Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Adrian,


    das ist Chroogomphus helveticus. Mit einem Sporenabwurf hättest du die Art leicht bestimmen können bzw. den Verdacht erhärten können, denn schwarzbraunes Sporenpulver und herablaufende Lamellen gibt es nicht so oft bei den Pilzen ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Ralph,


    Tricholoma lascivum hat ebenfalls viele Schnallen in der HDS... hat aber etwas größere Sporen und sieht vom Habitus anders aus (ganz abgesehen von der Verfärbung). Wollte das nur bezüglich des Schnallenarguments anmerken.


    Wenn Seifenritterling, dann aber Tricholoma saponaceum agg. (das sind ja mehrere Arten) - das "agg." ist da nicht unwichtig.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Einen violetten Überzug können haben:


    Cantharellus alborufescens, C. ferruginascens, C. roseofagetorum und C. amethysteus.


    Cantharellus ferruginascens wäre deutlich kühler im Farbton und hat jung einen zitronengelben Hut. C. roseofagetorum hat einen meist mehr rosa gefärbten Überzug und jung einen weißen Hut. Cantharellus alborufescens ist m.W. nur mediterran verbreitet (immergrüne Eichen). Insofern gehe ich auch vom Amethystpfifferling aus. Mit so knallgelben Leisten kenne ich den aber nicht (was ja nichts sagt). Digitalkameras haben aber mit reinen Gelbtönen oft Probleme. Ich fotografiere mit Canon und komme bei den Pfifferlingen regelmäßig ins Schwimmen, was den Farbstich betrifft. Entweder zu blass oder zu kräftig gelb. Die Mitte treffen ich mit Weißabgleich irgendwie selten. Daher dachte ich auch hier an ein Problem mit dem Ablichten des exakten Farbtons.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Oehrling,


    ich selber kenne Tricholoma sulfurescens nur aus Franken. Hier in Oberbayern habe ich den noch nicht gefunden. Vielleicht ist er ja wärmeliebend.


    Jedenfalls vermute ich, dass die Art wenn, dann nur ortshäufig ist. Was aber auf alle Fälle stimmt: viele schauen sich die "weißen Stinker" nicht genau genug an.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Er riecht ein wenig nach Kochwäsche, oder wie Omas Wäschekeller.

    Seid gegrüßt, Eure Lordschaft...


    Für mich riecht der Grünspanträuschling sehr deutlich - und zwar nach Schuhleder oder nach Safran, aber Waschküchengeruch käme mir da nie in den Sinn. Interessant, wie unterschiedlich Nasen/Gehirne Gerüche Wahrnehmen. Fragt sich, wonach für dich Seifenritterlinge riechen ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Mischa,


    sieht für mich auch nach Tricholoma imbricatum aus. Bist du dir mit der Sporenpulverfarbe sicher? Nicht, dass du nur einen Abdruck der Lamellen auf dem Papier hast, also statt der Sporen ausgewaschene Farbpigmente?

    Die Fotos zusammen mit braunem Sporenpulver lassen mich sonst auch aussteigen. Ich würde dann aber bei den älteren Exemplaren eine andere Lamellenfarbe erwarten.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Lenaipunkt,


    die Fotos erscheinen mir sehr farbstichig - sind die im Kunstlicht aufgenommen worden?


    Cantharellus amethysteus hat blassere Leisten als der normale Pfifferling, fleckt viel stärker auf Druck und hat jung oft/meist einen violetten Überzug am Hut, der später zu den kleinen Schüppchen aufreißt. Die Fruchtkörper sind meist auch größer und kräftiger als normale Pfifferlinge.

    Der violette Überzug allein macht aber nicht die Bestimmung, denn das kann auch bei anderen Arten auftreten.

    Die Bestimmung ist aber ein bisserl komplexer als über Bildersuche im Netz.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    ich bin nicht der Co-Autor des Buches. Ich habe nur den Bestimmungsschlüssel zusammen mit Josef ausgearbeitet.


    Was die gelben Ramarien angeht - ohne Mikroskopie geht da wenig. Ramaria flava wäre recht leicht bestimmbar, da die Sporen im Lichtmikroskop im Profil glatt erscheinen, aber in Baumwollblau in Aufsicht dann doch ein feines Ornament zeigen.


    Es gibt aber viele, gelbe Ramarien. Die Bestimmung ist aber im Prinzip nicht sehr kompliziert. Man braucht neben der Makroskopie nur die Sporenmaße, die Sporenform, den Ornamenttyp der Sporen, die Schnallenverhältnisse und Merkmel der Rhizomorphen wie Kristalle oder Skeletthyphen oder skelettisierte Hyphen. Im Gegensatz zu anderen Pilzen braucht man keinen HDS-Typ, keine Cystiden usw.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus skromnibog,


    das sieht für mich wie ein typsches Leccinum piceinum aus, die nicht nur bei Fichte, sondern auch bei Kiefer wachsen kann. Typisch sind die alt schwarzen Stielschuppen (bei L. vulpinum nur rotbraun werdend), die früh grau verfärbenden Poren (wie bei der Heiderotkappe - aber da ist der Hut zu dunkel) und das nur schwach schärzende Fleisch (das man hier nicht sieht - das betrifft alle Nadelwaldrotkappen).


    Langer Rede kurzer Sinn: eine seltene Art, die eigentlich zu schade zum Essen ist. Ich würde die, wenn überhaupt, nur dann essen, wenn sie lokal häufig ist.


    Man kann zwar alle Rotkappen essen, aber Rotkappen sind rückläufig. Bei mir ist nur die Pappelrotkappe noch regelmäßig anzutreffen. Aus naturschutzfachlicher Sicht sollte man Rotkappen m. E. schonen. Und so seltene Arten sowieso.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Hydnum als Gattung ist klar, aber das ist m. E. ganz sicher kein Hydnum repandum. Da passen weder Fruchtkörperform noch Stachelansatz am Stiel. Ohne Mikroskopie wird man da aber nicht weiterkommen. Hydnum ellipsosporum dürfte es auch nicht sein, da mir die Stacheln zu rund vorkommen. Auf alle Fälle etwas aus dem komplizierten Hydnum-rufescens-Aggregat.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ja, völlig klar Hemistropharia albocrenulata, bilderbuchmäßig.

    Für Pholiota passen die jung so blassen (grau mit etwas Violettstich, wenn jung) Lamellen und die Sporenpulverfarbe nicht (zu dunkel). Somit kann es auch kein aberranter Sparriger Schüppling sein.


    Die Beschreibung der neuen Gattung kann man bei Cyberliber offen lesen: Mycotaxon 102: 235, 2007 (und Folgeseiten).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    ich höre auf irgendeinen Krempling bestimmen zu wollen ;( . Was zum Teufel ist denn nun wieder Paxillus adelphus? Wurden die Erlenkremplinge auch zerbröselt?

    Servus Jörg,


    mittlerweile sind drei Erlenkremplinge beschrieben und anerkannt, wobei demnach Paxillus rubicundulus extrem selten sein soll.

    Ich hatte bei meinen Kremplingsstudien zwei Erlenkremplinge makroskopisch trennen können, hatte damals aber die Genetik nicht als Hilfe zur Hand, sodass ich damals nicht getraut hatte, daraus zwei Arten zu machen - bzw. ich war nicht davon überzeugt.


    Somit haben wir bei uns nun mindestens 7 Kremplingsarten (Gattung Paxillus s. str.). Ist doch noch übersichtlich... ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Raphael,


    du bist nicht allein als Hebeloma-Freund. Ich schaue mir Fälblinge seit der ersten, noch dünnen, nordischen Bearbeitung (FoNE) gerne intensiver an. Das Werk aus Fungi Europaei war natürlich ein ganz schöner Sprung... Den Ergänzungsband habe ich aber (noch) nicht.


    Hebeloma velutipes ist auch bei mir häufig und das Bestimmungsergebnis passt m. E. gut (was sich im Nachhinein leicht sagen lässt...).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Raphael,


    Makroskopie und die Sporenpulverfarbe wie auch die kleinen Sporen passen m. E. gut auf Paxillus adelphus. Paxillus obscurisporus wäre viel viel größer, kräftiger, hätte reif dunklere Lamellen und ein dunkles, schokoladenbraunes Sporenpulver, in das Weinrot gemischt ist.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Phillip,


    die rote Verfärbung ist ein Bakterienbefall, der bei Ellerlingen vorkommen kann. Ellerlinge sehe ich das auch (Gattung Cuphophyllus). Bei den gefärbten mit ockerlichen Tönen hast du sicher keinen Jungfernellerling im engen Sinn. Der erste kann einer sein, aber auch da würde ich gerne die Hutoberseite sehen.

    Möglicherweise Cuphophyllus cereopallidus oder C. ochraceopallidus - ohne Mikroskop kommt man da m.E. nicht weiter.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Norbert,


    wenn du dir die Sporen anschaust, dann siehst du einen Keimporus, der mit einem durchsichtigen Pfropfen verstopft ist - das ist Gattungsmerkmal für Macrolepiota. Damit kannst du sofort Lepiota, Chlorophyllum und Leucoagaricus ausschließen.


    Macrolepiota excoriata habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Bei mir ist die Art - denke ich - sehr selten geworden. Insofern ein Supferfund.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Alis,


    ein Biotop ist die Summe der abiotischen Faktoren eines Gebietes. Die Biozönose ist alles, was in einem Biotop lebt. Im Sandkiefernwald wäre das Biotop der Sand und die Luft. Und das Ökosystem ist die Summe aus Biotop und Biozönose.==Lehrer

    Solange man versteht, was der andere meint, ist es aber egal ==zucken In der Politik ist ein Biotop eben das, was die Ökologen als Ökosystem bezeichnen (Biotop plus Biozönose) - verbunden mit einem besonderen Wert desselben.


    Und der Standort einer Art ist die Summe der Ökosysteme, in denen die Art vorkommen kann. Der bevorugte Standort sind die Ökosysteme, in denen die Art am häufigsten anzutrefen ist.


    Wie gesagt, alles im ökologischen Sinn ;-).


    Zu den Saftlingen:

    Ich habe keine Ahnung, warum bei dir ein schlechtes Saftlingsjahr war. Ich würde vermuten, es ist das Zusammenkommen des trockenen Jahrs 2019, der fehlende Winter und die nicht ganz so extreme, aber doch vorhandene Trockenheit 2020, die Probleme bereitete.


    Ich war heuer im Montafon (am Silvretta). In den Hochlagen praktisch keine Saftlinge, weiter unten, so um die 1500-1700 m hingegen reichlich. Dabei ist es alles derselbe Bergstock gewesen. Und ich kenne einen Saftlingshotspot an der Bieler Höhe (Silvretta) - da war wie gesagt nichts, nullinger, nada. Am Gafrescha aber - wow, Cuphophyllus flavipes, Neohygrocybe fornicata, Hygrocybe reidii, H. cantharellus, H. helobia, H. chlorophana, Pseudotricholoma (Porpoloma) metapodium, Clavria zollingeri, Clavaria fumosa, Rötlinge in solchen Mengen, dass man kaum die Almwiese betreten konnte - der eine Hang ist ein Totalausfall, der andere strotzt vor Arten, die sich zeigen... Vielleicht kleinklimatisch bedingt?! Und bei dir vielleicht ähnlich?!


    Doch wissen kann ich's nicht...==schuetteln


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Kersten,


    nur sind es eben keine Eselsohren (Oehrling recht gebend). Gerade weil Eselsohren makroskopisch bestimmbar sind, konnte man feststellen, dass sie wohl essbar sind (wobei das bei so selten gegessenen Arten immer so ne Sache ist, wie Oehrling ja zu rech tandeutet). Das hier sind aber keine...


    Vor dem Verzehr muss die Bestimmung passen, sonst kann der Verzehr gefährlich sein. Ob alle Otidea-Arten essbar sind? Das bliebe zu testen. Willst du Testperson sein?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Frank,


    das kann ich gut verstehen. Du hast mit der Sporenpulverfarbe halt ein sehr gutes und sicheres Merkmal mehr zur Gattungserkennung, weshalb man gerade als Einsteiger auf dieses Merkmal nicht verzichten sollte. Daher der Tipp, denn es gibt noch mehr Pilze mit gelben Lamellen.


    Und Pilzbestimmung über Bildvergleich im Internet ist immer so eine Sache. Will man richtig bestimmen, kommt man an guten Büchern nicht vorbei.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Frank,


    warum machst du keinen Sporenabwurf? Flämmlinge haben gelbocker- bis ockerrostiges Sporenpulver und wären so leicht zu erkennen.

    Schuüfnudel hat's schon geschrieben: eindeutig Tricholomopsis decora, ein Holzritterling, erkennbar an den senkrecht abstehenden, kleinen, schwarzen Hutschüppchen.


    Liebe Grüße,

    Christoph