Hallo zusammen
Am 5. September habe ich behauptet, dass die Risspilze am Abend folgen.
Zum Glück habe ich nicht erwähnt, an welchem Abend, sonst wäre das jetzt peinlich.
Also, nun endlich:
Risspilz 1:
Hier denkt man zunächst nicht an einen Risspilz. Sie riechen auch nach nichts.
Habitat: Salix herbacea auf Kalk, ca. 2350m, 18.08.2025.
Sporen eckig-höckerig, 7.1-8.2-9.0 x 5.0-5.6-6.3 µm, Q = 1.23-1.45-1.72 (n=20)
Pleurozystiden sehr dickwandig, kräftig gelb in KOH, 45-52-67 x 10-12-13 µm.
Cheilozystiden ähnlich.
Kaulozystiden, Stiel ganz bereift.
Mit dem Aussehen und den Sporen sollte das wohl Inocybe egenula sein.
Ich weiss, dass an dieser Gruppe um I. nematoloma noch gearbeitet wird.
Vielleicht stecken hinter I. egenula auch mehrere Arten? Vermutlich lässt sich darüber jetzt nichts sagen.
Risspilz 2:
Das Foto ist völlig misslungen, tut mir leid. Geruch schwach, eher unauffällig.
Habitat: Salix herbacea, kein Kalk, 23.08.2025.
Sporen wieder mehr eckig als höckerig, 8.7-9.6-11.2 x 5.1-5.9-6.9 µm, Q = 1.39-1.63-2.06 (n=20)
Pleurozystiden mit wenig Kristallen, 58-66-77 x 13-16-18 µm.
Cheilozystiden ebenso.
Hier bin ich unschlüssig, ob das Kaulozystiden sind oder nicht. Im oberen Drittel gibt es zahlreiche solche Elemente.
Die Wände sind leicht verdickt, aber richtig metuloid sind sie nicht.
Am gleichen Standort fand ich letztes Jahr Inocybe giacomi. Könnte sie das wieder sein?
Risspilz 3:
Gleiches Habitat wie Nr. 2.
Sporen: 6.6-7.6-8.1 x 5.3-5.9-6.7 µm, Q = 1.10-1.28-1.42 (n=20)
Pleurozystiden auffallend dünnwandig, meist ohne Kristalle, mit unregelmässigem Apex, oft deutlich kopfig.
69-73-77 x 10-13-15 µm.
Cheilozystiden ähnlich, auch viele kopfig.
Im oberen Stieldrittel gibt es dünnwandige, keulige, büschelige Kaulozystiden.
Anhand der Zystiden vermute ich das in der Gruppe um Inocybe soluta.
Risspilz 4:
Wieder ein ähnliches Habitat, Salix herbacea, ohne Kalk.
Es könnte durchaus die gleiche Art wie Nr 3 sein, aber die Zystiden sind doch irgendwie anders und kürzer.
Auch die Sporen sind schlanker und schmaler.
Sporen teils höckerig, teils nur etwas unregelmässig:, 6.8-7.4-8.3 x 4.2-5.1-5.8 µm, Q = 1.22-1.46-1.76 (n=20).
Pleurozystiden recht dünnwandig, fast ohne Kristalle, kaum kopfig, 58-59-64 x 12-14-16 µm
Cheilozystiden ähnlich, einige septiert.
Im oberen Stieldrittel gibt es zahlreiche Büschel von dunklen Kaulozystiden.
Im unteren Stieldrittel nur noch dunkle Hyphen mit einzelnen keuligen Terminalzellen.
Auch das hier sollte in die Gruppe im I. soluta gehören.
Risspilz 5:
Bei Salix herbacea auf Kalk, ca. 2500m. Geruch spermatisch.
Sporen: 8.5-9.4-10.5 x 5.8-6.4-7.5 µm, Q = 1.24-1.46-1.81 (n=20)
Pleurozystiden fusiform, mit wenig ausgeprägtem Hals, 53-63-77 x 12-13-15 µm.
Cheilozystiden ähnlich.
Kaulozystiden nur im oberen Drittel vorhanden.
Hier habe ich brav nach Bon geschlüsselt und lande dort bei Inocybe tenebricoides.
Das scheint mir aber falsch zu sein, wenn ich Kühners Beschreibung lese.
Eine bessere Idee habe ich nicht.
Risspilz 6:
Ich weiss, alpine Mallocyben sind im Moment kaum bestimmbar. Die hier waren geruchlos, und wuchsen im gleichen Habtiat wie Nr. 6.
Und es ist auch keine Traumkollektion, ohne Sequenzierung wird das vermutlich nichts.
Sporen: 7.9-9.3-10.8 x 5.4-5.9-6.6 µm, Q = 1.33-1.59-1.86 (n=20)
Zystiden: Terminalzellen 12-17-27 x 8-9-11 µm, oft einfach septiert.
Stieloberfläche bedeckt von inkrustierten Hyphen.
Ich könnte mir hier Mallocybe subannulata vorstellen.
LG Raphael
