Beiträge von Clavaria

    Hallo zusammen


    In Fungi europaei 5a (Entoloma) habe ich einige Fehler gefunden, die vielleicht der Grund sind dass ich mit dem Schlüssel manchmal in Sackgassen lande. Schadet wohl nicht, wenn ich diese Entdeckungen mit euch teile.


    Seite 816, Key 8:

    Pos 6b muss auf 22 statt 20 verweisen

    Pos 7b muss auf 16 statt 15 verweisen


    Seite 818, Key 9:

    Pos 5a muss auf 6 statt 4 verweisen


    Seite 822, Key 10:

    Pos 1a muss auf 2 statt 1 verweisen


    Seite 829, Key 14:

    Pos 20a muss auf 21 statt 50 verweisen


    Seite 832, Key 16:

    Pos 1b muss auf 2 statt 5 verweisen


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    ohne Blick auf die Sporen lässt es sich wohl nicht absichern.

    Ich würde mal noch Hohenbuehelia cyphelliformis in den Ring werfen.

    Bild und Beschreibung von H. fluxilis bei Consiglio/Setti passen nicht so richtig, vor allem sollte der heller sein und dichtere Lamellen.


    Gruss Raphael

    Hallo,


    kommt auf den Geruch an, lässt sich der noch präzisieren?

    "duften angenehm pilzig" tönt irgendwie danach, dass sie intensiv süss oder anisartig riechen.

    Kann das sein?


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Weiss jemand ob es irgendwo eine Sammlung von Fehlern in der Funga Nordica (2018) gibt?

    Nicht veraltete Namen, fachliche Fehler oder Rechtschreibfehler, sondern logische Fehler in den Schlüsseln (falsche Folgenummern).

    Wenn man da nicht enorm aufpasst, landet man sonst unwissentlich in Sackgassen.


    Ich habe mal ein paar solche Fehler notiert (sicher nicht alle) und frage mich, ob es noch mehr von der Sorte gibt:


    S. 161 Russula Key E

    Pos. 18 nicht erreichbar, 17a müsste auf 18 statt 21 verweisen.


    S. 721 Psathyrella Key J

    Pos. 5 "see P. rostellata 17"; muss 16 heißen

    Pos. 6 "see P. umbrina 15"; muss 14 heißen


    S. 745 Conocybe Key B

    Pos. 14 nicht erreichbar. Vermutlich müsste 10b auf 14 verweisen.


    S. 789 Phlegmacium Key A

    Pos. 29 nicht erreichbar, 24b müsste auf 29 verweisen


    S. 813: Phlegmacium Key F

    Pos. 6 nicht erreichbar, 1b müsste auf 6 statt 5 verweisen


    S. 861 Telamonia Key I

    Pos. 6b müsste auf 7 verweisen


    S. 918 Hymenogaster

    Pos. 6 nicht erreichbar, 5b fehlt


    Gruss Raphael

    Hallo Thorben


    Schöne Kollektion!

    Die entscheidende Frage stellt sich da halt schon bei den Kaulozystiden. Davon hängt ab, ob du in der Sektion Conocybe (fast rein lecythiform) oder Mixtae (gemischt) landest.


    Wenn Mixtae, dann sollte es C. merdaria sein. Nur der Standort stört mich etwas. Die Art sollte leicht coprophil sein, wobei gemäss FE11 auch nitratreicher Boden reicht.


    In der Sektion Conocybe will nichts so richtig passen, vor allem mit dem stark gerieften Hut.


    Wenn du noch Exemplare hast, kannst du ja nochmal den Stiel untersuchen, etwa in der Mitte.

    Da sollte in der Sektion Mixtae ein markanter Anteil (>20%) von nicht-lecytiformen Elementen sein.


    Gruss Raphael

    Hallo Schupfi


    Mit den Sporenmassen würde ich jetzt mutig krizii-josephii dranschreiben.

    Für rivulosa ist der Q-Wert zu tief.

    C. augeana sollte noch etwas breitere, fast subglobose Sporen haben.


    Gruss Raphael

    Hallo Schupfi


    Das kann C. rivulosa sein, oder das was Ludwig C. krizii-josephii nennt.

    Müsstest du an den Sporen unterscheiden können.

    Normalerweise wäre C. rivulosa eine Wiesenart, aber wenn da ein paar Bäume stehen stört das den Pilz nicht unbedingt.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Wenn Französisch auch erlaubt ist, gibt es ein neues Buch das ähnlich wie der Parey aufgebaut ist.

    Für das Format und den Preis recht viele Arten, einfache Zeichnungen, kurze Beschreibungen, aber passt in jeden Rucksack:

    Vapko - Nouveau livre champignons


    Sonst gibt es noch die drei Bände von Kibby, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Hatte ich aber noch nie in der Hand.


    Gruss Raphael

    Hallo Dieter


    Also ehrlich gesagt habe ich nicht viel Ahnung vom Sequenzieren.

    Ich muss noch schauen wo ich das machen lasse. Entweder bei Alvalab, da weiss ich aber nicht einmal so genau was ich eigentlich bestellen muss.

    Oder hier "zu Hause" bei der WSL. Die bieten das zwar nicht offiziell an, aber ich habe einen Kartierungsauftrag für das Gebiet und könnte um den Gefallen bitten.


    So oder so werde ich die Erkenntnisse gerne mit dir teilen.


    Gruss Raphael

    Hallo Dieter


    Leider nein - am Standort dachte ich nicht dass das so schwierig wird, und dass es kein Schnittbild gibt bereue ich nun zutiefst.

    Ich habe allerdings einen aufgeschnitten, das Fleisch war weiss, nur in der Hutmitte etwas braun. Der Stiel war voll.


    Ich habe ihn auch bei mir auf der Liste der Sequenzierungs-Kandidaten.

    Selbst wenn ich mich mit der siderophilen Granulation irre, komme ich da nicht weiter.

    Ich kenne keine Clitocybe (s.l.), die beim Trocknen massiv dunkler wird.


    Gruss Raphael

    Hallo Matthias


    Danke für deine Rückmeldung!

    Zu dem Lyophyllum: Der Koeffizient liegt bei 1.3, weicht also ziemlich von deiner Kollektion ab.

    So richtig glücklich bin ich mit der Bestimmung auch noch nicht, finde aber nichts was besser passt.

    Falls ich mir die siderophile Granulation eingebildet habe, müsste es eine Clitocybe sein, irgendwo in der Nähe von C. diatreta.

    Aber auch da passt der Sporen-Koeffizient nicht so richtig.


    Die Lepista martiorum kennen meine Vereinskollegen auch genau so. Das Sporenpulver war etwas cremerosa.

    Ich habe den leisen Verdacht, dass das ein Artenkomplex ist, hatte die Art jetzt aber auch das erste Mal selber gefunden und untersucht.

    Der Sporenkoeffizient lag bei 1.5-1.75.


    Bei der siderophilen Granulation bin ich auch oft unsicher. Ich mache die inzwischen ziemlich oft, vor allem auch dann wenn ich genau weiss dass es negativ sein muss.

    Ich habe es bewusst schon bei verschiedenen Trichterlingen ausprobiert, das sah aber nie so aus wie auf den Bildern oben.


    Die Lepista panaeolus sehen makroskopisch in der Tat so total anders aus, als ich die Art kenne - wobei mir auch schon aufgefallen ist, daß die Variationsbreite enorm ist und eher ein Aggregat vermuten lässt. Wobei dein Fund da schon massiv aus dem Rahmen fällt. Nicht nur vom Aussehen her, sondern auch hinsichtlich des Fundortes: Lepista panaeolus (egal mit welchem Aussehen) habe ich bisher immer nur als "Wiesenpilz" gefunden, meist auf Magerwiesen, aber auch auf mäßig stickstoffreichen sonstigen Rasenflächen.

    Hallo Pablo


    Ja das passt alles nicht so ganz zusammen. Ich habe mich dieses Jahr mit etwa fünf Lepista-Kollektionen rumgeärgert und bin bei keiner ganz sicher was es ist.

    So zum Beispiel auch bei der Kollektion hier: Lepista cf. pseudoectypa

    Es gibt noch eine ähnliche seltene Art, L. pseudoparilis. Abgesehen von einem Bild in der Ulmer Pilzflora habe ich zu der aber keine brauchbaren Beschreibungen gefunden.

    Ich bin aber dran mir da die Original-Beschreibung zu beschaffen.


    Gruss Raphael

    Hallo Dieter


    Hm ja ich denke schon dass es ein Lyophyllum ist, ausser ich hätte die siderophile Granulation falsch eingeschätzt.

    Die hatte ich aber kaum je so deutlich.


    Zystiden gab es keine.


    Gruss Raphael

    Hallo Schupfi


    Die leicht bestimmbaren Sachen nehme ich nur mit wenn sonst nichts los ist.

    Und Fotos von Hallimaschen und Steinpilzen habt ihr hier schon genug ;)


    Aber ich kann ja mal noch ein paar "Normallinge" ergänzen. Mikros habe ich nicht überall gemacht.


    Tricholoma cingulatum - Beringter Erdritterling


    Clavulina rugosa - Runzeliger Keulenpilz


    Lactarius pubescens - Flaumiger Birkenmilchling


    Lactarius torminosus (Zottiger Birkenmilchling) in der Abenddämmerung


    Suillus tridentinus - Rostroter Lärchenröhrling


    20211020_132228.jpg

    Geastrum triplex - Halskrausen-Erdstern


    Phellodon niger - Schwarzer Duftstacheling


    Pseudoclitocybe cyathiformis - Kaffeebrauner Gabeltrichterling


    Cortinarius venetus - Grünfaseriger Raukopf


    Mycena polygramma - Rillstieliger Helmling


    Pholiota lenta - Tonblasser Schüppling


    Gymnopus foetidus - Gemeiner Stinkschwindling


    Geopora arenicola - Gemeiner Sandborstling


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Ich habe hier noch ein Lyophyllum, das sich als völlig unbestimmbar erweist.

    Vielleicht kann mir hier jemand helfen?


    Habitat: Mischwald bei Erlen, Birken, Kiefern

    Geruch: mehlig-ranzig


    Hut bis ca. 15mm im Durchmesser. Mitte dunkelbraun, Rand fein gerieft.

    NICHT hygrophan. Sondern ganz im Gegenteil, wenn die Fruchtkörper trocknen nimmt der ganze Hut die Farbe der Mitte an.

    Die Exsikkate sind irgendwie graubraun.


    Lamellen schwach herablaufend. Stiel feinst überfasert und brüchig.


    Sporen klein, um 5x3.5 µm, inamyloid, glatt, teilweise verklebend.


    Basidien 4-sporig, siderophil.


    Die HDS war schwierig zu mikroskopieren, da waren viele störende Sporen drauf.

    Auffallend waren aber diese "wurmförmigen", aufsteigenden Zellen.


    Die ganze HDS ist gelatinisiert (Ixokutis).


    Mit so kleinen Sporen gibt es nur wenige Lyophyllum-Arten (baeospermum, platypus, confusa).

    Keine von denen kommt makroskopisch in Frage.


    Hat jemand eine Idee was das sonst sein könnte?


    Gruss Raphael

    Hallo Schupfi


    Intraparetial bedeutet, dass das Pigment in den Hyphenwänden ist.

    Das sieht man manchmal kaum, es sei denn die Wände sind verdickt.


    Ich mache da bei Trichterlingen den Umkehrschluss:

    Inkrustiertes Pigment sieht man ja sofort.

    Intrazelluläres Pigment müsste man so als nebulösen Inhalt sehen (wie oft bei Rötlingen), wobei das bei Trichterlingen meist recht undeutlich ist.

    Manchmal sieht man auch solche Punkte oder kleine Vakuolen.

    Wenn man keines von beidem sieht, ist es höchstwahrscheinlich intraparetial.


    Vielleicht kennt hier jemand noch einen Trick, wie man das besser erkennen kann...


    Wie auch immer, mit dem letzten Mikrofoto würde ich auch Clitocybe metachroa dranschreiben.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Nachdem ich die vielen Hebelomas und Telamonien "losgeworden" bin, hier noch ein paar but gemischte Funde der letzten Wochen:


    Zunächst ein paar Rötelritterlinge:


    1: Lepista subconnexa

    Eine Lepista von einer Alpweide. Die Hüte sind sonnengebräunt, ganz frisch wären sie weisslich.

    Der Fund entspricht gut der Darstellung bei Jamoni.


    Sporen mit deutlichen, cyanophilen Warzen.


    2: Lepista martiorum

    Unter Kiefern und Flaumeichen in einem Bruchwald. Geruch kräftig süsslich-parfümiert.


    Sporen absolut glatt.


    3: Lepista cf. panaeolus

    Die Fruchtkörper passen mir makroskopisch nicht so recht zu L. panaeolus, aber ich finde nichts besseres.

    Im Feld dachten wir erst an Atractosporocybe inornata, aber das war schnell widerlegt.

    Geruch schwach aromatisch, Standort bei Kiefern.

    Stark hygrophan über hellbraun zu cremefarben ausbleichend.


    Sporen in Kongorot


    Sporen mit wenigen, aber deutlichen, rundlichen Warzen


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    Dann gab es jede Menge Lyophyllum's, die sich als sehr widerspenstig in der Bestimmung erwiesen.


    4: Lyophyllum (Tephrocybe) cf. cessans

    Dieser komische kleine graue Pilz hat siderophile Basidien und jeden Menge Cheilozystiden.

    Habitat war ein Kiefern-/Fichtenwald. Geruch schwach mehlig.


    Sporen breit elliptisch, etwas grösser als in den wenigen Beschreibungen.


    Basidien nur schwach siderophil, darum bin ich nicht restlos überzeugt dass es wirklich ein Lyophyllum ist.


    Die Cheilozystiden sind hingegen nicht zu übersehen.


    Und am Stiel gab es auffällige büschelige Kaulozystiden.


    5: Lyophyllum (Tephrocybe) baeospermum

    Sieht aus wie ein langweiliger Trichterling, ist aber keiner. Geruch schwach mehlig-pilzig.

    Hut hygrophan ausblassend zu creme. Habitat: Mischwald bei Kiefern und Birken.


    Sporen kurz und klein, kaum grösser als 5x3.5 µm.


    Basidien stark siderophil.


    6: Lyophyllum (Tephrocybe) cf. platypus

    Geruch stark mehlig-ranzig. Hut hygrophan zu weisslich ausblassend und denn rinnigartig bereift.


    Sporen ähnlich wie bei der vorherigen Art, auch kurz und klein.


    Basidien schwach siderophil.


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    7: Pholiotina aberrans

    Dieser kleine braune Pilz macht Spass unter dem Mikroskop.

    Er wuchs im Kiefern-Fichtenwald.


    Sporen mit Keimporus


    Schneide dichtgepackt mit recht spitzen Cheilozystiden


    HDS hymeniform mit auffallenden Pileozystiden.


    Kaulozystiden ebenfalls zahlreich.


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    Zwei schöne Körnchenschirmlinge gab es auch:


    8: Cystodermella cinnabarina

    In einem Bruchwald bei Birken, Erlen, Kiefern.


    Sporen in Melzer


    Brennhaar-Cheilozystiden.


    9: Cystodermella granulosum

    Im Kiefernwald.


    Sporen in Kongorot


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    Die Weichritterlinge sollen auch nicht zu kurz kommen...


    10: Melanoleuca stridula

    Nach der FN wäre das Melanoleuca melaleuca, weil er keine Zystiden hat.

    Aber die neuste Publikation von Vladimir Antonin bringt etwas Licht in diese Gruppe, und M. stridula scheint mir da am besten zu passen.


    Sporen mit feinen, zerstreuten Warzen.


    11: Melanoleuca subpulverulenta

    Dieser Weichritterling ist vergleichsweise leicht bestimmbar.

    Er hat so eine feinsamtige Oberfläche.


    Sporen wieder fein warzig


    Cheilozystiden spärlich, aber vorhanden, meistens mit Kristallschopf


    Das entscheidende Merkmal sind diese aufsteigenden Zellen in der HDS, die dem Hut sein Aussehen verleihen.


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    12: Hemipholiota populnea


    Sporen in Kongorot


    Cheilozystiden


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    13: Tricholomopsis sulfureoides

    Die waren nur noch für ein schnelles Foto gut, die Unterseite war angeschimmelt.

    Der vierte Nachweis dieser seltenen Art in der Gegend hier.


    [trennlinie][/trennlinie]


    14: Entoloma rhombisporum var. floccipes

    Ein kleiner Rötling auf einer Waldwiese. Ich dachte schon das wird wieder eine Heidenarbeit, aber...


    ... die Sporen sind würfelförmig, damit war es dann sehr einfach.

    Der Stiel war auf ganzer Länge flockig, daher var. floccipes.


    HDS mit intrazellulärem Pigment.


    Stiel mit büscheligen Kaulozystiden.


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    15: Hygrocybe mucronella

    Der wuchs direkt neben den Rötlingen, hatte einen klebrigen Stiel und war gallebitter.


    Die Sporen waren schön eingeschnürt ("muffin-förmig").


    So, ich hoffe ihr hattet Spass.

    Leider ist hier die Saison so ziemlich am Ende, es gab nun drei Tage lang Frost.


    Viele Grüsse


    Raphael

    Hallo zusammen


    Nachdem mein Hebeloma-Beitrag so unerwartet viel Beifall fand, schauen wir mal wie sehr ihr euch für Telamonien begeistern könnt.

    Auch davon gab es diesen Herbst viele - oder genauer gesagt, ich habe viele davon mitgenommen.


    Falls jemand Einwände gegen die Bestimmungen hat, bitte her damit.


    1:

    Ein recht grosser Gürtelfuss bei Fichten und Kiefern, auch Birken in der Nähe.

    Velum reichlich, bei jungen Exemplaren auch Hutrand gesäumt.

    Geruch nach Rettich.


    Sporen 8.4-9.4-10.6 x 5.7-6.1-6.7 µm, Q = 1.37-1.55-1.67, mässig warzig


    Wenn ich nach dem AdC schlüssele, komme ich auf Cortinarius solis-occasus.

    In der FN verliere ich mich in Sackgassen.


    [trennlinie][/trennlinie]


    2:

    20211012_172623.jpg


    Wieder ein Gürtelfuss mit viel Velum, das lange den ganzen Hut überdeckt.

    Stiel mit Ringzone und deutlichen Lilatönen.

    Geruch erdig. Habitat: Mischwald bei Kiefern, Birken, Hasel, Erlen, Fichten und vielleicht noch mehr.


    Sporen nur sehr fein ornamentiert, 7.7-8.8-9.5 x 5.0-5.3-5.7 µm, Q = 1.46-1.67-1.85


    Hier habe ich nur nach dem AdC geschlüsselt und komme auf Cortinarius suilloviolascens.

    Leider finde ich zu der Art keine anderen verlässlichen Referenzen, ob die Bestimmung wirklich stimmt bleibt offen.


    [trennlinie][/trennlinie]


    3:

    Ein büscheliger Gürtelfuss unter Birken und Kiefern.

    Geruch nach Rettich.


    Fleisch im Schnitt blassgelb


    Die Preisfrage bei ersten Bestimmungsversuchen war, ob der Hut hygrophan ist oder nicht.

    Ich war ein paar Tage später nochmal dort, dann sahen sie plötzlich so aus. Also deutlich hygrophan.


    Sporen fast glatt, 7.9-8.6-9.8 x 4.3-4.8-5.3 µm, Q = 1.60-1.79-1.97


    Wie ich es auch drehe und wende, mir ist keine Bestimmung gelungen. Ich bin nicht einmal sicher in welche Sektion der gehört.

    Bei Soop, FN und Tartarat verliere ich mich in Sackgassen.

    In der FN irre ich von Sektion und Sektion, ohne eine passende Art zu finden.


    Am ehesten scheint er mir in die Nähe von C. bivelus zu gehören, aber da stört der Rettichgeruch und die Sporen sind zu schlank.
    Vielleicht hat jemand noch eine bessere Idee?

    Edit: Laut Sequenzierung handelt es sich um Cortinarius murinascens.


    [trennlinie][/trennlinie]


    4:

    Diese beiden kleinen Telamonien wuchsen im Moos bei Birken und Kiefern.

    Geruch sehr schwach. Stiel mit reichlich Velumresten.


    Sporen schwach ornamentiert, 10.8-11.7-12.6 x 6.1-6.4-7.0 µm, Q = 1.65-1.82-2.06


    Hier komme ich nach FN und AdC auf Cortinarius casimiri (=subsertipes).


    [trennlinie][/trennlinie]


    5:

    Noch so eine kleine Telamonia mit auffallend dunkler Hutmitte. Wieder reichlich Velum am Stiel.

    Habitat: Bei Birken und Kiefern, Geruch schwach.



    Sporen fast glatt, 8.3-9.0-10.0 x 4.8-5.3-6.0 µm, Q = 1.51-1.72-1.93


    Auch hier scheint der Fall klar zu sein, nämlich Cortinarius decipiens.


    [trennlinie][/trennlinie]


    6:

    Die wuchsen in grosser Zahl unter Kiefern und Birken.

    Geruch komplex aromatisch-fruchtig.


    Velum am Stiel reichlich, eine Ringzone bildend, auch am Hutrand deutlich.


    Fleisch hell gelbbraun.


    Sporen feinwarzig, 8.2-9.4-11.3 x 5.1-5.6-6.1 µm, Q = 1.48-1.68-1.89


    Hier hatte ich auch ziemlich Mühe, bin mir aber inzwischen recht sicher dass es einfach Cortinarius laniger ist.



    So, nun lasse ich euch wieder in Ruhe mit den Telamonien.


    Gruss Raphael

    Hallo Schupfi


    So makroskopisch könnte es gut hinkommen.

    Nebst den Sporen solltest du dir noch die HDS anschauen, am besten in KOH.

    Da ist das Pigment wichtig (intrazellulär, inkrustiert, intraparetial oder Mischformen).

    Wenn du in KOH inkrustierendes Pigment siehst, kannst du es mit Kongorot noch besser sichtbar machen.

    Dort müsstest du auch jede Menge Schnallen finden, was aber meistens nicht weiterhilft.


    Gruss Raphael

    Hallo Felli


    Ich habe nur begrenzt Ahnung von Tintlingen, würde aber bei C. lagopus mitgehen.

    Mit 20 cm Höhe sind die zwar etwas gross geraten, aber sonst sehe ich nichts was dagegen spricht.


    Gruss Raphael

    Hallo Jan-Arne


    Ja, lässt sich auch nicht völlig ausschliessen, vor allem weil Fotos farblich täuschen können.


    C. metachroa sollte eine dunklere Stielbasis haben und auch den Hut kenne ich frisch viel dunkler, etwa so:



    Aber wenn die Farben auf den Fotos oben zu blass rüber kommen, hätte ich auch gegen C. metachroa keine Einwände.


    Gruss Raphael

    Hallo Schupfi


    Naja bei der Nebelkappe streiten die Mykologen, ob es eigentlich nicht doch eine Lepista ist.

    In einigen Büchern ist sie deshalb als Lepista nebularis (Batch) Harmaja drin.

    Aber man kann sie nicht gültig umkombinieren, weil sie nur dummerweise Typus von der Gattung Clitocybe ist.

    Meiner Meinung nach hat die Nebelkappe (abgesehen von den nomenklatorischen Regeln) in der Gattung Clitocybe nichts verloren.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Ich meine aber auf dem ersten und letzten Bild abgelöste Lamellen zu sehen.

    Vielleicht fehlt es da an der richtigen Technik, um das zu prüfen? Mit dem Fingernagel versuchen, einige Lamellen vom Hut "wegzuschieben".


    Auch scheinen einige Hüte "Wasserflecken" zu haben, was typisch für Lepista wäre.


    L. caespitosa passt vom Habitat her nicht. L. panaeolus sollte keine so stark herablaufenden Lamellen haben.

    Nach dem Schlüssel von Egon Horak könnte es vielleicht die seltene L. pseudoparilis sein. Das Bild in der "Ulmer Pilzflora" würde ganz gut passen.


    Aber zugegeben, alles nur Spekulation. Ein Blick auf die Sporen würde wenigstens die Gattung bestätigen.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Wow, ich dachte nicht dass ich mit dem Beitrag so viel Aufmerksamkeit ernte!


    Bei deinen Beschreibungen fehlen die Anzahl durchgehender Lamellen und die genauen Mittelwerte der Cheilozystiden-Maße und -Quotienten (A/M, A/B, B/M), deshalb kann man die Bestimmungen gemäß FE14 nicht genau nachvollziehen.

    Hallo Hias,


    Oh, ich dachte nicht dass sich jemand für so viele Details interessiert.

    Natürlich habe ich die Werte meistens notiert, und nun oben ergänzt.

    Bei Nr. 1 bist du dir ja selbst unsicher und ich kann mir nicht vorstellen, dass das hinhaut. Die Zystiden sehen auf deinem Mikrofoto eher (sub)zylindrisch als gestielt keulig aus und haben wie du selbst schreibst andere Maße, die Schwammerln sehen völlig anders aus als die Typuskollektion und stammen aus einem anderen Habitat (Letzteres heißt bei nur 1 Kollektion natürlich nicht viel)

    ja, das alles verwirrt mich auch. Die einzige andere Option wäre noch H. celatum, aber die kenne ich von anderen Kollektionen mit ganz anderen Sporen.

    Den Fund werde ich sequenzieren lassen. Zu H. echinosporum gibt es kaum gesicherte Nachweise, daher kaum morphologisch zu entscheiden.


    Bei Nr. 4 kann ich mir H. incarnatulum nicht vorstellen. Das ist ein ganz schlankstieliger Pilz mit keulig aufgeblasener Stielbasis und dunkler braunen Hutfarben, der meist im saueren moosigen Nadelwald wächst. Die Stiele deiner Kollektion sind vergleichsweise kräftig und eher wurzelnd als basal aufgeblasen, soweit man das auf den Fotos erkennen kann. Außerdem schienen sie im unteren Bereich zu bräunen. Also makroskopisch erinnert mich die Kollektion stark an H. laterinum, wenngleich einige deiner Angaben da nicht dazu passen.

    Den hätte ich eigentlich gar nicht mitnehmen sollen, weil die Fruchtkörper noch recht unreif waren. Ich hatte sogar Mühe genug reife Sporen zu finden.

    Es war eine Kartierungs-Mission und kaum jemand kartiert Fälblinge, also hatten sie eine Chance verdient.

    Ich vermute, dass ausgewachsene Fruchtkörper den von dir beschriebenen typischen Habitus angenommen hätten.


    Bei Nr. 7 und 8 kommst du jeweils bei H. velutipes heraus. Ich gebe ja zu, dass Hebelomen verteufelt variabel sind, aber so extrem?

    H. velutipes ist meist sehr blass gefärbt und hat eine sehr feine Stielbereifung. Deine Kollektion Nr. 8 erinnert mich eher an einen ganz normalen Rettich-Fälbling (H. sinapizans) mit ziemlich massiven Fk, grob beflocktem Stiel, sehr gedrängten Lamellen und relativ dunklen Hutfarben.

    Ja da hast du völlig recht. Nach ein paar Gläsern Wein und viel Text kann es vorkommen, dass ich mich vertue.

    Kollektion 7 sollte schon H. velutipes sein, aber bei Kollektion 8 sollte eigentlich H. vaccinum dran stehen. Danke für den Hinweis, ich hoffe damit kannst du dich besser anfreunden.


    Viele Grüsse

    Raphael