Beiträge von Tricholomopsis

    Servus beinand,


    Mycena pura ist genetisch gesehen ein Artenaggregat. Das sind ca. 10 Arten, die aber noch nicht beschrieben wurden. Daher bitte sowas nicht als "blaue Form" abtun Mreul(✝), sondern auffallende Funde dokumentieren (die Aussage, das sei nur eine der Formen des Rettichhlemlings veführt dazu, das so hinzunehmen und nicht weiter zu beachten) - das Paper, das du verlinkt hast, zeigt ja, dass es 10 Arten sind und auch, dass in manchen Clades manche Farben vorherrschen oder umgekehrt manche Farbgebung nur aus wenigen/einzelnen Clades bekannt ist. Blaue Hutfarbe kommt z- B. nur in den Clades 7 und 10 vor, wobei die blauen in Clade 7 keinen blauen Stiel haben, der in Clade 10 aber schon (daher unterscheidbar).

    Es mag sein, dass es blaue Formen gibt, aber eben von unterschiedlichen Arten - nicht von Mycena pura s.str. (je nachdem, wo der Typus der Art liegt bzw. liegen wird).

    Die Rettichhelmlinge sind sehr spannend - und offenbar geht da was mit der ITS (was praktisch wäre).


    Zum Rest kann ich nur dem Werner recht geben - gehe da mit allem konform.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Chris,


    im weiteren Sinn meint, dass es mehrere Arten gibt, die vom Otto-Normal-Sammler unter dem Namen "Parasol" laufen. Die Bestimmung auf Artebene ist bei den Parasolen gar nicht so einfach. Man braucht dafür vor allem reife Fruchtkörper wegen der Sporenpulverfarbe und der Verfärbungen am Hut und im Fleisch. Meist sind dann die Pilzesser schneller, da alles, was wie Parasol aussieht, gerupft wird.

    Mich interessiert primär die Bestimmung und nur sekundär der Speisewert. Da manche der "Parasole" nicht so häufig sind, kann ich nur (ungern) sagen, dass vermutlich alle, selbst die seltenen, essbar sind, da ja auch die seltenen einfach gerupft werden.


    Zur Glucke:

    Die Breitblättrige Glucke ist zäh und schmeckt seifig, kein Vergleich zur Krausen Glucke. Sie riecht auch nicht so aromatisch. Daher hatte ich den Geruch angesprochen. Leider hast du das Merkmal wohl dennoch nicht geprüft (ich wollte keinen Geruch beim Namen nennen, da das dann suggestiv wäre). Hättest du mal an deiner Glucke gerochen und das Ergebnus mitgeteilt, hätte ich sie auf Artebene sicher bestimmen können.


    An Fichte (und v.a. Kiefer) kenne ich nur die Krause Glucke, an Tanne und an Eiche nur die Breitblättrige. Letztere ist deutlich seltener und geschmacklich und naturschutzfachlich kein Speisepilz (sie ist nur ortshäufig - im Bayer. Wald ist sie so häufig, dass man sie auch essen könnte,. aber das lohnt sich schlicht nicht).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Lieber Alis


    manche Pilzarten erscheinen regelmäßig und zuverlässig am gleichen Standort. Bei Holz ja nicht so verwunderlich und auch bei Mycorhizza nicht.

    Aber Puppenkernkeulen?

    ...

    Weiß jemand, wie die Infizierung vonstatten geht? Fressen die Larven die Sporen im Boden oder wird der Befall von den ausgewachsenen Faltern schon übertragen? Abgesehen von den Dramen darunter sind dies kleine hübsche Pilzchen.

    am gleichen Standort ist die Auffindwahrscheinlichkeit natürlich groß. Wobei ich mit Standort den ökologisch definierten Standort meine. Du meinst vermutlich den genauen Fundort.

    Beispiel: der typische Standort von Lactarius subdulcis ist der Buchenwald. Ein Fundort von Lactarius subdulcis wäre z. B. der Sonnenberg bei Leutstetten.


    Sprich: Standort meint die ökologischen Bedinungen, die eine Art bevorzugt (Standorte sind Buchenwälder, Fichtenwälder, Hochmoore usw., also Lebensraumtypen). Der Standort kann dabei aber auch sehr eng definiert sein, aber immer nicht auf einen Punkt bezogen.


    Ich schreibe das deshalb so ausführlich, damit wi rnicht aneinander vorbei reden. Leider werden selbst in eigentlich ökologisch angedachten Werken wie Großpilze Baden-Württembergs oder auch dem Beiheft mit den Verantwortungsarten die Begriffe schlicht verwechseltz (bzw. bei ersterem Werk mal richtig, mal falsch angewandt, je nach Kapitel und Autor).


    Am passenden Standort wird Cordyceps militaris immer wieder potentielle Wirte finden, da ja die Verbreitung auf neue Wirte immer klappen muss. Und kommt eine Schmetterlingsart an besagtem Standort vor, wird auch die Cordyceps dort wieder ein Opfer finden. Insofern wundert es mich nicht, wenn die Cordyceps auch an einem Fundort regelmäßig angetroffen werden kann. Leider nennt man das dann "standorttreu", was endgültig verwirrt, denn im "Normaldeutschen" wird nicht zwischen einem (potentiellen) Standort und einem konkreten Punkt, an dem man steht, unterschieden.


    Zum Finden des Wirts: die Cordyceps wächst über die Tracheenöffnungen in das Insekt, schaltet erstmal das Immunsystem aus, und lebt solange im Atmungssystem, bis der Pilz entscheidet, den Wirt zu töten. Bei der Verpuppung werden die Tracheen meines Wissens aufgelöst - da weiß ich nicht, was genau die Cordyceps da macht. Der Primärbefall läuft aber, so wie ich es verstanden habe, über an der Körperoberfläche anhaftende Sporen, die auskeimen und so durch Hyphen, die in die Atmenöffnungen hineinwachsen.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: im Bayerischen Wald (Nationlapark) ist Cordyceps militaris weit verbreitet. In den Alpen auf unterer Höhe (so zwischen 800 und 1000 m, also am Fuß der Berge) finde ich sie auch immer wieder mal. Im Alpenvorland wiederum finde ich sie fast gar nicht. Offenbar braucht sie als Standort (hier in Bayern in meiner Region) montane, totholzreiche Mischwälder mit genügend Totholz der Finalphase, das bereits übermoost ist, sodass sich unter dem Moos die Raupen zum Verpuppen zurückziehen. Ob diese Standortsumschreibung allgemeingültig ist, kann ich nicht sagen. Andere Gegend, andere Standortsanspüche?!

    Servus Chris,


    ja, Bild 1 ist ein Parasol im weiteren Sinn.

    Bild 2 zeigt einen raufußröhrling, der wie ein Birkenpilz aussieht. Näheres geht nur mit einem Schnittbild durch den Fruchtkörper (Fleischverfärbung an der Luft) - ich würde aber in der Tat den normalen Birkenpilz vermuten.

    Bild 3, 4 und 5 sind Glucken, ja - ich vermute aber, dass es Tannenglucken sind (bzw. Breitblättrige Glucken), bin da am Foto aber nicht sicher. Der Geruch lässt die Krause und die Breitblättrige Glucke leicht unterscheiden (auch die Konsistenz)

    Ja, Bild 6 zeigt Steinpilze

    Bild 7 Raufußröhrlinge im Kunstlicht

    Bilder 8 und 9 wieder Parasole im weiteren Sinn,

    Bild 10 zeigt eine Kammkoralle

    Bild 11 junge Klebrige Hörnlinge (Zwergerlfeuer)


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: über die Genießbarkeit der Pilze habe ich nichts geschrieben (Online-Pilzberatungen lehne ich ab)

    Servus Peter,


    gelöscht wurde ja nicht, nur geschlossen.

    Die Anfrage war m.E. schon sehr eindeutig. Es wurde nicht gefragt, welcher Pilz es sei, sondern nur, was wir dazu sagen, dass jemand "Psilocybe cubensis" in seinem Garten gefunden hätte...


    Ich hätte eh nur sagen können, dass es nichtmal eine Psilocybe ist, ja, dass sogar die Familie falsch ist und damit "das Internet" nicht recht hat. Ich hätte auch nur nachfragen können, wo er denn bitte sonst recherchiert hat. (Stropharia coronilla ist eine Strophariaceae, Psilocybe cubensis eine Hymenogastraceae)


    Die Anfrage lässt aber wenig bis kein Interesse an der Bestimmung erkennen, nur die Hoffnug auf Bestätigung der Bestimmung als Rauschmittel. Daher liegt der Konsumwunsch schon sehr nah. Ich finde solche "bestätigt-mir-bitte-dass-ich-hier-eine-Rauschdroge-gefunden-habe-Threads" ehrlich gesagt nervig. Ohne solche Sperrungen würde das Forum wohl damit überschwemmt werden...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus sternbj,


    der Goldfellschüppling hat eigentlich keine Ähnlichkeit mit dem Hallimasch - der Hut ist viel schleimiger bzw. überhaupt schleimig, die Hutschuppen viel flacher, breiter, pinselartig, die Hutfarbe passt nicht, die Lamellenfarbe (sieht man hier nicht) passt nicht (gelb, später rostbraun), das Sporenpulver gar nicht (rostbraun vs. weiß), die Stielbekleidung ist anders und auch die Ringzone anders aufgebaut.


    Dann zeigst du einen völlig anderen Pilz von unten (einen Trichterling i.w.S.), der mit dem Schüppling so gar nichts zu tun hat.


    Mein Tipp: besuche einen Einsteigerkurs oder nutze VHS-Wanderungen für einen ersten Einstieg. Oder suche einen Pilzverein in der Umgebung. Von Kostversuchen selbst gesammelter Pilze würde ich dringend abraten.


    Wie kamst du eigentlich auf die Idee mit dem Hallimasch?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jezicek,


    auf alle Fälle ist es Tricholoma sulfureum s.l. - das ist nach FoNE ein Aggregat. Die rothütigen scheinen aber nicht nur in einem Clade zu stehen. Im Moment ist der Status von Tr. bufonium s. auct. offenbar nicht geklärt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan,


    genau den Beitrag meinte ich. Danke fürs Verlinken. Ich bezog mich auf die abschließende Bewertung, die Quintessenz. Also den letzten Satz über das Austesten, ob man ihn verträgt und die Empfehlung, sich den Genuss... Lies dir diesen Satz mal durch.

    Diese Haltung kann man natürlich haben. Ich vertrete sie allerdings nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    wären für dich die folgenden Vorgehensweisen des Beraters dann zusammengefasst o. K.:

    ...

    Servus Oehrling,


    exakt, so finde ich es sehr gut.


    Es freut mich, dass es zu einer so guten Diskussion gekommen ist und auch andere Vereine das Thema aufgreifen. Und ja, die europäischen Grenzwerte sind noch strenger als die der WHO. Cadmiumbelastung sollte m.E. ein Thema in der Pilzberatung sein, vor allem eben hinsichtlich der Egerlinge.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan,


    das suche ich dir gerne heraus. Es steht in den Mitteilungsseiten, wo Fragen zum Speisewert gestellt wurden und Prof. Berndt antwortet. Ist glaube ich zwei Jahre her.

    Ich bin gerade erst umgezogen und muss daher das Zitat wieder raussuchen. Kann ein bisserl dauern, mache ich aber zeitnah.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Oehrling,


    natürlich sind die Pilzberater der BMG versichert.

    Meine persönliche Erfahrung bei Pilzberatungen ist dass die Aussage, dass z. B. Anisegerlinge sehr hohe Cadmiumbelastungen aufweisen und ungesund sind, zwei Reaktionen erzeugen:


    1. Oh dann esse ich die lieber doch nicht.

    2. Naja einmal Essen wird schon ned schaden.


    Das hält sich so in etwa die Waage. Bei Reaktion 2 werden die Egerlinge gegessen. Aber eben bewusst trotz Warnung. Und dann passt es ja.


    Die Versicherung betrifft das nicht. Die wäre eher betroffen wenn jemand nach einer Pilzberatung auf das Thema Cadmium kommt und sich ärgert, nicht aufgeklärt worden zu sein. Aber auch das käme wohl kaum vor Gericht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    P. S.: (bin wieder zurück - der Hund musste mal raus, deshalb habe ich ein bisserl in Eile geschrieben - und jetzt muss ich ins Bett... morgen geht's früh raus - aber eins will ich noch anfügen)...


    Ich habe die von Parra kompilierten Werte (die er aus in seiner Monographie zitierter Primärliteratur hat) im BMG-Forum für die BMG-PilzberaterInnen (und alle anderen PilzberaterInnen, die sich dafür interessieren) zusammengefasst. Dort findet man die Agaritin-Gehalte, aber eben auch die Cadmium-, Quecksilber- und Bleibelastungen ausgewählter Arten: Zum Speisewert bzw. zur Giftigkeit von Champignons (Gattung Agaricus)


    Ich zitiere mal hinsichtlich des Cadmiums meinen eigenen dortigen Beitrag:



    Jetzt kann man für sich selber die von der WHO empfohlenen Grenzwerte ernst nehmen oder ignorieren. Aber in der Pilzberatung kann man das m.E. nicht einfach so tun. Information kann man ja weitergeben - die sich beraten Lassenden können dann selber entscheiden.


    Liebe Grüße und gute Nacht,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich habe gerade leider wenig Zeit, weshalb ich mich sehr kurz fasse (oder es versuche).


    Zunächst: Agaricus pseudopratensis gilbt nicht in der Stielbasis und kann wirklich dem Wiesenegerling sehr ähnlich sehen. Wie so oft sollte man erstmal den Doppelgänger gesehen haben, bevor man dann wieder die essbare der beiden Arten sicher kennen kann.


    Innerhalb der BMG rege ich dazu an, dass unsere Pilzberater/innen bei Egerlingen vorsichtig sind. Hinsichtlich des Falschen Wiesenegerlings wurde entsprechend gewarnt. Was die DGfM für die Weiterbildung der PSV macht, weiß ich nicht und geht mich auch nichts an.


    Was die Cadmiumbelastung der Egerlinge (vor allem der Anisegerlinge) angeht, verweise ich auf die Werte, die Parra in seiner Monographie angibt. Ob die DGfM als Verein darauf eingeht oder es ignorieren will, ist mir völlig egal (ich finde es nur schade). Anisegerlinge benötigen Cadmium für die Fruktifikation. Mit Cadmium in Lebensmitteln ist nicht zu spaßen. Aber jeder kann selber nachlesen, wieviel Cadmium, Blei und Quecksilber in Egerlingen angereichert ist. Dann kann man selbst entscheiden. Darauf zu warten, dass das ein Verein für einen übernimmt - nun ja, muss auch jeder selber entscheiden.


    Agaritin ist seit Jahren in der Diskussion. Da wird es keine klare Lösung geben. Nur sollte man vor Rohverzehr warnen, da beim Kochen Agaritin teils zerlegt wird. Ich persönlich werte das Cadmium als problematischer.


    Ob man Anisegerlinge nicht mehr als essbar bezeichnen sollte? Schwer zu sagen. Ungesund sind sie eben. Ich sehe die Pilzberatung als echte Beratung. Also sollte ich die zu Beratenden auch aufklären, dass Cadmium (und andere Schwermetalle) ungesund sind. Ob die DGfM ihre PSV hier fortbildet oder ob sie möchte, dass vor ungesunden Pilzen gewarnt wird, weiß ich nicht. Ich fände es aber den zu Beratenden gegenüber unfair, nicht zu warnen.


    Die PSV sollten auch aufgeklärt werden, dass (möglicherweise) Agaricus freirei in Brandenburg nachgewiesen wurde. Das wäre sehr wichtig für die Freigabe von Waldergerlingen. Ich glaube nicht, dass jeder PSV A. freirei erkennen würde (der rötet nur, gilbt gar nicht, sieht aus wie ein Waldegerling).


    Peter: ich fände es besser, du informierst dich und entscheidest dann nach deinem Gewissen und den Informationen. Wenn du aber nur aktiv wirst, wenn ein Verein dir dazu Grund gibt, dann kann ich das auch nicht ändern. Vielleicht lohnt es sich, aber mal darüber nachzudenken. Man muss nicht jeden Pilz essen. Es gibt auch genug andere Speisepilze. Und wenn sich ein Speisepilz als ungesund herausstellt, dann muss man eben immer im Einzelfall entscheiden, ob man sowas essen will oder nicht. Dafür braucht man aber Informationen. Wer bewusst und freiwillig raucht, kann und soll das gerne machen. Aber der/diejenige sollte wissen, dass Rauchen potentiell krebserregend ist (etc.). Ohne die Hintergrundinfos kann man sich nicht bewusst für den Genuss, dafür gegen die Gesundheit entscheiden.

    Ich rauche nicht, nur ab und zu mal eine Zigarre bei besonderen Gelegenheiten. Da ich aber weiß, was das anrichten kann, bleibt es bei ab und zu. Wüsste ich nicht, dass Zigarren ungesund sind, würde ich vielleicht viel mehr davon rauchen.


    Bei den Egerlingen sehe ich es ähnlich. Bei den großen Anisegerlingen ist die Cadmiumkonzentration aber so hoch, dass eine Diskussion, ob sie problematisch sind, eigentlich lange durch. Es kommt zwar zu keiner akuten Cadmiumvergiftung, aber die Effekte von subtoxischen Dosen sind nunmal bekannt.


    Und ja, ich finde es schade, dass die DGfM sowas ignoriert (der Parra hat einige Jahre auf dem Buckel). Ich finde es auch schade, wenn in der Z. Mykol. empfohlen wird, den Glimmerschüppling mal in kleinen Mengen zu probieren, obwohl der als Giftpilz angesehenw ird und man hier von der Blausäureproblematik weiß.


    Ich vertraue da der DGfM nicht - der Verein ist mir zu träge. Oder hat andere Interessen, das weiß ich nicht. Ich vertraue lieber der Fachliteratur als Vereinsvorständen (andere Vereine mit eingeschlossen). Und warum die BMG die Egerlinge nicht als ungenießbar kennzeichnet? Siehe oben - Aufklärung ist besser als komplettes Ablehnen. Man macht sich auch unglaubwürdig, wenn zig Populärbücher nichts darüber schreiben und Egerlinge als Speisepilze anpreisen. Dann lieber auf der Aufklärungsschine arbeiten. Ist jedenfalls meine Meinung ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Azalee,


    Wiesenegerlinge enthalten Agaritin, das als potentiell krebserregend gilt. Deshalb sollte man generell keine rohen Champignons essen.


    Viele Egerlinge reichern zudem bedenkliche Mengen an Schwermetallen an.


    Der Wiesenegerling wiederum hat mit dem giftigen falschen Wiesenegerling einen echten Doppelgänger, den auch nicht alle PSV kennen. Der Doppelgänger profitiert vom Klimawandel.


    Kurzum: ich würde als Anfänger Wiesenegerlinge meiden. Zudem sind viele Champignons einfach zu ungesund. Und die Bestimmung ist teils sehr schwer.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,

    der aromatische "Duft" kommt später nach. Ich hatte eine erst nur nach Gurke riechende Kollektion, die ich wegen des Geruchs im Gelände nicht ansprechen konnte. Am Abend kam dann, als die Fruchtkörper etwas trockener und wärmer wurden, das typische Aroma zum Vorschein. Der Geschmack war typisch - gasartig mit Mehl gemischt, später etwas scharf.


    Da die Mehlkomponente bei Tricholoma lascivum zumindest im Geschmack immer da ist, glaube ich nicht, dass ein stärker vorhandener Gurkengeruch taxonomisch bedeutsam ist. Man kann aber nie wissen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    für mich ist das Tricholoma lascivum. Der kann auffallend nach Gurke riechen - hatte ich genau so letzte Woche. Tr. album kenne ich nur ohne Gurkenkomponente.

    An den Sporen und der Schnallenhäufigkeit kann man die Bestimmung leicht überprüfen. Tricholoma lascivum ist bei Buche häufig Tricholoma album bevorzugt die Eiche.


    Liebe Grüße ,

    Christoph

    Servus Peter,


    ich mache wenn, dann Bildunterschriften, weil ich das eben so kenne. Überschriften bei Tabellen, aber bei Bildern immer Unterschriften. Ich finde es aber nicht schlimm, dass das hier jeder so macht, wie er will, denn:


    Ansonsten gibt's wohl den einfachen Trick, dass man schaut ob über oder unter dem ersten Bild die Beschreibung steht. Man sollte meinen, das wäre dann im restlichen Post konsistent.

    Und genauso mache ich es. Am ersten Bild sehe ich ja, wie es der/die Autor/in macht. Insofern ist es ja nicht schlimm, wenn's jeder so macht, wie's gefällt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    jetzt bin ich noch verwirrter. Mein Fund im Erstbeitrag ist garantiert nicht auf Holz gewachsen, der in Beitrag 8 aber schon. Ich dachte, das allein wäre schon ein klares Unterscheidungsmerkmal. Mit deinen Erklärungsversuchen bin ich als blutiger Amateur leider völlig überfordert ;( . Ich belasse es dabei und freue mich etwas nicht Alltägliches gefunden zu haben :D .

    Servus Jörg,


    so war es gar nicht gemeint. Ich wollte nur darlegen, warum eine Synonymie der beiden Arten definitiv falsch wäre. Sie sind nicht nur genetisch unterscheidbar, sondern haben eben noch dazu ein anderes asexuelles Stadium. Es ging nicht darum, dass du das überprüfen können solltest. Es ging nur darum, deine Aussage, dass das zwei getrennte Arten sind, zu unterstützen. Synonymie ergäbe hier gar keinen Sinn, auch wenn beide eine sehr ähnliche Hauptfruchtform haben.


    Ich habe zudem nochmal nachgelesen - Trichoderma leucopus soll in der Tat die Art sein, die an Cudonia und Spathularia möglicherweise parasitiert. Trichoderma alutacea wächst – wie du schreibst – an Holz und ist wenn, dann ein Parasit von Holzpilzen, wenn überhaupt. Wenn für die Bestimmung aber nur das Substrat (Holz kann auch vergraben sein) und minimale Unterschiede in den Sporenmaßen griffig sind und der rest an Makromerkmalen etwas schwammig, dann ist die Bestimmung halt kniffelig. Trotzdem sind es aber getrennte Arten.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Raphael,


    ich muss zugeben, Calocera viscosa kaum selber mikroskopiert zu haben - es sei denn, es geht um die Unterscheidung zu C. furcata.


    Gehen wir's mal durch:


    auf Nadelholz:

    Calocera pallidospathulata hat Sporen bis 13 µm Länge (teils bis 15 µm), ist aber viel kleiner und blasser gefärbt - kann's nicht sein.

    Calocera furcata hat auch Sporen bis 13 µm Länge, ist aber kleiner, meist nur bis 1 cm, selten mal bis 2 cm lang. Wenn der Fruchtkörper aber so groß ist, müsste er ja ausgereift sein und dann klar verzweigt sein. Hier sehe ich nur den Ansatz zur Verzweigung.

    Calocera viscosa - da passt die Makroskopie auf einen jungen Fruchtkörper. Die Sporen können länger als 10 µm werden, 12 µm wäre aber schon sehr lang. Andererseits wachsen Sporen hier nachträglich in die Länge (ist z. B. von C. furcata bekannt). Hier ist der FK aber noch jung - meine Vermutung: hat begonnen zu sporulieren, obwohl jung, dann kam Frost (?) – hoch genug gelegen(?) – was dem Fruchtkörper einen leichten Schlag gegeben hat. Die Sporen, die du siehst, sind dann älter und liegen schon länger auf dem Fruchtkörper. Dann sind die Maße wohl nicht so genau zu nehmen. Ist aber Spekulation


    alle anderen Arten (bei uns) wachsen auf Laubholz, und zwar nicht auf vergrabenem, sondern direkt auf dem Substrat: Calocera cornea und C. glossoides. Letztere kenne ich von Eiche und die hat eine ganu andere Fruchtkörperform. Für C. cornea sind sie auch zu groß und kräftig - das passt nicht.


    Die Frage ist zudem, wie oft bei C. visoca Sporenmaße geprüft wurden - vielleicht variieren sie doch mehr als gedacht. Falls du Schnallen findest, wäre es was Neues (es gibt Verwandte von Calocera viscosa mit Schnallen – unser Zwergerlfeuer hat keine Schnallen). Die Dikaryophysen sollten bei C. viscosa apikal etwas verbreitert sein und sich teils auch verzweigen, was sonst nur noch C. glossoides macht, die aber eben völlig anders aussieht.


    Du kannst ja mal die Dikaryophysen suchen (sterile Elemente zwischen den Basidien, also im Endeffekt Cystiden, die aber mehr an Paraphysen erinnern).


    Mich würde nichtg wundern, wenn alles andere auch auf C. viscosa deuten würde.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Rudi,


    die Sklerotien sehen bei den einzelnen Arten unterschiedliche aus (Größe/Form). Z. B. bei Paxillus involutus kugelrund und sehr klein (um 0,,1-0,5 mm). bei Paxillus validus s.l. größer (1-2 mm) und unregelmäßig kartoffelförmig.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jim,


    was die Gattung angeht, stimme ich zu - Gymnopus (Rüblinge mit blassem Sporenpulver). Hier denke ich aber eher an Gymnopus erythropus, den Rotstieligen Waldfreund.


    Übrigens: Der Begriff Rhizoide ist eigentlich für die Moose reserviert (die haben statt Wurzeln Rhizoide). Bei Pilzen nennt man das Rhizomorphen (oder Myzelstränge). (Das schmeißen aber auch manche Pilzbuchautoren durcheinander)

    Soll nicht besserwisserisch sein - es wäre nur schade, wenn die in der Biologie definierte Fachsprache durch anderen Gebrauch uneindeutig wird (wie z. B. der Begriff Standort, der auch selbst in ökologisch ausgelegten Pilzbüchern falsch verwendet wird).


    Liebe Grüße,

    Christoph