Beiträge von Nemrod

    Ja, sry, muss noch lernen :), aber er rötet ein wenig auf dem Hut oder?


    Vielen Dank Niklas

    Die Rötung des Perlpilzes bezieht sich eher auf Verletzungen wie Madengänge oder ähnliches. Da verfärbt er sich deutlich rosa. Auf deinem Foto sehe ich nur die "normale" Hutfarbe und die ist nicht eindeutig, auch weil Farbwiedergabe von Fotos immer so eine Sache ist.


    Bei den Knollenblätterpilzen/Wulstlingen (Gattung Amanita) ist es auch immer wichtig, sich die Knolle anzuschauen. Die unterscheidet sich auch bei Panther- vs. Perlpilz deutlich.

    Mit dem kräftigen Bau und dem ganzen "Gefranse" erinnert mich der sehr stark an A. strobiliformis, der auch gerne in Parks und im Sommer vorkommt. Hast du den schon überprüft?

    Da mich wegen der Strahlenbelastung immer mal wieder Leute gefragt haben, habe ich mir mal den Spaß gemacht und eine Excel-Tabelle gebastelt, die die Strahlenbelastung in einer für alle Deutschen verständlichen Einheit ausspuckt: Flugreise nach Mallorca - Äquivalente.


    Beim höchsten Wert, den ich auf die Schnelle für L. amesthystea in Deutschland gefunden habe (140 Bq/kg, Bundesamt für Strahlenschutz, Stand 2013), kommt man somit darauf, dass 11 kg Lacktrichterling der durchschnittlichen Strahlenbelastung während einer Flugreise nach Mallorca (20 µSv) entsprechen. Also nach meinem Geschmack eher vernachlässigbar ;)


    Weitere Infos, auch zu den Arsenverbindungen, die in Bergbaugebieten durchaus problematisch sein können, hat Siegmar Berndt in DfGM-Mitteilungen 2017/2 hierzu zusammengestellt. (Ich weiß nicht, ob Links hier erlaubt sind)

    Schau mal ob sie die Farbe verlieren/grau werden wenn sie antrocknen.

    Sporenpulver habe ich aber leider nicht gewinnen können.


    Mit dem Sporenabwurf habe ich bei den Lacktrichterlingen auch immer so meine Probleme. Ich vermute, dass die relativ längen Stacheln der Sporen sich relativ gut verkanten und so an den Lamellen hängen bleiben. Wenn du eine vorsichtig getrocknete Lamelle nimmst, kannst du dort das Sporenpulver als weißen Belag abstreichen.

    Hallo allerseits,


    heute hat dieser Röhrling für einige Diskussion und Verwirrung gesorgt. Vom Hut her ein typischer Flocki, vom deutlich genetzten Stiel her eher Richtung Netzhexe. Im Schnittbild findet sich keine rote Linie zwischen Röhren und Hut (auch nicht sofort und auch nicht wenn man die Röhrenschicht abkratzt), aber neben dem Blauem auch noch eine Rotfärbung in der Stielbasis.


    Kann von euch da jemand Licht ins Dunkel bringen?

    Hallo allerseits,


    ich war mal wieder auf Röhrlingsjagd und habe dabei zwei für mich neue Arten gefunden.


    Nr. 1 wuchs in meinem Garten in der Nähe von Eichen. Durch das feste Fleisch, kein erkennbares Blauen und den unten hohlen Stiel komme ich hier auf den Hasen-Röhrling:


    Nr. 2 habe ich am Wegesrand im Laubwald (Buche, Eiche) gefunden. Hier war ich zunächst ratlos, weil sie sich durch Habitus und Festigkeit deutlich von den in der Nähe wachsenden Rotfüßen abhoben. Da auch nach 30 Minuten an diesen frischen Fruchtkörpern kein Blauen auftrat, waren auch WuBiRö und Co. raus. Für einen Steinpilz war mir der Pilz deutlich zu gelb und auch der leicht stechende Geruch passte nicht dazu. Daher bin ich letztendlich beim Fahlen Röhrling rausgekommen. Liege ich damit richtig?


    Schon einmal vielen Dank für eure Hilfe! ==Gnolm16

    Hallo allerseits,


    ich habe am Wegesrand bei Buchen einen vermeintlichen Netzstieligen Hexenröhrling gefunden, bei dem mir vor allem die blassen Farben aufgefallen sind. Außerdem gibt es auf dem Hut einen Farbverlauf von Hellbraun (Mitte) zu Rosa (Rand), der mir bei anderen Netzhexen noch nicht aufgefallen ist. Da die Farbwiedergabe beim Handy immer so eine Sache ist, habe ich "normale" Flockis links als Farbskala daneben gelegt.


    Schnittbild frisch:


    Schnittbild nach 10 Minuten:


    Hier noch ein paar Exemplare des letzten Herbsts von derselben Fundstelle:



    Die rote Linie zwischen Röhren und Hutfleisch ist gut zu erkennen, was für eine Netzhexe sprechen würde, aber meine Literatur gibt leider auch nichts zu den selteneren Hexenröhrlingen und Verwandten her. Was meint ihr dazu?

    Wo wuchs denn der Nelkenschwindling? Die können auch mal dunkler, müssen nicht immer in einer großen Zahl auftreten und nach meiner Erfahrung ist der Geruch ebenfalls nicht immer bemerkbar. Ich wüsste nicht, was noch in Frage kommen würde, aber vielleicht weiß das jemand anderes.


    Grüße

    Der wuchs auch in demselben Kiefernwald an einem Birkenstamm(, wobei er auch unter dem Stamm hervorgewachsen sein könnte; das konnte man nicht richtig erkennen.)


    Pilz 2 sieht mir nach einer Mycena aus, vielleicht M.galericulata.

    Hias liegt bei Pilz 1 m.E. richtig mit D. phyllogena. Die Art hieß früher auch entsprechend der Sporenform Psilocybe rhombispora.

    Grüße Axel

    Danke!

    Danke für eure Rückmeldungen!

    Pilz 2 würde ich mit dem Nelkenschwindling und Pilz 3 spontan mit dem Backenzahnkreisling vergleichen. Wie die mikroskopisch charakterisiert sind, weiß ich aber leider nicht.

    Hm, mit Nelkenschwindling bin ich irgendwie nicht zufrieden. Der Standort passt nicht und die Nelkenschwindlinge kenne ich eher geselliger wachsend. Auch die graubraune Farbe passt nicht zum "üblichen" orangebraun von den Nelkenschwindlingen. Backenzahnkreisling (Cudoniella tenuispora) war auch mein Tipp für Pilz 3.


    Pilz 1 dürfte eine Deconica sein, vielleicht C. phyllogena, dazu sieht man die Sporen nicht gut genug.

    Was müsste man an den Sporen denn erkennen, um phyllogena (warum eigentlich C. phyllogena und nicht D. phyllogena?) zu bestätigen? Ich habe hier noch ein Foto, wo man die Sporen (etwas ==Gnolm23 ) besser erkennt.

    Hallo allerseits,


    heute habe ich ein paar Pilze gefunden, bei denen ich mit der Bestimmung nicht weiterkomme.


    Pilz 1 ist ein kleiner brauner Dunkelsporer im moosigen Kiefernwald. Der hygorphane Hut mit hellem Velum am Rand ist trotz der Größe recht fleischig, das Sporenpulver sehr dunkel. Am leicht glänzenden, beflockten Stiel kann man sich mit etwas Fantasie eine leichte dunkle Ringzone einbilden(?).


    Der verzweifelte Versuch, bei den Winzlingen die Lamellenschneide zu mikroskopieren:


    Pilz 2 wuchs an Birkenholz (oder darunter hervor), hat weißes Sporenpulver und einen grubigen Hut. Einen speziellen Geruch kann ich nicht feststellen.Unterm Mikroskop konnte ich leider nicht wirklich etwas erkennen, aber vielleicht geht da ja schon makroskopisch etwas.


    Pilz 3 wuchs auf altem, undefinierbaren Totholz direkt neben ein paar Sumpfhaubenpilzen; also sehr feucht. Weil ich diesen Thread entdeckt habe, ist meine Arbeitshypothese erstmal Cudoniella tenuispora. Wo ich die Bilder gerade so sehe, könnten es durchaus zwei Arten sein; sie stammen von unterschiedlichen Holzstücken, aber ich hatte die im Wald einfach in ein Fach zusammengeschmissen. Die Mikrobilder stammen vom unteren Fruchtkörper.


    An Sporen habe ich leider nur eine entdeckt.


    Bei den Asci (hier in Kongorot) hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Sporen darin "gestaffelt nebeneinander" lagen, aber das konnte ich nicht so super klar erkennen.


    Als Dankeschön für eure Hilfe hier noch ein Foto vom Pilz des Jahres, der einfach nur schön ist. ==Gnolm1

    Ich glaube, du hast mich falsch verstanden: Ich traue mir einfach nicht zu, "freie" und "so ein bisschen angewachsen" sicher bzw. besser als Experten unterscheiden zu können. D.h., selbst wenn ich die Lamellen beim Schopftintling als frei stehend interpretieren würde, wäre das für mich kein ausreichendes Argument, um Gerhardt zu fragen, was der denn für einen Unsinn in seine Bücher schreibt. Was ihr mit eurem umfangreicheren Wissen natürlich gerne tun könnt:gzwinkern:

    Aus dieser Geschichte habe ich eher gelernt, dass es einige komische Grenzfälle zwischen frei und angewachsen geben kann und ich mich bei der Gattungs-Bestimmung dann lieber auf eindeutigere Merkmale stütze.


    Christoph: Danke für das Hintergrundwissen! Je mehr ich über Pilze lerne, desto weniger habe ich das Gefühl, irgendetwas wirklich verstanden zu habeng:(

    Danke, das klingt plausibel! Daraus lerne ich auf jeden Fall, dass ich mir jeden Pilz erstmal an der Fundstelle genau anschaue und nicht erst zu Hause...

    Tintlinge sind zumindest im BLV Pilzführer (Gerhardt) in den allermeisten Fällen als mit angehefteten Lamellen beschrieben. Ok, Rosasporer kann man durchaus als Dunkelsporer ansehen, aber zwischen Braun- und Rosasporern würde ich durchaus eine Unterscheidung treffen.

    Danke für den Tipp mit der Huthaut!


    Bei Freiblättler und Dunkelsporer fällt mir nur Champignon als Gattung ein oder gibt es da noch andere Gattungen? Deswegen hatte ich die zunächst in Richtung Zwergchampignons eingeordnet, weil die vom Habitus unter allen Champignons am ehesten zu den gefundenen Pilzen passten. Mittlerweile gehe ich auch von Ackerling aus, vor allem weil die Mikro-Bilder dafür sprechen. "Morphologische Ausnahmen" kommen bei Pilzen ja leider ziemlich oft vor, wobei ich die Mikro-Merkmale als konstanter einordnen würde. Zumindest habe ich noch nicht davon gehört, dass diesselbe Art stark unterschiedliche Sporen ausbildet.

    Klar, ich hatte den nur schnell auf dem Heimweg eingepackt und mich dann erst zu Hause über die Lamellen gewundert. Ich bin kurz danach zwar nochmal zur Fundstelle, aber da war leider der Rasenmäher schneller:rolleyes:


    Da die Fundstelle auf meinem Arbeitsweg liegt, werde ich die Stelle aber im Auge behalten und nächstes Mal mehrere Exemplare anschauen.

    Danke für die Kommentare!


    Die Lamellen sind normal etwas ausgebuchtet angewachsen. So richtig frei werden sie wohl auch bei deinem Fund nicht gewesen sein. Vermutlich sind sie etwas abgerissen. Das kann man auf den Bildern nicht so deutlich sehen.

    Hm, du meinst, dass angewachsene Lamellen sauber am Stiel abreißen können und der Pilz dann so aussieht, als hätte er frei stehende Lamellen?


    Am Stiel habe ich selbst mit Lupe kein einziges Fitzelchen Lamelle entdecken können, deswegen war ich so verwirrt.

    Hallo,


    der folgende Pilz treibt mich etwas in den Wahnsinn; vielleicht könnt ihr mir dabei helfen.

    Gefunden auf einer Rasenfläche am Straßenrand. Es standen auch noch mehrere dort (ältere Exemplare hatten sich schon bräunlich verfärbt). Leider habe ich mir die nicht soo genau angeschaut, weil ich dachte, dass es ein "langweiliger" Ackerling ist. Zu Hause sind mir dann die frei stehenden Lamellen mit dem leicht ablösbaren Stiel (s. Foto) aufgefallen. Deshalb dachte ich zunächst an etwas aus der Zwerg-Champignon-Ecke, aber dann habe ich doch noch reingelinst und das sieht eher nach Ackerling aus. Gibt es also Ackerlinge mit so "frei stehenden" Lamellen?

    Hut: Glatt, am Rand etwas ausgefranst.

    Stiel: Unten eher glatt, in Hutnähe etwas flockig. Einen Ring konnte ich nicht erkennen.

    Lamellen: Bei jungen Exemplaren grauweiß, später braun.

    Die Mikrobilder sind in Wasser und ein Skalenstrich entspricht 1µm.

    Auf Bild 1 sind auf jeden Fall Champignons zu sehen, aber ob das wirklich alles Wiesenchampignons sind, lässt sich nicht sagen. Es gibt sehr viele Arten von Champignons, darunter auch giftige. Für die Bestimmung ist es dann wichtig, den ganzen Pilz zu haben, da z.B. der giftige Karbol-Egerling sich vor allem in der Stielbasis beim Anschneiden gelb verfärbt. Selbst wenn das alles Wiesenchampignons wären, würde ich die meisten nicht mehr essen, weil sie offentlich zu alt sind. So etwas wie die alten Lappen oben links würde man im Laden ja auch nicht mehr kaufen, oder?


    Bei den Riesenschirmlingen(, denn irgendetwas von den Arten dort sollte es sein,) gibt es dasselbe Problem: Es fehlt fast überall der Stiel und somit wichtige Merkmale zur Bestimmung. Bei einem genatterten Stiel mit verschiebbarem Ring wäre es wahrscheinlich ein Parasolpilz (oder nahe Verwandten). Bei eher glattem Stiel, der beim Ankratzen rötet, einer von den Safranschirmlingen. Ich würde letzteres raten, weil man bei dem kleinen rechts keine Natterung am Stiel sieht. Wenn man so etwas zu Speisezwecken sammelt, sollte man auch den giftigen Gartenschirmling (CHLOROPHYLLUM VENENATUM, auch MACROLEPIOTA VENENATA oder MACROLEPIOTA RHACODES VAR. VENENATA genannt) kennen.


    Eine Verzehrsfreigabe wirst du übers Internet nicht bekommen, sie hier: Online-Bestimmungshilfen sind keine Verzehrfreigaben!

    Da hilft nur der Gang zum PSV, aber dann auch den kompletten Pilz mitbringen.

    Oh, da habe ich ja eine schöne Diskussion bei den Experten ausgelöst; vielen Dank für die ganzen Infos!


    Ich will es jetzt genau(er) wissen und war nochmal an der Fundstelle von Nr. 1; dort habe ich noch einen zweiten jungen gefunden, der einen relativ dicken Stiel hat und noch deutlicher rot gefärbt ist. Vielleicht ist es auch ein bisschen Wunschdenken, aber da ich nicht wirklich einen Ring erkenne, bin ich immer noch bei S. aurantiaca (oder wie auch immer der jetzt heißt==Gnolm23). Der alte ist der vom Eingangsfoto und der hat mittlerweile schon ein, zwei Tage im Wald gelegen, daher nicht mehr so frisch...


    Mikroskopiert habe ich die auch; ich entschuldige mich schonmal für die Qualität. Das Mikroskop wartet immer noch auf die Reparatur... Hier Lamellenscheide in Wasser:


    Hier die Sporen. Die Sporengröße würde auch passen, auch wenn es da zwischen aurantiaca (10-13 x 6-7,5 µm) und var. thrausta (12-14 x 7-8,5 µm) auch einen Überschneidungsbereich gibt.


    Pilz Nr. 2 habe ich auch mal mikroskopiert; Lamellenscheide in Wasser bei 40facher Vergrößerung:


    Sporen:


    Mit dieser Sporengröße würde ich S. hornemanii definitiv ausschließen. Wenn es jetzt aber aufgrund der Hutfarbe kein S. coronilla sein sollte, was kann es dann sein?==Gnolm22

    Vielen Dank für deine Einschätzung!


    Wie kann man S. aurantiaca denn gut und sicher von der var. thrausta unterscheiden? Gibt es da wichtige mikroskopische Merkmale?


    Beim zweiten würde ich mit deiner Hilfe auf S. coronilla tippen, wofür der Fundort und der wenig geschuppte Stiel sprechen. Das müsste man mikroskopisch auch recht einfach anhand der Sporengröße unterscheiden können, oder?

    Hallo allerseits,


    gestern beim Laufen habe ich noch zwei Pilze gefunden, die mich etwas ratlos lassen.


    Nr. 1 wurde am Rand eines kleinen Waldstücks gefunden. Es gab noch ein weiteres Exemplar, das auf dem Hut am Rand noch ein paar weiße Flocken hatte, aber der ist mir leider abhanden gekommen. Aufgrund des allgemeinen Habitus, der intensiv roten Farbe und den gräulichen Lamellen komme ich hier auf den Orangeroten Träuschling (Stropharia aurantiaca). Falls es der ist, ist der immer noch so selten, wie er an diversen Stellen beschrieben wird oder hat der sich mittlerweile schon gut ausgebreitet?


    Pilz Nr. 2 wurde am Wiesenrand gefunden und so richtig gut passt nichts. Ich dachte erst an einen Ackerling, aber dafür ist mit der Hut nicht hygrophan genug, zu kräftig gefärbt und zudem nicht trocken, sondern etwas schleimig. Habt ihr da eine Idee?