragen. Wird alles sequenziert.
Cortinarius cf. desertorum
Cortinarius cf. subtilior
Cortinarius cf. scotoides
Cortinarius cf. oreobius
LG Raphael
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Hallo zusammen
Ja, die Gruppe wurde kürzlich genetisch überarbeitet. Aber es ist recht chaotisch.
Nach Papetti 2023 sind persicolor und fragicolor Synonyme von Hygrophorus pudorinus ss. orig.
Hygrophorus pudorinus ss. auct. plur. heisst schon länger Hygrophorus abieticola.
H. erubescens ist ein falsch interpretierter Name, Fries hat seinerzeit eindeutig das gezeichnet, was wir heute Rhodocollybia maculata nennen. Der Schneckling, der jahrzehntelang Hygrophorus erubescens genannt wurde, heisst jetzt Hygrophorus neoerubescens.
Lg Raphael
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Liebe Ditte
Auch hier vielen Dank, eine ad hoc Bemerkung von dir ist immernoch sehr hilfreich.
1: Geht in die Sequenzierung
2: Lege ich so ab
3:
Von rupestroides habe ich eine sequenzierte Kollektion etwa 200 Meter entfernt (die wir anfangs auricomella genannt haben, hier).
Die hatte kleinere Sporen und Zystiden mit einem breiteren Hals. Ob das in der Variantiosbreite der Art liegt, kann ich nicht beurteilen.
Lange Kaulos habe ich nicht gesehen, habe keine über 70 µm gemessen. Wird auf jeden Fall sequenziert.
4:
I. oreina hatte ich auch in Betracht gezogen, aber verworfen weil sie noch etwas grössere Sporen haben müsste. Auch diese lasse ich sequenzieren.
5:
Ach schade, nachdem ich bereits zwei sequenzierte helobia-Kollektionen aus unmittelbarer Nähe habe, wollte ich diese nicht mehr aufbewahren.
Ich mal wohl zu voreilig.
LG Raphael
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Da warst Du in einer großartigen Kulisse unterwegs. Und wenn es dazu keine weiteren Zweibeiner gibt und man seine Ruhe hat ist das bestimmt sehr erholsam.
Lieber Steffen
Ja, trotz gegenteiliger Berichte gibt es diese verlassenen Orte noch, wo man einen halben Tag unterwegs sein kann, ohne jemanden zu treffen.
Ein solcher Tag ist mehr wert als zwei Wochen "Ferien" am überfüllten Strand.
Hi, Raphael, könnte eine Art aus der subbrunnea-Gruppe sein, und zwar eine, wo Sporen nicht meist einen obtusen Apex haben, also fuscescentipes oder so. Die Sporengröße würde passen. Eine andere Idee hab ich auf die Schnelle nicht dazu.
Herzlich, Ditte
Liebe Ditte
Danke, ich schaue in der Gruppe nochmal. Es gab einige (aber wenige) sandige Zystiden, das sieht man auf den Bildern nicht gut.
LG Raphael
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Hallo zusammen
Am Mittwoch habe ich eine kleine Wanderung in ein nahegelegenes, sehr abgeschiedenes Gebirgstal gemacht.
Der Aufstieg am frühen Morgen führte mich über herrliche Rötlings- und Saftlingswiesen (zwischen 2200 and 2350m).
Aber weil ich noch viel weiter laufen musste, konnte ich dort nicht viel Zeit verbringen. Naja immerhin:
1:
Dieser Rötling ist ein schreckliches Chamäleon: Entoloma caesiocinctum.
Von dunkelbraun über blau bis rosabraun kann der so ziemlich jede Farbe.
Die Sporen haben keine Auffälligkeiten.
Lamellenschneide mit Zystiden vom carneogriseum-Typ.
Die HDS und ihre Pigmentierung muss man auch beachten. Hier körnig und graubraun.
Aufgrund der enormen Variabilität dieser Art sehe ich mich im Moment nicht in der Lage, das als sichere Bestimmung zu betrachten.
Hier zum Vergleich zwei sequenzierte Kollektionen von letztem Jahr:
(2024 als E. carneogriseum bestimmt)
(2024 ohne Bestimmung). Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass diese beiden Kollektionen dieselbe Art sind.
2:
Auf der gleichen Wiese. Nun könnte man den Verdacht haben, dass es die gleiche Art ist.
Aber ich komme auf einen anderen Namen (ohne Gewähr): Entoloma montanum.
Die Sporen sind wieder ohne auffallende Merkmale.
Die Cheilozystiden sind oft deutlich breiter-keulig und wachsen aus dem Subhymenium, also vom poliopus-Typ.
Die HDS sieht auch völlig anders aus. Hier diffus-klumpig und viel kräftiger braun.
3:
Gliophorus psittacinus kennt ihr alle.
Sporen im Abwurf
4:
Tricholoma hemisulphureum ist wohl in der Höhe recht verbreitet, man findet ihn aber auch in tieferen Regionen.
Er stinkt wie ein normaler Schwefelritterling, hat aber viel weniger freudige Farben.
5:
An diesem Rötling beisse ich mir die Zähne aus. Letztes Jahr hatte ich eine ähnliche Kollektion als E. griseocyaneum (= E. scabropellis) bestimmt.
Aber irgendwie gefällt mir das nicht. Selbst die jüngsten Exemplare hatten in beiden Kollektionen keinerlei Blautöne an den Stielen.
Die Sporen sind in der Tendenz fast knotig, so dass das vielleicht ganz woanders hin gehört.
Ich warte erstmal auf das kurz bevorstehende Paper zum undulatosporum-Clade.
HDS mit braunen, intrazellulärem Pigment. Basidien übrigens viersporig, keine Schnallen, keine Zystiden.
6:
Ein Cortinarius aus den Anomali, die sind im Moment kaum bestimmbar.
Ich habe irgendwann aufgegeben und ihn als Cortinarius cf. eppsomiensis var. alpicola abgelegt.
In ein paar Monaten weiss ich vielleicht mehr.
Sporen:
Das hier war das eigentliche Ziel, ein wunderbares Habitat, das nur von wenigen Wanderern, Schafen und Wölfen besucht wird.
7:
Dieser Trichterling heisst nicht ohne Grund "Stinkender Almen-Trichterling". Clitocybe festivoides ist wirklich ein unangenehmer Zeitgenosse.
8:
Diese dunkle Telamonia ist vermutlich recht häufig: Cortinarius inops. Aber ob das stimmt - wir werden sehen.
9:
Der hier könnte spannender sein, ich habe ihn mal vorläufig Cortinarius cucumisporus genannt.
Die Sporen sind - wenn sie richtig liegen - auffallend fusiform, was typisch für diese Art ist.
10:
Über Helvella corium habe ich mich sehr gefreut, ich suche schon lange eine schöne Kollektion.
11:
Dieser dunkle Trichterling ist unverkennbar, Infundibulicybe lateritia.
Sporen für die Gattung recht gross.
HDS-Pigment an vielen Hyphen inkrustierend.
12:
Ein Nabeling, dem ich sogar einen Namen geben konnte: Arrhenia favrei.
Die Sporen sind subglobos, von viersporigen Basidien.
Die HDS ist rein intrazellulär pigmentiert, mit Schnallen, und das Lamellentrama ist bidirektionell.
Nun noch einige Risspilze, Ditte
Leider haben sie etwas Feuchtigkeit abbekommen, ich versuche es trotzdem mal.
Meine anfängliche Sammelfreude wurde gedämpft, weil ich gleich dreimal Inocybe canescens mitgenommen habe.
Die zeige ich hier jetzt nicht.
Habitat für alle: Auf Kalk bei Salix herbacea.
13:
Mallocybe arthrocystis (so vermute ich) gab es in grossen Mengen.
Sporen: 8.4-9.4-10.9 x 5.1-5.9-6.9 µm, Q = 1.33-1.59-1.92 (n=20)
Zystiden recht variabel, stellenweise deutlich verkettet.
14:
Noch eine Mallocybe, mit recht viel Velum. In der Nähe habe ich schon zwei sequenzierte Kollektionen von Mallocybe leucoloma.
Ich vermute, das hier ist sie wieder. Mikroskopisch ist sie allerdings sehr ähnlich wie die vermutliche arthrocystis.
Sporen: 7.5-9.0-10.2 x 5.4-5.9-6.9 µm, Q = 1.34-1.53-1.72 (n=20)
Zystiden teils einzeln, teils verkettet.
15:
Hier komme ich auf keinen plausiblen Namen. Geruch schwach, nicht spermatisch.
Sporen: 8.2-8.8-9.7 x 5.3-5.7-6.3 µm, Q = 1.35-1.54-1.75 (n=20)
Pleurozystiden sehr dickwandig (bis 6 µm!), 54-59-65 x 14-15-17 µm.
Cheilozystiden ähnlich.
Kaulozystiden überall reichlich vorhanden.
So, das war's. Bitte korrigiert mich, wenn etwas nicht stimmt.
LG Raphael
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Hallo Günther
Super, danke fürs Abklären!
Ich lege es mal unter dem Namen ab und lasse es sequenzieren.
Lg Raphael
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Ketzerische Frage: ist es ganz sicher, dass beim Fund um eine Phlegmatie handelt? Es gibt ja nicht wenige Telamonien, der derart robust und stattlich daherkommen, dass man sie schnell mal als Phlegmatie einsortiert. Mir ist das zumindest schon häufiger passiert.
Hallo Thomas
Darüber habe ich auch nachgedacht. Allerdings ist die HDS eine Ixokutis, das sollte es bei Telamonia nicht geben.
Wird dann wohl wieder ein Fall für die Sequenzierung.
Danke euch auf jeden Fall für die Rückmeldung.
LG Raphael
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Hallo Harald
Nur das hier, unten bei "Coming soon":
News - candussoeditriceEditorial novelties 2022: Entoloma / Fungi Europaei 5b (Flora Agaricina Neerlandica 1 suppl.); Agaricus / Fungi non delienati 76-78www.candussoeditrice.comLG Raphael
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Hallo zusammen
Ich kämpfe hier mit einem Phlegmacium, das ich auf ca. 2200m auf einer Bergwiese (Kalk) gefunden haben.
Grössere Bäume gab es weit und breit nicht, es kann also nur mit Salix herbacea oder vielleicht einer krautigen Pflanze wie Helianthenum vergesellschaftet sein.
Über der Baumgrenze gibt es ja nur wenige Phlegmacien. So schwierig sollte das doch nicht sein...
Hut bis 60mm im Durchmesser, Stiel keulig, bis 80x30 mm (Basis). Geruch schwach, etwas süsslich mit spermatischer Note.
Stielspitze mit dezenten, blassvioletten Tönen
KOH: Auf dem Hut sofort purpurbraun, sonst negativ oder etwas rosalich.
Sporen recht gross, 11.5-12.4-13.1 x 8.0-8.3-8.9 µm, Q = 1.41-1.49-1.64 (n=15)
Hier mit Fokus auf das Sporen-Ornament.
Ich habe nun vorwärts und rückwärts geschlüsselt, mit allen möglichen Schlüsseln.
Am Ende lande ich immer bei C. argenteolilacinus (inkl. var. dovrensis). Aber dazu passt die KOH-Reaktion auf dem Hut nicht.
Hat jemand eine zündende Idee? Ich rufe mal Cortinarius , Mykollege_Günter und Matthias .
LG Raphael
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Hallo zusammen ( Ditte )
Nun folgen noch die Risspilze. Wie üblich habe ich versucht sie zu bestimmen, aber mit viel Unsicherheit.
Habitat für alle: 2350m, Salix reticulata und Salix repens, auf Kalk.
1:
Eine auffallend gefärbte Gruppe, wo man von oben zuerst nicht an eine Inocybe denkt. Geruch spermatisch.
Sporen: 7.4-8.3-9.4 x 4.1-4.8-5.5 µm, Q = 1.57-1.74-1.96 (n=20)
Die Zystiden waren insgesamt recht spärlich für einen Risspilz. Auffallend dickwandig, viele kahl oder nur mit wenig Kristallen.
Cheilos: 51-61-72 x 13-15-17 µm (n=10)
Pleuros: 46-52-58 x 13-17-20 µm (n=7)
Pleuro
Pleuro
Cheilos, hier waren einige deformiert, die habe ich nicht gemessen.
Kaulozystiden nur im oberen Stieldrittel, ohne ausgeprägten Hals, fast zylindrisch.
Nach Bon kam ich auf Inocybe rufolutea, die aber nach Favre deutlich grössere Sporen haben soll.
Stimmt also vermutlich nicht.
2:
Eine schöne Gruppe ohne deutlichen Geruch.
Sporen: 9.2-10.2-10.8 x 5.0-6.2-7.2 µm, Q = 1.46-1.65-2.12 (n=20)
Zystiden sehr dickwandig.
Cheilo: 53-62-67 x 14-16-18 µm (n=7)
Pleuro: 47-60-72 x 13-17-21 µm (n=7)
Pleuro
Cheilo
Im oberen Stieldrittel mit ziemlich unregelmässigen Kaulozystiden.
Nach Bon komme ich (wie schon oft) auf Inocybe hypotheja, aber ich denke das ist Unsinn.
Vermutlich habe ich mal wieder die häufige Chamäleon-Art erwischt, Inocybe canescens.
3:
Eine Gruppe mit auffallend dunklem Stiel, Geruch spermatisch. Am Hutrand sieht man vereinzelte weisse Velumreste.
Bei der Nachbearbeitung habe ich gemerkt, dass die Mikrobilder dieser Kollektion Schrott sind. Hoffentlich lässt sich trotzdem etwas dazu sagen.
Sporen: 8.6-9.6-10.8 x 4.8-5.3-5.9 µm, Q = 1.59-1.81-2.04 (n=20)
Zystiden:
Cheilo: 61-66-77 x 12-14-16 µm (n=7)
Pleuro: 62-67-75 x 13-15-19 µm (n=7)
Pleuros
Cheilos
Kaulozystiden am ganzen Stiel vorhanden
Gegen die Stielbasis werden die dickwandigen Zystiden seltener.
Könnte ich da mit Inocybe fuscescentipes richtig liegen?
Da habe ich schon eine nicht-alpine Kollektion, wo die Sporen und Zystiden aber etwas kleiner waren.
4:
Eine besonders hübsche Gruppe mit knolliger (aber nicht gerandeter) Stielbasis. Geruch schwach, nicht spermatisch.
Die Sporen sind entolomatoid, eher eckig als höckerig. Somit kommen gar nicht sooo viele Arten in Frage.
9.9-11.0-13.0 x 7.4-8.0-8.6 µm, Q = 1.25-1.37-1.55 (n=20)
Zystiden: Auffallend lang und schlank, dickwandig mit wenig aufgeprägtem Hals.
Cheilos: 65-75-87 x 13-15-19 µm
Pleuros: 65-76-88 x 14-16-20 µm
Pleuro
Cheilo
Kaulozystiden am ganzen Stiel vorhanden. Hier gemischt, einige sehr lang mit zylindrischem Hals, andere lageniform oder subfusiform.
Unten am Stiel dominieren die kürzeren Zystiden.
Auch hier habe ich nach Bon geschlüsselt, am besten würde Inocybe concinnula passen.
Aber dieser struppige Hut gefällt mir nicht so recht - vermutlich liege ich hier auch daneben.
5:
Inocybe helobia gab es auch noch, die findet man in dem Gebiet dauernd. Da lasse ich die weiteren Details weg, der Fall ist klar.
Die Sporen typisch trunkat und etwas unregelmässig geformt.
LG Raphael
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Hallo Ben
Schöne Doku!
Ich weiss nicht, ob Ditte im Moment im Forum aktiv ist. Vielleicht schaue ich deinen Pilz morgen Abend noch an.
Wenn du ihn in der leiocephala-Gruppe vermutet, dazu gibt es ein gutes Paper:
Sandige Zystiden: Nebst den Kristallen ganz oben gibt es da kleinere Körnchen weiter den Hals runter, als ob jemand Sand drüber gestreut hätte. Auf deinem ersten Cheilo-Bild die Zystide mit der Mitte hat sowas. Das gibt es aber auch bei vielen anderen Arten vereinzelt, du müsstest also schauen ob das oft so ist.
Lg Raphael
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Hallo Raphael,
spannend, auch mit so lebhaft orangerotem Hut? Das soll ja ein weiteres Merkmal sein, während L. volemus s. str. dunkle, teils fast leberbraune Fruchtkörper haben soll.
Beim Vergleich mit älteren Sequenzen, die früher alle volemus genannt wurden, wie stellt man da eigentlich sicher, dass man nur mit volemus s. str. vergleicht? Wenn dann eine hohe Prozentzahl Ähnlichkeit mit „Lactifluus volemus“ herauskommt, meint das dann wirklich L. volemus? Oder vergleicht man dann nur mit den neueren Sequenzen? Ich kenne mich nicht wirklich damit aus, wie so etwas abläuft.
Viele GrüßeEmil
Hallo Emil
Ich hab sie nicht gefunden, das war jemand anderes. Habe nur die Sequenzen ausgewertet.
Von oedematopus gibt es Typus-Sequenzen. Wenn die nicht überein stimmen, kann man all die älteren Sequenzen ignorieren.
LG Raphael
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Hallo Karl
Wunderschöne Funde! All die Röhrlinge fehlen leider in meiner Region.
Zu Lactifluus oedematopus: Wir hatten den hier vor zwei Jahren auch, mit diesen kurzen Haaren.
Nur aus Interesse haben wir ihn sequenziert, und es war dann doch ein normaler volemus.
Dieses Trennungsmerkmal scheint nicht so zuverlässig zu sein...
Das muss natürlich nicht heissen, dass ihr ihn falsch bestimmt habt - aber eine Sequenzierung zur Absicherung würde sich anbieten.
LG Raphael
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Hallo zusammen
Nach einer seeehhhhhr langen Durststrecke gibt es hier endlich wieder Pilze, vor allem in der Höhe:
Hier die Blick vom "Roc de la Vache" (also vom Kuhfelsen) Richtung Zinal im Val d'Anniviers.
Manchmal ist man auch nicht alleine dort oben. Er kratzte sich dauernd mit seinen Hörnern, eigentlich recht praktisch.
Der viele Regen, kombiniert mit frischen Temperaturen (5-10 Grad in den Bergen), lässt auch kleinere Pilze überleben.
Die folgenden Kollektionen stammen alle aus einem kalkreichen Gebiet auf ca. 2350m, mit viel Salix reticulata und Salix repens.
1:
1: Arrhenia's sind kaum bestimmbar, und es gibt noch etliche unbeschriebene Arten.
Das hier könnte Arrhenia griseopallida sein, ohne Gewähr.
Die Sporen sind gross, bis über 12 µm lang, Basidien zweisporig, Schnallen überall häufig.
2:
Diese Arrhenia hat einen fein samtigen Stiel. Davon gibt es (leider) nicht nur eine, aber hier ist es wohl die stinknormale Arrhenia velutipes.
Sporen gedrungener und kürzer. Basidien 4-sporig, mit Schnallen.
3:
Dieser Trichterling ist recht häufig und wurde jahrzehntelang mit einem falschen Namen versehen (Clitocybe dryadicola).
Inzwischen hat er einen neuen Namen bekommen, nämlich Clitocybe lamoureae.
Die Art gibt es auch nicht-alpin, ich habe einen sequenzierten Beleg aus einem Auwald auf 550m bei Populus.
Typisch sind die winzigen Sporen.
4:
Das hier sollte Clitocybe paxillus sein. Muss aber erst in die Sequenzierung.
Im Gegensatz zum ähnlichen Clitocybe festivoides stinkt er überhaupt nicht, und hat kein inkrustierendes Pigment.
Und das Sporenpulver war tatsächlich cremerosa.
Sporen auch recht klein.
5:
Alpine Telamonien, naja... ich nenne es mal Cortinarius minutalis.
Ohne Sequenzierung geht da vorläufig nichts.
Sporen etwa 8.0-9.5 x 5.0-5.5 µm.
6:
Alpine Galerina's sind meistens vittiformis, aber das hier nicht.
Nach langem Stöbern halte ich es für Galerina minima. Der Fund passt gut zu der Kollektion von Armada et al. 2023.
Sporen kaum warzig, 8.0-9.0 x 5.0-5.5 µm. Basidien 4-sporig.
Die Cheilozystiden haben einen recht breiten Hals, was es nur bei wenigen Galerina's gibt.
Pleurozystiden konnte ich in mehreren Lamellenschnitten nicht finden.
Kaulozystiden gab es (reichlich) im oberen Stieldrittel, unten nichts mehr.
7:
So eine schöne Gruppe Trichterlinge sollte doch bestimmbar sein? Weit gefehlt.
Am ehestens passt Infundibulicybe subsalmonea, nur der Habitus mit den trichterigen Hüten stört.
KOH auf dem Hut übrigens negativ.
Leider sind diese Trichterlinge auch genetisch schändlich vernachlässigt, weshalb eine Sequenzierung keine Erleuchtung bringen wird.
Die Sporen sagen in der Gattung wenig aus.
Wichtig ist das HDS-Pigment, das stellenweise deutlich inkrustierend ist.
8:
Eine Gruppe roter Becherchen auf frischem Sand. Könnte ich mich Melastiza carbonicola richtig liegen?
Wie ich gelesen habe, kommt die Art trotz ihres Namens auch auf sandigen Böden vor, nicht nur auf Brandstellen.
Die Sporen sind schön in Baumwollblau. Ein ziemlich regelmässiges Netz, nur an den Enden grössere Auswüchse.
Brav nach Schulbuch hier nochmal in Wasser gemessen, etwa 14-15 x 9.10 µm.
Paraphysen
Haare am Rand
Die folgenden Sachen stammen aus einem anderen Gebiet, auch mit Kalk, ca. 2500m.
Hauptsächlich Salix reticulata, herbacea, retusa.
Ausserdem gab es riesige Wiesenpilz-Flächen, leider noch wenig ertragreich.
9:
Ein Samthäubchen auf altem Kuhdung. Da kommt schon mal nicht sooo viel in Frage, ich komme auf Conocybe nitrophila.
Sporen um 11-12 x 6-7 µm.
Cheilozystiden wie sie halt sind...
Stiel ohne lecythiforme Zystiden, nur polymorphe Elemente und Haare.
10:
Einfach schön, nicht mitgenommen. Aber es sollte Cortinarius alpinus sein.
11:
In den Bergen auch leicht zu erkennen: Cortinarius subtorvus.
12:
Leider nicht mehr taufrisch, aber diese kleine Gruppe brauner Rötlinge machte mich neugierig. Hut bis 20 mm breit.
Vielleicht einfach Entoloma conferendum? Oder doch nicht?
Sofort war klar, dass er kreuzförmige Sporen hat. Die sind aber für Entoloma conferendum fast alle zu gross, 9.5-11.5 µm lang.
Damit könnte es auch das ähnliche Entoloma milthalerae sein. Oder auch nicht, und es ist nur ein untypisches conferendum.
13:
Entoloma porphyrogriseum ist ja wirklich nicht selten, aber immer wieder schön.
14:
Noch eine Galerina, dieses Mal die häufige Galerina vittiformis f. bispora.
Auch hier sind die Sporen fast glatt, aber etwas grösser als bei der Kollektion weiter oben.
Basidien 2- oder 1-sporig, Schnallen vorhanden.
Die Zystiden sind (meistens) schlanker spindelig.
15:
Dieses Pilzchen lässt sich sehr einfach nach seinem Standort mitten in den Kratzdisteln bestimmen:
Phloeomana ochrogaleata (früher Hemimycena).
Wo es viele Kratzdisteln gibt, ist die Art häufig. Aber es braucht Nerven, um ohne Gartenhandschuhe an sie ran zu kommen.
Sporen oft angedeutet zitroform mit kräfitgem Apikulus.
Zystiden schlank, mit wellig-spitzem Apex.
Die HDS ist schwierig zu mikroskopieren, aber man kann die typischen Auswüchse mit etwas gutem Willen sehen.
Es folgt dann noch eine Wagenladung Risspilze. Später...
LG Raphael
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Hallo,
Ich denke das ist Chamaemyces fracidus.
Edit: Björn war schneller.
Lg Raphael
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Jau, das sind Heudüngerlinge. Hatte wir vor 5 Jahren in unserem Rollrasen auch, ebenso wie die von Uwe erwähnten Samthäubchen.
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Habe noch einen Fehler entdeckt

Auf den Seiten 519 und 523 sind einige Bilder von Leccinellum corsicum als "Leccinellum corsium" angeschrieben.
Im übrigen ändern solche kleinen Fehler nichts an der Qualität des Buches, ich studiere es schon den ganzen Abend voller Freude

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Hallo zusammen
Nun hat auch mein Exemplar den weiten Weg in die Schweiz geschafft.
Auch wenn ich nicht unbedingt Röhrlings-Spezialist bin, das Buch begeistert mich.
Nebst den fantastischen Fotos und Mikrobildern sind die Beschreibungen hervorragend.
All die unzähligen (teils dubiosen) Varietäten sind erwähnt und sauber bearbeitet.
Ich freue mich schon auf Band 2.
Vielen Dank an Michal und die anderen Autoren für dieses Werk!
Gruss Raphael
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hm, wo liest du das mit den Hakenzystiden? Es kann Pleurozystiden mit kleinen apikalen Auswüchsen geben, aber die sind trotzdem dünnwandig, und gelten nicht als Hakenzystiden. Vielleicht eine Übergangsform in der Evolution? Keine Ahnung.
Auf deinem Mikrobild im ersten Beitrag sieht man deutlich eine dickwandige Hakenzystide wie es das bei salicinus gibt, aber eben nicht bei der glaucotinctus-Gruppe.
Auf dem Bild im zweiten Beitrag sieht man zwei Hakenzystiden "von oben", zu erkennen sind vier Haken (teilweise sogar gegabelt), nicht nur kleine Auswüchse am Apex.
Hier zum Vergleich von einem typischen salicinus, da sieht man auch die dicken Wände:
Natürlich ist das anhand einer einzelnen Zystide schwierig zu beurteilen, Ausnahmen kann es immer geben.
Wenn du noch Material hast, könntest du noch ein paar Präparate machen. Wenn die dickwandigen Hakenzystiden häufig sind, kann es eigentlich nicht izurun sein.
Idealerweise einen Lamellenschnitt, dann sieht man die Pleuros besser.
Auf jeden Fall spannend, du solltest unbedingt da dran bleiben und beides sequenzieren lassen.
Denkbar, dass da noch eine unbeschriebene Art versteckt ist, die immer leichtfertig als salicinus abgelegt wurde.
Oder eine der aussereuropäischen Arten ist weiter verbreitet als bisher bekannt ist.
Angeblich soll 2027 endlich eine Pluteus-Monographie mit all den neu beschriebenen Arten herauskommen.
Jetzt ist also der richtige Moment, um kritische Kollektionen genauer anzuschauen.
Wenn bei der Sequenzierung nichts triviales herauskommt, sind die Autoren oft interessiert an gut dokumentierten Kollektionen.
Oder du kontaktierst einen Spezialisten wie Alfredo Justo, vielleicht kann der das ohne Sequenzierung klären.
Allerdings brauchst du dafür bessere Mikrobilder, Sporenstatistik usw.
LG Raphael
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Hallo,
Dachpilze mit Hakenzystiden gibt es eigentlich nicht soooo viele.
Allerdings ist die salicinus-Gruppe in Europa noch nicht fertig bearbeitet.
Pl. cyanopus, glaucotinctus und izurun haben aber keine Hakenzystiden (obwohl sie phylogenetisch in die sect. Pluteus gehören).
Hast du das Paper dazu? https://www.researchgate.net/p…ntinental_species_complex
Da wird auch der Nachweis von Psilocybin erwähnt. Ob es noch andere giftige Arten in Europa gibt, weiss ich nicht.
In den meisten taxonomischen Studien gibt es halt keine Analysen zu Giftstoffen.
Deshalb ist das Vorhandensein des Giftes vermutlich keine Hilfe, um die Art zu bestimmen.
Eine Sequenzierung schadet nie...
LG Raphael
