Beiträge von boccaccio

    Da gibt's keine Phytos. Hab ich gestern schon alles abgesucht ;) Ich bin ansonsten ja auch nicht zum Spaß hier, sondern mach die ganze Woche über Physik.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich ergänze mal einen Fund, den ich am 28.2.2026 im NSG Die Burg in Marl-Sinsen gemacht habe. Fundort ist ein feuchtes Waldstück mit Erlen und Eschen in Bachnähe


    Fruchtkörper am Fundort


    Detailaufnahme unter Mikroskop bei 40x und 100x Vergrößerung


    Basidiolen mit Phloxin gefärbt


    Sehr dicke Hyphen ohne Schnallen


    Sporen in Wasser


    Björn

    Zitat
    Habich schonmal nicht. Davon abgesehen, dass ich mit dem Holzpilzkram schon immer auf Kriegsfuß stand, insbesondere wenns ums Mikroskopieren geht.

    Phloxin kann man aber problemlos bei Andreas Gminder bestellen ;) Und zur Not kann man natürlich auch mit Kongorot färben. Ansonsten gilt hier wie bei allem: Übung macht den Meister. Auch wenn sich Rost- und Brandpilze natürlich viel bequemer mikroskopieren lassen als Rindenpilze ;-D


    Björn

    Hallo Harald,


    bei Radulomyces confluens solltest du aber Schnallen finden. Meiner Erfahrung nach geht das am besten, wenn man ein kleines Stück Pilz erstmal in Phloxin (färbt nur den Zellinhalt, wodurch alles etwas übersichtlicher wird) gibt, wartet bis das Phloxin komplett eingetrocknet ist. Dann mit Wasser auswaschen und anschließend das gefärbte Stück Pilz in KOH geben. Da gerne kurz einweichen lassen und anschließend mit zwei feinen Nadeln noch mal so weit wie möglich zerzutzeln. Deckglas drauf (idealerweise hat man zu diesem Zeitpunkt einen relativ großen Flüssigkeitstropfen, so daß das Deckglas etwas aufschwimmt, das hilft meiner Erfahrung nach beim Klopfen im nächsten Schritt), mit einem Radiergummi draufklopfen (das erfordert etwas Übung zwischen es passiert nichts und alles ist Brei) und dann auf die Schnallensuche begeben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich ergänze mal einige Bilder eines Fundes aus dem NSG Die Burg in Marl vom 1.3.2026 an Alnus glutinosa


    Fruchtkörper am Fundort


    Fruchtkörper bei 40x und 100x Vergrößerung unter dem Mikro


    In Wasser


    In Baralscher Lösung


    Mit Kongorot gefärbt


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich möchte hier einen Fund von Aphanobasidium pseudotsugae vorstellen, den ich am 1.3.2026 im NSG Die Burg in Marl auf Pinus sylvestris gemacht habe.


    Fruchtkörper am Fundort


    Fruchtkörper bei 40x und 100x Vergrößerung unter dem Mikro


    Sporen

    7.3±0.6 µm × 4.2±0.3 µm, Q=1.7±0.2

    6.2-8.6 µm × 3.7-5.0 µm, Q=1.5-2.1


    Basidien viersporig, mit Basalschnalle, pleural, keine Zystiden beobachtet, Septen alle mit Schnallen


    Björn

    Hallo zusammen,


    das sehe ich wie Jan-Arne. Damit hat der Pilz aber amyloide Sporen! Ganz allgemein würde ich bei Rindenpilzen empfehlen, erstmal einen Sporenabwurf zu machen. Wenn der nicht gelingt, kann das Ding direkt wegschmeißen und ist fertig ;) Beim Sporenabwurf kann man dann makroskopisch auf Amyloidität und Dextrinoidität prüfen, das geht meist besser als unterm Mikro. Außerdem weiß man dann, daß die Sporen, die man unterm Mikro sieht auch wirklich alle zum zu bestimmenden Pilz gehören.


    Danach sollte man schauen, ob der Pilz Schnallen und oder Zystiden hat und wie diese so aussehen. Danach schlüsselt man sich einfach durch Bernicchia oder Larsson & Ryvarden und schon ist man fertig ;)


    Björn

    Hallo Martin,


    ja, das Programm rechnet Pixel in Mikrometer um. Im Normalfall ändert sich die Größe des Kamerasensors aber ja nur beim Kauf einer neuen Kamera, so daß man nur sehr sporadisch die Umrechnungsskala anpassen muß.


    Björn

    Hallo Martin,


    ich habe bei meiner Fiji-Installation einen Ordner Fiji.app/plugins/Scripts/Analyze/Microscope Measurement Tools/, der die Dateien Choose_Microscope_Calibration.py, Draw_Measurement_-_Line.py, Microscope_Calibrations_user_settings.py und Microscope_Calibrations_user_settings$py.class enthält.


    Vitus Schäfftlein hat übrigens in der Zwischenzeit die ganze Sache noch deutlich weiter optimiert. Die Microscope Measurement Tools braucht man dann gar nicht mehr und man kann nach dem Laden des ersten Bildes direkt losmessen. Außerdem hat er auch mein Auswerte-Script in Fiji integriert. Vielleicht findet er ja Zeit, seine Entwicklung hier mal genauer vorzustellen.


    Björn

    Zitat

    Zum Glück gab es die in unserem Hotel und-Strand nicht.

    Die findet man ja auch nicht im Hotel oder am Strand, sondern nur tief im Gebüsch!


    Björn

    Zitat

    Und ich kann ihn nicht sehen!!! Sind das wieder hellgelbe Schichten auf weißen Schichten?

    Nein, diesmal sind es winzige, weiße Glibberknubbel auf Holz :D


    Zitat

    Die sind um diese Jahreszeit am Strand noch sehr selten anzutreffen...

    Nur die Harten kommen in den Garten!


    Björn

    Zitat

    Wenn man nicht weiss , dass das ein Ort ist , liest es sich wie eine Drohung ==Gnolm9

    Ich zeige diesmal (fast) keine Phytoparasiten ;) Aber wie sich gerade herausgestellt hat, kann ich wohl einen Erstfund für Deutschland präsentieren.


    Björn

    Hallo zusammen,


    dank des von Christoph verlinkten Papers, das war nicht N. aurantia, aber einige andere Arten der Gattung zeigt, kann ich jetzt glaube ich auch benennen, welchen Unterschied ich makroskopisch zwischen Tremella und Naematelia wahrnehme. Die Fruchtkörper von Naematelia erscheinen mir immer etwas "stumpf", was die Oberflächenstruktur angeht.


    Björn

    Hallo Pilz_Neuling2020,


    zunächst vorweg: Ich kenne Naematelia aurantia nicht aus eigener Anschauung, sondern nur von Bildern.


    Fichte kommt mir als Substrat für beide Arten ungewöhnlich vor, ich habe T. mesenterica bis jetzt immer nur an Laubholz gefunden (In den Großpilzen Baden-Württembergs wird angegeben, daß die Art sehr selten an Nadelholz vorkommt).


    N. aurantia sollte in der Tat immer bei Stereum wachsen, das Problem ist aber, daß der Wirtspilz im Zweifelsfall auch mal gerade nicht fruktifiziert, wenn der Parasit seine Fruchtkörper bildet. Alle Bilder, die ich bis jetzt von N. aurantia gesehen habe, hatten aber ein Stereum in unmittelbarer Nähe. Das mag aber auch daran liegen, daß Leute nur in dieser Konstellation einen näheren Blick auf die Naematelia geworfen haben, die sie sonst vllt. aus der Ferne als T. mesenterica abgetan hätten. Anhand der Fotos, die ich bis jetzt gesehen habe, bilde ich mir auch ein, daß die beiden Arten sich makroskopisch etwas unterscheiden, ohne daß ich das aber konkreter in Worte fassen könnte.


    Dacrymyces-Arten bilden eigentlich deutlich kleinere Fruchtkörper als T. mesenterica und N. aurantiaca, da besteht eine Verwechselungsmöglichkeit eigentlich nur bei ganz jungen Zitterlings-Fruchtkörpern.


    Björn