Beiträge von Felli

    Servus,

    Nachdem sich die größeren Schwammerl immer noch versteckt halten, hab ich mir mal wieder die kleinen angeschaut.

    Man wird immer wieder überrascht wieviel auf engstem Raum zu finden ist.

    Auf einem schattig gelagerter Buchenstamm, mittendrin in einem größeren Stapel in etwa 180 cm Höhe, war eine Gruppe heller Flecken zu erkennen.

    Also genauer schauen:


    Nr 1 Neodasyscypha cerina war ja leicht zu erkennen



    Aber es gab ja auch noch anderes zu sehen

    Ein Stereum spec. den ich mir nicht angetan habe. Dann noch Bisporella subpallida die gerne in Verbindung mit Neodasyscyphus wächst. Eine nicht ganz frische Hypoxylon i.w.S.

    und winzige kleine behaarte Ascomyceten die man erst duch die Lupe sah.

    Nr.2

    Makroskopisch recht hübsch

    Olla transiens

    Sporen

    Die Rand-Haare sind mit braunen Inkrustationen versehen weiter außen haben die Haare einen apikalen "Glasanteil" ( lichtbrechender Inhalt)

    der sich mit IKI verfärbt.

    IKI

    Asci mit Haken und IKI positiver Apikalreaktion


    Die anderen Kleinigkeiten folgen demnächst


    Grüße

    Felli

    Servus,

    auf einem altem Buchenstamm ( Schnittstelle ) nahm ich eine Probe mit Neodasyscyphus cerina und Olla transiens mit.

    Dabei fand ich solche Sporen während des mikroskopierens.

    1.


    2.


    Bei Nr. 1 das kann wohl alles mögliche sein

    einen konkreteren Verdacht hab ich bei der Nr 2 mit Brachydesmiella biseptata

    Kommt das hin ?


    Daneben gabs noch eine Heckenkirsche ( Lonicera ) auf der Tr. barbata wuchs,

    und es waren auch schwarze Pünktchen mit diesen Sporen drauf

    Nr 3



    Hier denke ich an Pseudocamerosporium lonicerae


    Was meint ihr?


    Grüße

    Felli

    Servus Rainer,

    Bei dir wachsen ja schon wieder so schöne Sachen- Ich konnte hier außer die Sacoscypha´s noch keine größeren Ascomyceten entdecken- kommt aber sicher noch :)

    Vielleicht kann mir auch jemand von euch beantworten, ob man junge Becherlingen besser getrocknet oder

    frisch versendet, damit sie besser aussporen

    Ganz einfach:

    junge Becherlinge - die nicht zur Sequenzierung bestimmt sind - kannst du eigentlich stehen lassen, sie reifen erst ab einem bestimmten Reifegrad nach, - und auch das ist nicht sicher.

    Zur korrekten Bestimmung sind halt oft ausgereifte Sporen nötig X(

    Falls die Becherlinge auf einem festen Substrat wie Holz, Dung - Haare.etc. wachsen, kannst du sie mit dem Substrat entnehmen und reifen lassen.

    Bei unreifen/ jungen Becherchen kannst du allenfalls die Gattung einigermaßen festlegen.

    Denke ich zumindest, aber vielleicht irre ich mich ja auch.

    Grüße

    Felli

    Servus Rainer,

    da brauchst du das Moos nicht,

    Karl hat dich ja schon auf die richtige Fährte gebracht.

    Diese Pilzchen wachsen sehr häufig auf mit Urin-getränkten Stellen.

    Grüße

    Felli

    Servus

    In der Sektion Dasyobolus ist unter anderem noch A. stictoideus mit deutlich warzigem Ornament. Auf deinen ersten Fotos ist das Ornament der Sporen unscharf abgebildet.

    Also ich sehe da maximal eine etwas granulierte Oberfläche und ein paar Risse. Ist das Ornament deutlich warzig, dann könnte ich mir A. stictoides vorstellen

    A. stictoideus passt von der Ornamentation her überhaupt nicht.

    Ich hab auch mal bei

    P. Prokhorov & Ain Raitviir

    "New or interesting species of Ascobolus and

    Saccobolus in the USSR"

    nachgeschaut, da werden die Sporen von A. amoenus fast globulös gezeichnet und haben diese Maße
    "broadly ellipsoid, (30.5-)(33.3-44.4(-47.8) X 28.6-30.5µ"

    Das erinnert irgendwie nun wieder an die Zeichnung von v. Brummelen bei A. immersus.

    Ja und wenn A. immersus so rundliche/ breit-elliptische Sporen bilden kann,

    wirds wohl auch bei A. elegans möglich sein.

    Ich schau demnächst den Dung nochmal an.

    Vielleicht gewinne ich neue Erkenntnisse :)

    Grüße

    Felli

    Servus Matevž

    Danke für die Bestätigung.

    Das mit der Sporenlänge bei amoenus hab ich gelesen, die soll ja wirklich größer sein wie hier: Ascobolus amoenus

    zu lesen ist.

    Auch hab ich meinen Fund mit den anderen Beiträgen im Forum verglichen.

    Mich irritierte eigentlich nur, dass die Sporenform so extrem unterschiedlich ist.

    Schon die unreifen Sporen sind bei beiden Funden komplett anders geformt.

    Da muss man doch an 2 verschieden Arten denken.

    Vorallem da im Netz nur diese langellipsoide Sporenform dargestellt wird.

    Aber gut wenn der Pilz so variabel sein kann.

    Oder ist evtl. der Kleinsporige was anderes?

    Naja, es sind ja noch einige Kugeln auf dem Gänsedung - mal sehn ob ich da noch weiter kurz-und langsporige finde, so dass eine Trennung evtl. möglich wird.


    Doveri sagt übrigens, dass bei A. elegans der Schleim um die Paraphysen herum weisslich, also farblos ist.

    Danke für den Hinweis


    Grüße

    Felli

    Servus

    Auf meinem schimmligen Gänsedung bildeten sich außerdem auch noch weiß-gelbliche Kugeln,

    hat einwenig gedauert bis ich ein Apothecium mit mit ein paar reifen Asci entdeckt hatte.

    Sah stark nach Ascobolus immersus aus.

    1

    Dann ein ungläubiger Blick durchs Mikroskop und einige ?? im Hirn.


    mit diesen Sporengrößen und der feinen Ornamentation



    Kommt doch eigentlich nur

    Ascobolus elegans in Frage - Oder?

    Was der Ascobolus nicht hatte war war ein grüngelber Mucus.

    Auch die unreifen Apothecien waren nur weißlich.


    2.

    Nach nochmaligem Begutachten der Probe entdeckte ich unterm Schimmel doch noch ein reifes Exemplar mit mehreren, vorstehenden Asci.

    Makroskopisch sah das fast gleich aus, nur apikal war das Apothecium etwas weiter geöffnet.

    Da wollte ich noch einmal die Ornamentation und die Sporengröße überprüfen.


    Und da waren sie wieder - die Fragezeichen


    Freigeschaufeltes Apothecium

    auch hier kein gelber Mucus, dafür aber lang ellipsoide Sporen

    x200

    x400 reife und unreife Sporen/ Asci


    Glatte bis leicht rissige Ornamentation, Schleimhülle am Sporenrand

    IKI-Reaktion

    Paraphysen apikal nicht erweitert, teils gegabelt


    Wenn ich nun mit dem Schlüssel von J.v.Brummelen arbeite, lande ich bei

    Ascobolus amoenus.

    Ascobolus boudieri soll ja braunes Pigment haben.

    Acobolus mancus hat wesentlich dünnere Sporen 19-23 x 10-12µ


    Nun stell ich mir die Frage woher die Gans das Gras hat ;)

    Und lieg ich mit meinern Bestimmungen richtig?


    Dass die Beiden ein und das Selbe ist glaube ich irgendwie nicht.


    Grüße

    Felli

    Servus,

    Seit ca 2 Wochen schimmelt ein mitgenommener frischer Gänsedung fröhlich vor sich hin.

    So einen Schimmel hatte ich bis jetzt noch nicht.

    Die Stämmchen verzweigen sich mehrmals und die in Ketten wachsenden Konidien werden

    an einer kleeblattähnlicher Basis gebildet.


    Teilsporen sind zylindrisch 5-6 x3µ, die apikale Teilsporen sind leicht länger und geschossförmig.

    Erinnert irgendwie ein wenig an Trichoderma.

    x1000




    Hat jemand eine Idee?


    Grüße

    Felli

    Servus Markus,

    Das ist durchaus möglich.

    Dann schau doch mal ob du am Rand-außen leicht keulige, 15-25x5-7µ lange, dickwandige, und am Kopf (apikal) leicht stachlig/warzige Haare entdeckst.

    Teils sind die aber recht unscheinbar.


    Grüße

    Felli

    Servus Matevž,

    So wie du halt ich das für A. saccheriferus. Wobei die Makroskopie schon etwas abweicht.

    A.perplexans und A. michaudii hatte ich allerdings noch nicht sicher unterm Mikroskop und kann das also selbst nicht vergleichen.

    Diese unförmigen Paraphysen und die Sporengröße sprechen aber deutlich für A.saccheriferus.

    Wie ist denn die Lugolreaktion?

    Bei A. perplexans soll es fast keine Reaktion - selbst bei jungen Asci- geben.


    Ich bin gerade selber sehr unsicher bei 2 Ascoboli auf Rehdung ob das nicht doch A. michaudii/ A perplexans sein könnte. Vielleicht stell ich die Beiden demnächst noch ein.


    Grüße

    Felli

    Servu Markus,

    nein das ist sicherlich keine Mollisia die hätte ein dunkles Excipulum auch das Hymenium wäre bei deinem Namensvorschlag dunkel.

    Kannst du was über die Jod-Reaktion der Asci sagen ?

    Schau dir nochmal die Aussenseite an ob da evtl. Haare zu finden sind.

    Grüße

    Felli

    Servus Marco,

    Tolle Doku :daumen:

    Sieht aber schon ein wenig nach Dothideales aus - dann wären die Asci aber bitunicat.

    Vielleicht ist das auch irgendetwas flechtenartiges.

    Muß mal etwas nachlesen

    Grüße

    Felli

    Servus Marco,

    Auf Anhieb fällt mir dazu auch nichts ein.

    Sind die Asci uni- oder bitunicat?

    Und versuch doch mal die Asci in Kongorot zu färben.

    Waren bei den Sporen auch welche mit mehr 3 Septen?


    Grüße

    Felli

    Servus,

    seit dem 18.01 hab ich eine Rehdungprobe in der Feuchtekammer.

    zuerst erschien ein Mucor gleichzeitig mit Pilobolus spec und diversen Schimmelarten. Nun setzen sich die Theleboluse durch. Hauptsächlich T. stercoreus.

    Daneben auch wesentlich kleinere Fruchtkörper mit mehreren Asci.

    Hier ist einer mit 32-Sporen im Ascus, und nach dem Schlüssel komme ich zu Thelebolus caninus.

    Nur das Substrat passt wohl nicht so richtig.

    Passt die Bestimmung dennoch, der bin ich mal wieder auf dem Holzweg?

    Der dunkle Untergrund ist von den Sporen eines Coprinellus pusillulus gefärbt




    Grüße

    Felli

    Servus Thorben

    Danke für die Hinweise den Fund hab ich gestern gemacht.

    Die beiden infizierten Stromata liegen beim Trocknen.

    Falls Interessse besteht einfach melden, bei mir verschwindet er sonst in der Unbekannt-Kiste.

    Grüße

    Felli

    Servus Werner,

    ch könnt mir beim Substrat von deiner B. marginata gut das stark bevorzugte Sorbus aucuparia vorstellen

    Das ist durchaus möglich. Ich hab mir das nicht näher angeschaut sondern nur die Fruchtkörper entfernt.

    Ich könnt mir gut vorstellen das du da recht hast.


    Grüße

    Felli

    Servus,

    Ich hab mir nun einen im Strauch stehenden, abgestorbenen, trockenen, morschen Haselast mit ca 3 cm Durchmesser angeschaut, auf dem eine Biscognauxia wuchs.

    scheibenförmige Stromata - mit vertieften Ostiolen - ohne erhabenen Rand.

    Im Schnitt sind die Perithecien +/- auf einer Linie angeordnet,

    darunter ist eine schwarze Begrenzungslinie deutlich zu erkennen

    Die Asci sind ca 100-110 x 7-9µ

    Die Sporen: 11-14(15) x5-6µ, sind braun, länglich-ellipsoid, mit einseitiger und gerader Keimspalte

    Asci reagieren deutlich mit IKI


    Wenn ich nun den Schlüssel

    Dichotomous key to European Biscogniauxia

    durch gehe -sollte ich bei A einsteigen- und gelange dann über die braunen Sporen und die verschieden Substrate zu A4.

    Hier kann ich mich jetzt entscheiden zwischen B. nummularia der an Buche wächst und wesentlich breitere Sporen haben soll.

    Oder B. granmoi der anscheinend nur an Traubenkirsche bzw. anderen Prunusarten vorkommen soll.


    Im Moment tendiere ich zu Biscognauxia granmoi var. corylii spec.nov der aber erst noch beschrieben werden muß ;)


    Gibt es Meinungen dazu ?



    2.

    Auf einzelnen Stromata sah man einen weissen Hyphenfilz mit rundlichen, gelb-orange gefärbten,

    beihnahe halbkugeligen Scheibchen.


    Viele farblose bzw leicht grünlich erscheinende Konidiosporen von 2-3,5µ x1-1,5µ

    Hier noch in Kongorot die Konidien bildenden Strukturen ( leider ein wenig unscharf)


    Im Ellis hab ich dazu nichts entdecken können -


    Grüße

    Felli

    Servus,

    Was meint ihr? Diese Besprenkelung der schwärzlich wuchernden "Kugeln" habe ich so noch nirgends gesehn...

    Das dürfte/ könnte ein Hyphomycet sein der die Ostiolen des Pyrenomyceten befällt. So etwas sieht man des Öfteren auf Hypoxylon. Ohne mikoskopische Aufnahmen ist es aber nur eine Vernutung.

    Grüße

    Felli

    Servus,

    Kalte Temperaturen und Stöckchen gehören doch irgendwie zur Winterpilzsuche. ;)


    Also dann mal raus und schauen was man so finden kann.

    An einer Weide wuchsen ein paar Porlinge und Schichtpilze

    1. Phellinus cf. conchatus



    Als nächstes schaute ich mir eine abgestorbene Jungfichte an.

    Am entrindetem Stamm wuchsen ein paar schwarze Punkte. Zu Hause unterm Bino konnte man die Beerenform des Pilzes deutlich erkennen.

    2. Bertia moriformis





    Weiterhin fand ich kleine Fleckchen mit Konidien;

    hier steh ich aber auf dem Schlauch, wenn also jemand so etwas kennt - immer raus damit

    3 Konidien Spec


    Hier mit IKI


    Ein paar Schritte weiter lag ein abgestorbener Laubbaum,

    Das Substrat hab ich nicht ermittelt, sah etwas nach Hasel aus - egal.

    Größere, schwarze, kreisförmige Vertiefungen - vermutich

    4 Biscognauxia marginata

    Unterm Bino

    Hier der Schnitt

    Die Keimspalte ist s-förmig gebogen

    Die Sporen ca 15µ lang



    Weiter ging es mit einer abgestorbenen Zitterpappel, an deren Zweigen
    5

    Melogramma bulliardii / Melogramma campylosporum wuchs





    Auf diesen Pyrenomyceten waren außerdem noch Nectria´s,

    leider hab ich bisher kein reifes Exemplar entdeckt.


    Bei viel Totholz findet man auch viel.

    Etliche abgestorbene Jung-Eschen sind ein absolut lohnendes Substrat.

    An einem ca. 20cm langem Zweiglein konnte ich gleich 3- Arten finden.


    Der Erste kommt mit seinen lippenförmigen Fruchtkörpern und den großen mauerförmigen Sporen sehr auffällig daher.

    6 Hysterographium fraxinii.

    Leider noch nicht ganz reif




    Daneben kleine, schwarze Pusteln die in kleinen Gruppen durch die Rinde brechen.

    Womöglich eine Botryosphaeria / Diplodia

    7 Diplodia spec


    angefeuchtet dringt eine weiße, schaumig wirkende Sporenmasse an die Oberfäche

    Einne Probe davon


    Bei diesen Sporengrößen fall ich aber aus dem Diplodia-Schlüssel raus.

    Die Sporenbreite gibt mir zu denken.

    Interssanter Weise waren in keinem der untersuchten Fruchtkörper irgendwelche braune

    oder septierte Sporen zu sehen.


    Der Dritte im Bunde überraschte mich etwas, und die winzigen schwarzen Ostiolenmündungen verheimlichten zunächst die relativ großen Perithecienkörper.

    8. Cryptosphaeria eunomia var. fraxini



    Asci mit sehr langen Stielen

    Mit IKI kleine blaue Punkte zu erkennen

    Sporen braun, mit helleren Polen und bis zu 7 Septen


    Auf dem Rückweg waren noch winzige abgestorbene Haselzweigchen am Strauch mit irgend etwas Hellem besetzt.

    Unterm Bino sah man dann kleine Büschel eingetrockneter Becherchen.

    9. Calycina cf. vulgaris

    Rehydriert sah das so aus.

    Die frostigen Temperaturen sind an den Becherchen nicht spurlos vorrüber gegangen, es waren kaum brauchbare Strukturen zu erkennen





    So, das wars

    Komentare und Bestimmungs- bzw. Verbesserungsvorschläge sind erwünscht !

    Grüße

    Felli