Hallo Christoph,
hier im Ruhrgebiet gibt es in Ermangelung von Kalk leider praktisch keine Anemone ranunculoides und entsprechend auch keine Tranzschelia pruni-spinosae. Ich kenne die Art aber aus der Eifel und dem Sauerland. Mit den Aeciosporen infiziert der Pilz dann übrigens Prunus-Arten, wie hier Prunus spinosa vom 9.9.2023 in der Nähe von Altenbeken und bildet dort Uredien (die waren bei meinem Fund aber schon durch) und Telien.
Befallene Blätter am Fundort
Telien auf der Blattunterseite. Anders als bei der Verwechslungsart Tranzschelia discolor werden die Teliosporen nicht in Faszikeln gebildet
Teliosporen in Wasser. Beide Zellen sind rund und dunkel befärbt. Außerdem ist Wand der obere Zelle an der Spitze nicht verdickt. Die Keimpore der oberen Zelle befindet sich an der Spitze (auf den Fotos hier leider nicht sichtbar). Bei Tranzschelia discolor sind die unteren Zellen länglicher und blasser, meistens auch deutlich weniger warzig und die Wand der oberen Zelle ist an der Spitze deutlich verdickt. Die Keimpore der oberen Zelle ist dann in der Nähe der Trennwand zwischen den Zellen zu finden.
Björn
PS: Jetzt müßte das Portrait nur noch zu den Basidiomyceten verschoben werden. Auch wenn die Aecien becherförmig sind, ist es ja kein Schlauchpilz ![]()
