Beiträge von boccaccio

    Hallo Vitus,


    ich hätte den Pilz rein makroskopisch bei Stereum rugosum verortet (hat der Pilz im frischen Zustand beim Kratzen gerötet?). Da müßten dann mikroskopisch noch Acanthozystiden zufinden sein.


    Björn

    Zitat

    Es ist schon verwunderlich, dass Marco Thines als Co-Autor der Art und des Artikels, sowie als Editor in Chief bei Mycological Progress, so einen Unsinn zulässt bzw. unterstützt.

    Vielleicht ist er aber auch derjenige, der diesen Unsinn überhaupt erst antreibt. Es gibt ja vom letzten Jahr ein Paper mit neuen Peronospora-Arten auf Plantago und dort wurde eine Peronospora a M. Mu & Thines beschrieben. Wenn man sich dann die Schnittmenge mit den Autoren von Bremia o Kontos & Thines anschaut, bleibt nur ein Name übrig...


    Björn

    Hallo longimanus,


    das eine Buch zur Bestimmung von Pilzen an Holz gibt es nicht, dafür wachsen einfach zu viele verschiedene Pilze auf Holz, von diversen Ascomyceten über Corticiaceaen und Porlingen zu Anamorphen. Schwebt dir schon eine bestimmte Richtung vor, in die die Reise zu den Holzpilzen gehen soll? Bei den Corticiaceaen z.B. empfehle ich Band 12 aus der Reihe Fungi Europaei, daneben das Buch von Larsson und Ryvarden (bis jetzt Band 1 von 3 geplanten Bänden erschienen). Bei Porlingen gibt es Band 10 der Fungi Europaei und von Ryvarden und Melo Poroid Fungi of Europe.


    Björn

    Hallo Nanette,


    Sorbus aucuparia ist schon der Lieblingswirt von G. cornutum, auch wenn die Art wohl prinzipiell auch an andere Sorbus-Arten geht (aber nicht an S. torminalis). Deutlich häufiger findet man an J. communis aber Gymnosporangium clavariiforme, der einen viel auffälligeren Befall verursacht



    Außerdem gibt es noch G. tremelloides mit Wirtswechsel zu Sorbus aria, der auch relativ auffällig ist, aber auch gleichzeitig ziemlich selten. Bis jetzt ist der aus NRW nur aus Alendorf bekannt (aber das ist ja immerhin auch auf Kalk).


    Björn

    Hallo zusammen,


    Gymnosporangium cornutum findet man durchaus auch im Flachland. Man braucht aber natürlich Juniperus communis als Wirtswechselpartner in der Nähe. Hier mal einige Bilder von Aecien auf Sorbus aucuparia aus der Westruper Heide bei Haltern am See, ergänzt durch einige Mikrofotos, denn auch mikroskopisch haben Roste etwas zu bieten:


    Pseudoperidienzellen

    Aeciosporen


    Ansonsten kann man im Frühjahr auch Ausschau nach den Telien auf Juniperus communis halten. Die sind nicht ganz so einfach zu finden, weil sie relativ kurzlebig sind und nur bei feuchter Witterung entsprechend schön aufquellen und dann einfach zu sehen sind.

    Teliosporen mit der typischen Kappe über den Keimporen

    Basidien und Basidiosporen


    Björn

    Hallo zusammen,


    was auch befremdlich ist: Im Abschnitt über die Etymologie dieses Namens wird explizit gesagt, daß die Art dem offiziellen Namen Bangkoks gar nicht ähnelt (was auch nicht verwundert, wie soll ein Pilz einem Stadtnamen ähneln können). Da hätte ein guter Referee ruhig mal dazwischengrätschen sollen um so einen Unfug zu verhindern.


    Björn

    Hallo zusammen,


    dafür gibt es im gleichen Paper aber ja auch einen sehr kurzen Namen mit Bremia o. In den Acknowledgements erfährt man dann auch, welcher Name einem erspart geblieben ist:



    Da wünscht man sich schon, daß die Autor:innen bei der Namensgebung etwas weniger Quatsch gemacht hätten...


    Björn

    Hallo Peter,


    Myxobakterien zeichnen sich gerade dadurch aus, daß sie bei Nahrungsknappheit "Fruchtkörper" bilden (in Anführungszeichen, weil es eben keine Fruchtkörper wie bei Pilzen sind, sondern nur von der Form her ähnliche Gebilde wie bei Schleimpilzen, also ein klassisches Beispiel für konvergente Evolution), die dann dickwandige Myxosporen bilden.


    Björn

    Aber dann fang doch nicht mit Porlingen, Rindenpilzen, Schleimpilzen etc. gleichzeitig an! Such dir eine Pilzgruppe, die dich besonders interessiert und arbeite dich da dann systematisch ein. Danach kann man sich doch immer noch der nächsten Gruppe zuwenden. Wenn man alles gleichzeitig macht, macht man am Ende überall nur Murks.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Trichia decipiens kann es natürlich nicht sein, die hat lang zugespitzt auslaufende Elateren. So langsam frage ich mich ja wirklich, ob du uns ihr einfach nur alle trollen willst oder ob du einfach komplett planlos bei der Bestimmung von Pilzen vorgehst.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich würde den Rötling von Rainer M. auch als E. vindobonense ansprechen. Wie Claudia schon schrieb sind das sehr späte Erscheinen im Jahr, die dunklen, nicht durchscheinend gerieften Hüte und der polierte, nicht überfaserte Stiel typisch für die Art (daneben natürlich noch Mehlgeruch, aber den hat E. sericeum ja auch). Mikroskopisch tuen sich die beiden Arten nicht viel (sonst wäre ja schon viel früher aufgefallen, daß viele Funde, die man früher als E. sericeum angesprochen hat, in Wahrheit E. vindobonense sind), sehr wahrscheinlich ist das Vorhandensein von Granulen in der frischen Huthaut typisch für E. vindobonense, wobei aber noch unklar ist, ob E. sericeum die nie hat.


    Björn

    Hallo Vitus,


    da bin ich ja mal gespannt, was die Sequenzierung ergibt. Ich tippe weiter auf S. serotina. Zur Amyloidität: Die kann man meistens am deutlichsten makroskopisch prüfen, in dem man den Sporenabwurf zusammenkratzt und dann einen Tropfen Melzer dazu gibt. Da ist die Blaufärbung eigentlich immer sehr deutlich zu erkennen. Mikroskopisch kann das je nach Art schon mal schwieriger zu erkennen sein.


    Björn

    Hallo Maronisto,


    ich sehe das wie Emil. Das Bild ist einerseits total überbelichtet, zum anderen zeigt es nur den Hut von oben. Das ist viel zu wenig für eine Bestimmung. Ich wäre mich anhand des Fotos nicht einmal sicher, ob das überhaupt eine Psathyrella ist.


    Björn

    Hallo zusammen,


    zunächst einmal stimmt es natürlich, daß man bei obigem Fund nur mit Mikroskopie letzte Sicherheit bekommt. In Anbetracht des Fundortes in der Nähe von Karlsruhe ist S. insignitum aber auf jeden Fall die wahrscheinlichste Option. Die Art ist sehr wärmeliebend und ich weiß, daß z.B. in der Umgebung von Wiesbaden S. insignitum um ein Vielfaches häufiger ist als S. subtomentosum.


    Zum Mikroskopieren: Man kann versuchen, mit der Nadelspitze etwas Material von der Fruchtschicht zu kratzen und quetscht dann sehr ordentlich. Alternativ kann man mit der Rasierklinge einen Schnitt durchs Hymenium ziehen, absetzen, dann mit einem leicht dazu verdrehten Schnitt noch mal ansetzen, so daß man einen sehr schmalen Winkel zwischen den beiden Schnitten hat. Am Schnitt der Schnitte findet man dann meistens eine sehr dünne Schicht, die sich mit einer Nadel auf den Objektträger transferieren läßt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    im ersten Beitrag sind ja Sporen gezeigt, die passen nicht zu Crepidotus. Ansonsten habe ich gerade spontan keine gute Idee (außer vielleicht mal im Gröger oder der Funga Nordica vorne im Gattungsschlüssel anzufangen und zu schauen, wo man dann landet bzw. bei den Fungi of Temperate Europe bei den pleurotoiden Pilzen zu blättern). Hast du auch die Iodreaktion der Sporen geprüft? Sarcomyxa sollte (laut FoTE und Pilze der Schweiz, nicht aber nach Ludwig) amyloide Sporen haben.


    Björn