Beiträge von Sebastian_RLP

    Das ist ein guter Hinweis. Habe nochmals nachgehört: es gab nur einen Fruchtkörper.

    Zudem konnte ich mittlerweile in Erfahrung bringen, dass in 300m Entfernung M.esculenta bereits nachgewiesen wurde (sogar sequenzanalytisch bestätigt). Es gibt also zumindest M.esculenta in dem Gebiet.


    LG Sebastian

    Hallo Jörg :P , ja leider habe ich keinen eigenen haptischen Eindruck vom Fruchtkörper, da mir nur die Bilder vorliegen. Der Pilz wurde als jung und fest beschrieben. Mir sind auch schon kleinere, alte Fruchtkörper untergekommen, die aufgrund einer Trockenphase nur eine geringe Größe erreichten und dann dennoch alt waren.


    Zweifel an der "Frische" des Fruchtkörpers darf man wohl auch aufgrund der Schädigung des Fruchtfleisches haben. Ob die starke Rötung des Stiels dann alters- und witterungsbedingt ist?


    Danke für deine Einschätzung und LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    ich hatte mich ja zuletzt mal mehr mit Morcheln beschäftigt, wie man dem Sammelthread Morchelarten entnehmen kann:


    Nun habe ich aktuell noch eine Fundmeldung von Regina, die auch ab und an in der APV aktiv ist. Sie berichtete von einer Morchel mit sehr starker Rötung am Stiel, wir tauschten uns aus und sie stellte mir dankenswerter Weise folgende Bilder zur Verfügung:


    Mein erster Impuls war (als ich die Bilder noch nicht kannte), dass Morchella Esculenta natürlich auch rötet und insbesondere bei älteren FK die Stiele durchaus eine Rötung annehmen können meiner Erfahrung nach.

    So kräftig wie hier und dann noch so gleichmäßig habe ich das aber noch nie gesehen. Kann das für Esculenta passen? Hat jemand in diese Richtung Erfahrung?


    Regina hat noch einen etwaigen "Befall" mit irgendwas ins Spiel gebracht. Der Pilz sei aber nicht weich oder alt gewesen, sondern eher jung, recht frisch und auch fest. Auf dem ersten Bild sind jedoch auch geschädigte Anteile am Hut zu erkennen und innen scheint es in den Fruchtkörper "hochzuziehen", wenn man das so interpretieren möchte. Deswegen ist die These sicher nicht ganz von der Hand zu weisen.


    Wir haben uns auch gefragt, ob ggf. andere Arten infrage kämen. Es wird ja vielleicht auch unterschätzt, was bei uns so alles an Morcheln vorkommen kann. Morchella palazonii kann am Stiel wohl stark röten, aber so ganz will das auch nicht ins Bild passen:

    http://www.ascofrance.com/uploads/forum_file/DM36-reprint-Clowez-Morchella-palazonii-0001.pdf


    Morchella tomentosa hat auch so dunkle Stiele, die kann man hier aber getrost ausschließen, da diese eine ganz andere Hutstruktur haben.


    Als Fundort gab Regina einen Buchenwald an, in welchem aber nach Luftbild auch andere Bäume, z.B. auch Nadelbäume eingestreut sind.


    Was meint ihr dazu? LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    ich würde gerne noch mehr über den interessanten Fund erfahren. Ist der Sporenabdruck gelungen? Hast du eine hochwertige Sporentafel zum vergleichen? Wo landest du mit dem SPP auf der Sporentafel. Verschiedene der hier vorgeschlagenen Russula-Arten sind schon über das Sporenpulver zu trennen.


    Guajak nach 8(-10)sec. ablesen (alles danach ist aussagelos, es sei denn es passiert 30sec gar keine Reaktion, dann wird es wieder interessant). Ablesen auf Lamellen und auf oberer Stielrinde.

    R.ionochlora hätte sowohl auf Lamellen und auf Stielrinde nach 8sec eine mittelstarke Reaktion (++), R.heterophylla jeweils eine sehr starke Reaktion: blau-blaugrün (+++). R.parazurea eher 0 bis maximal ganz dezent (+), letzterer auf FES04 eher rosa als orange.


    R. parazurea wird (oft) mit einem keuligen Stiel beschrieben. Mir fehlt aber die Erfahrung um zu sagen, wie konstant das ist. R.ionochlora ist eine Laubwaldart, was ja bei der großen Anzahl an Bäumen nicht auszuschließen ist. Über die massiven Grüntöne, bin ich auch gestolpert. Kenne ich so nicht von R.ionochlora, was aber letztlich auch nichts heißen muss. Bernd Miggel hat doch hier einen Feldschlüssel eingestellt für Russula. Probier den doch mal aus ...


    LG Sebastian

    Hallo Wolfgang, hatte ich auch schon überlegt. Würde sich ja anbieten. Aber wir schreiben gerade schon an einer Sache. Die wollen wir jetzt erstmal fertig bekommen. Mein Tag müsste einfach mehr Stunden haben ;) ... mache das ja nur nebenbei. Aber der Gedanke drängt sich natürlich auf.


    LG Sebastian

    Ihr Lieben, drei meiner Funde habe ich sequenzieren lassen. Und es gab Überraschendes!!! Siehe auch Updates im Eingangsthread in rot!


    Fund 02 aus der Eifel ist Morchella norvegiensis! Diese Art ist nach dem Werk von Clowez und Moreau weltweit verbreitet in der nördlichen Hemisphäre aber nur lokal häufig. Anhand der Beschreibungen und des Schlüssels in dem Werk wäre ich niemals zu der Art gelangt. Die Sporen fallen (gemessen am Exsikkat) kleiner aus, als in der Beschreibung. Andererseits passen die anderen Mikromerkmale durchaus sehr gut (Asci samt Fuss, Paraphysen, Heteroparaphysen und Pyrames, Mikrodoku folgt). Als Partner ist vorallem Picea engelmanii bekannt und noch andere eher exotische Fichtenarten. Die Autoren bemerken aber, dass die Art mit allen möglichen Partnern kann, warum also nicht auch mit unseren Fichten (wie sie am Fundort stehen).


    Spannend sind die pupurnen Farben. Das ist also nicht irgendwie eine Variation von etwas, sondern norvegiensis steht in der "Series Purpurascens" dicht verwandt mit Morchella purpurascentes. Ich denke also schon, dass eine makroskopische Trennung von Elata mit dessen doch eher dunklen, oliv-gräulichen Farben und dem typischen Strickleitermuster möglich ist? Wenn auch die Bestimmung auf Artebene sicher eine Herausforderung bleibt.


    Für Deutschland sind auf Pilze-Deutschland keine Funde zu M.norvegiensis angegeben, gegenteilig: man sucht die Art vergeblich. Wäre also ein Erstnachweis!


    Unterhalb findet ihr ein selbstgebautes Phylogramm (ich danke an der Stelle mal ganz herzlich den tollen Mykologen, die ihr Wissen teilen und auch Amateuren wie mir ermöglichen, in diesem Bereich zu arbeiten! DANKE, DANKE, wirklich eine tolle Sache!).


    Das Phylogramm besteht im wesentlichen aus ITS-Sequenzen (167 an der Zahl) von CLOWEZ (der Genbank entnommen). Dort hineingemischt findet ihr die eigenen Sequenzen:

    2023-2632-ALV40374_SLY2023-04-11-01_Morchella_vulgaris

    2023-2632-ALV40375_SLY2023-04-13-01_Morchella_esculenta

    2023-2632-ALV40376_SLY2023-04-14-01_Morchella_norvegiensis


    Man muss das Bild groß machen und dann etwas scrollen/suchen bei 171 verarbeiteten Sequenzen:


    Ich hoffe, es klappt mit dem Vergrößern. Eine Doku zu den Mikromerkmalen von Norvegiensis folgt!


    LG Sebastian


    P.S. habe gerade gesehen, dass man das eingebundene Bild nicht lesbar vergrößern kann. Man kann aber die BMP herunterladen. Dies Bild geht dann in groß.

    Hallo Maria,


    Im Parra kommt man über die makrochemischen Farbreaktionen in die Sektionen. Stichwort Schaeffer-Reaktion (oder alternativ Sulfanilsäurereaktion) und KOH auf Hut. Es gibt halt fast an die hundert Arten in Europa (regional weniger). Klar kann man auch unter Umständen über Geruch und Farbveränderung an der Luft etwas machen. Aber vieles ist kniffliger als man denkt. LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    ich staunte nicht schlecht, als ich heute beim Abendspaziergang vor zahlreichen Saftlingen stand.


    Im Mai vermutete ich auch wegen des Habitus Hygrocybe acutoconica oder var. (?) konradii ...


    Ein älteres Paar:


    und Babys:


    Insegesamt auf einer Fläche von 10m2 verstreut zahlreiche weitere Fruchtkörper:


    Sporen breitellipsoid passend zu konradii: 10,4-11,8 µm (av. 11,0 µm, SD 0,5 µm) x 7,6-8,6 µm (av. 8,2 µm, SD 0,3 µm); Q = 1,3-1,4 (av. 1,3, SD 0,0)(n = 5)


    2-sporige Basidien:


    Beschriebene Pseudozystiden??


    LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    bei unserem monatlichen APV-Treffen in der Kalkeifel gab es doch wieder einige Highlights,


    Zuersteinmal kann man sagen das der Kronenbecherling ein extrem gutes Jahr zu haben scheint. Wir haben über ein sehr großes Gebiet verstreut unzählige Fruchtkörper angetroffen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Irgendwann haben wir uns in der Tat gefragt, ob wir im dreistelligen Bereich landen. Es war wirklich verrückt:


    01 Sarcosphaera coronarius - der Kronenbecherling:


    Auch zahlreiche frische, noch geschlossene Fruchtkörper:


    Es hatte schon etwas ...


    An einer Stelle gemeinsam mit 02 Tarzetta spec (oben etwas rechts von der Mitte); außerdem versteckt sich im Bild noch ein Schneckling (links vom Kronenbecherling), dazu später mehr



    Tarzettas waren an verschiedenen Stellen zu finden, ein Myzel in einem weitestgehend reinen Fichtenbestand (Laubbäume über 10m entfernt):


    Weiter gabs Unmengen an 03 Helvella acetabulum - die hochgerippte Becherlorchel:


    Hier ein besonders kreativ gewachsenes Exemplar, leider auch schon angetrocknet:


    Außerdem noch eine einzelne Spitzmorchel, vermutlich eine etwas komisch geformte und auch bereits angetrocknete:

    04 Morchella elata (nein, die ist nicht halbfrei :)


    Weiter ging es mit zahlreichen Maipilzen. Bilder dazu erspare ich euch jetzt einmal.


    Wir fanden auch zahlreiche Inocyben. Unter anderem eine sehr süßlich riechende mit durchaus stämmiger Statur, Hut 4cm,

    Hier kommt ggf. 05 Inosperma bongardii cf in Betracht. Dafür sprechen durchaus der starke süßliche, wohlduftende Geruch sowie Makro und auch Mikromerkmale. Ob es sich ggf. auch um I. pisciodorum handeln könnte, muss ich mal nach dem Trocknen herausfinden. Der Geruch war schon sehr intensiv süßlich, angenehm.


    Leider nur Quick and Dirty-Bilder:


    Das Röten ist deutlich zu erkennen. Den intensiven süßlichen Geruch hatte ich bereits erwähnt. Das ganze eben auch auf Kalk und unter Buche!


    Mikrobilder:

    Sporen ovoid, teils amygdaliform wirkend (einseitig abgeflacht): 12,4-13,6 µm (av. 13,2 µm, SD 0,4 µm) x 7,2-8,2 µm (av. 7,7 µm, SD 0,3 µm); Q = 1,6-1,8 (av. 1,7, SD 0,1)(n = 8)


    Cheilos in KOH3%



    Cheilos teilweise mit bräunlichem Inhalt:


    HDS:


    Besonders interessant dann auf einmal: 06 Ganoderma lucidum - der glänzende Lackporling:

    ein ausgewachsenes Exemplar auf der Wurzel am Boden und ein frisches, gerade sprießendes Exemplar auf dem Stumpf


    Babys


    Zu guter Letzt noch wieder ein Fall für "nicht sauber dokumentiert" leider:


    Wie oben bereits erwähnt, fand sich neben einem Kronenbecherling noch ein kleiner 07 Hygrophorus spec. - Schneckling. Vor lauter lauter wieder keine Frischpilzfotos gemacht.

    Er erinnerte mich irgendwie an Hygrophorus pustullatus. Also auch nicht reinweiß und am Stiel auch etwas punktiert wirkend. Eine ziemlich kleine Art (2cm Hutdurchmesser) unter Buche, Fichte, entfernt auch Kiefer.

    Leider auch nicht ganz mit Stielbasis aus dem Wurzelwerk entnommen bekommen zeigt er keine KOH-Reaktion am unteren Ende des noch vorhandenen Stielteils.

    Mir ist später zudem eingefallen das pustullaris vermutlich nicht auf Kalk vorkommt. Tja, was es sonst sein kann, weiß ich leider nicht. Nur ganz furchtbare Studiofotos des herumgereichten Pilzes (ich entschuldige mich schon mal im Voraus dafür):


    Hygrophorus stimmt aber auch schon wegen des Ixotrichoderms in der HDS:


    Sporen: 8,6-9,3 µm (av. 8,9 µm, SD 0,3 µm) x 5,4-6,1 µm (av. 5,7 µm, SD 0,2 µm); Q = 1,4-1,6 (av. 1,6, SD 0,1)(n = 6)


    Naja, das wird wohl so nichts mit der Bestimmung. Immer direkt sauber dokumentieren beim Auffinden :(


    Ich hoffe ihr habt trotzdem ein paar Eindrücke gewonnen. Ein sehr schöner, sonniger Tag in der Eifel und im Anschluss gabs noch Kaffee und Flammkuchen.


    LG Sebastian

    So, hallo zusammen,


    also, ich habe nochmals die Paraphysen und das Excipulum der Peziza in Wasser mikroskopiert.


    Felli hatte durchaus berechtigte Zweifel an der (auch meinerseits unsicheren) Bestimmung angemeldet, auch da ich keine Bilder des Excipulums geliefert hatte:

    Bei deinem Fund seh ich schon mal keine gelben Guttulen in den Paraphysen und wichtig wären halt dann auch die großen Zellen im Excipulum/Medula-.

    Hier nun nochmal alle Daten, damit auch alles zusammen ist und nicht immer von Thread zu Thread gesprungen werden muss:


    Die Fruchtkörper auf Holzspänen, relativ groß. Fruchtkörper bis 6cm! Farben siehe Bilder.


    Die Paraphysen weisen in Wasser entsprechende Guttulen auf (?):


    Das Excipulum besteht aus durchgehender globulosa und auch sehr großen Elementen, teilweise 150µm. Für megalochondra finde ich im Netz auch Darstellungen wo die Elemente durchschnittlich mit 100µm angegeben sind, z.B. hier: https://www.centrodeestudiosmi…rutas-de-Quercus-ilex.jpg

    Da ist von "roundish cells up to 150µm" die Rede. Solche finde ich in jedem Falle oft im mittleren Teil.



    Es gibt eben auch längliche Elemente:


    Über 100µm kommt auf jeden Fall durchgehend häufig vor.


    Sporen nochmal:

    ohne Anhängsel, mit deutlichem Zellkern, ohne Öltropfen, glatt mit einer Größe von:

    20,0-21,1 µm (av. 20,6 µm, SD 0,4 µm) x 10,6-11,7 µm (av. 11,1 µm, SD 0,4 µm); Q = 1,7-1,9 (av. 1,8, SD 0,1)(n = 5)


    teilweise mit sich ablösender Außenhülle, mehrfach beobachtet, so auch hier an unterer Spore.


    Asci operculat mit amyloider Spitze (in IKI):


    Damit sind ja alle bestimmungsrelevanten Mikromerkmale bekannt. Oder habe ich etwas vergessen. In Hohmeyer schlüssel ich:


    Hohmeyer: Schlüssel 1: Pezizen mit glatten Sporen


    1e: Auf Holz, diese umgebende Erde, Mulm, Sägemehl, Papier etc - 17

    17b Hymenium ohne rötlich Töne (17a = subisabellina kann man hier getrost ausschließen)


    18a ohne mittlere t.intricata - 19

    18b mit mittlerer intricata (sehe ich hier nicht, finde das durchgehend globulos, oder ich übersehe etwas)


    Bei 19 dann Unsicherheit: Passt dann P.ampliata?: https://www.mycocharentes.fr/pdf1/445.pdf


    Zwei der Arten unter 19 kann ich wegen der Fruchtkörpergröße unter 3cm ausschließen und flavida sollte kleinere Sporen haben!


    Auch mit einem anderen Schlüssel lande ich am ehesten bei ampliata.


    Was meint ihr?

    Hallo Felli, geschlüsselt habe ich mit Hohmeyer,


    Schau mal, Bilder vom Excipulum in Kongorot:


    links Ektalexcipulum, rechts Hymenium/Asci


    Kann das hinkommen mit den großen Zellen?


    Mit dem Tropfen war ich schon auch eher an einen Zellkern erinnert, danke für die Korrektur. Dieser wird in Darstellungen der Art so gezeigt, siehe z.B. hier:

    Peziza megalochondra (Le Gal) Donadini • CEMAS Orden Pezizales
    Peziza megalochondra, Orden Pezizales, Ascomycota, en virutas de Quercus ilex, leg. M. González, det. E. Rubio, ERD-6334.
    www.centrodeestudiosmicologicosasturianos.org


    Ein Inhalt der Paraphysen wird bei Hohmeyer nicht abgefragt (oder habe ich es überlesen?).


    Woher stammt deine Beschreibung, womit schlüsselst du?


    LG Sebastian

    Es gibt doch immer was zu entdecken:


    Heute die erste 01 Scutellinia crinita für dieses Jahr:


    Mikroskopisch Eindeutig mit Haaren über 1000µm (die längeren) und mit ellipsoiden, warzigen Sporen mit abgerundeten Enden:

    17,5-19,2 µm (av. 18,3 µm, SD 0,6 µm) x 11,6-13,3 µm (av. 12,3 µm, SD 0,6 µm); Q = 1,4-1,6 (av. 1,5, SD 0,0)(n = 4), in Wasser gemessen.




    Dann gabs die Tage noch vermutlich 02 Peziza megalochondra:


    Nachdem ich vorgestern nur im Halbdunkel Bilder machen konnte, klappte es heute nochmal bei Tageslicht:


    Eine umfassende Dokumentation zu den Mikromerkmalen hatte ich bereits in dem Thread von KaMaMa eingefügt (da noch mit den nicht so schönen Fruchtkörperbildern):


    LG Sebastian

    Hallo Martin,


    danke für die schöne Dokumentation. Ich muss zugeben, dass ich eine Weile gebraucht habe, um deine Anfrage in meinem Kopf zu sortieren und die Bilder alle den richtigen Fruchtkörpern zuzuordnen. Aber du hast ja alles beschrieben.


    Also ich denke P.ampliata kann schon sehr gut hinkommen. Würde mit deinen Daten auch mit Hohmeyer schlüsseln und dort zum gleichen Ergebnis kommen. Ich für mich selbst bin immer noch etwas skeptisch, ob ich bei Gattungen in denen ich mich nicht gut auskenne das im Mikroskop gesehene immer richtig interpretiere. So ein Excipulum kann ja durchaus herausfordernd sein. Mir hilft dann immer, wenn ich verschiedene Formen (intricata, globulosa, textura ... superior medial inferior ektal) schon einmal sicher identifizieren konnte. Da braucht es glaub eine kontinuierliche Auseinandersetzung in einer solchen Gattung.


    Ampliata passt ja hier aber auch Makroskopisch durchaus. Vielleicht hättest du noch zusätzlich die Paraphysen darstellen können (oder habe ich das übersehen?).


    Auf solchen Holzschnipseln habe ich die Tage übrigens auch so ein Massenaufkommen an Becherlingen finden können. Leider erst beim Abendspaziergang mit untergehender Sonne, so dass die Bilder nicht ganz optimal geworden sind im Halbdunkel:



    Mit Blitz:


    Lasse diese gerade nachreifen, denke, dass auch hier die Sporen ggf. noch nicht ganz reif sind. Sind jedoch ohne Anhängsel, glatt (bzw. maximal dezent "streifig" oder "schuppig wirkend", das aber auch in 1000fach Ölimmersion und BWB nur zu erahnen) und haben eine Größe von:

    20,0-21,1 µm (av. 20,6 µm, SD 0,4 µm) x 10,6-11,7 µm (av. 11,1 µm, SD 0,4 µm); Q = 1,7-1,9 (av. 1,8, SD 0,1)(n = 5)

    Interessant, mit einem kleinem kräftigen Öltropfen (KOH 3%):


    Zarte "Streifung" in BWB, sonst glatt:


    Die Asci sind operculat mit amyloider Spitze in IKI (Baralsche Lösung). Interessant sind auch die unteren Abschnitte der ASCI, die dextrinoid zu sein scheinen? Naja, wohl nicht bestimmungsrelevant, aber eine kräftige Farbreaktion.


    In IKI


    Füsse der Asci


    Paraphysen einfach, septiert, mit geschwollenen Spitzen


    Ich komme hier zu Peziza megalochondra cf. ... ich bleibe aber auch zurückhaltend, da ich in der Gattung einfach zu wenig Erfahrung habe. Der eine Öltropfen kommt wohl so bei dieser Art auch vor.


    LG Sebastian

    Hallo Erwin, Dachpilz ist richtig. Er hat freie Lamellen die mittlerweile durch Sporenpulver rosa gefärbt sind. Vermutlich etwas aus dem Cervinus-Aggregat.


    Die tauchen gerade allerorten auf.


    LG Sebastian

    Also wenn der Geruch nicht wäre hätte ich vielleicht Inosperma pisciodorum vorgeschlagen. Ist eine Inosperma mit größeren Sporen: 11-15 x 6-7,5 und bis 20µm möglich. Cheilos würden auch passen und auch das Röten.


    Geruch soll jung eher pelargoniumartig sein (auch süßlich, obstig oder fast geruchlos) und später nach Fisch (beim Trocknen).


    Hmm, was meint ihr?


    LG Sebastian

    Hallo, der Schlehenrötling sollte hier passen. Bei uns finde ich ihn aktuell auch.


    Es gäbe noch Entoloma aprile, der aber auszuschließen ist, da er einen gerieften Hut hat und streng an Ulme gebunden sein soll.


    Du könntest noch Guajak aufs Fleisch tun. Dann bekommst du eine ziemlich prompte Reaktion. Vorallem auch an den Madenfrassgängen, wie ich festgestellt habe.


    LG Sebastian

    Hi,


    bei Pilz 3 würde ich eine Laccaria vermuten.


    bei Pilz 2 könnte ich mir etwas aus dem Aggregat Acrocybe Praecox vorstellen. Da läuft gerade eine Anfrage hier im Forum, wieviele Arten es wohl sein könnten. Schau mal rein: Agrocybe praecox - Artenkomplex


    Pilz 1 würde ich auch als Risspilz ansprechen. Aber da wirds schwierig ohne Mikro. Kannst du noch mehr zur Fundstelle schreiben (Böden: Kalk? Sauer? Sandig? oder sonstwas). Mallocyben können gerne im Frühjahr vorkommen. Aber da würde ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen wollen mit einem Tipp.


    LG Sebastian

    Die scheinen ein gutes Jahr zu haben. Tolle geöffnete Exemplare. Wir haben dieses Jahr auch viele Fruchtkörper finden können. Leider nur geschlossen.


    Schön.


    LG Sebastian

    Ein bis gerade mir noch ganz unbekannten Gesellen fand ich gestern im Mischwald auf Pflanzenstengeln. Eine schleimfüßige "Mycena"? Leider schon im Halbdunkel, so dass ich von dem schönen Pilz Studioaufnahmen bei Kunstlicht anfertigen musste.


    Zur Bestimmung musste das Mikroskop her, denn ich hatte keinen blassen Schimmer. Und der Winzling bot einige Überraschungen.

    Er zeigte ein Hymeniderm in der HDS mit clavaten Zellen. (Von Mycena kenne ich wohl eher divertikulate HDS-Strukturen).

    Das SPP war weiß und deutlich amyloid. Die Sporen: 10,4-12,1 µm (av. 11,5 µm, SD 0,5 µm) x 5,1-5,9 µm (av. 5,5 µm, SD 0,3 µm); Q = 1,9-2,3 (av. 2,1, SD 0,1)(n = 10) und langgezogen ellipsoid, subzylindrisch mit deutlichem Apikulus. Reichlich Cheilozystiden, langgezogen, spitz und eingeschnürt ("somewhat Pin-bowl-shaped") wie dann später nachlesen konnte.


    Spannend war auch die Mikroskopie des Sporenabwurfes. Die Sporen keimten bereits nach einem Tag kräftig und bildeten ein kräftiges Hyphennetzwerk über dem gesamten Abwurf. Wirklich faszinierend. Amyloid zeigten sich dabei insbesondere die abgeworfenen Sporenhüllen, die man im Bild unten gut erkennen kann.


    FN führte mich dann zuverlässig und flott zu Roridomyces. Und da gibts mit einer Species in Europa nicht soviel Auswahl:


    Roridomyces roridus:


    Die Trama zeigte sich in Melzer weinrot.



    Mikrobilder


    Sporen in H2O


    HDS (Kongo/SDS)



    Basidien 2-sporig


    Cheilozystiden



    In Melzer Austritt öliger Substanzen


    Trama in Melzer weinrot, wie beschrieben:


    Wildes Keimen im Sporenabwurf nach nur einem Tag:


    Den würde ich gerne nochmal bei Tageslicht antreffen. Der scheint mir sehr fotogen, wie hier im Forum auch schon gezeigt werden konnte.


    LG Sebastian