Hallo,
Den Ausführungen von Johannes kann ich im großen und ganzen zustimmen.
Wenn du anfängst nach den Anzeigerpflanzen Ausschau zu halten, wirst du relativ schnell merken, dass die teilweise wirklich an jeder Ecke stehen. Du wirst dann auch Stellen finden, welche komplett von Anzeigerpflanzen übersät sind. Ich habe zum Anfang den Fehler gemacht, dass ich mich zu sehr auf solche Stellen konzentriert habe. Meine Logik war, umso mehr Anzeigerpflanzen, umso höher die Chance Speisemorcheln zu finden. Ich denke aber, dass das falsch ist. Gefunden habe ich sie dann schließlich in einem Waldstück, wo der Anteil aus sichtbarem Boden eher groß war und der Anteil der Zeigerpflanzen eher gering war.
Genau, den Fehler hatte ich anfangs auch gemacht.
Meine ersten Morcheln hatte ich nach mehrjähriger erfolgsloser Suche dann auch eher durch Zufall gefunden, an einer Stelle, wo ich sie auf Grund der bekannten Suchempfehlungen gar nicht vermutet hätte.
Bodenkarten können schon dabei helfen, grob ein Gebiet einzugrenzen, in dem man suchen könnte. Das ist aber alles ziemlich ungenau, vor allem wenn es einem Gebiet viele verschiedene Böden und Bodenschichten gibt, die sich dann wiederum auch durch Verwitterung und Abschwemmung vermischt haben oder abgetragen sein könnten. Man kann aber schon im Groben feststellen, wo überwiegend basische oder nicht basische Gebiete vorherrschen. Ich muss zugeben, die eigentliche Bodenkarte (mit den Bodenarten) ist ziemlich kompliziert. Ich vergleiche hier immer die Böden an meinen Fundstellen mit denen der Umgebung. "Rendzina" weist z.B. auf kalkhaltige Böden hin.
Ansonsten benutze ich lieber die geologische Karte. Die zeigt zwar nicht die Oberböden sondern das Grundgestein. Da suche ich dann z.B. nach Muschelkalk, Kalk, Dolomit oder basischen Vulkangesteinen. Auch hier vergleiche ich dann immer wieder mit meinen bisherigen Fundstellen.
Morcheln und Landwirtschaft: Inwieweit Düngereintrag durch die Landwirtschaft sich bei Morcheln auswirkt, vermag ich nicht zu sagen. Als größeres Problem sehe ich derzeit die Vernichtung der Morchelhabitate durch die Forstwirtschaft. Wenn man die Erhaltung und Bewirtschaftung von Streuobstwiesen zur Landwirtschaft hinzuzählt, hat sich hier eigentlich Positives getan. Dort finde ich inzwischen mehr Speisemorcheln als im Wald.
LG, Josef