Servus Mischa,
es kommen immer wieder Vergiftungen mit rohen Parasolen vor. Das passiert vor allem dann, wenn beim Braten im Hutbuckel das Fleisch nicht ganz durch ist (daher wird auch geraten, den Buckel zu kappen). Die Ringe scheinen harmlos zu sein, das Hutfleisch nicht. Solltest du jemanden kennen, der (oder die) den Parasol roh im Salat isst, wäre das die Ausnahme. Die Zahl der Vertgiftungen durch nicht durchgegarte Parasole sind da in der deutlichen Überzahl. Daher kann auch ich nur dringend raten, mit solchen Aussagen zur Harmlosigkeit roh giftiger Pilze vorsichtig zu sein.
Für uns Speisepilzsammler gibt es einen ganz einfachen Identifizierungsmodus. Der Parasol riecht auch ohne Anschnitt eindeutig nussig. In seltenen Fällen kann das mal nicht so deutlich sein und man muss ihn dann anschneiden. Die folgende Kostprobe ist dann eindeutig, wenn es auch nussig schmeckt.
Puh, nussigen Geruch können auch Chlorophyllumarten zeigen, auch die giftigen (Aussagen, dass man die am Geruch trennen kann, kann ich nicht nachvollziehen). Und der Parasol hat so klare Bestimmungsmerkmale, dass es keine Kostprobe braucht - gerade nicht für Speisepilzsammler. Diese Methodik halte ich für "schwierig".
Der gezeigte Pilz ist übrigens kein Parasol. Er ist kleiner, schmächtiger, verliert die Hutschuppen und hat rosa Sporenpulver. Der Ring ist zwar doppelt, aber weniger komplex als beim Parasol. Würde den ein Anfänger als Parasol sammeln, würde ich ihm versuchen, die Erkennungsmerkmale so zu erklären, dass er den Unterschied sieht. Dann kann er den hier gezeigten Pilz zwar dennoch sammeln, aber als einen (vermutlich dann nicht genau bestimmten) Riesenschirmling i.w.S.
Wenn ich deine Andeutung zu Kremplingen richtig deute, bist du einer der wenigen noch aktiven Kremplingsesser? Von dem Todesfall in Nürnberg bist du informiert? Und den zweiten Fall in
ist für mich ein schlechter Witz, wenn Du jetzt noch schreibst, dass die Parasole, wie der Kahle Krempling min. 25 min. zubereitete werden müssen, dann kann ich nur daraus schließen, dass bayrische FK unserer Speisepilzarten offensichtlich andere Eigenschaften haben, als sie im Rest von Deutschland offensichtlich haben.
LG Mischa
Wenn du für dich privat entscheidest, das Risiko einzugehen, Kremplinge zu essen, dann ist das so und ist für dich sicher o.k. Aber den Krempling generell als eine unserer Speisepilzarten zu bezeichnen bzw. diesen Pilz, der mehrfach tödliche Komplikationen ausgelöst hat, ohne Disclaimer mit Speisepilzen und Garzeiten zu erwähnen, finde ich fahrlässig. Hier lesen auch völlig unbedarfte Anfänger mit. Sorry, finde ich daneben...
Liebe Grüße,
Christoph