Beiträge von Clavaria

    Hallo Thomas


    Das ist ja interessant, einen auffälligen Geruch habe ich noch nie festgestellt.

    Ich finde die eigentlich jedes Jahr mehrmals. Allerdings rieche ich nicht immer dran, werde ich ab jetzt tun.

    Wenn du den Geruch konstant feststellst, würde es sich vielleicht lohnen das genauer zu untersuchen.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich in dem Komplex X. fellea/caulicinalis noch eine andere kryptische Art verbirgt.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Noch ein paar Ergänzungen. Habitat war ein Fichtenwald auf ca. 1000m.


    11: Ein komischer nabelingsartiges Pilz

    Die wuchsen in grosser Anzahl zwischen Moos und Nadelstreu.


    Die Sporen sind recht klein, breit elliptisch und haben 1-2 Tropfen.

    Zystiden gab es keine.


    HDS eine Kutis mit einzelnen herausragenden Hyphen.


    Hier habe ich recht lange rumgedoktert, bis ich endlich drauf gekommen bin: Cantharellopsis prescotii.



    12: Ein erdzungenartiger Pilz

    Man sieht schon auf dem Bild, wie schleimig die sind. Sie wuchsen am Strassenrand im Gras.


    Die meisten Sporen haben sieben Septen, die Paraphysen haben rundliche/birnenförmige Endzellen.


    Wenn ich mich nicht irre, müsste das Glutinoglossum heptaseptatum sein.



    13: Ein Zähling

    Oberfläche schön samtig-faserig. Auch einem sehr alten Holzstumpf, nicht sicher feststellbar was es ist.

    Er stand an einem Seeufer, wo es neben Fichten auch Weiden, Erlen und Pappeln gab.


    Sporen in Melzer amyloid.


    Tramahyphen in Melzer.


    Nach FN sollte das Lentinellus ursinus sein.



    14: Ein Holzritterling

    Das ist wieder einmal Tricholomopsis sulfureoides, die in der Region irgendwie recht häufig ist.


    15: Ein gelber Nabeling

    Der ist auch ortshäufig in der Gegend, Xeromphalina caulicinalis.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Zu der Peziza habe ich Neuigkeiten, dank der grossartigen Unterstützung von "Gelbfieber". Die Bestimmung hat Peziza (Malvipezia) emileia ergeben.


    Ich stelle das Ergebnis (mit ihrem Einverständnis) als Zitat hier rein:





    Lg, Raphael

    Hallo zusammen


    Vergangene Woche durfte ich (wie auch Cortinarius ) an der Tagung unserer wissenschaftlichen Kommission teilnehmen.

    Neben den Risspilzen, die ich bereits reingestellt habe, möchte ich euch noch ein paar Highlights zeigen:


    1: Eine Telamonia mit lila Basalfilz

    Einen besonderen Geruch hatte die nicht. Standort war ein Buchen-Fichtenwald auf 1100m.


    Die Sporen sind recht klein und deutlich warzig. Nach dem AdC lande ich bei Cortinarius altipes.

    Natürlich mit viel Restunsicherheit.


    2: Ein kleiner Faserling

    Die wuchsen am Strassenrand auf nackter, aufgewühlter Erde. Vermutlich gemischt mit Resten von Kuhmist.

    Nach Funga Nordica sollte das Psathyrella potteri sein.


    Sporen recht gross, mit deutlichem Keimporus.


    Cheilozystiden breit spindelformig


    Pleurozystiden schlanker



    3: Kein Trichterling

    Dieser trichterlingsartige Pilz wuchs auf ca. 1000m auf einem moosüberwachsenen Felsen.

    Die bräunlichen Lamellen und der fein samtige Hut erweckten bei mir bereits einen Verdacht.


    Ein kurzer Blick ins Mikroskop bestätigte dann die stacheligen Sporen von Ripartites tricholoma.



    4: Ein Träuschling

    Die beiden Kerlchen wuchsen im Gras auf einer Bergweide.


    Bei diesen Träuschlingen sind die Cheilozystiden wichtig. Diese hier haben eine typische Form, oben erst verdickt dann wieder verjüngt.
    Das gibt es nur bei Stropharia pseudocyanea.



    5: Mal zur Abwechslung ein Asco

    Diese kleinen "Becherlinge" wuchsen im Kastanien-Eichen-Wald auf 420m.


    Wenn man dran zieht, kommt ein sehr langer Stiel zum Vorschein.


    Asci in Lugol


    Sporen in Wasser


    Ich habe es leider nicht geschafft, das Substrat zu ermitteln. Die Fruchtkörper lösten sich bei der kleinsten Bewegung und lagen dann einfach lose in der Laubstreu.

    Aber aufgrund der umgebenden Bäume müsste das Substrat irgendein pflanzlicher Abfall von Castanea oder Quercus sein.

    Ich vermute es ist Ciboria batschiana.



    6: Ein komischer Trichterling

    Im Wald wusste ich damit nichts anzufangen. Auffallend war der samtig-graue Hut. Die weissen Rhizomorphen fielen mir erst später auf.


    Sporen mit gelber Pigmentierung in KOH


    HDS mehrheitlich intrazellulär pigmentiert, aber stellenweise auch braun inkrustiert.


    Dieser Trichterling ist wohl noch recht unbekannt: Musumecia vermicularis.



    7: Kein echter Helmling

    Die wuchsen mitten auf dem Wanderweg, ich musste sie retten. Man beachte den überzuckerten Hut.


    Wenn man die grobhöckerigen Sporen anschaut, ist sofort klar dass es kein normaler Helmling ist.


    Die Cheilozystiden sind lageniform, damit ist das Mycenella bryophila.



    8: Ein kleiner Schirmling

    Der gefiel mir schon im Wald. Offenbar ist hier wichtig, dass der Ring nur unterseitig dunkel schuppig ist.


    Sporen in Melzer recht langweilig


    Cheilozystiden...


    HDS komplex aufgebaut, mit sehr langen aufsteigenden Zellen, darunter eine hymeniforme Schicht.


    Das alles passt gut zu Lepiota pseudolilacea.



    9: Ein Tintling

    Dieser Tintling wuchs direkt neben der Ciboria, die man unten links im Bild sieht.

    Er ist weiss überpudert, das sieht man jedoch nur am Standort, nach dem Heimtransport war das praktisch verschwunden.


    Viele Sporen sind deutlich mitraförmig. Cheilo- und Pleurozystiden rundlich bis elliptisch, ich verzichte mal auf die Bilder davon.


    Sphaerozyten aus dem Velum, kaum pigmentiert, mit dünnen Verbindungen. Keine Pileozystiden.


    Ich bin kein Tintlings-Spezialist, aber ich halte es für Coprinellus saccharinus.



    10: Einfach nur schön

    Keine Rarität, aber schön anzuschauen: Melanophyllum haematospermum.


    Danke fürs Mitlesen...


    Lg, Raphael

    Hallo zusammen ( Ditte )


    Hier noch einige Risspilze, an deren Bestimmung ich mich versucht habe.


    1:

    Habitat: Recht magere Bergweide auf ca. 110m bei einer einzelnen Fichte, kalkiger Boden.

    Die Stielbasis ist gerandet knollig, was man leider auf dem Bild nicht sieht. Geruch unauffällig.


    Sporen: 7.8-8.6-9.3 x 5.3-5.9-7.0 µm, Q = 1.25-1.45-1.68 (n=20)

    Die Höcker sind 1-1.5 µm hoch.


    Cheilozystiden mit kurzem Stiel, 40-50-56 x 14-18-22 µm (n=5)


    Pleurozystiden ähnlich


    Am ganzen Stiel zahlreiche Kaulozystiden vorhanden.


    Ich komme hier auf Inocybe occulta.



    2:

    Standort: Kastanien-Eichen-Wald, 420m auf Kalk. Geruch etwas spermatisch.



    Sporen: 8.5-9.3-10.9 x 5.2-5.5-6.1 µm, Q = 1.52-1.70-2.10 (n=20)


    Cheilozystiden schlank spindelförmig, 55.5-62.5-69.0 x 12.5-15.0-17.5 µm (n=8)


    Pleurozystiden ähnlich.


    Dickwandige Kaulozystiden gab es nur sehr wenige an der Stielspitze, dafür aber viele keulig verdickte Elemente.


    Mit den einschlägigen Schlüsseln komme ich auf Inocybe phaeodisca, bin aber ziemlich sicher dass das falsch ist.

    Die Portraits bei Ludwig und Ferrari zeigen deutlich andere Zystiden, und auch makroskopisch gefällt es mir nicht so gut.



    3:

    Eine kleine Mallocybe vom Strassenrand. Auwald mit Erlen, Weiden und Fichten auf 420m.

    Geregnet hatte es einige Tage nicht mehr. Geruch unauffällig.





    Sporen: 7.7-9.0-9.7 x 5.3-5.7-5.9 µm, Q = 1.43-1.58-1.73 (n=20)


    Cheilozystiden keulig, mit 0-2 Septen, 20-28-38 x 10-11.5-13 µm


    Leider habe ich in der Gattung im Moment überhaupt keinen Durchblick. Die verfügbaren Schlüssel sind viel zu unvollständig und die Literatur widersprüchlich.

    Ich weiss dass eine Ferndiagnose meist schwierig ist, aber einen Versuch ist es wert.


    Viele Grüsse

    Raphael

    GriasDi Raphael,

    Lepiota fusvovinacea komplett ohne Violette Töne? Ich hab die Art schon ein paar mal gehabt, da waren immer violette Farbtöne vorhanden.

    An liabn Gruaß

    Werner

    Hallo Werner


    Hm, jetzt bringst du mich ins Grübeln. Ich hatte die noch nie, komme aber nach Funga Nordica auf nichts anderes und auch an der Tagung hat niemand Einspruch erhoben.

    Mikroskopisch passt auch alles haargenau, habe auch Cheilozystiden und HDS überprüft.


    Ich meinte an den Fasern weinbraune Farbtöne zu sehen, aber das kann an meiner verflixten Rot-Grün-Schwäche liegen.

    Dann war es am Standort sehr schattig, dadurch sind die Farben auf dem Foto sicher etwas verfälscht. Hier noch eine Nahaufnahme:


    Gruss Raphael

    Hallo Ditte


    Danke dir. Nr. 1 lasse ich dann wohl, war ohnehin keine schöne Kollektion.


    Bei Nr. 2 waren zumindest die zwei Fruchtkörper auf dem zweiten Bild ohne Regen gewachsen, die sind vom Samstag nach fünf Tagen Sonne. Am Montag waren sie noch nicht da.

    Allerdings ist es so nahe am Wasser im Herbst ohnehin immer feucht, also gut möglich dass sich die Hutfarben schnell verändern.


    Nr. 3 lege ich mal als cf. inodora ab, die sind bereits getrocknet und somit nichts mehr zu machen.


    Lg, Raphael

    Hallo zusammen


    Ich komme gerade von einer schrecklich erfolgreichen Tagung am Walensee zurück.

    Die Woche war gezeichnet von Pilzstress, ich musste Exkursionen vorzeitig abbrechen weil ich sonst viel zu viel Material mitgenommen hätte.

    Ein paar Highlights stelle ich die nächsten Tag noch hier rein. Aber zunächst wünsche ich mir Hilfe von Ditte für verschieden Risspilze.

    Es ist schon spät, deshalb erst einmal nur drei Funde von einem Extremstandort, der Rest folgt morgen Abend.


    Habitat für alle drei Arten war das gleiche: Eine Sandbank mit Weiden und Erlen.


    1:

    Von dem habe ich leider kein Standort-Foto. Aber vielleicht lässt sich auch so etwas damit anfangen.

    Durchmesser bis 30mm, Geruch etwas unangenehm mit fischartiger Komponente.



    Sporen 8.8-10.0-11.5 x 5.3-5.8-6.4 µm, Q = 1.45-1.72-1.90, n=20


    Die Zystiden sind gestielt-rundlich, bräunlich, leicht kollabierend und haben eine eigentümliche Oberflächenstruktur.


    Liege ich da mit Mallocybe fuscomarginata richtig?



    2:

    Makroskopisch recht ähnlich wie Kollektion 1 und sie wuchsen unmittelbar beieinander, ich dachte erst alles wäre das gleiche.

    Durchmesser bis 35mm, Geruch empfand ich als schwach pelargoniumartig.




    Sporen recht gross, 11.2-15.5-15.7 x 6.4-7.5-8.1 µm, Q = 1.53-1.82-2.17, n=20


    Cheilozystiden gross, breit keulig, 39-66-85 x 16-20-26 µm (n=6). Bei älteren Fruchtkörpern teils braun pigmentiert.


    Kaulozystiden gab es nur hier und da im oberen Viertel, aber wenn dann gleich richtig viele beieinander.

    Ich konnte sie auch nur an alten Fruchtkörpern in dieser Menge sehen, junge Exemplare hatten viel weniger.


    Mit der üblichen Literatur lande ich nur in Sackgasse, habe dann aber Ditte's Pseudosperma huginii entdeckt.

    Da passt vieles aber nicht jedes Detail. Einen besseren Vorschlag habe ich nicht.



    3:

    Die Fruchtkörper waren - wie man sieht - sehr fragil und tief im Sand eingesenkt. Die Stielbasis ist leicht keulig, nicht knollig.

    Durchmesser bis 25 mm, Geruch schwach.


    Der Hut ist auffallend zweifarbig.



    Die Sporen haben auffallende Tropfen, einige grosse oder viele kleine.

    11.6-13.0-14.6 x 7.4-8.1-8.8, Q = 1.50-1.62-1.76, n=20


    Cheilo- und Pleurozystiden dickwandig, 46-55-72 x 18-21-23 µm (n=5)


    Kaulozystiden an der Stielspitze...


    ... und bis zur Basis sind zahlreiche Kaulozystiden vorhanden.


    Bei Nummer 3 bin ich bisher auf keinen vernünftigen Namen gekommen.


    Viele Grüsse

    Raphael

    Hallo Jörg


    Makroskopisch finde ich das recht passend. Tricholoma hemisulphureum ist keine rein hochalpine Art, ich habe die schon unter der Waldgrenze gefunden:



    Habitat war eine Magerwiese bei Lärchen, Fichten, Kiefern.


    Dem Pilz dürfte egal sein wieviel Meter über dem Meer er wächst. Wenn der Boden stimmt und Mykorrhiza-Partner da ist, kann er auch auf 380m wachsen.


    Gruss Raphael

    Hallo Ingo


    Schade, ist halt kein Musterexemplar und ein Pilz ist meistens kein Pilz.

    Mit diesem Geruch dachte ich an Paralepistopsis amoenolens, die makroskopisch nicht unähnlich ist.

    Nur der Stiel ist etwas dunkel dafür, das kann aber am Alter liegen.

    Lepista martiorum riecht auch süsslich, aber nicht so stark.


    Aber eben, ist nur ein Schuss ins Blaue, gut möglich dass Werner recht hat.


    Gruss Raphael

    Hallo Ingo


    Das könnte spannend werden.

    Hast du die mitgenommen für einen Sporenabwurf?

    Die Sporen in Baumwollblau wären interessant.


    Gruss Raphael

    Hallo Peter


    Hebeloma crustiliniforme kann gut sein, muss aber nicht.

    Um Fälblinge sicher zu bestimmen braucht es weitere Mikroangaben:

    - Sporen exakt messen, etwa 20 Stück, Mittelwert von Länge, Breite und Koeffizient rechnen.

    - Jodreaktion in Melzer: Sporen inamyloid, schwach amyloid, oder stark amyloid?

    - Zystiden im Präparat freilegen, so dass man einzelne komplett ohne störenden Hintergrund sieht. Die genaue Form ist wichtig.

    - 5-10 Zystiden messen: Länge; dickste Stelle nahe am Apex; dünnste Stelle nahe der Mitte; dickste Stelle im unteren Drittel


    Je nachdem braucht man noch mehr, aber meistens reicht das.

    Ach ja, der Geruch ist noch wichtig. Meistens rettichartig, aber nicht immer.


    Wobei... je nachdem was man vorhat, kann man sich die Mühe auch sparen und einfach Hebeloma crustiliniforme s.l. dran schreiben. Niemand wird hier etwas dagegen haben.


    Gruss Raphael

    Eine Frage hätte ich: Wie lang ist denn Deine Mittagspause?

    Hallo Wolfgang


    Ich kann mir den Tag in einem gewissen Rahmen selber einteilen, wenn es keine Kundentermine gibt.

    Zwei Stunden Mittagspause liegen locker drin, wenn ich morgens früher anfange oder abends länger arbeite.


    Gruss Raphael

    Hallo Schupfi


    Du hast recht, Plural war da etwas übertrieben, es geht eigentlich nur um S. pseudocyanea. Die hatte ich bisher nur einmal und schlecht dokumentiert.

    Der Pfeffer-Geruch ist nicht konstant, siehe die Beschreibung bei Ludwig. Sicher unterscheiden kann man die meiner Meinung nach nur mikroskopisch.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    In der Mittagspause war heute eine kleine Exkursion angesagt. Ich bin kurz in verschiedenen Waldgebieten ausgestiegen.

    Die ersten zwei waren absolut pilzfrei, das dritte war dann Balsam für meine Seele.

    Habitat: Nadelmischwald mit Kiefern und Fichten, hier und da gibt es auch ein paar Birken und andere Laubbäume.


    1: Ein Russporling

    Von oben sah er so schäbig aus, dass ich schon dran vorbei gehen wollte.

    Dann fiel mir ein dass in dem Waldgebiet ja eine Rarität vorkommt, die so aussieht.

    Einmal umdrehen reichte: Boletopsis grisea.


    Sporen nur der Vollständigkeit halber.


    2: Ein Tellerling

    Im Wald wollte ich mich da noch nicht festlegen, diese grauen Tellerlinge muss man genau anschauen.

    Geruch sehr schwach, vielleicht etwas süsslich. Verletzte Fruchtkörper schwärzen stark.


    Bei den Sporen muss man schon genau hinschauen, um zu erkennen dass sie etwas eckig sind.

    Die für Rhodocybe s.l. typischen Höcker sieht man bei der Art fast nicht.

    Mit den Sporenmassen und dem Standort im Wald kommt Clitocella mundula raus.


    3: Ein Träuschling

    Mit den blassen Farben hatte ich auf eine der selteneren Arten gehofft.


    Die Sporen tragen wenig zur Bestimmung bei.


    Pleurochrysozystiden, wie halt üblich in der Gattung.


    Die Cheilozystiden sind aber auch Chrysozystiden, deshalb ist es wohl einfach eine ausgebleichte Stropharia caerulea.


    4: Ein einsamer Ritterling

    Ja, ein Pilz ist kein Pilz. Und obendrein schäme ich mich dafür, dass ich ihn beim Herausnehmen halb zerstört habe.

    Dennoch ist die Bestimmung recht offensichtlich.


    Schuppiger Hut, aussteigender Ring, und ein penetrant parfüm-fruchtiger Geruch. Also einer der Krokodilritterlinge.


    Nach FNE4 kann man die Krokodilritterlinge ganz gut nach den Sporen unterscheiden.

    Hier waren sie im Schnitt 6.1 x 5.2 µm gross, zu kleine für das mediterrane Tricholoma caligatum s.str., aber recht passend zu Tricholoma ilkkae (Tr. caligatum ss. auct).

    Dazu passen auch Habitat, Breitengrad und die Struktur der Hutoberfläche.


    Das war's für heute... Korrekturen/Ergänzungen willkommen.


    Gruss Raphael

    Hallo Ditte


    Entschuldige das verspätete "Danke", ich war an einer Tagung und habe danach nicht dran gedacht zu antworten.


    Wie immer habe ich wieder gelernt, wie wenig ich über Risspilze weiss. :)


    Das mit dem Boden macht mir oft Schwierigkeiten. In den Bergen wechselt das je nach Gebiet alle paar hundert Meter oder plötzlich hat man eine Kalkader mitten in einem sauren Fichtenwald. Wenn in der unmittelbaren Nähe keine Zeigerpflanzen und -pilze stehen, bin ich dann nie sicher wie der Boden ist. Diesen Sommer war es besonders schwierig, weil mit der Trockenheit kaum eine Pflanze geblüht hat. Wie auch immer, ich versuche mich zu bessern.


    An I. lilacinomaculata hatte ich eigentlich auch gedacht, habe mich dann aber von Ludwig's Beschreibung und Abbildung abschrecken lassen. Seine Typuskollektion bestand wohl aus recht untypische Exemplare und ihm war nicht bewusst, dass er eigentlich eine häufige Art beschrieben hat.


    Wenigstens lag ich bei I. fuscidula ss. auct. richtig, nur dass ich die taxonomischen Zusammenhänge falsch verstanden habe.


    Viele Grüsse

    Raphael

    Hallo zusammen


    Galerina clavata würde recht gut passen, wenn da nicht die hymeniforme HDS wäre.

    Sicher dass diese birnenförmigen Zellen keine Pileozystiden waren?


    Ich hab sonst auch keine Idee wo man den sonst einsortieren könnte.

    Für die rauhsporigen Conocybe-Arten sind die Sporen zu gross und zu stark warzig.


    Gruss Raphael

    Ja, diese drei Papers. Ich weiss gerade nicht ob es die alle irgendwo kostenfrei gibt, ich meine mindestens eines musste ich kaufen.


    Melanoleuca galbuserae, M. fontenlae and M. acystidiata—Three New Species in Subgenus Urticocystis (Pluteaceae, Basidiomycota) with Comments on M. castaneofusca and Related Species
    Melanoleuca is one of the taxonomically most complicated genera of Agaricomycetes with several taxonomically lineages. The subgenus Urticocystis of the genus…
    www.mdpi.com

    Multilocus phylogeny and taxonomy of European Melanoleuca subgenus Melanoleuca
    Revision of the taxonomically complicated European Melanoleuca taxa with well-developed macrocystidia (subgenus Melanoleuca) is presented. The species are…
    www.tandfonline.com

    https://www.researchgate.net/publication/318155351_Molecular_phylogenetics_and_taxonomy_in_Melanoleuca_exscissa_group_Tricholomataceae_Basidiomycota_and_the_description_of_M_griseobrunnea_sp_nov


    Vermutlich ist die Gattung noch nicht fertig bearbeitet.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Ich denke auch dass das einer der Rillstieligen Weichritterlinge ist.

    Ich weiß nicht, ob der „Gemeine“ auch der Neuordnung nach der Sequenzierung zum Opfer gefallen ist.

    Ja, der ist ein Sequenzierungsopfer. Das ist ein Aggregat aus mehreren Arten die von Vladimir Antonin aufgedröselt wurden. Eine sichere Bestimmung ohne DNA grenzt an Zauberei.

    Für uns normale Menschen bleibt es meistens "einer der Gemeinen Weichritterlinge", was auch nicht weiter schlimm ist.


    Gruss Raphael

    Ja das stimmt, man erkennt ihn normalerweise am Wachstum oder auch an dem typischen Geruch. Da muss man sich die Mühe nicht machen.

    Aber es kommt auch mal vor, dass da nur 2-3 Einzel-Exemplare stehen. Dann könnte man ihn mit weissen Trichterlingen verwechseln.

    Mit der Eisensulfat-Reaktion kann man jeden Zweifel eliminieren.


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Hier nun die Fortsetzung meines Berichts von gestern Abend.


    Tag 2 der Studienwoche führte uns in einen montanen Fichtenwald. Leider war es die Nacht davor sehr kalt, entsprechend waren viele Pilze schon ruiniert.

    Aber immerhin ein interessanter Fund:


    1. Ein falscher Pfifferling

    Die braue Farbe lässt schon vermuten, dass es keine normale Hygrophoropsis aurantiaca ist.


    Die Sporen helfen nicht weiter...


    Aber die HDS besteht aus dicken, keuligen Elementen, bis über 20 µm im Durchmesser.

    Das plus die braune Farbe führen zu Hygrophoropsis rufa.



    Am dritten Tag haben wir einen für uns neuen Auwald getestet. Es gab viele Pilze, aber das meiste Standard-Zeug mit dem das Forum im Moment ohnehin geflutet wird.

    Also nur der hier:


    2. Ein spitzhütiger Häubling

    Diese winzigen Kerlchen hatten bis 8mm Hutdurchmesser und wuchsen auf einem alten Baumstumpf.


    Sporen schwach warzig


    Cheilozystiden lageniform. Pleuro- und Pileozystiden gab es nicht.


    Im oberen Stieldrittel gab es zahlreiche Kaulozystiden.


    Die Funga Nordica führte mich zielsicher zu Galerina triscopa.



    Am vierten Tag gab es eine längere Pilzwanderung im montanen Nadelwald und über verschiedenes Grasland.

    Da kam dann doch einiges an Pilzen zusammen, zum Beispiel diese hier:


    3: Ein cremefarbener Trichterling

    Der wuchs auf einer recht stark beweideten, aber sonst ungedüngten Alpweide.

    Geruch schwach süsslich, Sporenpulver weiss.


    Sporen recht klein und breitelliptisch.


    HDS ohne Inkrustationen.


    Weisse Trichterlinge sind ja der Horror. Hier spricht vieles für Clitocybe quisquiliarum (dealbata ss. auct.).

    Ich lasse mich da aber noch beraten.


    4: Ein kleiner Rötling

    Geruch mehlig. Basidien 4-sporig, Schnallen nur an der Basidienbasis vorhanden. Keine Zystiden.


    Sporen recht klein, mit 5-7 abgerundeten Ecken.


    HDS intrazellulär und inkrustiert pigmentiert. Stellenweise mit Übergang zu einem Trichoderm.


    Stipitipellis wenig auffällig, es gab aber einzelne keulige Hyphenenden, die man als Kaulozystiden bezeichnen könnte.


    Nach langem Hin und Her habe ich mich entschieden, über die eher glänzende Hutoberfläche hinwegzusehen.

    Die kann durchaus aufgrund der kalten Temperaturen und der Feuchtigkeit etwas "entstellt" sein.

    Unter der Lupe sieht man, dass der Hut eigentlich stark faserig ist. Mikroskopisch spricht alles für Entoloma terreum.



    5: Eine Lorchel

    Lorcheln sind schwierig, seitdem sie gründlich bearbeitet wurden.


    Die Sporen sind meistens keine grosse Hilfe. Hier ist zu bemerken, dass ich trotz intensiver Suche keine warzige Sporen finden konnte.


    Paraphysen keulig


    Die Haare an der Aussenseite bestehen aus langen Ketten von rundlichen oder elliptischen Zellen.


    Nach dem Schlüssel von Skrede et al. 2017 komme ich auf Helvella pubescens.

    Ob das wirklich stimmen kann weiss ich nicht, vielleicht hat hier jemand eine Meinung dazu?



    Am letzten Tag ging es dann in einen Mischwald (Buchen, Weisstannen, Fichten), der überfüllt mit Pilzen war.

    Ich habe aber nicht viel mitgenommen, weil ich keine Zeit gehabt hätte alles zu bestimmen. Nur noch einer für hier:


    7: Ein Schleierling

    Meistens mache ich ja einen Bogen um die, aber wenn es eine so schöne Gruppe ist, kann man nicht nein sagen.

    Geruch irgendwie muffig-kampferartig, schwer zu definieren.




    Schnittbild ohne Zutaten


    Und hier mit KOH: Nur an der Stielbasis aussen sieht man eine deutliche Reaktion, im Fleisch überall negativ.


    Sporen breitelliptisch bis rundlich und recht klein, bis 9.5 µm lang.


    Mit der Bestimmung hatte ich wie erwartet Mühe. Am Ende kam ich auf Cortinarius lebretonii, vor allem wegen dieser auffallenden ockergelben Gürtel.

    Vielleicht hat Cortinarius Zeit, sich das mal anzuschauen?


    Viele Grüsse

    Raphael