Servus Harald,
Gernot Friebes (im Tintling) greift ja gerade das aktuelle Konzept auf. Schau mal in seinen Schlüssel:
ZitatAlles anzeigenSchlüssel zur Gattung Macrolepiota
1 Ring dick, oft wattig und am Rand ± stark ausgefranst,
meist komplex/doppelt und mit Laufrille
(hierher die Arten der Sektion Macrolepiota: M.
procera und verwandte Taxa). 2
1* Ring einfach, ohne Laufrille, dünn und häutig
(hierher die Arten der Sektion Macrosporae: M.
mastoidea, M. excoriata und verwandte Taxa)
→ Wenn Hutschuppen grobschollig, dünn, sich an
den Rändern häufig ± ablösend sowie Stiel
meist leicht genattert, in der Stielrinde bisweilen
rötend und Hut ohne zitzenförmigem Buckel
siehe M. rhodosperma (Schlüsselpunkte 6 und
8). 9
Macrolepiota konradii findest du folglich bei den Arten nach Schlüsselpunkt 9, also den dünnringigen Arten. Ferner schreibt er ja auch:
ZitatAlles anzeigenM. konradii (ss. orig.; siehe auch die Diskussion „M. rhodosperma
/ M. procera f. fuliginosa“) wird bisweilen mit undeutlichem
Buckel beschrieben und in die Gruppe von M. excoriata
gestellt (z. B. CANDUSSo & LANZONI 1990, BON 2005). ORTON
(1960) spricht jedoch in der Originalbeschreibung von einem
Hut mit „prominent mammiform or rather acute umbo“ („Hutbuckel
ausgeprägt brustwarzenförmig oder ziemlich spitz“).
Oben weist er eigenns darauf hin, dass unter Schlüsselpunkt 6 (also in der Artengruppe um den Parasol) Macrolepiota rhodosperma zu finden ist:
ZitatAlles anzeigenWenn Hutschuppen grobschollig, dünn, sich an
den Rändern häufig ± ablösend sowie Stiel
meist leicht genattert, in der Stielrinde bisweilen
rötend und Hut ohne zitzenförmigem Buckel
siehe M. rhodosperma (Schlüsselpunkte 6 und
8).
Ludwig malt M. konradii auf der oberen Abbildung 115.5A dünnringig, was ja auch passt. Und bei 115.5B mit umgeklapptem Ring, was so vorkommen kann - hat gernot auch bei M. mastoidea so gezeigt. Man müsste da den Ring durchschneiden, um im Profil zu sehen, dass er dünn ist. Ich denke aber, dass Ludwig - wie vor ihm auch andere - Macrolepiota rhodosperma mit in die Zeichung hat einfließen lassen - der Hutbuckel ist zu breit (dafür hat er den bei M. olivascens zu spitz gemalt) und der Stiel deutlich genattert (115.5A).
FE4 ist nicht mehr aktuell - habe ich gerade nicht zur Hand, um querzulesen, da noch in einem Umzugskarton versteckt.
Liebe Grüße,
Christoph
