Beiträge von Wutzi

    Hallo Wolfgang,

    den Tipp, sich mit allen Merkmalen von Pilzen zu beschäftigen und den Hinweis Morcheln von Giftlorcheln unterscheiden zu lernen, lässt du aber gelten, oder? Und dass die Essbarkeit nur jemand einschätzen kann, der sich damit auskennt und den Pilz auch in Augenschein nehmen kann ist doch auch nicht verkehrt? Morcheln muss man nicht auf Artebene unterscheiden können, da stimme ich dir zu. Aber man sollte zumindest sicher sein, dass es wirklich welche sind.

    Hallo Frank, mit Champignon liegst du schon einmal richtig. Aber anhand der Beschreibung und Fotos kann ich dir höchstens ein paar Arten nennen, die nicht infrage kommen. Die Gattung ist kompliziert, umfasst 60 Arten, von denen nur wenige Arten makroskopisch einfach bestimmbar sind.

    Hast du an ihm gerochen?

    Hallo Nico,

    den Link hatte ich dir geschickt um dich darauf hinzuweisen, dass es nötig ist, alle Details zu beachten, wenn man einen Pilz zweifelsfrei bestimmen will. Also nicht nur den Wuchsort, Farbe, morphologische Merkmale, sondern auch Geruch, Querschnitt, etc.


    Du kannst deine Rindenmulch-Morcheln stehen lassen, aber in der Regel kommen sie nicht wieder, außer wenn du neues Substrat - also Morchelfutter ;) ausbringst. Aber ist das auch nicht. Pilze machen, was sie wollen und nur ausnahmsweise deckt sich das mit deinen Wünschen.


    Aber du kannst deine Morcheln auch genauer untersuchen, wozu ich dir raten würde. Schneide sie durch und schau sie dir von innen an. Rieche daran. Ob sie essbar sind, wird dir anhand des Fotos und online sowieso niemand seriös sagen können. Dazu musst du einen Pilzsachverständigen aufsuchen. Malone hat dir den Link der PSV geschickt, da ist sicher auch in deiner Umgebung einer dabei.


    Und du kannst deine Funde mal vergleichen mit der Frühlings-Lorchel, auch Giftlorchel genannt. Das wäre der ähnliche Giftpilz, der jetzt auch zu finden ist. Den hat man früher gegessen, ihn nach zahlreichen Vergiftungsfällen aber auf den Index gesetzt. Zumindest hierzulande.


    Beachten solltest du, dass du nicht zu viele frische Morcheln auf einmal isst, dann könntest du am Morchella-Syndrom erkranken. Aber das Risiko besteht bei deinen Funden ja erst einmal nicht ==Gnolm7.

    Hallo Nico, zur Bestimmung sind die Summe aller Pilzmerkmale und ein bisschen Erfahrung nötig, vor allem was die Merkmale der potenziellen Verwechslungspartner betrifft. Hier kannst du nachlesen, worauf du generell achten solltest. Um den Befund festzunageln, brauchst du dann ein bisschen Literatur.

    Und: (welcome)natürlich auch von mir.

    Wie immer sehr schön aufbereitet, Björn. Regelrecht begeistert hat mich die

    Gnomoniella. Ist überliefert, ob es ich dabei um eine der Urmütter der Gnolme handelt? Wenn ja, solltest du Tuppie unbedingt informieren.

    So ihr Lieben, das Rätsel ist gelöst. Dank eurer tatkräftigen Unterstützung! Das hübsche Haarbecherchen dürfte wohl auf den Namen Lachnellula subtilissima hören. Die einzige Art mit solchen Sporenmaßen.

    Subtil ist die Arbeit mit Schlüsseln (auch wenn sie nur wenige Arten umfassen) und das Präparieren so winziger Pilzteilchen für mich allemal und daher werde ich mir den Namen ausnahmsweise einmal merken können.

    In der Literatur wird oval und auch spindelförmig für die Form der Sporen angegeben. Spindelförmig erschienen die Sporen anfangs tatsächlich, als sie noch unreif und in den Asci eingeklemmt waren. Zumindest bei meinem Fund waren die Sporen bei Sporenreife dann nicht mehr spindelförmig.


    Danke an alle noch einmal für sie Schlüssel, Beispiele, Einschätzungen und den Ansporn!


    Hier ein bisschen was vom Innenleben:




    Nein, das ist kein Killerbaumwollblau, nur Tinte, boccaccio



    Ich schreibe jetzt den Titel und Eingangsthread um. Eine einfache Bestimmungsanfrage ist das ja nicht mehr. Fast schon ein Artenprotrait. Schön, wie sich manche Dinge so entwickeln.

    Nun bin ich aber gespannt was die reifen Sporen von Claudia´s Haarbecherchen hergeben, denn darum geht´s ja wohl


    Grüße

    Felli

    Hallo Felli, erst die schöne Doku von Karl W und nun auch noch deine! Ihr setzt Maßstäbe denen ich kaum gerecht werden kann. Trotzdem, ich werde mich tapfer mit meinen Haarbecherchen auseinandersetzen. Ich bin zumindest aufs schärfste bemüht, ihm einen Namen zu geben. Und nobi_† hat Recht. Aus einer trivialen Bestimmungsanfrage ist ein Lachnellula-Special geworden. Da werde ich den Titel des Beitrags wohl gelegentlich ändern müssen.

    Klasse nobi_†! Jetzt bin ich ja bestens versorgt. Der Steiermark-Schlüssel ist für mich in der Tat einfacher zu handhaben.

    Da lohnt es sich die Winzlinge zu pflegen, damit die Sporen reifen.

    Herausgepickt habe ich mir diese hübsche Gattung eher nicht. Sie haben mich in unwegsamem Gelände quasi auf Augenhöhe überfallen. Aber es hat mich sehr gefreut, auf diese kleinen Besonderheiten zu treffen.

    Danke Felli, ich vergleiche die dann mal in Ruhe. Die Pilze hebe ich auf, vielleicht reift ja noch was.


    Hast du ansonsten den Baralschen Lachnellula-Schlüssel probiert?.

    Du spricht in Rätseln Björn.


    Und nein, so war das nicht!

    Ich hab sie erst gemeuchelt, nachdem ich in Wasser fast gar nichts und in Kongorot auch nur ein bisschen mehr als gar nichts gesehen habe. Vielleicht liegt es ja an meinen Augen.

    Hallo zusammen,


    ursprünglich begann das hier mit einer Bestimmungsanfrage. Im Laufe der Diskussion flossen mehrere Bestimmungsschlüssel, Spezialliteratur zu den Nadelholz-Haarbecherchen bzw. zur Gattung Lachnellula, und die Beschreibung folgender Arten in diesen Thread ein.


    Lachnellula abietis

    Lachnellula calycina

    Lachnellula calyciformis

    Lachnellula gallica

    Lachnellula occidentalis

    Lachnellula robusta

    Lachnellula subtilissima

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    Und nun der ursprüngliche Anfragetext:

    Ein sehr hübscher kleiner Pilz. Er zählt wohl zu Nadelholz-Haarbecherchen. Leider scheint es um die 20 Arten zu geben, die sich sehr ähnlich sind.

    Kennt sich jemand mit diesen kleinen Bechern aus und hat eine Idee, wie diese Art heißt?


    Gefunden habe ich die Pilze auf der Rinde eines Zweiges unter Weißtannen und Fichten in ca. 800 m Höhe.

    Mit Lugol gab es keine Verfärbung.

    Asci ca. 50µ, Paraphysen um 60-70µ, Haare bis max. 100µ. Freie Sporen fand ich nicht, die in den Asci (8 Stück) länglich-oval waren schlecht zu erkennen, in etwa um 6µ lang.


    Über zweckdienliche Hinweise auch zu weiteren nützlichen Erkundungsversuchen bin ich dankbar.


    Hier ein paar Bilder:










    Edit: Gerade las ich, dass in Europa nur 10 Arten vorkommen. Das macht die Sache ja wirklich viel einfacher ==Gnolm4.

    Hallo Maria,

    die Ulla-Variante erscheint mir ganz erfolgversprechend, wenn die anderen Varianten nicht möglich sind. Das hilft dir momentan nicht, aber by the Way: letztens war hier etwas darüber zu lesen, dass Pilzmycel künftig als Leiter eingesetzt werden könnte. Dann könntest du künftig wohl völlig entspannt deine Lieblingsgetränke in die Tastatur kippen, ohne Schäden befürchten zu müssen.

    Hallo Martin,

    da setzt sofort mein Kopfkino ein. An Zunderschwamm hätte der ungekrönte Monarch sicher gut zu kauen ==Gnolm7. Vermutlich steht auf der Speisekarte auch: Weidehuhn an Baumpilz. Dann hätte der Teller einen Durchmesser von 30 cm und das einsame Stück totes Huhn läge 24cm entfernt vom Was-auch-immer-für-einem-Pilz durch bedeutungsvolle Dressinglinien zu einer echten kulinarischen Komposition vereint. Der arme Charles und ich dachte immer, der wäre Vegetarier ==Gnolm4.

    Hallo Claudia,


    du siehst: Pyrenomyceten machen Spaß. Außerdem hast du deinen Fund auch sehr schön mit Corydalis garniert. Da lohnt auch immer ein Blick nach falschem Mehlau ;)


    Björn

    Hallo Björn, nix da! Der Lerchensporn war kerngesund und nicht zur Deko gedacht. Er sollte nur das schnöde Fensterbrett verdecken.

    Und ja, Spaß schon, aber der wird aufgewogen durch Stunden Frust, bis es endlich gelingt, ein geeignetes Präparat zu haben. Ist wie 6 aus 49.


    Hallo Wutzi, allgegenwärtig ok- aber der Allgemeinheit bleibt seine Schönheit verborgen! Um sie wahrzunehmen muss man schon näher hinschauen- so wie du:)

    LG Ingo


    Ps: ich finde es gibt zum Glück viele sehr schöne häufige Pilze! (genauso wie auch langweilige seltene). Und es gibt eben die verschiedensten Gründe Pilze zu suchen. Da wären zB Wissenschaft, Hunger, Ästhetik, Sport, Ehrgeiz, Kleptomanie, Freude an der Natur, Wahnsinn u.a.

    Da haste Recht Ingo. Mein Motor ist die Neugier und Spaß daran, Sachen auszuprobieren und zu verstehen.

    Apropos Hunger? Ob Brennesselkugelpilze essbar sind. Ganz bestimmt wissen das die Pyrenoversessenen. Vielleicht hat boccaccio sogar ein Rezept :giggle:.

    Hallo zusammen,


    es ist mir gelungen, einem kleinen Pilz an Brennnessel einen Namen zu geben.

    Nachdem mir endlich das Präparat und die Mikroaufnahmen gelungen waren, stellte sich heraus, dass es sich um einen quasi allgegenwärtigen Pilz an Brennnessel handelt. Genauer gesagt an den trockenen Stängeln der vorjährigen Pflanzen. Als nichts Besonderes. Er gehört zur Gattung der Kugelpilze.


    Brennesselkugelpilz - Leptosphaeria acuta


    Die Fruchtkörper haben einen Durchmesser von 300-400, sind kugelig mit einer kleinen Spitze.


    Die Sporen sind 6-11fach septiert und in etwa 50µ lang, die Asci zwischen 100 und 170µ lang. Ich konnte mindestens 6 Sporen zählen. Die Paraphysen sind hyalin, fadenförmig mit etwas verdickten Enden.







    Danke für die Idee, Schupfi. Aber das brauch ich gar nicht mehr, seit mir Björn und Steffen beim letzten Onlinetreffen auf die Sprünge geholfen und einen anderen Browser empfohlen haben. Mit Firefox ist jetzt alles perfekt.

    Moin, sei nicht traurig, dass noch keine Becher da waren. Die kommen noch. Und der Schleimer ist sehr schick. außerdem kannst du ja gleich mal die Feuerwehr anrufen und den Kameraden genau erklären, wo genau das Feuer war, das sie gelöscht haben ==Gnolm7.

    Hallo zusammen,

    schon lange bin ich auf der Suche nach dem schwarzen Tulpenkelch und gestern hat es nun endlich geklappt. Bei den "Drei Gleichen", dem einzigen Standort in Thüringen haben wir ihn entdeckt. Dabei hatte ich gestern eigentlich nicht damit gerechnet ihn zu finden, weil für den späten Winterpilz eigentlich die Zeit schon vorbei ist. Dementsprechend waren die Pilze schon ein bisschen ältlich und aus der Form geraten - groß und flatschig statt pokalförmig. Aber da ich den Standort jetzt genau kenne und die Pilze sehr standorttreu sind, werde ich sie vielleicht in einem der nächsten Jahre jung und knackig finden.


    Hier ein paar Fotos von den schwarzen Seltenheiten:


    erst einmal das Habitat


    Zunächst war ich gar nicht sicher, ob es wirklich Urnulas sind.


    Einem Fruchtkörper sah man dann allerdings noch die Urnenform an.




    Von dem lose liegenden Fruchtkörper habe ich ein Stückchen mitgenommen und mikroskopiert.






    Es gab nur noch wenige intakte Asci mit allen Sporen.