Beiträge von Tricholomopsis

    Servus beinand,


    Sarcodon (im alten Sinn) ist eine spannende Gattung. Oehrling: es gibt zwei Sarcodon-Arten, die stark nach Bittermandel riechen: Sarcodon amygdaliolens und Sarcodon fennicus (ich habe darüber in der ÖZP publiziert, ist open access). Maas Geesteranus erwähnt den Mandelgeruch bei Sarcodon fennicus nicht, er ist aber in Norwegen auch als Marsipan-Sopp bekannt, was ja alles sagt.


    Maria, dein Stacheling sieht für mich sehr nach dem Gallenstacheling aus, auch wenn er mal nicht sooo bitter schmeckt. Bitterstoffe können variieren und wenn es so trocken war, warum nicht?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Raphael,


    durch dein @ habe ich den Thread gefunden.


    Wow, ein starker Fund. Das sieht eins zu eins wie Tricholomopsis sulphureoides aus. Das müsste der Erstnachweis für die Schweiz sein! Das solltest du unbedingt publizieren. Wenn du magst, kann ich den Pilz sehr gerne anschauen und nachbestimmen. Eine Sequenz schadet auch nicht - die Art ist ja gut mit der ITS abgrenzbar. Ich ziehe aber bald um - falls du mir was zuschicken würdest, was mich freuen würde, dann bitte erst Mitte Oktober, sonst kann im Umzugschaos was verschütt gehen und erst spät wieder auftauchen...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Maria,


    Lactarius citriolens kann man ausschließen - der hat an der Stielbasis auffällige, ockerliche Haare als Faserpelz, was ihn von anderen Arten gut unterscheidet, zudem meist keine oder nur sehr wenige Gruben am Stiel. Lactarius citriolens ist ganz was anderes (und hat auch nichts mit Lact. intermedius zu tun, also nicht wie in den GPBW, wo die beiden zusammengeworfen werden und nur als Varietäten getrennt werden, was ich hier überhaupt nicht nachvollziehen kann).


    Lactarius intermedius kann man m.E. auch ausschließen - zu stark gezont und der Stiel wäre dann viel grubiger, mondlandschaftsartig (grund in Grube, Krater in Krater) und die Bereich zwischen den "Kratern" wäre nicht so weiß, sondern cremegelb, meist bis zu den Lamellen, während L. scobiculatus oben zu den Lamellen weiß abgesetzt bleibt. Dein Pilz ist nich jung, da ist der Stiel von L. scrobiculatus gerne noch weiß, später sieht man das Weiß nur noch oben an den Lamellen als weiße Zone. Für Lact. intermedius ist der Hutfilz oben zu dunkel und zu filzig, zudem sind dafür schon zu deutliche Zonen zu sehen.


    Für mich ist das Lactarius scrobiculatus.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Noch mehr Infos? Welche Infos hast du denn gegeben? ;)


    Täubling ist klar - und für mich sieht das nach ner Trockenmumie von Russula viscida aus. Wäre überprüfbar - Mit Kalilauge auf die ockerliche Stielbasis. Ist es Russula viscida, dann wäre das Ocker ein Rest des Velum universale und würde - wie beim nah verwandten Ockertäubling - tief rot verfärben.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Bernhrad,


    coole Funde! Die Tricholomopsis sollte Tricholomopsis decora sein (wenn du das Foto vergrößerst, siehst du die kleinen, schwarzen Schuppenspitzen - nur durch die Unschärfe sieht der Hut relativ glatt aus).

    Leucoagaricus nympharum sollte in der Tat stimmen (ist übrigens potentiell giftig)

    Das Grüne Gift sieht nach Gelbem nichtsogifitg aus

    Der Hohlfußröhrling ist arg weinrot - stimmt die Farbe des Fotos? Falls ja, wäre es "was besseres".


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich hole den Thread nochmal raus. Ich habe mit Wolfgang klofac über Caloboletus kluzakii diskutiert. Er hat sich die Sequenz angesehen (sie ist ja hinterlegt) - und die unterscheidet sich demnach klar von C. radicans. Insofern handelt es sich nach Wolfgangs Meinung um eine gut abgerenzbare, eigenständige Art.

    Hannes2 - du hattest da wohl den Erstnachweis für Deutschland vor der Kamera gehabt...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand, servis Sandra,


    wow, ein cooler Fund. Es wurde ja schon vieles geschrieben... Cyanoboletus flavosanguineus fällt ja (wie die ganze Gattung Cyanoboletus) wegen des ausgeprägten Stielnetztes weg.

    Cupreoboletus poikilochromus wird gerne als "Schwarblaunender Röhrling mit Netz" bezeichnet (Cetto hatte ihn so in Fungi dal vero abgebildet, bevor die Art beschrieben wurde). Der kann's aber auch nicht sein, der würde auch am Hut sofort blau verfärben (er ähnelt einem kleinen Ochsenröhrling).


    Ich sehe da auch einen Suillellus mit aberranter Porenfarbe. Ohne Mikroskopie wird man da aber nicht weiter kommen. Und wenn er sequenziert werden soll, umso besser. Bin gespannt, was rauskommt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    zwar spät (war lange sehr eingespannt), aber auch den Thread habe ich durch die Erwähnung gerade entdeckt - ich habe mich heuer mit Wolfgang Klofac ausführlich über Neoboletus xanthopus unterhalten. Er meint, ihn durchaus makroskopisch zu erkennen, wenn er typisch ausgeprägt ist. Die Stielschüppchen sind feiner, der Stieluntergrund heller gelb, die Huthaut schnell glatter... insofern sehe ich hier auch nichts, was gegen Neoboletus xanthopus spricht. War eigentlich unnötig, das noch zu schreiben, aber wenn man angesprochen wird, sollte man (wenn auch spät) reagieren ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich bin durch das "Rufen" (und durch Werner E. direkt per Handy) auf den Thread aufmerksam gemacht worden. Aber der Fall ist mittlerweile ja geklärt. Die senkrecht abstehenden, dunklen bis schwarzen Hutschüppchen machen die Bestimmung (nach aktuellem Kenntnisstand) als Tricholomopsis decora klar. Hat Werner aber auch schon geschrieben (nur nicht, warum er drauf kommt) ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    nach meinem laienhaften Verständnis erfordert die Beschreibung einer neuen Art primär eine hinreichende Abgrenzung von anderen Individuen, die bereits beschrieben worden sind. Um dies zu gewährleisten, wäre eine Sequenzierung der Typuskollektion von Boletus kluzakii schon im Rahmen der Erstbeschreibung 2006 methodisch leistbar - und wünschenswert - gewesen. Immerhin hatten Hibbett und Binder im selben Jahr ihre Phylogenie der Boletales vorgestellt.

    Servus Jürgen,


    ich bin nicht sicher, was du jetzt von mir lesen willst. Erneut: Ich habe das Taxon nicht beschrieben.

    Ob die Abgrenzung hinreichend ist, kann immer diskutiert werden. 2006 war es aber nicht Standard, für Neubeschreibungen zu sequenzieren. Ich weiß nicht im Kopf, wer die Autoren waren, aber nur Unimykologen hatten Zugang zu Sequenzierung. Heute kann man über private Firmen auch als Amateur eine Sequenz machen lassen, aber damals?


    Was also rätst du:

    Soll man deiner Meinung nach das Taxon völlig ignorieren?


    Meine Meinung hatte ich schon geäußert: Ich finde es interessant, dass eine rosarote Subcutis vorkommt und würde solche Kollektionen als wertvoll erachten. Man kann dann solche Kollektionen sequenzieren und schauen, ob sie sich vom Wurzelnden iim engen Sinn unterscheiden. Und wenn du in GenBank eine Sequenz von Holotpyus gefunden hast, dann vergleiche die doch selber mal mit der des Wurzelnden im engen Sinn.

    Es kann auch sein, dass die Sequenz den Baum von Zhao et al gestört hätte und die Bootstraps zu niedrig gewesen wären. Man kann Bäume auch durch die geeignete Auswahl der Taxa schönen. Wäre die Sequenz gleich, hätten sie die auch zeigen können (als Beifang). So ist es Spekulation.


    Was mir auffällt:

    Es gibt immer mehr Fälle, in denen vorher als unwichtig erachtete Makromerkmale plötzlich artdefinierend sind, da sie mit der Genetik korrelieren (siehe Pseudoring bei Gyroporus). Solange aber die Korrelation hier in Caloboletus nicht klar ist, tappt man halt noch im Dunkeln.


    Mir scheint, dich ärgert die Beschreibung und mir scheint, du willst nicht, dass man dieses Taxon diskutiert / erwähnt. Bevor aber nicht gezeigt wurde, dass auch in der Gattung Caloboletus eine rote Subcutis keinen diagnostischen Wert hat, bin ich eben für in dubio pro reo. Es wäre schade, wenn man auf soilche Kollektionen nicht achten würde, wenn sich später rausstellt, dass es doch eine Art ist. Die Beschreibung von "Boletus" polygonius wurde früher auch teils belächelt. Jetzt ist auch genetisch klar, dass die Art gut abgrenzbar ist und die Amyloidie bei Caloboletus calopus nicht variabel ist. Daher ist auch der von dir oben genannte Boletus pachypus s. Pilat & Dermek für mich interessant. Sollte man sowas wieder finden - Habitus wie C. calopus, aber nur mit roter Ringzone und Amyloidie negativ, sollte man das eben mit Boletus polygonius vergleichen. Vielleicht kann der ja mal das Rot so haben. Insofern ist mir nicht klar, warum das ignoriert werden sollte. Ich rate dazu, immer wertneutral offen zu sein und nicht dogmatisch vorzugehen. Ich erinnere da gerne wieder an das dogmaitsche "Kartierungsverbot" für Xerocomellus pruinatus zu Krieglsteiners Zeiten, weil Krieglsteiner meinte, alle Rotfüße seien eine Art. Das war purer Dogmatismus und nicht wissenschaftlich, nur eben viel gröber.


    Das ganze ist unabhängig davon, ob man die Abtrennung als hinreichend belegt einstuft oder nicht. Es wurde eine These aufgestellt. Auch wenn die Begründung dünn ist, sollte man sie nichgt einfach ablehnen (unwissenschaftlich), sondern falsifizieren (wissenschaftliche Methode). Analogien aus anderen Gattungen sind keine Falsiofizierung. Zeige mir einen Caloboletus calopus mit roter Subcutis und das Trennargument in der Gattung Caloboletus wäre dünn, fast falsifiziert, ja. Ich kenne das aber von keiner Aufsammlung. Bei Rubroboletus ist sie aber normal (siehe R. rhodoxanthus ss. Kallenbach) und auch bei Butyiboletus kommen diese Pigmente bei mehreren Arten vor. Man kann dann eher davon ausgehen, dass hier manche Arten das Potential für das Merkmal haben, es aber genetisch ausgeschaltet haben (und es einschaltbar ist). So sehe ich selber keinen Grund, die These eines eigenständigen Taxons abzulehnen. Mir fehlt die Falsifizierung.


    Du kannst aber gerne bei deiner Meinung bleiben, klar. Meine Meinung kennst du aber - und wie gesagt, ich habe das Taxon nicht beschrieben.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Clamydosporen sind Konidien, aber Konidien müssen keine Chlamydosporen sein... Konidie ist der Begriff für eine asexuelle Spore, also eine Mitospore. Das ist ein Überbegriff. "Exhte" Chlamydosporen sind also Konidien, die im Inneren einer Zelle gebildet werde, dann dickwandig werden (teils als doppelte Wand, wenn die Mutterzelle nicht platzt, sondern die Chlamydospore dauerhaft einschließt und auch selber dickwandig wird) und die dann als Dauerstadien dienen. Natürlich kann sich ein Pilz auch dadurch verbreiten, da auch Chlamydosporen z. B. durch Tiere verbreitet werden können. Man kann nicht sauber zwischen Verbreitung und Dauerstadium trennen.


    Später wurde der Begriff aufgeweicht und auch Zellen, die einfach dickwandig werden und als Dauerstadie dienen, werden teils Chlamydospore genannt. Das ist etwas schade, da es die saubere Anwendung auf eine spezielle Bildungsform verwässert. Das passiert aber laufend bei diversen Begriffen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    der Index Fungorum ist eine ungeeignete Quelle, um Synonyme nachzuschlagen, vor allem im undurchsichtigen Lyophyllum-decastes-Aggregat.


    Ich hatte (und nicht nur ich) früher gedacht, dass der Erdsimmerling Lyophyllum shimeji sein könnte, was aber wohl nicht zutrifft. Lyophyllum shimeji wurde meines Wissens genetisch im BayerWald nachgewiesen.


    Der Erdsimmerling hat seinen Namen wegen der Sklerotienbildung im Boden. Das Sklerotium kann sehr groß werden und es bildet dann große Mengen an Fruchtkörpern. Das ist mehr als eine Wuchsanomalie meines Erachtens. Ob nur eine Art diese Sklerotien bildet, weiß ich aber nicht. Ich gehe davon aus, dass deshalb mit dem Volksnamen gesucht wird, denn es ist eben noch unklar, was der Status dieser in der Bevölkerung bekannten, Wissenschaftlern aber in Bezug auf den BayerWald lange unbekannten Art ist. Würde ein Einheimischer eine sener Fundstellen bekannt geben, könnte eine Probe genommen, sequenziert (usw.) werden. Man kann keinen wissenschaftlichen Namen angeben, da der ja unklar ist, während im BayerWald zumindest in der Region Zwiesel/Grafenau klar ist, was ein Erdsimmerling ist (für die Bevölkerung).


    Spannende Sache.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Karl,


    das stammt vermutlich von mir. Reumaux gibt in seinen "Les Russules Emetiques" an, dass Russula mairei s.str. schwach reagiere, Russula nobilis stark und Russula fageticola auch, wenn ich mich recht erinnere.Die meisten Autoren geben aber Russula nobilis als Synonym von Russula mairei an.

    Das französische Buch ist aber sehr kritisch zu lesen. Für mich sind die Hauotunterschiede zwischen Russua fageticola und Russula mairei der lange Stiel und das weichere Fleisch von R. fageticola, während R. mairei festfleischig ist und gerne einen Grüntouch in den Lamellen zeigt. Ich schmiere aber immer Gujak drauf, um zu schauen, ob ich die R. mairei ss. Remaux haben könnte.


    Ich finde die Speitäublinge recht verwirrend, aber spannend.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jürgen,


    über die Motivation der Autoren, Artrang anzunehmen kann ich nichts sagen. Auf welcher Rangstufe auch immer, das Taxon ist auffällig. Ich selber habe sowas noch nicht gefunden. Daher kann ich über die Berechtigung des Artrangs nichts sagen.

    In der Satanasverwandtschaft sind rosa Pugmente normal bzw. bei mehreren nah verwandten Arten vorhanden. Dass dann auch R. satanas diese Pigmente bilden kann, überrascht dann nicht. Bei Caloboletus sieht das schon anders aus. Daher würde ich den Autoren keine Publicitygeilheit vorwerfen wollen.


    Der Vergleich mit Boletus pachypus s. Pilat & Dermek hinkt in meinen Augen. Da gibt es mehrere Trennmerkmale. Vielleicht ist das, was sie vorgestellt haben nur sehr selten? Solange das Material der beiden Autoren nicht revidiert wird, ist die Aussage, dass es sowas nicht gebe unzulässig. Ist kein Material vorhanden, muss man warten, bis eine sehr ähnliche Kollektion z.B. genetisch geprüft wird.


    Bei C. kluzakii gibt es Material. Solange da aber die Sequenzen nicht publiziert sind, fällt ein Urteil schwer. Hast du bei GenBank mal nachgesehen?


    Ich bin zurzeit nicht zuhause und tippe mit dem Handy.. daher kann ich nicht so einfach mal nachschauen.


    Ich sehe solche Taxa immer erstmal wertneutral. Würde ich das im Vorfeld als reine Form abtun und nicht drauf achten, dann wäre es schade, wenn später die Eigenständigkeit gezeigt würde. Je mehr durch Foren von C. kluzakii wissen, umso mehr achten auf solche Kollektionen und um so besser lässt sich dann der Rang bestätigen oder widerlegen. Von vornherein das abzutun hilft da halt nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan,


    das freut mich! Gut, wenn die DGfM jetzt auch punktuell Naturschutz unterstützt und sich für Pilzschutz einsetzt. Ich hatte das mal anders erlebt, als es bei einem anderen Naturschutzproblem hieß, das sei zu regional, da nur ein Bundesland betreffend. Deshalb - und weil ich weder in der Z. Mykol. noch anderswo und auch nicht hier - war ich neugierig, ob sich hier die DGfM als Verein für den Schutz der Fläche einsetzt.

    Wenn dem so ist, finde ich das hervorragend, denn Pilzschutz geht nur dann, wenn sich alle Vereine, die sich dem verschreiben, an einem Strang ziehen und selber Gewicht bekommen. Dann bin ich mal auf die Infos in den nächsten Mitteilungen gespannt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Steffen,


    der Albatrellus confluens war doch der junge Albatrellus cristatus, der noch nicht grün verfärbt war, oder? ;)


    Nemania carbonacea - das ist ja cool. Das Hysterobrevium wird vermutlich einfach übersehen oder makroskopisch falsch als Hysterium pulicare bestimmt (ich erinnere mich da an die Kartierung damals). Die Nemania dagegen ist ja richtig auffällig... Und ich hatte die gar nicht mitbekommen. Freut mich sehr!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jürgen,


    deine Skepsis knn ich gut nachvollziehen und ich teile sie durchaus. Ich weiß auch nicht, ob die Art was taugt oder nicht. Ich kenne nur die Fotos vom Werner und weiß daher, dass auch außerhalb des locus classicus sowas vorkommt. Ob es aber eine reine Farbform ist, kann ich nicht beurteilen.

    Wenn er sequenziert wurde, müsste er auch in einem Cladogramm auftauchen.

    Bis man da mehr weiß, gehe ich von "in dubio pro reo" aus. Bestätigt sich dann doch Artrang, so wäre es schade, nicht auf sowas geachtet zu haben.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Seass Weana,


    oids Haus, ois guade zum Burtseldog. Etz bisd oan dog oider ois gestan und dennoch schaugts so aus, ois werast um a Joar oider. Des gibts nua oamoi im Joar. Oiso hoff I, dos des gscheid gfeiad hosd. Bleib wiasd bisd, wead oiwei a weng weiser - und I stoß in Gedanken auf di oo (bin grad im Oberallgäu und hab a weng an Lafroig auf di drungga).


    Ois guade,

    dei Christoph

    Servus beinand,


    ich sehe den Thread erst jetzt, da ich in dessen Anfangszeit hier inaktiv war. Die Pilzvorkommen alleine sollten ausreichen, den Bebauungsplan zu kippen.

    Wir haben doch einen deutschlandweit aktiven Pilzverein, der sich offiziell auch für Naturschutz einsetzt. Weiß jemand, ob sich dieser Verein aktiv einbringt und die Petition unterstützt? Präsidiumsmitglieder dieses Vereins wissen ja von den Plänen... da könnte der Verein was sinnvolles tun, zusammen mit der ThAM?!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Thorben,


    ich habe Scleroderma verrucosum noch nie mit so einem langen und kräftigen Pseudostiel gesehen. Auch ist die Peridie zu wenig leopardenlike. Rein makroskopisch klar Sc. verrucosum. Die Sporengrößen sind bei Scleroderma manchmal tricky. Die Fruchtkörper müssen wirklich voll reif sein. Sind sie zu jung, fallen die ;aße zu klein aus. Hier habe ich aber keine Zweifel an Scl. verrucosum.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Markus,


    ein Schnittbild wäre gut - es könnte nämlich auch Caloboletus kluzakii sein. Werner (E.) hat den in Südschweden unter Eichen finden können, warum dann nicht auch in Norddeutschland? Das schwache Rosa der Huthaut lässt mich daran denken.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    soweit ich das mitbekommen habe, hat sich die Russula maculata bestätigt - Werner hatte sie, glaube ich, mitgenommen. Die Russula persicina war zu hinüber und bleibt daher ein cf. (sie ist aber von dort bekannt).


    Ja, der Park rund um die Klinik Höhenried ist bekannt für die tollen Pilzvorkommen.


    Ich habe ja nur in Leustetten und später in Tutzing fotografiert. Hier ein paar Fotos von mir – erst aus Leutstetten:




    Cantharellus pallens (= C. subpruinosus) ist bei uns ja was alltägliches. Trotzdem findet man selten so schöne Exemplare, denn die werden meist von Speisepilzsammlern weggerupft. Typisch sind die am Hutrand deutlich gelberen Leisten. Ich habe die Fotos noch nicht nachbearbeitet und daher auch den Weißabgleich noch nicht optimiert. Die Farben sind im Original etwas gelber.


    Jetzt zu Rubroboletus rhodoxanthus ss. Kallenbach non ss. orig.:



    Die Poren werden früh dunkel blutrot, das Stielnetzt ist ebenfalls tief blutrot (arterielles Blut), das Fleisch im Kontrast leuchtend gelb.



    In der Stielbasis sind meist blut- bis weinrote Bereiche zu sehen, sie ist aber nicht so stark durchgefärbt wie bei der Gattung Suillellus. Wie Stefan schon geschrieben hat, blaut diese Art im Hut und allenfalls ganz oben im Stiel. Beim rechten Fruchtkörper sieht man den Kontrast zwischen dem blutroten, dichten Netz und dem gelben Fleisch.



    Im Stiel reagiert das Fleisch mit Melzers Reagenz. Das ist mir früher schon aufgefallen. Wenn an aber "ordnungsgemäß" mit dem Mikorksop die Amylonreaktion prüft, fällt sie negativ aus. Dafür legt man ein Stück Stielfleisch erts in Melzers und mikroskopiert es dann in Chloralhydrat (Singer hat es so empfohlen). Bei Suillellus sieht man dann schön blaue Septen und teils auch andere Zellwandbereiche blau- bis violettgrau. Hier beim R. rubrosanguineus (non ss. Krombholz) tut sich da aber nichts. Ich muss mal schauen, was hier das Blauen bewirkt.



    Typisch für die ganze Gattung sind diese dunkleren Areolen, die alle mir bekannten Rubroboleten zeigen (und auch bei Caloboletus vorkommen). Hier noch ein paar Fotos mehr:




    Bei den älteren, schön rosa gefärbten Fruchtkörpern sind diese Areolen oft fast schwarz.


    Agaricus bitorquis - ja,. ein eigentlich sehr typisches Vorkommen, das wir Mingerer schon kennen. Seit mittlerweile über 30 Jahren fruktifiziert dieses Myzel (sicher noch länger, aber ich bin dort erst seit 30 Jahren unterwegs).





    Wenn da nicht diese Reaktion wäre:



    Senkrecht habe ich Anilin aufgetragen, dann quer dazu konz. Salpetersäure und erhalte ein schönes Orange- bis Blutrot als Reaktion.



    Ich muss aber dazu sagen, dass ich dort vorher am Hut etwas gerieben habe (das ist bei Wiesenegerlingsverwandten üblich, da sie dann manchmal Schaeffer-positiv werden). Hier ergab sich auch ein Orange, aber nur kleinflächig - die Reaktion fällt hier gelb aus.


    Was aber wirklich wundelrich ist: auch mit KOH ergibt sich eine Reaktion:




    Das Fleisch in Hut und Stiel wird gelb, nicht stark, aber weahrnehmbar. Laut Literatur sollte mit KOH gar nichts passieren. Für mich ist es makroskopisch dennoch ein typischer Agaricus bitorquis - das Fleisch hat sich an der Luft auch langsam rotbräunlich verfärbt (Stielbasis, schwache Verfärbung). Das Röten variiert ja von deutlich rot werdend bis nur etwas rotbräunlich verfärbend, aber irgendwie röten sollte er schon, ewas hier auch der Fall war. Ich habe natürlich einen Beleg gemacht und werde bei Gelegenheit (im Winter) reinmikroskopieren. Oder sequenzieren lassen, wenn sich mikroskopisch keine exakte Deckung mit A. bitorquis ergeben sollte.


    Zum Schluss eine sehr hübsche Pachyella aus Tutzing, die aber leider (wie so oft), nicht reif genug für eine Bestimmung war (Sporenornamentation!):


    Soweit erstmal vom 2. August 2020 – wir gehen ja Tag für Tag durch ^^


    Danke für's virtuelle Mitgehen,


    liebe Grüße,

    Christoph