Beiträge von boccaccio

    Ja, aber eigentlich kann man den gelben Flausch nicht sehen, der bildet nämlich keine eigenen Fruchtkörper, sondern wächst parasitisch auf dem Hymenium von Granulobasidium vellereum.


    Björn

    Hallo H.S.,


    für den Fall, daß dir das nicht bewußt ist: Mit dem Erscheinen der Fungi Europaei Band 14 ist der Band 3 von den Fungi of Northern Europe überholt und kann zur Bestimmung von Hebelomas nicht mehr verwendet werden.


    Björn

    Hallo BrunoJ,


    auf welchem Holz wuchs dein Porling denn? Vom Standortbild her würde ich auf Buche tippen und das wäre ja das bevorzugte Substrat von C. gilvescens, während C. pseudogilvescens laut Ryvarden & Melo fast ausschließlich auf Salix und Populus vorkommt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich ergänze mal ein paar Bilder eines Fundes vom 7.2.2026 aus dem Duisburger Stadtwald.


    Sporen in Wasser

    Ein Präparat in Phloxin B gefärbt zeigt schön die trimitische Hyphenstruktur

    Verästelte Bindehyphen

    Extrem dickwandige Skeletthyphen

    Vegetative Hyphen mit Schnallen, viersporige Basidien, keine Zystiden

    Und alles auch noch mal in Kongorot gefärbt


    Björn

    Hallo zusammen,

    Zitat

    Wer zuhause Pilze anbauen möchte, hat folgende Möglichkeiten:

    Ich möchte noch eine weitere Anbaumöglichkeit von Pilzen in Wohnungen erwähnen: Einfach im Badezimmer das Lüften einstellen :D


    Björn

    Hallo Pilze_Münsterland,


    einen Schlüssel für die Sarcoscypha-Arten kannst du hier finden. Wichtige Merkmale sind einerseits die Haare auf der Außenseite des Fruchtkörpers (glatt oder lockig), der Ölinhalt der Sporen (zwei große Tropfen bei jurana, mit kleinen Tröpfchen bei den beiden anderen Arten), das Keimverhalten der Sporen (Konidien vs. Keimschlauch) und ein Stück weit die Form der Sporen (austriaca hat Sporen, die oben und unten eine kleine Delle haben. Diese sieht man aber nicht aus jeder Perspektive).


    Björn

    Hallo zusammen,


    wobei man selbst an Fundorten, wo schon Fruchtkörper mikroskopiert wurden, nicht sicher sein kann, daß alle Fruchtkörper dort zur gleichen Art gehören. Ich kenne eine Stelle, da wachsen austriaca und coccinea durcheinander.


    Björn

    Zitat

    Ich denke, das hängt vom Inhalt ab. Einen Vortrag über Barbypuppen würde ich nicht begrüßen.

    Du möchtest lieber einen Vortrag über alte Männer hören? ;-D


    Ich denke, wir sollten da schon bei mykologischen Themen bleiben. Es ist ja nicht so, daß wir jemals bei einem Meeting festgestellt hätten, daß niemand Pilze zu zeigen hat. Irgendwas wächst bekanntlich immer. Wenn man über das mykologische hinausgeht, dann franst das Ganze eben sehr schnell aus. Ansonsten ist der Zoom-Raum aber ja rund um die Uhr verfügbar und man könnte dann Vorträge zu anderen Themen einfach mal auf einen anderen Tag terminieren.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe jetzt noch mal verschiedene Präparate des Porlings gemacht. In Kongorot konnte ich die Gloeozystiden mit ihrem öligen Inhalt gut erkennen. Ich habe dann auch noch Präparate in Wasser und ohne jegliches Quetschen gemacht sowie Präparate in 3% KOH ohne Quetschen. Kristallschöpfe auf den Zystiden blieben leider trotzdem Fehlanzeige. In der Literatur liest man allerdings, daß die Zahl der Zystiden und ihre Kristalligkeit durchaus gering sein kann. Andere Arten in der Gattung passen mit den Hüten und Gloeozystiden ja auch alle nicht. Was mich allerdings auch noch wundert: In der Literatur wird eigentlich fast immer Laubholz als Substrat angegeben, allerdings hatte Hans Bender die Art auch mal auf Nadelholz.


    Zu möglichen Aufzeichnungen: Die mag es zwar geben, aber wir reden hier von einer Fläche von 200 ha, wo in vielen Fällen auch keine Monokulturen, sondern Mischwälder stehen. Da ist es dann also nicht so einfach herauszubekommen, was Baum X mal war.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich war am letzten Samstag im Wuppertaler Arboretum, einem Wald in dem verschiedenste Bäume in Rein- und Mischkultur gepflanzt sind um sie auf ihre Eignung als Forstbäume der Zukunft zu untersuchen. Das ist einerseits sehr nett, weil man dann auch im Flachland mal die Chance auf Pilze an Tannen bekommt, andererseits auch sehr ernüchternd, weil dort sehr wenig Totholz im Wald liegt. Außerdem ist die Bestimmung der ganzen exotischen Bäume natürlich alles andere als trivial. An einer Stelle gab es dann einen stehenden, mehrere Meter hohen Stumpf eines Nadelbaums (Sumpfzypresse?, Mammutbaum?), am dem sehr zahlreich ein weißlicher Porling wuchs. Leider entpuppt sich die Bestimmung als schwierig.


    Pilz am Fundort


    Poren unter dem Mikroskop bei 40x und 100x Vergrößerung


    Sporen in Wasser. Sporenmaße

    4.8±0.3 µm × 3.8±0.2 µm, Q=1.2±0.1

    4.0-5.3 µm × 3.5-4.4 µm, Q=1.2-1.4

    N=28

    Sporen waren weder amyloid noch dextrinoid und sind glatt

    Hymenium: Septen der generativen Hyphen ohne Schnallen, Basidien 4-sporig ohne Basalschnalle, Zystiden wahrscheinlich nicht vorhanden (auch wenn es an einigen Stellen größere Blobs gab, siehe unten), Hyphensystem monomitisch, Hyphen weder amyloid noch dextrinoid

    Hier einige Beispiele für die oben erwähnten Blobs, die eventuell Zystiden sind oder aber auch nicht


    Da ich die Poren als regulär bezeichnen würde, landet man damit bei Bernicchia und auch Ryvarden in Teilschlüssel E. Interpretiert man die Blobs oben als Zystiden, gelangt man zu Oxyporus, aber da paßt dann keine Art. Ohne Zystiden kommt man bei Leptoporus mollis oder Rigidoporus raus, aber das paßt auch nicht. Was übersehe ich hier?


    Björn