Beiträge von Austernseitling

    Liebe Pilzmenschen


    Nach dem ordentlichen Regen der letzten Woche hab ich mich heute mal aufgemacht auf meine Stammrunde im CH-Mittelland auf ca. 550 m.ü.M. Es ist leider gar nicht viel los hier, was Grosspilze anbelangt. In drei Stunden habe ich ganze zwei Fruchtkörrper von Mykorrhizapilzen angetroffen:

    ein Narzissengelber Wulstling Amanita gemmata im Mischwald


    und ein knackig frischer Flocki Neoboletus erythropus im Weisstannen-Fichten Forst, der bereits anderen gemundet hatte


    Ausserdem gabs einen prächtigen, frischen Nadelholz-Braunporling Phaeolus schweinitzii zu bestaunen:


    Und vermutlich ein Warziger Drüsling Exidia nigricans auf einem Buchenast:


    Einen Grossteil der Zeit verbrachte ich jedoch damit, Lungen- oder Sommer-Austernseitlinge zu ernten. Geschätzt jeder dritte Buchenstamm oder -ast am Boden war damit dicht übersät:-) Vor ein paar Tagen hätte man wohl noch deutlich fettere Beute gemacht... Jänu, es reicht allemal. Die werden nun angebraten, paniert, fertiggebraten und eingefroren :P


    Auf die grosse Vielfalt muss ich hier wohl noch etwas warten.


    Liebe Grüsse aus Bern und ä Guätä allerseits

    Andreas

    Hallo Christopher


    Danke für dein Rezept und den Tipp mit dem Trocknen. Ich habe kürzlich die äusseren 4-5 cm des abgebildeten Schwefelporlings während der Hitzetage auf dem Balkon in der Sonne getrocknet, dann mit Bouillon aufgekocht und anschliessend in einem selbst hergestellten, scharfen grünen Thaicurry gekocht. War fantastisch, perfekte Poulet-Konsistenz! Geschmacklich kann ich nichts sagen, da das Curry eine ziemlich authentische Schärfe aufwies;-)

    Ungetrocknet fand ich den jungen Schwefelporling bisher enttäuschend.


    LG Andreas

    Das kann ich nur bekräftigen, ich habe vor einer Weile mal eine Anfrage an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg bezüglich Waldkalkungen und deren Auswirkungen auf azidophile Mykorrhizapilze gestellt und eine sehr ausführliche und freundliche Antwort von einem Prof. Dr. Soundso erhalten, die meine Bedenken zwar nicht völlig ausgeräumt, aber mir eine neue Sichtweise auf das Thema gegeben haben. Die Problematik ist durchaus präsent und der nette Herr wirkte auch ziemlich fachkundig, was Pilze betrifft.


    LG Suillus

    Hallo Suillus

    Die Antwort von dem Professor wäre sehr interessant, finde ich. Darfst du die hier veröffentlichten? Du könntest sie ja anonymisieren.

    LG Andreas

    Liebe Pilzmenschen

    Es gibt ein Update:

    Leider war ich dieses Jahr etwas spät dran. Aber "meine" Becherförmigen Sägeblättlinge gedeihen wieder fantastisch. Und auch dieses Jahr erfreuen sich die Schnecken wieder prächtig an ihnen!

    Über fast 200m hinweg gibt es sicher über 50 Fruchtkörper an dicken Stämmen, die auf dem feuchten Auenwaldboden liegen. Teilweise sind es sicher Pappelstämme (noch ziemlich hartes Totholz), andere Stämme sind unidentifizierbar (völlig vermodert) oder die Pilze spriessen scheinbar aus dem Boden (aus komplett vermoderten Holzresten). An einem Ort wachsen die Pilze aus einem Strunk einer gefällten Pappel.

    Hier die Bilder von heute:


    Der grösste Fruchtkörper misst deutlich über 30 cm im Hutdurchmesser!

    Liebe Grüsse

    Andreas

    Hallo Sabine

    Der sieht aus wie ein Maipilz und scheint so zu riechen. Ich würde ihn auch so nennen. Wenn du sagst, er wächst am Feldrand, dann ist wohl der Wegrand nicht weit entfernt... Ist es ein Kiesweg? Hat es da Kalksteinkies? Das würde dein Erklärungsproblem dann lösen:-)

    LG Andreas

    Liebe Ria

    Ich habe soeben im letzten Newsletter von swissfungi gelesen, dass bei mir im Kanton Bern der schweizweit erste Aktionsplan für eine Pilzart erlassen wurde. Es geht um den Rosenroten Saftling, eine der dreizehn(?) in CH komplett geschützten Pilzarten. Vielleicht interessiert dich das. Ich hänge dir den Aktionsplan hier mal an.

    Aus gut informierten Quellen weiss ich, dass auch die Stadt Bern grad versucht herauszufinden, wie sie ihre Standorte seltener Pilze schützen kann.

    LG Andreas

    Liebe Ria

    Das ist eine spannende Frage. Vielleicht müssten wir allgemein etwas davon wegkommen, nur gewisse Arten schützen zu wollen. Vielleicht führt es weiter, wenn wir gewisse Lebensräume und Lebensbedingungen schützen. Sollten wir erfolgreich sein damit, so hätten wir die betreffenden Pilze damit auch gerettet - auch wenn wir noch nicht sicher sind, welche Arten es da überhaupt alle gibt!

    LG Andreas

    Ja und den Riesen-Scheidenstreifling. Für mich beide genauso unbedeutend wie die kleineren Vertreter der Scheidenstreiflinge.

    Hallo Christopher

    Ich kenne einen Platz, wo bei bestimmten Bedingungen richtig viele Riesen-Scheidenstreiflinge wachsen. Letztes Jahr hab ich mehrmals einige mitgenommen und sie probiert. Ich finde sie fantastisch und werde sicher wieder einmal welche nehmen. Die üblichen Röhrlinge sind gut, aber meiner Meinung nach geschmacklich einfach nicht so interessant. Perlpilze empfinde ich jetzt nicht als so toll, doch vielleicht müsste ich die gründlicher schälen...

    LG Andreas

    Hupps, ihr habt ja so recht.... Verblödung... überhand genommen.... bei mir z.B. ;)

    Aber auf dem Handy ist das schon ziemlich unscheinbar. Und einen Preis hats und die Möglichkeit zu bestellen besteht halt...

    Danke und LG

    Wo siehst du das, Christine? Ich könnte es immer noch bestellen...

    Zum Glück hat die Crowd noch immer eine gewisse Intelligence und schreibt schlechte Bewertungen. Aber einer meint tatsächlich, man solle doch ein Auge zudrücken ob der schönen falschen Bilder... die Rezepte seien ja toll... hier fängt die Verblödung an... und wer weiss, ob sie nicht bald Überhand nimmt (oder hat sie bereits genommen?).


    Danke BlonBoah für die coole Doku!


    LG Andreas

    Moin, da sieht frau wieder mal, dass ihr nicht so häufig Zunderschwämme schnippelt. Das ist ja nun kein richtig großes Exemplar. Die kleineren bekommt man im Frühjahr, wenn der Pilz gerade einen Wachstumsschub erlebt und ganz helle Röhrenmündungen hat, durchaus mit einem scharfen Brotmesser zerteilt.

    Das glaub ich dir gern, Claudia. Den Tchaga da konnte ich mit einem anständigen Messer auch zerschneiden:-)

    Da schaut frau/man schon besser etwas auf die Finger, aber es geht gut!

    LG Andreas

    Hallo Pilzbegeisterte

    Es könnte ein Zunderschwamm sein. Weissfäule hat er jedenfalls ausgelöst. Mach doch mal einen Querschnitt: Er sollte hellbraunes bis braunes, korkiges Fleisch haben und an der Anwachsstelle einen relativ dicken Myzelialkern, welcher sehr ungeordnet wirkt.

    LG Andreas

    Hallo allerseits

    Ich sehe relativ eindeutig einen Tchaga und ebenso eine Kirsche, wenn da nicht alles täuscht. Eine sehr kompetente Kollegin sagt, dass sie den Tchaga bei uns meist an Kirsche finde. Ich hab den hier noch gar nie gesehen, nur in Norwegen an Birke. Soviel ich über den Tchaga weiss, verdankt der seine Inhaltsstoffe, die vermutlich gewisse positve Wirkungen auf unseren Körper haben, hauptsächlich seinem Wirt, der Birke. Folglich lohnt sich Ernte und Verarbeitung wohl nicht. Aber als schönen Fund kannst du den Tchaga abbuchen. Wäre interessant, ob du an dem Baum an einer Stelle mit gesprengter Rinde auch die Hauptfruchtform, den eigentlichen Schiefen Schillerporling, finden kannst!

    LG Andreas

    Hallo Robert

    Bei 2 denke ich auch sofort an Neolentinus adhaerens, den Harzigen Sägeblättling. Deine Beschreibung passt perfekt und die leicht gesägten Lamellen ebenfalls. Der Baumstumpf sieht schwer nach Nadelholz aus; die Sägefläche wird bei Laubbäumen wohl nicht so stachelig durch die Zersetzung. Diesen Pilz sehe ich in den letzten Wochen vielerorts wachsen, es passt also auch von der Jahreszeit her perfekt.

    LG Andreas

    Hallo allerseits


    Trametopsis cervina sieht gut aus aufgrund von Vergleichsfotos. Ich hab die noch nie gesehen.


    Ich frage mich aber: Kann man Phlebia tremellosa komplett ausschliessen? Die kann ja schon sehr verschieden aussehen.


    LG Andreas

    Klingt tatsächlich rätselhaft und spannend... auf allen Ebenen!

    Ich denke, reinhauen (in sich rein fressen, ausgiebig essen und eben den Spaten in den Boden reinhauen, damit die Bäume gepflanzt werden können) und festen, also feiern.

    Viel Spass dabei :)

    Hallo Andreas

    Schöner Fund. Aber es ist wohl nicht so eindeutig. Im folgenden Thread findest du vieles dazu:


    Und du erinnerst mich daran, dass ich meine Fundstellen mal wieder abklappern sollte. Erstaunlicherweise hab ich hier an drei verschiedenen Stadträndern je einen Stamm mit FK dran.


    Liebe Grüsse

    Andreas