Servus beinand,
soweit ich das mitbekommen habe, hat sich die Russula maculata bestätigt - Werner hatte sie, glaube ich, mitgenommen. Die Russula persicina war zu hinüber und bleibt daher ein cf. (sie ist aber von dort bekannt).
Ja, der Park rund um die Klinik Höhenried ist bekannt für die tollen Pilzvorkommen.
Ich habe ja nur in Leustetten und später in Tutzing fotografiert. Hier ein paar Fotos von mir – erst aus Leutstetten:


Cantharellus pallens (= C. subpruinosus) ist bei uns ja was alltägliches. Trotzdem findet man selten so schöne Exemplare, denn die werden meist von Speisepilzsammlern weggerupft. Typisch sind die am Hutrand deutlich gelberen Leisten. Ich habe die Fotos noch nicht nachbearbeitet und daher auch den Weißabgleich noch nicht optimiert. Die Farben sind im Original etwas gelber.
Jetzt zu Rubroboletus rhodoxanthus ss. Kallenbach non ss. orig.:

Die Poren werden früh dunkel blutrot, das Stielnetzt ist ebenfalls tief blutrot (arterielles Blut), das Fleisch im Kontrast leuchtend gelb.

In der Stielbasis sind meist blut- bis weinrote Bereiche zu sehen, sie ist aber nicht so stark durchgefärbt wie bei der Gattung Suillellus. Wie Stefan schon geschrieben hat, blaut diese Art im Hut und allenfalls ganz oben im Stiel. Beim rechten Fruchtkörper sieht man den Kontrast zwischen dem blutroten, dichten Netz und dem gelben Fleisch.

Im Stiel reagiert das Fleisch mit Melzers Reagenz. Das ist mir früher schon aufgefallen. Wenn an aber "ordnungsgemäß" mit dem Mikorksop die Amylonreaktion prüft, fällt sie negativ aus. Dafür legt man ein Stück Stielfleisch erts in Melzers und mikroskopiert es dann in Chloralhydrat (Singer hat es so empfohlen). Bei Suillellus sieht man dann schön blaue Septen und teils auch andere Zellwandbereiche blau- bis violettgrau. Hier beim R. rubrosanguineus (non ss. Krombholz) tut sich da aber nichts. Ich muss mal schauen, was hier das Blauen bewirkt.

Typisch für die ganze Gattung sind diese dunkleren Areolen, die alle mir bekannten Rubroboleten zeigen (und auch bei Caloboletus vorkommen). Hier noch ein paar Fotos mehr:


Bei den älteren, schön rosa gefärbten Fruchtkörpern sind diese Areolen oft fast schwarz.
Agaricus bitorquis - ja,. ein eigentlich sehr typisches Vorkommen, das wir Mingerer schon kennen. Seit mittlerweile über 30 Jahren fruktifiziert dieses Myzel (sicher noch länger, aber ich bin dort erst seit 30 Jahren unterwegs).



Wenn da nicht diese Reaktion wäre:

Senkrecht habe ich Anilin aufgetragen, dann quer dazu konz. Salpetersäure und erhalte ein schönes Orange- bis Blutrot als Reaktion.

Ich muss aber dazu sagen, dass ich dort vorher am Hut etwas gerieben habe (das ist bei Wiesenegerlingsverwandten üblich, da sie dann manchmal Schaeffer-positiv werden). Hier ergab sich auch ein Orange, aber nur kleinflächig - die Reaktion fällt hier gelb aus.
Was aber wirklich wundelrich ist: auch mit KOH ergibt sich eine Reaktion:


Das Fleisch in Hut und Stiel wird gelb, nicht stark, aber weahrnehmbar. Laut Literatur sollte mit KOH gar nichts passieren. Für mich ist es makroskopisch dennoch ein typischer Agaricus bitorquis - das Fleisch hat sich an der Luft auch langsam rotbräunlich verfärbt (Stielbasis, schwache Verfärbung). Das Röten variiert ja von deutlich rot werdend bis nur etwas rotbräunlich verfärbend, aber irgendwie röten sollte er schon, ewas hier auch der Fall war. Ich habe natürlich einen Beleg gemacht und werde bei Gelegenheit (im Winter) reinmikroskopieren. Oder sequenzieren lassen, wenn sich mikroskopisch keine exakte Deckung mit A. bitorquis ergeben sollte.
Zum Schluss eine sehr hübsche Pachyella aus Tutzing, die aber leider (wie so oft), nicht reif genug für eine Bestimmung war (Sporenornamentation!):
Soweit erstmal vom 2. August 2020 – wir gehen ja Tag für Tag durch 
Danke für's virtuelle Mitgehen,
liebe Grüße,
Christoph