Hallo Felli,
bevor man sich über den Mehltau Gedanken machen kann, muß man natürlich erstmal den Wirt sicher bestimmen. Das ist ohne Blüten erfahrungsgemäß immer schwer, aber vielleicht kommen da ja in nächster Zeit welche. Knospen sind ja schon reichlich zu sehen. Das späte Blühen paßt aber zu einer Herbstaster (Symphyotrichum). Darauf kommt ein Echter Mehltau vor, nämlich Golovinomyces asterum (der aber zur G. cichoracearum-Gruppe gehört). Man unterscheidet bei dieser Art zwei Variationen: var. asterum und var. moroczkovskii mit geraden bzw. gebogenen Fußzellen der Konidienträger. Laut Klenke und Scholler ist nur die var. moroczkovskii von Symphyotrichum bekannt, aber da bei den Echten Mehltauen gerade so viel im Fluß ist, lohnt sich da ein gezielter Blick sicherlich.
Ansonsten würde ich bei Echten Mehltauen (wie auch bei anderen Ascomyceten) dazu raten, in Wasser zu mikroskopieren. Ganz praktisch sind hier mitunter auch Tesafilmpräparate, wo man also Tesa auf das befallene Blatt klebt, abzieht und dann auf einen Objektträger mit Wasser klebt. Insbesondere wenn man die Appressiorien für die Bestimmung beurteilen muß, ist das sehr praktisch.
Björn