Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    am 11.11. und 12.11.2025 habe ich auf dem Weg zur Arbeit im Stadtwald eine schöne Gruppe von Pholiota squarrosa gefunden und dann zu Hause der Vollständigkeit halber einmal durchmikroskopiert. Da die Art offenbar noch kein Portrait hat, hier ein paar Bilder:



    Huthaut in Wasser


    Lamellenschneide in Ammoniak


    Lamelle in Kongorot gefärbt


    Sporen in KOH


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag war der APR in den Borkenbergen unterwegs und hat sich die mageren Ränder der durch das Gelände freigegebenen Straße angeschaut. Dabei gab es einige pilzliche Highlights zu bestaunen.


    1. Arrhenia rickenii am Parkplatz


    2. Mycena pseudocorticola kam massig an diversen Baumstämmen vor


    3. Tricholoma populinum in nicht mehr ganz frisch unter Populus tremula


    4. Calocera furcata an Pinus sylvestris


    5. Phlebia subcretacea


    6. Hygrocybe miniata


    7. Ein Rötling aus der Ecke um Entoloma undatum. Laut Noordeloos gilt aber: "Just wait a little 🙂 the undatum group is full of surprises, we are working on them 🙂"


    8. Cotylidia undatum


    9. Neottiella vivida


    10. Podosordaria tulasnei


    11. Hypholoma capnoides


    12. Laccaria proxima


    13. Deconica montana


    14. Hygrophorus hypothejus


    15. Cortinarius croceus


    16. Entoloma vindobonense


    17. Geopora arenicola


    18. Glutinoglossum pseudoglutinosum


    19. Gomphidius roseus


    20. Lycoperdon utriforme oder eine Schale voller Kakao :D


    21. Eine Helvella...


    22. Highlight des Tages: Dendrocollybia racemosa


    23. Sordaria macrospora


    Björn

    Hallo Cognacmeister,


    es bringt halt wenig, wenn du hier einfach eine riesige Menge an Mikrobildern sehr lieblos an deine Beiträge klatscht. Da kann niemand deine Bestimmungen nachvollziehen bzw. im besten Fall bestätigen. Zur wissenschaftlichen Arbeitsweise gehört es eben, daß man Dinge systematisch untersucht und diese Untersuchungen dann auch so dokumentiert, daß andere sie nachvollziehen können. Bei einem Porling solltest du also z.B. Mikrofotos machen, die andere überzeugen, ob das Hyphensystem mono- oder dimitisch ist, die zeigen, ob Schnallen vorhanden sind oder nicht, ob es Zystiden gibt, wie diese ggfs. aussehen. Bei Sporen würde ich immer dringend dazu raten, einen Sporenabwurf zu machen. So stellt man sicher, daß man zum einen mehr als genug Sporen hat und daß diese zum anderen auch reif sind. Dann sollte man eine ausreichende Zahl (>=20) von Sporen vermessen und ggfs. prüfen, ob Sporen dextrinoid oder amyloid sind. Die entsprechenden Bilder solltest du dann idealerweise nicht einfach unkommentiert an den Beitrag anhängen, sondern mit Nummern versehen in den Beitrag einbinden und dabei erklären, was man deiner Meinung nach auf dem jeweiligen Bild sieht.


    In der Art und Weise wie du deine Funde derzeit darstellst, macht es leider keinen Spaß sich die Beiträge anzuschauen und ich handhabe es für mich selber z.B. schon so, daß ich deine Beiträge in aller Regel gar nicht mehr anschaue, weil sie mich nur frustieren.


    Björn

    Hallo Claudia,


    Die Huthaut von Hygrocybe coccinea kannst du dir einmal auf meiner Homepage anschauen, wobei der Ixo-Charakter dort nicht so gut zur Geltung kommt. Deshalb hier noch mal im direkten Vergleich:

    Hygrocybe coccinea


    Hygrocybe splendidissima


    Björn

    Hallo zusammen,


    die meisten von Euch dürften mitbekommen haben, daß Chris wieder einmal das großartige Saftlingstreffen in Wiesbaden organisiert hat. Dafür an dieser Stelle auch noch mal ein herzliches Dankeschön! Ich habe zum ersten Mal beim Saftlingstreffen teilgenommen und bin schwer beeindruckt. 8 für mich neue Saftlingsarten an einem Tag sind schon eine Hausnummer. Auch wenn hier ja schon erste Eindrücke von dem Treffen geschildert wurden, habe ich mich entschlossen, hier noch mal einen separaten Beitrag aufzumachen, da meine Beiträge ja traditionell doch etwas mikroskoplastig sind.


    1. Cuphophyllus russocoriaceus. Auch wenn ich keine Ahnung habe, wie Juchtenleder riecht, konnte ich schon einen angenehmen Geruch wahrnehmen. Sporenmaße 8,5±0,4 µm × 5,2±0,4 µm, Q=1,7±0,1; 7,8-9,7 µm × 4,4-6,3 µm, Q=1,4-2


    2. Clavaria fumosa. Das erste Bild zeigt vielleicht aber auch nur einen Untoten, der es bei Halloween dann doch nicht ganz aus der Erde geschafft hat ;) Sporenmaße 7,1±0,4 µm × 3,4±0,2 µm, Q=2,1±0,1; 6,2-7,9 µm × 2,9-3,8 µm, Q=1,8-2,4


    3. Hygrocybe citrinovirens. Sporenmaße 7,8±0,5 µm × 5,4±0,5 µm, Q=1,4±0,1; 6,7-9 µm × 4,7-6,5 µm, Q=1,2-1,7


    4. Entoloma anatinum


    5. Gliophorus irrigatus


    6. Hygrocybe punicea


    7. Neohygrocybe ovina. Bestimmt nicht der hübscheste Saftling, aber das Röten bei Berührung ist schon beeindruckend. Sporenmaße 8,6±0,9 µm × 6,5±0,6 µm, Q=1,3±0,1; 7,5-10,6 µm × 5,5-7,8 µm, Q=1,2-1,6


    8. Neohygrocybe nitrata mit sehr intensivem Schwimmbadgeruch. Sporenmaße 9,1±0,4 µm × 4,7±0,3 µm, Q=1,9±0,1; 8,2-10,2 µm × 4-5,2 µm, Q=1,7-2,2


    9. Hygrocybe quieta. Sporenmaße 7,8±0,3 µm × 4,4±0,3 µm, Q=1,8±0,1; 7,2-8,2 µm × 3,9-5,1 µm, Q=1,5-1,9


    10. Hygrocybe splendidissima mit sehr intensivem Honiggeruch. Sporenmaße 8,4±0,4 µm × 5±0,3 µm, Q=1,7±0,1; 7,6-9,4 µm × 4,5-5,8 µm, Q=1,5-1,8


    11. Riecht auch, aber nicht angenehm: Clathrus archeri


    12. Eines der absoluten Highlights: Porpolomopsis calyptriformis. Sporenmaße 7,6±0,6 µm × 5,5±0,2 µm, Q=1,4±0,1; 6,7-8,8 µm × 5-5,9 µm, Q=1,2-1,5


    13. Gliophorus sciophanus. Sporenmaße 7,9±0,4 µm × 5,6±0,4 µm, Q=1,4±0,1; 7-8,5 µm × 4,8-6,4 µm, Q=1,2-1,5


    14. Entoloma jubatum. Sporenmaße 8,6±0,5 µm × 6,1±0,5 µm, Q=1,4±0,1; 7,6-9,8 µm × 4,8-6,9 µm, Q=1,2-1,6


    15. Noch ein Entoloma, zu dem es im Feld erstmal keinen Namen gab.


    16. Hygrocybe fornicata. Sporenmaße 6,1±0,3 µm × 4,1±0,3 µm, Q=1,5±0,1; 5,7-6,7 µm × 3,8-4,6 µm, Q=1,3-1,7


    17. Ramariopsis robusta


    18. Ein noch unbeschriebender Doppelgänger von Hygrocybe coccinea. Sporenmaße 9,3±0,7 µm × 4,2±0,3 µm, Q=2,2±0,1; 8,1-10,5 µm × 3,5-4,8 µm, Q=2-2,4


    19. Contumyces rosellus


    20. Hygrocybe aurantiosplendens. Sporenmaße 8,4±0,6 µm × 4,4±0,2 µm, Q=1,9±0,2; 7,6-9,6 µm × 3,8-4,7 µm, Q=1,7-2,4


    Soviel erstmal zu den Wiesenpilzen des Tages. Da es vor und nach der Wiese noch etwas Zeit gab, haben wir auch ein paar tolle Pilze im Wald gefunden, die folgen dann gleich.


    Björn

    Hallo zusammen,


    das mit dem Mikroskopierbesteck ist wohl auch durchaus eine Geschmacksfrage. Ich selber nutze zum Beispiel gar keine Pinzette. Das mag zum Teil daran liegen, daß ich eine Pinzette habe, die nicht wirklich scharf und präzise ist und mit der man folglich nichts so hinbekommt, wie man es gerne hätte. Stattdessen setze ich ausschließlich auf Rasierklingen und zwei Präpariernadeln. Mit den Rasierklingen mache ich einerseits radiale Schnitte der Huthaut, andererseits löse ich damit einzelne Lamellen aus einem Fruchtkörper heraus und schneide mir dann je nach Bedarf eine dünne Scheibe von der Lamellenschneide (Beurteilung von Cheilozystiden) oder aber ein schmales Rechteck aus der Lamelle (Untersuchung der Lamellentrama bei Saftlingen). Mit den beiden Präpariernadeln zerzupfe ich dann mein Präparat, nach dem ich so ein Lamellenstück gefärbt und anschließend in KOH gegeben habe. Akupunkturnadeln sind hier zwar feiner, aber leider auch zu weich um einen guten Zupfeffekt zu haben. Daneben kann man mit den Nadeln auch einen Streifen Huthaut im Wasser verschieben, so daß die Hutoverfläche dann am Ende sehr schön von links nach rechts durchs Präparat läuft.

    Ein weiteres wichtiges und noch nicht erwähntes Bestecktteil ist ein Radiergummi. Damit kann man wunderbar auf dem Deckgläschen rumklopfen und drücken (das erfordert natürlich Übung und Fingerspitzengefühl) und die Bestandteile des Präparats auseinanderdrücken. Das klappt natürlich nicht immer gleich gut: Bei Keulchen klebt gerne alles zusammen und man muß sehr feste quetschen, bei Entoloma hat man mit etwas zu viel Druck gerne direkt die Basidien an den Köpfen gesprengt.


    Björn

    Hallo StrahlungJufo,


    aber um Bekanntes nachzumessen, muß man ja erst einmal wissen, ob man es mit den zur Verfügung stehenden Methoden überhaupt nachmessen kann. Niemand würde auf die Idee kommen, bei Jugend Forscht ein Projekt zu machen, bei dem er oder sie noch mal das Higgs-Boson detektieren will. Und bei der Radioaktivität der Pilze stellt sich ja eben schon die Frage, ob ihr das mit dem Geigerzähler und handelsüblichen Pilzmengen detektiert bekommt.


    Björn

    Hallo Radelfungus,


    ich weiß ja nicht, wie du an diese deutsche Übersetzung gelangt bist, aber die Webseite an sich ist Englisch und da gibt es dann keine Probleme bei der Benamsung der Pilze. Man darf sich halt nicht immer nur auf KI verlassen, sondern sollte auch mal den eigenen Kopf benutzen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    es kommt jetzt ein wenig darauf an, was man unter einer Pilzwanderung genau versteht, aber ich bin regelmäßig mit einer Person, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, zum Kartieren unterwegs und wir unterhalten uns dabei auf Englisch. Mit den Pilznamen gibt es keinerlei Probleme, weil wir natürlich die wissenschaftlichen Namen benutzen


    Björn