Falls Du einfach Pilze mit Essig in Gläsern konservieren möchstest, dann kann ich helfen. Meine Familie ist mütterlicherseits Russisch, da kennt man sich fast zwangsweise damit aus, von Generation zu Generation Ich mache das selbst erst 3. Jahr in Folge. Jedes Jahr mache ich so etwa 20 bis 40 meist kleine Gläser, wobei die Hälfte an Familie und ein paar Freunde verschenkt wird. Ich nehme i.d.R. handelsübliche Schraubgläser von Konfitüren, Oliven, Essiggurken, Apfelmuss, Pastasaucen, usw - Hauptsache dass die Deckel noch in Ordnung sind.
Es gibt da viele verschiedene Möglichkeiten. Was ich normalerweise mache ist folgendes:
Wenig Wasser mit Salz, etwas Zucker, und Gewürzen im Kochtopf aufkochen. Bei Gewürzen hat jeder eigene Vorlieben. Bei mir kommen aktuell Lorbeerblatt, Pfefferkörner, Dill, Kümmel, Zimt (kleines Stück), eine gute Scheibe Ingwer und eine Nelke pro Glas.
Pilze in den Kochtopf rein tun und kochen bis sie gar sind. D.h. relativ kurz, keinesfall länger als 15-20 Minuten! Im Kochtopf soll es mehr Pilze als Flüssigkeit sein.
Das ganze abschmecken - es soll wie eine versalzene sehr würzige Suppe schmecken und muss zwar intensiv im Geschmack aber im Großen und Ganzen lecker sein. Falls das nicht de Fall ist, soll man mit Salz, Zucker und Gewürzen improvisieren bis diese "Suppe" halbwegs lecker ist.
2-3 Minuten vor Kochschluss Essig zugeben. Ich rechne ca. 1 EL 25%-Essigessenz auf 1L Gesamtvolmen von Pilzen und Wasser. Beispiel: 2L-Topf voll = man braucht 2EL Essigessenz. Bei Essig mit weniger Säure muss man entsprechend umrechnen und mehr zugeben.
Das ganze noch kochend heiß in sterile Schraubgläser füllen und sofort zuschrauben. Die Gläser müssen voll sein mit nach Volumen ca 80-90% Pilzen, der Rest wird mit Flüssigkeit aufgefüllt. Alle Gläser gleich auf den Kopf stellen und bei Zimmertemperatur über Nacht abkühlen lassen, danach im Kühlschrank aufbewahren.
Essbar eigentlich sofort, das macht man aber nicht. Man wartet mindestens 1-2 Monate ab bis das ganze richtig durchgezogen ist. Real Life-Beispiel: ich habe Anfang Oktober Flockis eingelegt und erst gestern das erste Glas aufgemacht.
Geschmacklich ist das ganze mit einer frisch gekochten Pilzpfanne natürlich nicht zu vergleichen, genau so wie frische Gurken vs. Essiggurken oder gebratene Zwiebeln vs. eingelegte Silberzwiebeln. Da macht man sich lieber eine gute Pilzpfanne und friert sie ein. Aber es ist trotzdem eine schöne Sache, solche Pilze sind eine tolle Beilage, vor allem wenn sie kurz vor dem Essen als Salat angemacht werden. Und vor allem in der Weihnachszeit gehen meine Gläser zu Raclette weg wie heiße Brötchen Kaiserlinge habe ich noch nie gegessen, sie wären mir evtl. zum Einlegen zu Schade
Bei Fragen - einfach Fragen Ich kann vielleicht noch ein paar Fotos beisteuern.
Einkochen geht ein bisschen anders. Beim Einkochen werden die verschlosenen Gläser nachher im Wasserbad gekocht. Da gibt es verschiedene Meinungen ob es für die Haltbarkeit notwendig ist oder nicht. Ich mache das i.d.R. nicht, halte meine Gläser allerdings danach im Kühlschrank, dort sind sie über ein Jahr haltbar (evtl. sogar mehrere Jahre). Beim Einkochen braucht man auch weniger Konservierungsstoffe (=Salz, Essig, Zucker).
Dann gibt es noh eine tolle italienische Art die bereits mit Essig abgekochte Pilze im Öl einzulegen, und zwar Funghi sott'Olio. Diese Kunst beherrsche ich seit dem letzten Jahr, die Ergebnise sind ganz anders, aber auch lecker. Diese Methode eignet sich mMn besser für ganze junge, etwas härtere Pilze, wie Flockis, Steinpilze, Reizker, usw. Also, nichts für Stockschwämmchen oder Trompetenpfifferlinge (meine Meinung).
Alles anzeigen
Hallo Alexander,
das ist wirklich eine sehr ausführliche Antwort, und ich bin froh, dass wir einen Fachmann fürs Eingemachte haben.
Wir haben schon Erfahrung mit dem Einmachen (bzw. Einkochen) von Gemüse bzw. Früchten. Hauptsächlich Tomaten, aber auch Gurken und Zucchini. Am besten schmecken mir süß-sauer eingemachte Gemüse. Manche Gurken, z.B. aus Polen, sind mir oft zu salzig oder sauer. Eingemachtes aus Russland kenn ich noch nicht.
Noch eine Frage: nimmst du ausschließlich ganze Pilze oder kann man sie auch in Stücke schneiden? Dass man am besten junge Exemplare nimmt ist einleuchtend.
Kannst du noch etwas zu der italienischen Methode sagen? Welche Gewürze eignen sich? Wir nehmen Oregano und Knoblauch, um unsere Oliven einzulegen. Eignet sich das für Pilze? Wie lange muss man die Pilze in Essig abkochen? Wie stark soll die Essiglösung sein? Werden die Pilze nach dem Abkochen direkt in das Öl gegeben?
> Da macht man sich lieber eine gute Pilzpfanne und friert sie ein.
Daran hatte ich gar nicht gedacht. Das ist wohl die einfachste Methode.
In diesem Zusammenhang noch eine Frage zum wieder Aufkochen von Pilzgerichten, angeblich soll man das nicht machen. Das ist vielleicht ein unbegründetes Gerücht, aber wenn es zutreffen würde, dürfte man ja auch die eingefrorene Pilzpfanne nicht wieder aufkochen?
Lg. Dieter
Alles anzeigen
Hallo Dieter,
als "Fachmann" würde ich mich selbst noch nicht bezeichnen, eher als fortgeschrittener Anfänger
Wenn ihr euch mit dem Einmachen von Gemüse schon auskennt, dann ist das die perfekte Ausgangslage, bei Pilzen ist es nicht viel anders.
Diese salzig-saure Gurken usw. werden idR ganz anders gemacht - sie werden wie Sauerkraut fermentiert, da kommt kein Essig rein sondern viel Salz. Man kann es auch mit Pilzen machen, diese Zubereitungsmethode ist aber meines Wissens nur in Skandinavien und Osteuropa üblich, sonst nirgendwo. Ich habe das Ganze letztes Jahr für Forum dokumentiert, siehe hier unter Einsalzen/Silieren.
Die Fragen der Reihe nach:
> nimmst du ausschließlich ganze Pilze oder kann man sie auch in Stücke schneiden?
Sowohl als auch. "Mundgerechte Stückchen" sollen es sein. Kleine Butterpilze nehme ich ganz, größere Exemplare schneide ich in der Mitte durch. Flockis schneide ich je nach größe in 2 bis 10 Stücke. Noch geschlossene Hallimasche bleiben ganz, es sei den der Hut ist recht groß und könnte evtl. madig sein. Manchmal ist es nicht verkehrt alle Pilze zumindest zu halbieren, um sicherzustellen dass da keine Würme drin sind.
>Kannst du noch etwas zu der italienischen Methode sagen? Welche Gewürze eignen sich? Wir nehmen Oregano und Knoblauch, um unsere Oliven einzulegen. Eignet sich das für Pilze? Wie lange muss man die Pilze in Essig abkochen? Wie stark soll die Essiglösung sein? Werden die Pilze nach dem Abkochen direkt in das Öl gegeben?
Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.
Bei Gewürzen nimmt man laut Rezepten grundsätzlich Lorbeerblätter, und alles mögliche dazu optional. Oregano und Knoblauch sind natürlich absolut OK (Hauptsache - sauber und möglichst trocken). Ich habe es ein mal mit frischen Rosmarin und Salbei gemacht - diese Aromen waren aber zu stark. Bei "sott'olio"-Pilzen nehme ich lieber nur Lorbeerblatt, wenige Pfefferkörner und höchstens noch wenig Knoblauch (etwa. eine Scheibe pro Glas, nicht ein Zehe).
Abkochen muss man nur so lange wie es für die Essbarkeit nötig ist, sonst werden es eingelegte "Lappen". Bei Steinpilzen reichen 5 Minuten (die kann man ja auch roh essen), bei Flockis - 20 Minuten (sind ja roh giftig und ansonsten sehr robust, auch nach 20 Minuten noch leicht knackig), bei Hallimasch - 10 Minuten (auch roh giftig, mind. 8 Minuten Kochzeit muss sein).
Essiglösung: da gibt es verschiedene Angaben, aber es ist immer Weißweinessig (italienischer Aceto di vino bianco, 6%) der mit Wasser verdünnt wird.
Ich mache es einfach: pro 1 kg Pilze 400ml Weißweinessig und 400ml Wasser.
Nach dem Abkochen werden die Pilze abgetropft und müssen auf einem Tuch "ruhen" und abtrocknen. Bei mir dauert es etwa 2 Stunden. Erst danach kommen sie in die Gläser mit Öl.
Ganz wichtig dabei ist die absolute Sauberkeit! Saubere Hände, sauberes Geschirr, saubere Pilze und Gewürze. So wie eigentlich immer beim Einmachen.
>> Da macht man sich lieber eine gute Pilzpfanne und friert sie ein.
> Daran hatte ich gar nicht gedacht. Das ist wohl die einfachste Methode.
Geschmacklich auch die beste (mMn), die Haltbarkeit ist aber auf wenige Monate beschränkt und hängt davon ab wie kalt es tatsächlich in der TK-Truhe/Gefrierfach ist. Je kälter desto besser.
Ein richtiger Tiefkühlschrank mit unter -18° hat da im Vergleich mit einem kleinem TK-Fach innerhalb des Kühlschranks Vorteile, denke ich.
> In diesem Zusammenhang noch eine Frage zum wieder Aufkochen von Pilzgerichten, angeblich soll man das nicht machen. Das ist vielleicht ein unbegründetes Gerücht, aber wenn es zutreffen würde, dürfte man ja auch die eingefrorene Pilzpfanne nicht wieder aufkochen?
Peter hat darauf bereits geantwortet. Mann soll die Pilze allerdings nicht wie Fleisch auftauen sondern noch gefroren gleich in den Topf/in die Pfanne rein tun (hat mir ein PSV mal erklärt).
erstmal - Glückwunsch zu tollen Funden! 2 Kilo ist doch gar nicht so viel. Nach dem Putzen und Kochen bleibt nicht arg viel, denke ich...
Ich habe Dir gerade übers Einlegen/Einmachen geantwortet. Die Exemplare die Du zeigst würde ich allerdings eher nicht einlegen, vor allem nicht die die bereits aufgrschirmt sind. Zum Einlegen nimmt man idealerweise feste Pilze, die noch nicht ganz aufgeschirmt sind, oder von sich aus fest sind (wie Flockis). Kleine junge FK von Hallimaschen, Butterpilzen und andere Schmierröhrlingen, Maronen, Filzröhrlingen, Reizkern, Violetten Rötelritterlingen, noch geschlossenen Champignons, aber auch von Schwefelporlingen - das sind gute Einlegepilze. Kaiserlinge, wie auch Perlpilze, wären nur mit großteils geschlossenem Hut dafür geeignet. Vorausgesetzt natürlich dass man so viele Kaiserlinge hat dass man nicht weiss wohin damit
Falls Du einfach Pilze mit Essig in Gläsern konservieren möchstest, dann kann ich helfen. Meine Familie ist mütterlicherseits Russisch, da kennt man sich fast zwangsweise damit aus, von Generation zu Generation Ich mache das selbst erst 3. Jahr in Folge. Jedes Jahr mache ich so etwa 20 bis 40 meist kleine Gläser, wobei die Hälfte an Familie und ein paar Freunde verschenkt wird. Ich nehme i.d.R. handelsübliche Schraubgläser von Konfitüren, Oliven, Essiggurken, Apfelmuss, Pastasaucen, usw - Hauptsache dass die Deckel noch in Ordnung sind.
Es gibt da viele verschiedene Möglichkeiten. Was ich normalerweise mache ist folgendes:
Wenig Wasser mit Salz, etwas Zucker, und Gewürzen im Kochtopf aufkochen. Bei Gewürzen hat jeder eigene Vorlieben. Bei mir kommen aktuell Lorbeerblatt, Pfefferkörner, Dill, Kümmel, Zimt (kleines Stück), eine gute Scheibe Ingwer und eine Nelke pro Glas.
Pilze in den Kochtopf rein tun und kochen bis sie gar sind. D.h. relativ kurz, keinesfall länger als 15-20 Minuten! Im Kochtopf soll es mehr Pilze als Flüssigkeit sein.
Das ganze abschmecken - es soll wie eine versalzene sehr würzige Suppe schmecken und muss zwar intensiv im Geschmack aber im Großen und Ganzen lecker sein. Falls das nicht de Fall ist, soll man mit Salz, Zucker und Gewürzen improvisieren bis diese "Suppe" halbwegs lecker ist.
2-3 Minuten vor Kochschluss Essig zugeben. Ich rechne ca. 1 EL 25%-Essigessenz auf 1L Gesamtvolmen von Pilzen und Wasser. Beispiel: 2L-Topf voll = man braucht 2EL Essigessenz. Bei Essig mit weniger Säure muss man entsprechend umrechnen und mehr zugeben.
Das ganze noch kochend heiß in sterile Schraubgläser füllen und sofort zuschrauben. Die Gläser müssen voll sein mit nach Volumen ca 80-90% Pilzen, der Rest wird mit Flüssigkeit aufgefüllt. Alle Gläser gleich auf den Kopf stellen und bei Zimmertemperatur über Nacht abkühlen lassen, danach im Kühlschrank aufbewahren.
Essbar eigentlich sofort, das macht man aber nicht. Man wartet mindestens 1-2 Monate ab bis das ganze richtig durchgezogen ist. Real Life-Beispiel: ich habe Anfang Oktober Flockis eingelegt und erst gestern das erste Glas aufgemacht.
Geschmacklich ist das ganze mit einer frisch gekochten Pilzpfanne natürlich nicht zu vergleichen, genau so wie frische Gurken vs. Essiggurken oder gebratene Zwiebeln vs. eingelegte Silberzwiebeln. Da macht man sich lieber eine gute Pilzpfanne und friert sie ein. Aber es ist trotzdem eine schöne Sache, solche Pilze sind eine tolle Beilage, vor allem wenn sie kurz vor dem Essen als Salat angemacht werden. Und vor allem in der Weihnachszeit gehen meine Gläser zu Raclette weg wie heiße Brötchen Kaiserlinge habe ich noch nie gegessen, sie wären mir evtl. zum Einlegen zu Schade
Bei Fragen - einfach Fragen Ich kann vielleicht noch ein paar Fotos beisteuern.
Einkochen geht ein bisschen anders. Beim Einkochen werden die verschlosenen Gläser nachher im Wasserbad gekocht. Da gibt es verschiedene Meinungen ob es für die Haltbarkeit notwendig ist oder nicht. Ich mache das i.d.R. nicht, halte meine Gläser allerdings danach im Kühlschrank, dort sind sie über ein Jahr haltbar (evtl. sogar mehrere Jahre). Beim Einkochen braucht man auch weniger Konservierungsstoffe (=Salz, Essig, Zucker).
Dann gibt es noh eine tolle italienische Art die bereits mit Essig abgekochte Pilze im Öl einzulegen, und zwar Funghi sott'Olio. Diese Kunst beherrsche ich seit dem letzten Jahr, die Ergebnise sind ganz anders, aber auch lecker. Diese Methode eignet sich mMn besser für ganze junge, etwas härtere Pilze, wie Flockis, Steinpilze, Reizker, usw. Also, nichts für Stockschwämmchen oder Trompetenpfifferlinge (meine Meinung).
Gäbe es diese Liste nicht, hätte ich den rötlichen Holzritterling wohl nie probiert. Da hat es nicht an Funden gemangelt, aber die Beschreibungen des Geschmacks waren wenig einladend. Zu recht, wie ich nun meine. Beim ersten Bissen dachte ich noch, so schlimm ist es doch gar nicht, deutlich erdige Note, ok. Aber der Nachgeschmack in all seiner Muffigkeit ist wirklich fies. Glatte eins von mir.
Die Grünspanträuschlinge sind jetzt pfannenfertig, mal sehen, was dabei herauskommt.
Und bei mir auf Balkon warten Fuchsige Rötelritterlinge (mit Tausend Dank an Pablo für die mikroskopische Absicherung) und als Weißstielige Stockschwämmchen bekannte Psathyrellas beide auf ihre Erstverkostung
Und, Alexander, war's lecker? Also eher "Viel hilft viel" als "weniger ist mehr"?!?
War gut. Sehr pilzig Ich habe nicht viel davon gegessen sondern eine neue Konservierungsmethode ausprobiert... Gebratene Pilze einfach heiß in ein steriles Glas füllen und mit geschmolzener Butter übergiessen. Butterschicht oben wird hart und funktioniert dann wie ein Deckel, lässt kein Luft durch. Diese Methode soll in Osteuropa gängig sein, ich habe davon mehrmals gehört, aber selbst vorher noch nie ausprobiert. Die Pilze sollen so monatelang im Kühlschrank haltbar sein und fast wie frisch aus der Pfanne schmecken. Das will ich auch hoffen
Das mit "sieben Sorten" werde ich mir merken So als Faustregel...
Was die Anzahl "Sorten" in einem Pilzgericht angeht, habe ich Mitte Oktober meinen persönlichen Rekord (glaube ich zumindest) aufgestellt... 17 Arten sind es gewesen. Oder mehr, falls es sich bspw. bei Täublingen oder Reizkern doch um verschiedene Arten handelt. Ich habe die Liste sogar noch parat, weil ich Teile dieser Mahlzeit konserviert und dafür kleine Etiketten mit Datum und "Inhaltsbeschreibung" gedruckt habe. Hier ist sie:
schöne Bilder hast Du gemacht Fast alles sind Pilze zu denen ich kaum mehr sagen kann, bis auf die zwei:
Dein Nr.9 siehr für mich wie ein Reizker aus. Man sieht orangene Farbe und grüne (überall, vor allem an Lamellen oben im 1. Bild) sowie weinrote (am Stiel) Verfärbung.
Nr. 16 - einfach ein Rotrandiger Baumschwamm?
Hallo Alexander, das hatte ich mit "Milchling" eigentlich auch gemeint. Weil er so grün anlief, dachte ich, es könnte ein Reizker sein. Gehören die nicht zu den Milchlingen? Muß wohl mal wieder genauer in die Bücher gucken!
Doch doch, die gehören zu Milchlingen, keine eigene Gattung (aber eigene Sektion Dapetes / Deliciosi innerhalb der Gattung).
Ich kenne nur eine Abspalte-Gattung von Milchlingen - Lactifluus .
schöne Bilder hast Du gemacht Fast alles sind Pilze zu denen ich kaum mehr sagen kann, bis auf die zwei:
Dein Nr.9 siehr für mich wie ein Reizker aus. Man sieht orangene Farbe und grüne (überall, vor allem an Lamellen oben im 1. Bild) sowie weinrote (am Stiel) Verfärbung.
nur so als Info - ich finde es super toll wie das mit Charts entwickelt
Da es inzwischen neben gemeinsamen Tabelle noch Verkostungs-Threads von Schupfnudel, Juergen-M und mir gibt, habe ich sie hier unter der neuen Überschrift "Pilz-Charts" aufgelistet:
für Deinen Pilz Nr. 1 werfe ich noch Lentinellus ursinus in die Diskussion. Laut meinen Büchern wächst der zwar angeblich nur auf Laubholz, 123pilze hat den wohl auch schon auf Nadelholz gesehen. Einen ählichen wie Deinen fand ich kürzlich an einer noch vitalen Fichte, der Geruch war überaus angenehm und frisch aber keinesfall nach Anis oder gar geruchlos. Eher an den Schuppigen Sägeblättling erinnernd.
Die merkwürdige Form und die teils verdrehten Hüte sind der Tatsache geschuldet, dass sich das Pilzbüschel aus einer tiefen Wunde im Baum herausgedrückt hat. Leider sind die Standortfotos aufgrund Lichtmangel nicht vorzeigbar.
Gruß
I.C.
Alles anzeigen
Hallo Ice Cubensis,
rein optisch sieht der von Dir gezeigte Pilz meinem Fund tatsächlich sehr ähnlich! Danke
Wenn du dir den Stiel genau ansiehst, erkennst du kleine, weißliche Flocken daran (gut sichtbar auf Bild 1 & 3), dazu noch relativ stämmige Fruchtkörper (die metata und co ausschließen), etwas rosarötliche Töne in überwiegend weißlichem Untergrund, das passt super zu zephirus. Die Art kann durchaus ohne Flecken auftreten, macht das nicht einmal selten, aber durch die genannten Merkmale trotzdem meist gut kenntlich. Hat mich aber auch schon oft genarrt, gerade bei einzelnen Exemplaren, die ist makroskopisch sehr variabel.
Mycena abramsii ist schmächtiger, Hut eher rau gefärbt, keine solchen Fasern am Stiel, keine rosalichen Töne und wächst meistens viel früher im Jahr.
dieser Zähling riecht ganz sicher nicht nach Anis und schmeckt auch nicht nach Anis - Alexander muss das natürlich so bestätigen.
Lentienllus cochleatus hat immer die einseitig offenen Stiele und Hüte.
Lentinellus inolens sieht völlig anders aus - eben so, wie hier fotografiert: geschlossene, nicht einseitig offene Stiele, teils mehr seitlingsartige Fruchtkörper. Typisch sind aber die büscheligen bis verzweigt-stielige Fruchtkörper, was man auf den Fotos gut sehen kann. Das unterscheidet ihn von anderen Lentinellus-Arten.
Daher ist für ich Lentinellus inolens keine Varietät, sondern eine leicht kenntliche Art. ich habe noch nie einen so gestielten Aniszähling gesehen. Es ist eben nicht nur der Geruch...
Liebe Grüße,
Christoph
Alles anzeigen
Hallo Christoph!
Super, Danke!
Kein Geruch und kein Geschmack nach Anis kann ich bestätigen!
Es ist ansonsten genau so wie Du es beschreibst - nicht einseitig offen (nicht "zusammengerollt"), teils mehr seitlingsartig.
Ach, ich habe durch den Tipp von beli eine Idee...
ist das vielleicht eine Varietät von Aniszähling - Lentinellus cochleatus var. inolens ohne Anisgerich?? Ich habe u.a. bei pilzflora-ehingen.de eine Beschreibung mit Bildern gefunden die super auf mein Fund passt: lcochleatusin.php
Bild nr 6 - Gut Fotografiert Lamellenbild . Diese Lamellenstruktur - Form hat Aniszähling . Probierst du ein stück Fleisch zerquetschen und siecher kommt Anisgeruch .
Hallo beli, ich habe die Pilze noch da. Nach dem Zerquetschen und zwischen den Fingern Reiben kommt ein Geruch der definitv nicht nach Anis ist. Riecht eher wie Stockschwämmchen.
für mich ist der erste gezeigte Pilz ziemlich eindeutig der Aniszähling. Der Geruch kann schon mal fehlen (Mentor und ich keinen solche Vorkommen), es mag dann evtl. die Varietät Lentinellus Cochleatus var. Inolens sein.
Übrigens finde ich Aniszählinge sehr fein im Geschmack, die haben mich echt überrascht
Hallo Kuschel!
Ich ware gerade beim Antworten als Du die selbe Idee (Lentinellus Cochleatus var. Inolens) hattest. Super, Danke Dir!
Lentinellus cochleatus - Aniszähling ist die erste ,
LG beli !
Hallo beli und Danke!
Echt, Aniszähling?! Woran erkennst Du den?
Den Aniszähling habe ich schon mehrmals gefunden, und kenne ich eigentlich deutlich kleiner, länglicher, vom Habitus her nicht wie Austernseitling sondern wie "zusammengerollt", und - vor allem - mit einem deutlichen Anis-Geruch.
ich war am Wochenende kurz im Wald spazieren, dabei sind mir folgende Pilze begegnet. Es war ein Mischwald mit viel Kiefer und allerlei Laubbäume. Sandiger Boden, stellenweise sauer.
Ich bitte Euch um Bestimmungstipps.
1) Ein Sägeblättling?
[Update]bestimmt als Lentinellus inolens von Tricholomposis, syn. Lentinellus cochleatus var. inolens. Weitere Kandidaten in Diskussion: Lentinellus ursinus, Lentinellus cochleatus.
Wachstum büschelig auf einem Baumstumpf von Kiefer. Zwei Büschel am selben Baumstumpf.
Geruch: der Pilz hat einen deutlichen Geruch den ich leider nicht beschreiben kann. Er riecht aber nicht nach Anis!
Ich habe zuerst an Seitlinge oder Knäuelinge (bspw. Borstiger Knäueling oder Laubholzknäueling) gedacht. Sie hätten allerdings keine so stark gesägte Lamellen. Von Sägeblättlingen kenne ich den schuppigen (Neolentinus lepideus), den getigerten (Lentinus tigrinus) und auch den becherformigen (Neolentinus degener) habe ich eingie Male gesehen. Aber alle Sägeblättlinge mit denen ich verglichen habe hätten vor allem richtige Stiele die nicht von Lamellen bedeckt sind wie hier oder wei beim Rillstieligen Seitling!
Die Hutoberfläche finde ich auch "speziell"...
Fotos nach einem Tag auf dem Balkon (mit gescheiten Kamera):
Geruch: meine Nase ist leider nicht so fein... Für mich riecht der Pilze etwas chemisch, ganz leicht nach Rettisch und am Anfang ganz leicht nach Chlor.
Foto nach einem Tag auf dem Balkon:
3) Ein Saftporling?
Mehrere FK in selben Gegend auf Laubholz gefunden, teils weiß (einfach ausgeblasst?), teils etwas orangener.
Konsistenz: nicht hart, weich wie Polster/Kissen.
Geruch: eher angenehm.
Geschmack: angenehm, nicht bitter.
Mir wurde Orangegelber Saftporling mehrmals gezeigt, der war aber viel "kuscheliger" bzw. flaumig.
jetzt, wo es kaum noch essbare frische Pilze gibt, setzte ich meine Trockenpilz-Verkostungen vor.
Heute ist Trompetenpfifferling dran.
Ca. 38g getrocknete Pilze vom Vorjahr. Daraus wurde eine Suppe nach selben Rezept wie vorher gemacht, nur etwas mit Butter verfeinert und mit Hartweizengrieß statt Mehl (als kleine Aufwertung und Abwechslung).
Ca. 1/3 wurde frisch gemahlen, der Rest stundenlang eingeweicht, samt Einweichwasser verwendet.
Da sind noch zwei ausgeblendete Spalten zwischen mit Standardabweichung und Anzahl der Bewertungen. Ich dachte, das interessiert vielleicht nicht jeden so sehr.
Ich glaube, unsere Skalen sind etwas unterschiedlich geeicht Was wäre bei dir eine 1?
Mit dem Heilpilz-Tee in der Liste bin ich nicht ganz so glücklich, weil das ja eine sehr spezielle Zubereitung ist. Nach meinem Empfinden hätte es andersherum besser gepasst: wie ein Speisepilz zubereitet als Eintrag, Tee als Kommentar.
Ich verschwinde jetzt mal in der Küche, habe mir ein paar bislang ungetestete Arten aus dem Wald mitgebracht.
LG, Craterelle
Alles anzeigen
Hallo Craterelle,
die zwei versteckten Spalten habe ich ganz übersehen. Ich lösche dann mal die Max.Differenz-Spalte...
Beim Eichamt war ich noch nie "1" wäre beim mir - werde nur essen wenn ich sonst verhungere (und alles andere bereits gegessen wurde). Grauer Wulstling ist bei mir eine "1" - kaum verschluckbar.
Beim Heilpilz-Tee gab es bereits noch eine Bewertung von Schupfnudeline... Kannst aber gerne die Zeile editieren so wie Du es besser findest, ich bin da ganz entspannt
Ich habe noch eine Spalte rechts "Max.Diff" hinzugefügt (nur ein Vorschlag, feel free zu entfernen). In der Spalte steht der größte Unterschied zwischen den einzelnen Bewertungen.
Stand jetzt sind folgende Pilze stark unterschiedlich bewertet:
7 Punkte Unterschied: Fichtenreizker und Hallimasch
6 Punkte Unterschied: Semmel-Stoppelpilz i.w.S., Stockschwämmchen, Birkenpilz, Fichtenreizker
Absolut einstimmig sind dagegen die Bewertungen für folgende Pilzarten:
... Ich war mir nicht sicher ob Birkenporling überhaupt in diese Liste gehört. Als Tee und gebraten gibt es schon einen Riesenunterschied... Eigentlich keiner isst ihn, wenn überhaupt dann wird Tee draus gemacht. Man kann eigentlich die beiden Zeilen löschen, den hat ja auch sonst keiner bewertet.
Neee, lasst mal drinne.
Es ist schon interessant zu sehen daß jemand den gegessen hat und auch heute noch unter uns weilt um davon zu berichten.
Für die Nachwelt immer interessant!
Hallo Mausmann! Sorry, ich habe noch bevor ich Dein Post gesehen habe eine Zeile gelöscht. Birkenporlings-Tee ist aber drin (hat inzwischen zweite Bewertung bekommen) und meine schlechte Bewertung für den gebratenen BiPo ist als Kommentar in meiner Bewertung für den Tee zu sehen.
Und eine Frage an Alex: gehörst du zu denjenigen, die die Bitterkeit des Gallenröhrlings nicht schmecken? Sonst wäre eine 2 ja noch eine fast schmeichelhafte Note.
Doch doch, ich schmecke diese Bitterkeit Wenn ich mich richtig erinnere, war der Pilz von sich aus gar nicht schlecht, ein guter Röhrling eben, nur extrem bitter. Wir haben zur zweit nur einen FK "pur" gebraten und gegessen, das war auch für seine Verkostung mehr als genug. Die Note 2 haben bei mir sonst solche Pilze wie Samtfußkrempling, Sparriger Schüppling, Gelbbräunliche Wurzeltrüffel und Hasenstäubling. Ich glaube dass der Gallenröhrling zu denen auf den 2. Platz von unten ganz gut passt
Ich habe ein russisches Video gesehen wo in einer Gegend Gallenröhrling von verschiedenen Pilzern gesammelt wird, dann zuerst getrocknet und erst dann weiter verarbeitet, bspw. für Pilzsuppe. Dann soll er angeblich gut schmecken und nicht mehr bitter sein. Das könnte man noch ausprobieren.
Der Unterschied zwischen zwei Habichtspilz-Arten hat mich auch sehr gewundert.
Alex, dass der Birkenporling als Tee besser schmeckt als gebraten, würde ich eher als Anmerkung in der anderen Spalte vermerken, wäre das ok?
Ich war mir nicht sicher ob Birkenporling überhaupt in diese Liste gehört. Als Tee und gebraten gibt es schon einen Riesenunterschied... Eigentlich keiner isst ihn, wenn überhaupt dann wird Tee draus gemacht. Man kann eigentlich die beiden Zeilen löschen, den hat ja auch sonst keiner bewertet.
Erfahrungen mit Chlorophyllum rhacodes hat nicht zufällig jemand oder? (Alex? ).
...
Interessant fände ich auch, ob jemand Rezepte zu Fistulina hepatica hat? Pur ist der ja scheinbar nicht so die Wucht.
Wegen Chlorophyllum - den habe ich nur ein paar mal gefunden, noch nichts aus dieser Gattung gegessen, die Verkostung steht bei mir noch aus
Den Leberreischling habe ich im Herbst mit Essig eingelegt, muss später probieren wie das schmeckt. Das ganze hat übrigens schon beim Kochen stark geliert.
Alex, hätte ich nicht gedacht, dass Dachpilze so unterschiedlich schmecken können. Fehlt dem schwarzschneidigen die Rettich-Komponente, die der rehbraune hat?
Yep! Ich habe zwar nur einen großen FK probiert (den hier) aber er hatte überhaupt keine Rettichnote, war ganz gut, und vor allem groß und fleischig!
Ach ja, ich habe zwei Scheidenstreiflinge probiert, sie schmeckten ebenso sehr unterschiedlich. Wie man es so schön sagt - Probieren geht über Studieren.
Und last but not least - Danke für die Anpassung der Formel. So einfach geht es mit IF. Ich war nach etwas googlen bei AVERAGEIF gelandet, habe es damit auf Anhieb nicht hingekriegt.
Falls du mal Zeit hast, da hätte ich gerne mal einen Erfahrungsbericht zur kulinarischen Verwertung (also ohne Rauschabsicht) aus erster Hand (gerne als Extra-Post).
Ich kenne nur zwei englische Berichte (Hier und Hier) aber eben aus den USA.
Wäre mir zwar persönlich zu heikel, aber spannend finde ich das schon.
Das Wichtigste gleich vorab: weder mir noch meiner Frau hat es geschmeckt, das wären etwa 2-3 Punkte in der Tabelle, etwas weniger als bei Amanita fulva. Und ja - ohne Rauschabsicht, einfach nur gegessen. Wenige Stückchen gegessen, kein Lust auf mehr gehabt. Nachher gab es keinerlei Beschwerden. Ich hätte ein Extrapost gemacht aber einerseits gibt es hier viele Benutzer die sowas aus verschiedenen Gründen nicht gerne sehen, anderseits gibt es Neulinge und stille Mitleser die das ganze falsch verstehen könnten (bspw. dass Fliegenpilz ganz normal essbar wäre, wie Marone oder Zuchtchampignon).
Für mich persönlich waren Erfahrungen von zwei Mykologen aus verschiedenen Ländern und mit verschiedenem Hintergrund als Referenz genug. Es sind David Arora aus den USA (Wikipedia, Video, Artikel) und Mikhail Wischnewsky aus Russland (Wikipedia, Video - beides gibt's leider nur auf Russisch). Englische Wikipedia-Artikel zu Amanita muscaria hat auch eine gut ausgearbeitete Rubrik "Culinary Use" mit mehreren Referenzen. Ich hätte noch Interesse die dort erwähnte japanische Zubereitung auszuprobieren, ich kann aber kein japanisch und mir fehlen Informationen dazu.
Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.Weitere InformationenSchließen