Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem nächsten Vertreter der Ustilago striiformis-Gruppe: Ustilago bromina auf Bromus inermis. Auch dieser Pilz bildet streifenförmige Sori in den Blättern und an den Stängeln seiner Wirtspflanze. Die Sporen sind ellipsoid, einzeln und feinstachelig ornamentiert. Der hier gezeigte Fund stammt vom 16.8.2026 und wurde im NSG Rheinaue Friemersheim in Duisburg gemacht


    Befallene Pflanze am Fundort.


    Sori in Blättern und am Stängel


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    und hier direkt noch ein Brandpilz, den wir im Rahmen der Kleinpilztagung am 16.6.2023 an der Müritz gefunden habem. Es handelt sich um Ustilago brizae an Briza media. Auch dieser Brandpilz bildet wieder streifenförmige Lager auf den Blättern seiner Wirtspflanze aus und gibt bei Reife eine schwarze, pulverige Sporenmasse frei. Die Sporen sind, wie bei Arten der Ustilago striiformis-Gruppe üblich, einzeln, feinwarzig ornamentiert und ellipsoid.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Sori in befallenen Blättern


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier kommt der nächste Brandpilz aus der Ustilago striiformis-Gruppe. Wieder ein Fund von der Kleinpilztagung an der Müritz, diesmal vom 17.6.2026 in der Nähe des Warnker Sees. Es handelt sich um Ustilago alopecurivora auf Alopecurus pratensis. Auch dieser Pilze bildet streifenförmige Sori in den Blättern seiner Wirtspflanze, die anfangs von der Epidermis bedeckt sind und bei Reife die schwarze Sporenmasse freigeben. Die Sporen sind einzellig, ellipsoid und haben ein feinstacheliges Ornament.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Sori an befallenem Blatt und Stängel


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein Brandpilz, den wir am 17.6.2023 im Rahmen der Kleinpilztagung an der Müritz auf den Spuklochkoppeln gefunden haben. Es handelt sich um Ustilago aurae-caespitosae auf Deschampsia cespitosa. Der Pilz gehört zur Ustilago striiformis-Gruppe und bildet streifenförmige Sori in den Blättern seiner Wirtspflanze. Diese sind anfangs noch von der Epidermis bedeckt und geben bei Reife die schwarze, stäubende Sporenmasse frei. Die Sporen sind ellipsoid und mit feinen Stacheln ornamentiert.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Sori auf befallenen Blättern


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo Marcel,


    leider sieht man auf den Bildern nicht, ob auf den Blattflecken überhaupt irgendwelche pilzlichen Strukuren vorhanden sind, also Rasen aus Konidienträgern, Pyknidien, Acervuli etc. Entsprechend ist hier nicht mal 100% sicher, daß es sich überhaupt um einen Pilz handelt. Falls es tatsächlich ein Pilz ist, gilt bei diesen anamorphen Ascomyceten, daß man da immer zwingend sorgfältig mikroskopieren muß. Alles andere ist unseriöse Raterei.


    Björn

    Hallo Hilmi,


    die Pflanze wuchs tatsächlich teilweise direkt im Wasser, ansonsten auf gerade trocken gefallener Schlammflur am Ufer.


    Laut Wikipedia ist die Pflanze giftig, die Giftwirkung auf den Menschen aber unbekannt. Pferde, Rinder und Schweine bekommen davon aber Durchfall.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein Brandpilz, den man gerade im Spätsommer entlang von Maisfeldern hin und wieder finden kann. Es handelt sich um Ustilago trichophora, der auf Echinochloa crus-galli parasiertiert, also einer Pflanze, die oft als Ackerunkraut am Rand von Maisfeldern wächst. Der Pilz verursacht größere, haarige Anschwellungen an Stängeln. Öffnet man diese manuell oder öffnen sie sich von alleine bei Reife, tritt ein braunes Sporenpulver ans Licht. Dieses besteht aus ellipsoiden Sporen, die feinstachelig ornamentiert sind. Der hier gezeigte Fund stammt vom 14.9.2024 aus Düsseldorf.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Detailaufnahme des Sorus


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    im Frühjahr kann man auf den diversen Gelbsternen regelmäßig den Brandpilz Vankya ornithogali finden. Besonders auf auf der hier gezeigten Gagea villosa ist der Brand sehr häufig. Der Fund stammt aus Vellern und ist vom 3.3.2024. Der Brand macht sich in Form von spaltförmigen Öffnungen an den Blättern, aus denen eine schwarze Sporenmasse quillt bemerkbar. Da es auf den diversen Gelbsternen auch zwei Rostpilze mit braunen Telien gibt, die dem Brand sehr ähnlich sehen können, sollte man immer einen genaueren Blick auf die Befälle werfen und im Zweifelsfall auch mikroskopieren. Vankya ornithogali braune, leicht unregelmäßig geformte Sporen mit glatter Oberfläche. Daneben werden auch noch runde, sterile Zellen gebildet, die ebenfalls glatt und gelblich bis hellbraun und dickwandig sind.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Sori an befallenem Blatt


    Sporen und sterile Zelle in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein Portrait von Ustilentyloma brefeldii auf Elymus repens. Die gezeigten Funde stammen alle aus dem Uedesheimer Rheinbogen und wurden am 26.5.2022, 20.5.2023 und 30.5.2024 gemacht. Der Pilz ist in seiner Erscheinung sehr unscheinbar und wird sicher oft übersehen. Die Blätter befallener Pflanzen sind etwas bleicher als normal und weisen teilweise dunklere Längsstreifen auf. Neben Elymus repens kann der Brandpilz auch noch weitere Gräser befallen (wobei dann in Zukunft zu prüfen ist, ob das dann eventuell verschiedene Arten sind). Am auffälligsten ist der Pilz, wenn seine Wirtspflanze langsam das Zeitliche segnet. Dann treten die Sporen als eine helle, krümelige Masse aus den sich öffnenden Lagern. Die Sporen erinnern stark an Entyloma-Sporen und sind rundlich, dickwandig, hellgelb und in die Wirtspflanze eingelagert.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Blattflecken


    Sporen im Wasser

    Hallo zusammen,


    hier ein Portrait von Anthracoidea sempervirentis auf Carex sempervirens. Der gezeigte Fund wurde am 25.6.2022 auf dem Wank bei Garmisch-Partenkirchen im Rahmen der Kleinpilztagung gemacht. Auch hier gibt es wieder die typischen schwarzen Brandbutten in weiblichen Fruchtständen der Wirtspflanze, die im jungen Zustand von eine gräulich-weißen Membran umgeben sind und bei Reife die Sporenmasse freigeben. Die Sporen sind unregelmäßig-rundlich, dunkelbraun und glatt.


    Befallene Fruchtstände


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein Portrait von Anthracoidea irregularis auf Carex ornithopoda. Die gezeigten Funde stammen aus der Nähe von Haßlach vom 20.6.2021 und Burgrain vom 22.6.2022 und wurden jeweils im Rahmen der Kleinpilztagung gemacht. Der Pilz bildet wie andere Anthracoidea-Arten auch Brandbutten in den weiblichen Fruchtständen seiner Wirtspflanze. Diese sind im jungen Zustand von einer hellen Membran umgeben und erscheinen bei Reife dann aufgrund des Sporenpulvers tiefschwarz. Die Sporen sind relativ unregelmäßig und eckig und haben eine glatte Oberfläche.


    Befallene Pflanzen am Fundort


    Detailaufnahme befallener Fruchtstände


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    und hier die vorerst letzte Thecaphora-Art. Es handelt sich um Thecaphora lathyri auf Lathyris pratensis. Die Art galt in Deutschland als verschollen bis sie dann 2021 wiedergefunden wurde und seitdem durch zahlreiche Funde in verschiedenen Bundesländern nachgewiesen wurde. Thecaphora lathyri bildet eine Anamorphe aus, die sich als weißer Rasen aus Konidien auf den Staubblättern von oft etwas blasseren Blüten finden läßt. In den Früchten findet man dann statt Samen das rotbraune Sporenpulver. Die Befälle sind allerdings nur teilsystemisch, d.h. nicht alle Früchte einer Pflanze sind notwendigerweise befallen. Außerdem sind befallene Früchte von außen nur sehr schwer als solche zu erkennen (nur teilweise etwas kürzer und verdickt im Vergleich zu gesunden Früchten). Die Sporen werden in Ballen gebildet, die auch bei Reife ziemlich stabil sind.


    Anamorphe in den Blüten


    Konidien in Wasser


    Befallene Früchte


    Sporenballen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein Portrait von Thecaphora trailii, die auf Cirsium heterophyllum parasitiert. Der Pilz ist ziemlich selten und ich habe ihn selber nur einmal am 9.8.2024 im Wiesengrund bei Oberwiesenthal im Erzgebirge gesehen. Der Pilz befällt wie andere Vertreter der Gattung auch die Fruchtstände. Diese sind gegenüber gesunden Exemplaren deutlich deformiert. Öffnet man befallene Früchte, kommt darin ein rotbraunes Sporenpulver zu Tage. Dieses besteht aus Sporenballen, die allerdings bei Reife leicht in Einzelsporen zerfallen.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Details der befallenen Fruchtstände


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit der Gattung Thecaphora. Hier Funde von Thecaphora thlaspeos auf Arabis hirsuta, die wir im Rahmen der Kleinpilztagung 2021 bei Oberhauenstein, Müggendorf und Pottenstein vom 17.6.-19.6.2021 gemacht haben. Der Pilz bildet in den Früchten von Arabis hirsuta seine Sporen. Befallene Schoten sind von außen unverändert, d.h. man muß einfach auf gut Glück Schoten öffnen und schauen, ob Sporen oder Samen gebildet werden. Zum Glück sind auch hier wieder die Befälle systemisch, d.h. es genügt eine Schote pro Pflanze zu prüfen. Die Sporen sind rund und haben ein warziges Ornament.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Geöffnete Schoten mit Sporen


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier der nächste Brandpilz aus der Gattung Thecaphora. Es handelt sich um Thecaphora oxalidis auf Oxalis stricta. Andere Oxalis-Arten, die bei uns vorkommen, werden von diesem Brand nicht befallen. Der Pilz befällt zunächst die Blüten und bildet auf den Staubblättern eine unscheinbare Anamorphe aus (hier dargestellt am Fund aus dem Botanischen Garten Duisburg vom 22.7.2021 und einem Fund aus dem Duisburger Stadtwald vom 27.7.2025) mit einzelligen, eiförmigen und hyalinen Konidien. In den Fruchtständen bildet der Pilz dann seine Teleomorphe aus (hier Funde vom 22.8.2026 aus dem Lohmarer Wald). Befallene Fruchtstände sind meistes etwas kürzer als gesunde und erscheinen etwas verdickt. Der Befall ist systemisch, d.h. alle Früchte einer Pflanze sind befallen. In den Fruchtständen findet sich dann das braune Sporenpulver das Brandpilzes, das aus runden, warzig ornamentierten Sporen besteht.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Befallene Fruchtstände


    Sporen in Wasser


    Befallene Blüte


    Konidien in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein wärmeliebender Brandpilz aus der Gattung Thecaphora. Thecaphora melandrii befällt die weiße Lichtnelke Silene latifolia und sorgt dafür, daß die Knospen dick anschwellen und ein rotbraunes Sporenpulver produzieren. Befallene Blüten bleiben geschlossen und müssen geöffnet werden, um das Sporenpulver zu Gesicht zu bekommen. Die Sporen werden in Ballen gebildet, die bei Reife dann in Einzelsporen zerfallen. Die hier gezeigten Funde sind von der Regattabahn Duisburg (21.5.2020) und aus dem Uedesheimer Rheinbogen in Neuss (25.5.2025). Der Pilz ist nicht sonderlich häufig, kann aber zumindest hier im warmen Rheinland mit etwas Glück aber doch hier und da gefunden werden.


    Befallene Pflanze am Fundort.


    Geöffnete Knospe mit Sporenpulver


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo Felli,


    bevor man sich über den Mehltau Gedanken machen kann, muß man natürlich erstmal den Wirt sicher bestimmen. Das ist ohne Blüten erfahrungsgemäß immer schwer, aber vielleicht kommen da ja in nächster Zeit welche. Knospen sind ja schon reichlich zu sehen. Das späte Blühen paßt aber zu einer Herbstaster (Symphyotrichum). Darauf kommt ein Echter Mehltau vor, nämlich Golovinomyces asterum (der aber zur G. cichoracearum-Gruppe gehört). Man unterscheidet bei dieser Art zwei Variationen: var. asterum und var. moroczkovskii mit geraden bzw. gebogenen Fußzellen der Konidienträger. Laut Klenke und Scholler ist nur die var. moroczkovskii von Symphyotrichum bekannt, aber da bei den Echten Mehltauen gerade so viel im Fluß ist, lohnt sich da ein gezielter Blick sicherlich.


    Ansonsten würde ich bei Echten Mehltauen (wie auch bei anderen Ascomyceten) dazu raten, in Wasser zu mikroskopieren. Ganz praktisch sind hier mitunter auch Tesafilmpräparate, wo man also Tesa auf das befallene Blatt klebt, abzieht und dann auf einen Objektträger mit Wasser klebt. Insbesondere wenn man die Appressiorien für die Bestimmung beurteilen muß, ist das sehr praktisch.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auch in diesem Jahr gab es an gleichem Ort wieder jede Menge Brand auf Sagittaria sagittifolia. Am 22.8.2026 bin ich wieder fündig geworden und dank niedriger Wasserstände und Gummistiefeln konnte ich den Brandpilz diesmal sogar noch in einigen anderen Tümpeln nachweisen.


    Befallene Pflanzen am Fundort


    Blattflecken mit Sporenballen


    Sporenballen in Wasser


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo Bläuling,


    wenn du das Forum regelmäßig verfolgen würdest, wüßtest du, daß Cognacmeister regelmäßig Beiträge abliefert, die auf Deutsch gesagt unter aller Sau sind. Sprachlich kaum verständlich, Bilder lieblos hingerotzt, ohne irgendwelche Erklärungen. Jegliche Rückfragen oder Hinweise, wie systematisch vorzugehen ist, werden von ihm komplett ignoriert. Da ist dann bei mir (aber scheinbar auch bei vielen anderen) irgendwann der Moment erreicht, wo der Geduldsfaden platzt. Das geschieht bei verschiedenen Leuten auf unterschiedliche Art und Weise: Entweder sie ignorieren entsprechende Beiträge einfach komplett oder sie sagen eben noch mal klar und deutlich ihre Meinung. Für letzteres habe ich mich hier entschieden.


    Ansonsten habe ich mich in dem von dir zitierten Beitrag nicht lustig gemacht, sondern einfach klar und deutlich Probleme benannt.


    Björn