Beiträge von Austernseitling

    Liebe Pilzmenschen

    Aufgrund der grossen Dürre hier hab ich mal die Niederschlagsmengen studiert und heute eine Wanderung im Senseoberland (Kanton Freiburg) gemacht. Da hats in den letzten 30 Tagen doch tatsächlich 60 mm geregnet und über 30 davon vor vier, fünf Tagen. Ich war zwischen 850 und 1400 m unterwegs.


    Schon gleich auf der ersten Weide gabs einwandfreie, frische Wiesenchampignons (wie ich glaube - Champignons lasse ich normalerweise stehen).

    Hoffnung keimte auf!


    Im Wald folgte ein Holzstück mit Gelbstieligen Nitrathelmlingen, wie ich denke.



    Danach gabs leider kaum noch was.


    Am kalkigen Wegrand im ansonsten sauren hauptsächlich Fichtenwald sind mir noch folgende Gesellen als Einzelexemplare begegnet: Ich glaube Risspilze. Vielleicht lässst sich dazu ja etwas sagen. Ich bin da kompletter Anfänger und weiss nur, dass dies schwierig sein dürfte...

    Der erste hat für mich typischen Risspilzhabitus:

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    Der Fruchtkörper war etwa 6 cm hoch und roch undefinierbar, ganz leicht unangenehm, aber keinesfalls spermatisch. Auffällig sind die verfilzten Schuppen auf dem Hut und die feinschuppige Stielspitze.


    Der zweite Fruchtkörper könnte ebenfalls ein Risspilz sein, da bin ich mir jedoch unsicher:

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    Der Pilz hat einen sparrig-schuppigen Stiel bis zur deutlichen Ringzone. Er war höchstens 5 cm hoch. Die Huthaut wirkt auf den ersten Blick filzig, ist jedoch auch leicht schuppig. Der Geruch ist absolut unauffällig. Ich bin mal bei Mallocybe terrigena gelandet, was mich jedoch ausser des deutschen Namens Schuppigstieliger Risspilz nicht ganz zu überzeugen vermag. Das Fleisch müsste da ja gelb sein...


    Lässt sich da mehr sagen?


    Ansonsten haben mich noch einige vertrocknete Rotstielige Ledertäublinge überrascht angeschaut:



    An einer einzigen Stelle ganz oben gabs Röhrlinge: Aufgrund massiven Golschimmelbefalls lässt sich nur mutmassen, dass es zwei Flockis und ein Steinpilz waren. Diesen Anblick erspare ich euch!


    Liebe Grüsse aus der Savanne der Voralpen

    Andreas


    PS: Teilweise war ich überrascht, dass an den Glocken Kühe hingen und nicht Elefanten oder Löwen.

    ...da bin ich auch neidisch...und neugierig: Wo ist das denn, wo man im Fluß nach Hause schwimmen kann? Machst nur du das oder ist das dort verbreitet?

    Das ist in unserm Hauptstädtlein. Schau dir das blaue Band an:

    Da gibts schon einige Möglichkeiten zum Nachhauseschwimmen. Aber viele machen das nicht. Der Feierabendschwumm ist jedoch dermassen verbreitet, dass es manchmal Stau hat auf den Uferwegen und im Fluss kanns an gewissen Stellen manchmal zu Berührungen kommen. Das versuche ich zu umschwimmen....

    Hallo Sabine

    Für mich ist das ebenfalls ein Dunkler Lackporling und höchstwahrscheinlich auf Nadelholz. Eichenholz sieht nach meinem Gefühl anders aus im Zersetzungsprozess. Der Glänzende Lackporling hat nach meiner Erfahrung klar hellere, rotorangere Färbung.

    LG Andreas

    Dem ist tatsächlich so. Die Google KI findet dann aber, es sei eines der besten Foren. Und bei Suche via Startpage oder Duckduckgo ist pilzforum.eu zu oberst. Vielleicht ists wirklich so, dass Google nur noch KI kann, aber nicht mehr wirklich suchen...

    Lieber Bläuling

    Einen Dachpilz seh ich hier auch. Es ist in vielen Fällen jedoch nicht so einfach, Dachpilze makroskopisch auf Artebene zu bestimmen. Der Rehbraune hat wohl eher keine verdickte Stielbasis, andere Dachpilze haben das aber, beispielsweise der Russgraue P. curtisii. Ich kenne mich da zu wenig aus, um dir zu sagen, welcher Dachpilz es genau ist.

    LG Andreas

    Hallo Peter


    Ich geb dir und Craterelle ja recht, dass die Grafik ein paar Fragezeichen hinterlässt bezüglich Methodik und Messung.


    Aber:

    Bei Biodiversität(?) schneidet der Champignon schlechter ab als der Seitling - wieso das denn, was ist gemeint?

    Er schneidet beim Klima(?) besser ab...?

    Wenn für die Champignonzucht Torf abgebaut werden muss (falls das stimmt), so ist das klar. Moore (Torf) sind wichtigere CO2-Speicher als Wälder. Wenn die Moore also zerstört werden, erwärmt sich das Klima und die dortige, sehr spezifische Biodiversität wird zerstört.


    Aber egal, wenn für Bio Suisse geworben wird, ist die Grafik natürlich prima. ;)

    Öh, damit hat das doch überhaupt nichts zu tun. Es gibt haufenweise Champignons mit Bio Suiss-Label zu kaufen. Ebenso wie diverse Seitlinge.


    Und was die Diskussion über invasive Neobiota (also eingeschleppte Pilze, Pflanzen, Tiere) betrifft, müssen wir nicht streiten, ob es sich lohnt, deren Ausbreitung zu stoppen. Die Meinungen sind glaub gemacht (Die einen sagen, wir haben keine Chance; die andern möchtens probieren.) Kann sein, dass wir Waschbären, Berufskraut und Zitronenseitlinge nicht stoppen können. Es kann aber auch sein, dass wir es schaffen, unsere Vogelwelt (Waschbärenopfer), vielfältige Wiesen (Berufskrautopfer) mit ihren Insekten und Pilzen zu bewahren. Ich kann jedoch nicht verstehen, warum wir die Verbreitung neuer, höchstwahrscheinlicher Neomyceten (Zitronenseitling) nicht noch rechtzeitig zu stoppen versuchen.


    LG Andreas

    Hm, die erfahrenesten Emojistifter unter euch finden meinen Beitrag "verwirrend". Was stört euch denn? Bräuchte es mehr Erläuterungen dazu? Ist etwas unklar? Oder findet ihr einfach, dass die Präventivmassnahmen gegen invasive Arten übertrieben sind? Versteh ich jetzt ehrlich gesagt nicht ganz.

    Liebe Corinne

    Oh, wie toll! Die möchte ich auch wiedermal finden. Es ist bei mir mittlerweile 13 Jahre her... war in den Anfangszeiten meiner Pilzlerei... und was hab ich Banause damals nach sicherer Bestimmung gemacht? Ich hab sie gebraten und gegessen ==14

    Damit hab ichs mir wohl verspielt, sie jemals wiederfinden zu dürfen...

    LG Andreas

    Liebe Pilzzüchter:innen


    Es macht Spass, Pilze mal selbst zu züchten. Aus Gründen der Wahrung des ökologischen Gleichgewichts ist es sinnvoll, einheimische Pilzstämme zu verwenden und keine exotischen Pilze zu züchten. Falls es doch exotisch sein muss, dann bitte nicht im Freiland. In den USA verdrängen die ostasiatischen Zitronenseitlinge beispielsweise zusehends einheimische Saprobionten. Auch in Mitteleuropa taucht dieser Pilz zunehmend in der freien Wildbahn auf. Ich fand ihn grad kürzlich. Das wäre wirklich nicht nötig.


    Wie SwissFungi meldet, wurde Zu dem Thema kürzlich ein Factsheet veröffentlich. Ich hänge es hier an.


    Kurz und bündig:

    - Vermeiden Sie den Anbau nicht heimischer Pilze im Freien, insbesondere von Arten, die in Ihrer Region neu sind.

    - Töten Sie den Pilz aus Zuchtsets vor der Entsorgung ab, indem Sie diese bei >150 °C mindestens 1 Stunde lang backen oder im Schnellkochtopf garen.

    - Bitten Sie Händler, keine bekannten invasiven Arten zu verkaufen, und verlangen Sie Entsorgungshinweise auf der Verpackung.

    - Fördern Sie die Verwendung und Entwicklung von sporenfreien oder sporenarmen Sorten.


    Mehr dazu hier: https://www.maxapress.com/article/doi/10.48130/sif-0026-000



    Und überdies: War dir bewusst, dass Zuchtseitlinge deutlich klimafreundlicher sind als Zuchtchampignons?

    Mehr dazu findest du hier: https://www.biovision.ch/story/pilze-wahre-wunderwesen/

    -> Wahre Pilzexpert:innen sind das nicht bei Biovision;-) Aber die kleine Ökobilanz scheint mir nachvollziehbar.



    LG Andreas

    Ich war gestern in einem von Bächen durchzogenen Wald, der viel Regen abbekommen hat vor ein paar Tagen. Sichtung: 2 undefinierbare weisse Pilzlein. Heute war ich in den feuchten Bereichen meines Hauswaldes. Ausbeute 5 alte, aasartig riechende Erdschieber in einem ausgetrockneten Wassergraben und ein wurmiger Violettstieliger Pfirsichtäubling. Mehr schaute nicht zum Boden raus. Und besser wirds nicht mehr, denn ich lese in den Medien: "Die Trockenheit in der Schweiz hält an. Die Gewitter anfangs dieser Woche haben keine wirkliche Linderung gebracht. Gemäss dem aktuellen Trockenheitsbulletin des Bundes vom Donnerstag sind 26 von 38 Regionen «extrem trocken», zwei weitere «sehr trocken».

    Auf der Alpennordseite liegt die Niederschlagsmenge der letzten drei Monate zwischen 45 und 61 Prozent unter den Normwerten. Längere Niederschlagsphasen sind keine in Sicht. Der Bund rechnet deshalb mit einer Verschärfung der Situation."


    Na dann, die Pilzsaison ist vertagt, äh vermonatet:-(


    Flussschwimmen und Velofahren sind angesagt:-)


    LG und frohes Schwitzen!

    Aber es gibt Signale, dass die Stabilität des Hochdruckgebildes zum Ende nächster Woche in der Schweiz und im SW von D Risse bekommt.

    Hm, das sieht MeteoSchweiz nicht ganz so.

    Hier gabs nach langer Dürre und Temperaturen über 34 Grad gerade mal knapp 10 mm Regen letzte Woche. Angesagt sind jetzt 7 Tage um die 30 Grad und nirgends einen Tropfen Regen und danach:

    Desertifizierung ist angesagt! Ausser vielleicht mitten in den Alpen.

    Ich muss mir andere Hobbys suchen.

    LG Andreas

    na ja, das ist vielleicht etwas übertrieben. Es reicht doch z. B. schon aus, Putzabfälle auf den Kompost zu schmeißen.

    Hallo Steffen

    Ich glaube nicht, dass das übertrieben ist. Wer sich auch nur ein wenig mit der Neobiota-Thematik befasst, muss doch zum Schluss kommen, das Risiko von Anfang an einzudämmen.


    Die Kulturausternseitlinge wachsen inzwischen auch überall.

    Genau. Also lass uns das doch mit anderen Arten besser machen!


    Ich möchte keine Panik verbreiten. Aber lies z. B. mal das Paper von Ria (danke!).


    Bei uns gibts bereits eine Pilzzucht, die nur nur noch Pilze und Zuchtsets aus einheimischen Genstämmen verkauft. Das scheint mir sehr weitsichtig zu sein.


    LG Andreas

    Liebe Pilzmenschen


    Heute habe ich in einem öffentlichen Park am Stadtrand auf einem Barfussweg für Kinder einen büschelig gewachsenen Seitling gefunden. Es ist mir nicht ganz klar, ob er in den Holzschnitzeln oder im Laubholzrugel daneben wächst. Jedenfalls ist da Totholz und es ist dort mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Substrat aus der Pilzzucht entsorgt worden. Leider sind die Fruchtkörper nicht mehr ganz frisch. Es zeigen sich klar gelbe Stellen auf den Hüten.
    Es scheint sich mir um den Zitronenseitling Pleurotus citrinopileatus zu handeln.

    Könnt ihr das aufgrund der Fotos bestätigen? Oder glaubt ihr eher an einen Lungenseitling, der sich seltsam gelb verfärbt hat? Ich kenne die Lungenseitlinge und Sommer-Austernseitlinge jedoch eher etwas anders geformt. Geruchlich ist das für mich einfach typisch Seitling.


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    Ich werde mal einen Fruchtkörper trocknen, um der Sache allenfalls auf den Grund gehen zu können. Der Zitronenseitling wurde in der Schweiz nämlich erst dreimal gemeldet aus der freien Natur. Er stammt aus Ostasien und wird fleissig gezüchtet bei uns. Er ist also ein Neomycet. In Nordamerika gilt er als invasiver Neomycet und breitet sich seit einigen Jahren stark aus in der Natur - in Europa noch nicht. Offenbar liebt er Wärme. Letzteres würde bestens passen zum derzeitigen Fundzeitpunkt.

    Eine Vermehrung über Sporen ist in der Schweiz für den Zitronenseitling noch nicht wirklich nachgewiesen. Es dürfte sich in diesem Fall aber so ereignet haben. Direkt nebenan befindet sich ein Wohnquartier mit Einfamilienhäusern und grossen Gärten. Sehr wahrscheinlich wurde er dort irgendwo gezüchtet.


    Siehe auch: https://www.waldwissen.net/de/…n-verwilderter-zuchtpilze


    Vielen Dank für eure Hinweise.


    Liebe Grüsse

    Andreas