Beiträge von Sebastian_RLP

    Hallo zusammen,


    nun bin ich heute zum mikroskopieren des Exsikkates gekommen.


    Sporen: 12,5-14,4 µm (av. 13,4 µm, SD 0,7 µm) x 4,6-5,1 µm (av. 4,8 µm, SD 0,2 µm); Q = 2,6-3,0 (av. 2,8, SD 0,1)(n = 8)


    In H2O


    Also eine Aderung der Sporen oder irgendwelche Grate kann man vielleicht erahnen (oder hinphantasieren?). Ganz sicher sehen kann man da aus meiner Sicht nichts und es besteht wahrscheinlich eine Gefahr der Fehlinterpretation. Hier dachte ich in Melzer schon ein Ornament erkennen zu können:


    An anderer Stelle eher wieder glatt:


    Eine Versuch der Anfärbung mit Norrisgrün zeigt nichts.


    Ansonsten noch die Hutdeckschicht in Wasser


    Wier würdet ihr das nun einschätzen??? Ich tue mich weiterhin schwer.


    Vom Sporenquotient könnte es ripariellus sein (eher als rubellus, dieser soll ja kleiner als 2,5). Die Interpretation eines Ornamentes finde ich schwer.

    Die Hutdeckschicht hat auch blasige Elemente wie bei ripariellus und nicht schmale wie bei rubellus?


    Ob das jetzt so für eine Diagnose reicht?


    LG Sebastian

    Hallo Sebastian, schau mal auf den ersten Beitrag hier im Onlinetreffen. Da sind Link und Termin.

    Hallo Claudia, danke für den Hinweis. Den Link hatte ich im Eingangsthread gesehen, aber die Uhrzeit finde ich dort irgendwie nicht? Vielleicht bin ich aber auch mit Blindheit geschlagen! Egal, nun weiß ich ja Bescheid und freue mich darauf an dem Treffen mal teilzunehmen.


    LG Sebastian

    Ich würde mich auch gerne beteiligen und kann auch schöne Funde aus der Kalkeifel beitragen. Wann und wo finde ich vermutlich im Eingangsthread? Muss nochmal schauen ...


    LG Sebastian

    Hallo Werner,

    schön, da im Bayrischen Wald, gell? :)

    Definitiv ... wobei die Eifel auch schön ist, Beweise folgen demnächst :D


    Die Nr. 7 schaut sehr nach einem der Erlenmilchlinge aus. Die Milch kann, da ziemlich wässrig, recht unauffällig sein.

    Das ist er hundertprotzentig. Habe nun mikroskopiert. Das Teil hat Lactiferen und die entsprechenden Sporen, messe die morgen nochmal aus, gehe aber von Lactarius obscuratus aus. Danke dafür. Aus der APV kam nun auch schon der Hinweis auf den Erlenmilchling. Gemilcht hat der aber in der Tat nicht auffällig.


    Danke auch euch Andreas und Rika

    die Eichen-Rotkappe hat von Anfang an rotbraune Schuppen auf dem Stiel. Vielleicht war ja doch eine Espe im weiteren Umkreis?

    Also die muss dann über 10 Meter weit weg gestanden haben. Das schließt ja eine Mykorrhiza nicht aus. Allerdings habe ich auch entfernt nur Fichten wahrgenommen. Nun ja, so ist das mit den "Babys". Aber wenn die Stimmen hier so zahlreich auch die jungen sicher zuordnen, dann ist leucopodium ja nicht unwahrscheinlich.


    Lutescens kann natürlich auch gut passen. Wäre ein Erstfund für mich.


    LG Sebastian

    Hallo Claudia,


    danke dir. Die Täublinge können wirklich Spass machen, ich war jetzt mit dem Feldschlüssel von Bernd Miggel unterwegs und finde die Synopse wirklich hilfreich für die Feldbestimmung. Außerdem ergänze ich dann einfach noch die Guajakreaktion nach der Tabelle von Chalange. Damit kommt man doch in vielen Fällen schon recht weit. Bei allen Tücken, die dann eben doch ein Mikroskop erfordern.


    LG Sebastian

    ich halte es trotz Eiche für Leccinum leucopodium,

    Viele Grüsse

    Oh, ich dachte die können ausschließlich mit Espen, selten noch mit Birken. Falls die auch mit Eiche können, kann ich da nichts ausschließen. Hätte mir die gerne ausgewachsen angeschaut. Aber schon 24h später waren die abgesammelt.


    Ich bin mir nicht sicher, ab wann man die Farben der Stielschuppen gut beurteilen kann. Die waren noch sehr klein, jung.


    LG Sebastian

    ... denn morgen gehts nach Hause.


    Bis zum letzten Tag haben sich die Elfenbeinröhrlinge Zeit gelassen, um nochmal richtig durchzustarten. Heute stand das Habitat voll mit Fruchtkörpern und mir machte eine Gruppe nochmals besondere Freude zum Abschluss:


    01 Suillus placidus - der Elfenbeinröhrling ... oder wie ich den seid heute nenne ... die Gemalten:


    die hätte man doch besser nicht hinstellen können ...



    02 Porphyrellus porphyrosporus - der düstere Röhrling (Einzelfruchtkörper, leider nicht mehr ganz taufrisch):


    03 Leccinum quercinum - die Eichenrotkappe (wegen solitärer Eiche in 10Meter Umkreis), ggf. aber wegen des weißen Stieles doch

    Leccinum leucopodium (siehe Diskussion unten). Allerdings habe ich auch in 10 Meter Entfernung nur Eichen gesehen an diesem Parkplatz.

    An einem Parkplatz, nach zwei Tagen leider weg :)


    Spannend fand ich auch die heutigen Täublinge


    04 Russula badia - der Zedernholztäubling (für mich ein Erstfund mit Überraschungen)


    Leider Einzelfruchtkörper unter Kiefer und Fichte

    SPP IVa

    Geschmack erst mild und dann schnell höllisch!!! scharf (musste mir mehrfach den Mund ausspülen (jetzt weiß ich auch, warum der heimtückisch genannt wird)

    Geruch für mich erst nicht einzuordnen, nachdem ich herausgefunden habe, was es ist habe ich mir den Geruch nun eingeprägt, so riecht also Zedernholz :) - Bleistift kommt auch gut hin


    Sehr wegweisend auch die Guajakreaktion - Stiel null (auch nach 1 Minute!), Lamellen +++ nach 8 Sekunden. Wirklich eindrücklich.


    Passt alles sehr gut zusammen:


    Ansonsten gabs noch 05 Russula xerampelina - der Heringstäubling (Geruch frisch nicht so ausgeprägt, nach etwas liegen aber eindeutig)


    Kiefer/Fichte, SPP IIIc, Guajakreaktion in allen Teilen +++ (8sec): dunkelgrün bis fast schon schwarz; FeSO4 graugrün



    06 Russula puellaris - der milde Wachstäubling (habe nachlässigerweise nur den einen halben Fruchtkörper von oben aufgenommen, wahrscheinlich Unterzucker :D ) - bei Fichte, SPP IIc, Guajak +++ in allen Teilen, gräftig gilbend auch am Stiel und im HUt, wie man sieht. Sehr zerbrechlich.


    weitere Täublinge liegen noch rum zur Auswertung


    aber mal weiter mit einer wie ich schätze 07 Entoloma spec. Lactarius obscuratus, der olivbraune Erlenmilchling

    Kleine Fruchtkörper, 2 cm nicht erreichend unter Fichte, kleinere Buchen, weiter entfernt aber durchaus auch Erlen.

    Rötliche angewachsene Lamellen,


    Farbspiel spannend, schwer zu beschreiben: Rand so zart hell(rötlich)braun (?) siehe Bilder in der Sonne, in der Hand, zur Mitte hin oliv bis schwarz.


    Die habe ich mal zum mikroskopieren eingepackt.



    Dann der erste 08 Fichtenreizker dieses Jahr


    09 Lactarius trivialis - der nordische Milchling unter Fichte mit sehr scharfer Milch


    Dann kamen die Cortinarien dran

    10 Cortinarius subtortus - der ockergelbe Schleimkopf


    ob dieser 11er hier auch Cortinarius subtortus ist? Von anderer Stelle und deutlich klein, zierlich erinnert er mehr von den Farben und so gar nicht von der Statur (2cm, zierlich) an subtortus. Ich bleibe zurückhaltend.


    Dann wurde es in einer recht moosigen und feuchten Ecke ziemlich giftig


    12 Cortinarius (Aureonarius) limonius - der löwengelbe Raukopf


    Ganz in der Nähe dann dass: Ich sehe hier 13 Cortinarius orellanoides - der spitzgebuckelte Raukopf (links und dann im Vergleich mit rechts limonius)


    Aber damit wars noch nicht vorbei in der Giftecke, es gesellte sich hinzu:

    14 Amanita phalloides var. alba - die weiße Form des grünen Knollenblätterpilzes:


    Schon an anderer Stelle gezeigt, aber weil so schön 15 Craterellus lutescens (mag besser passen) tubaeformis - der Trompetenpfifferling



    und 16 Leotia lubrica - das Gallertkäppchen



    Die weiteren Steinpilzbilder erspare ich euch mal, oder die der unzähligen Schönfussröhrlinge


    Vielleicht noch diesen Xerocomus ferrugineus - den braunhütigen Filzröhrling, weil diesmal auch mit ausgeprägtem Netz am Stiel


    So, schön wars, natürlich nicht nur wegen den Pilzen ;)


    LG Sebastian

    Also ich erinnere mich an eine frühe Fortbildung mit L. Krieglsteiner, in der vom Kronendurchmesser eines Baumes multipliziert mit 2 die Rede war. Natürlich nur als Faustregel oder „Bauerntrick“. Extremwerte gibt es überall

    Hi, also das wird neben der Baumgröße auch von der Pilzart abhängen. Bestimmte Ektomykorrhizaarten kommen nur bis 10 Meter. Fruchtkörper anderer Arten findet man vielleicht noch in 40m. Von vielen wissen wir es wahrscheinlich gar nicht so genau.


    LG Sebastian

    Hallo ihr zwei, danke euch für den Input.


    Also was ich erstaunlich fand, war ein kräftigstes blauen auch nur auf sanfte Berührung am Fundort. Hatte sogar blaue Finger! und war kurz an pulverulentus erinnert. Den Schnitt habe ich dann etwas später gemacht. Ich mache mal ein Sporenabwurf und versuche die Fruchtkörper mal nach Hause zu retten. Leider trocknen die hier nicht richtig. Habe aber mal Huthaut entfernt und schonmal auf einen Objektträger zum Trocknen ausgelegt. Sollte schon gehen.


    LG Sebastian

    Stimmt vermutlich. X.ripariellus sollte wohl stärker blauen in der Stielbasis:



    LG Sebastian

    Der dritte Täubling heißt Russula nigricans.

    Richtig, die Täublinge in Reihenfolge:


    Erster: Russula mairai/nobilis - Buchenspeitäubling (deutlich scharf)

    Zweiter: Russula nigricans - der dickblättrige Schwarztäubling, sehr fest, mit den entsprechenden Makromerkmalen und der rötlichen Färbung nach Minuten

    Dritter: Russula rosea/lepida - der harte Zinnobertäubertäubling mit mildem Geschmack und rosa überhauchtem festem Stiel und gefärbten Schneiden. Nach Chalange ist die Guajakreaktion bei dieser Art hochvariabel und reicht von 0 bis +++, hier auch nach 30 Sekunden Null (Guajak Mai 23)

    Vierter: Russula nauseosa - der geriefte Weichtäubling mit mildem Geschmack


    Beim fotografieren des letzteren wurde ich noch von hinten angesprungen:


    Interessant auch das "Feigenblatt" des Frosches.

    Hi, das kommt schon sehr gut hin mit violeipes. Ich hatte ihn auch die Tage und deine Makromerkmale passen sehr gut. Makroskopisch kann man meiner Meinung nach noch auf die Huthaut achten, die bei violeipes beim Abziehen oft so eine gummierte, teils fast schon gelatinöse Konsistenz zeigt. Ich hoffe, ich habe das jetzt richtig beschrieben. Das finde ich aber immer auch eindrucksvoll, gerade auch wenn die Huthaut noch feucht ist.


    LG Sebastian