Beiträge von Wutzi

    An der Grundlagenforschung ist gar nichts falsch, Stefan. Es geh mir nicht um's ob, sondern um's wie. Seit Jahrzehnten wird in der Grundlagenforschung an genmanipulierten Mäusen mit exorbitant hohem Aufwand und gewaltigen Kosten geforscht. Sicher gibt es da immer mal wieder einen neuen Erkenntnisaspekt, aber die zu erwartenden Erkenntnisse sind gemessen an anderen, wesentlich schlechter erforschten Gebieten deutlich höher. Die Erforschung der Wirkstoffe von Pilzen wäre eine von zahlreichen guten Alternativen mit höherem Potenzial an Erkenntnisgewinn. Doch hier wird deutlich weniger geforscht, weltweit.


    Hinzu kommt: Die Forschung ist zwar frei. Aber seit der Tierschutz ins Grundgesetz aufgenommen wurde, ist zwingend eine Abwägung zu treffen, ob ein geplanter Tierversuch gemessen an dem zu erwartenden Erkenntnisgewinn verhältnismäßig ist. Diese Abwägung findet nicht statt. Hier in Deutschland ist die Forschungsförderung an die DFG delegiert worden. Sie bekommt die Forschungsmilliarden, verteilt nach eigenem Gusto und kontrolliert sich selbst. Die Bewertung der Versuche erfolgt durch dieselben Forscher, die selbst in diesem Bereich forschen, von Menschen, die sich in ihrem Forschungs- und Privatleben quasi im Tierversuch eingerichtet haben. Es ist bequemer in der eigenen Suppe zu schwimmen, als über den Tellerrand zu schauen. Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern das habe ich schriftlich von Spitzenfortschern, die aus diesem Teufelskreis ausgebrochen sind. Die "Guten" gibt es auch, aber die Bequemen, die Bremsklötze sitzen leider an den Schalthebeln der Macht und behindern. Wobei es natürlich ein paar erfolgversprechende Pflänzchen gibt, aber sie müssen sich ihren Weg durch schwerüberwindbare Widerstände bahnen.


    Ein Eingreifen von außen, um die zwingende Rechtsgüterabwägung durchzusetzen, ist aufgrund der Rechtslage leider nicht möglich. Das ist jetzt extrem verkürzt dargestellt. Wir können das gern ausführlich diskutieren, wenn wir uns mal wieder treffen.


    Aber Wünschen muss erlaubt sein, deshalb hatte ich den Wunsch geäußert, dass der Erforschung der Pilze eine höhere Priorität zugemessen wird. Das Geld ist da, es sollte nur anders verteilt werden.

    Hallo Stefan,

    die Anwendung von Pilzen hat wie der Name ja schon sagt in der TCM Tradition. Klar das ist ein gigantischer Markt.

    Dass Mykologen in dem Sinne forschen, wie du es beschreibst, ist ja richtig. Aber die Mykologen sind doch unter all den forschenden Biochemikern nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Mich ärgert, dass das Gros der Forschungsmilliarden nach wie vor in erster Linie in die Grundlagenforschung gesteckt werden. Und unabhängig ob man Tierversuche gut findet oder nicht, ist doch zu konstatieren, dass es wichtigere Forschungsthemen (z.B. Pilze) gibt, als immer noch mehr Informationen über genmanipulierte Mäuse zu sammeln um sie in irgendwelchen Datenbanken abzulegen. Die gegenwärtige Grundlagenforschung ist ein selbsterhaltendes System und die Gelder die da verpulvert werden gehören in sinnvolle Forschungszweige.

    Hallo zusammen,

    jedes Ding hat zwei Seiten. Nicht alles, was als Heilpilz verkauft wird, kann heilen. Aber selbstverständlich gibt es Pilze mit Heilkräften. Nur dass der Wurzelschwamm heilende Wirkungen entfalten kann, ist zumindest unwahrscheinlich. Dokumentationen dazu habe ich jedenfalls nicht gefunden.


    Der Begriff Heilpilze sagt doch nur, dass Pilze heilsame Kräfte entfalten können. Dass es blutdrucksenkende Pilze gibt und solche, die sich positiv auf Magen-Darm- und andere Leiden auswirken bis hin zu der antibiotischen Wirkung von Penicillin, ist das doch wohl unstrittig. Pilzgifte können töten, warum also sollten die ihnen innewohnenden Wirkstoffe nicht auch heilen können? Hier steht die Forschung noch ziemlich am Anfang. Es ist irgendwie auch logisch, weil man kein Geld mit einem Patent auf den Birkenporling oder Schmetterlingstramete verdienen kann. Also fließen die großen Forschungsgelder halt in andere Kanäle.


    Von Paracelsus stammt der kluge Spruch: Die Dosis macht das Gift. Amanitin scheint erfolgversprechend in der Krebstherapie zu sein. Wer hätte das vor 10 oder 20 Jahren für möglich gehalten? Wir erleben es doch laufend. Die Bewertung ändert sich in dem Maße wie die Forschung voranschreitet und unser Wissen wächst.


    Ich sammle keine Huflattichblätter mehr, weil sie verdächtig sind Leberkrebs zu begünstigen. Ich esse keine Grünlinge mehr, weil in größeren Mengen Rhabdomyolyse auslösen sollen. Vielleicht ändert sich diese Einschätzung auch wieder, aber so lange wie der Wissensstand so ist, muss ich in meiner Verantwortung eine sinnvolle Entscheidung treffen.


    Guthmann differenziert in seinem Buch übrigens und weist aus, wenn es sich bei einem der aufgelisteten Pilze nur um eine vermutete Heilwirkung handelt.


    Ich werde jedenfalls bei Halsschmerzen aller Art und bei Verletzungen weiterhin meine Heilpflanze Salbei einsetzen, mit der ich die allerbeste Erfahrungen gemacht habe. Und ich werde meinen Tee aus dem Birkenporling weiter zu mir nehmen, obwohl er nicht schmeckt. Egal, dass medizinische Standardwerke ihn nicht so benennen. Für mich ist das ein Heilpilz. Er kann sicher keine Wunder bewirken, aber mir hat er geholfen, obwohl ich nicht daran geglaubt und damit gerechnet hatte.


    Wenn ich mir was wünschen dürfte, wäre das eine umfangreichende Erforschung der den Pilzen innewohnenden Wirkstoffe und aussagekräftige Untersuchungen zur Dosierung und Anwendung.




    .

    Für die Anemonenbecherlingszellkernfans:

    Gibt es auch was für Anemonenbecherlingszellkern-Verächter?

    Nein, da denkt man sich nichts böses und genießt den schönen Vortrag von Climby und dann das:

    Zu dem bis dahin im Felde gut bestimmbar geglaubte Becherling haben die "Spezialisten" eine kaum unterscheidbare weitere Art kreiert. Tut das Not? Darf eine Art nicht auch bei zwei Pflanzen vorkommen?

    Man sehe mir meine Schwachheit hier nach. Nein, ich bin da raus. ==Gnolm9

    Ach nee Alis, das nehm ich dir nicht ab. Als langjähriger Pilzspezi solltest du doch wissen, dass Pilze regelmäßig eine nicht zu unterschätzende Neigung zum Sadismus gegenüber unserer Spezies entfalten==Gnolm7. (Möglicherweise sind das aber auch gar nicht die Pilze selbst, sondern die echten Pilzprofis). Dabei ist Zellkerne zählen für Menschen ohne Handtaschensequenziergerät wahrscheinlich immer noch einfacher als das Sequenzieren==Gnolm4. Ich wäre ja sehr dafür, die nicht optisch und in ihrer Wirkung unterscheidbaren Pilzarten zusammenzufassen. Da hätten Menschen wie ich mittelfristig auch mal ein Erfolgserlebnis. Aber leider passiert gerade das Gegenteil davon. Und immer wenn ich glaube etwas verstanden zu haben, hat es sich bereits wieder verändert.

    Hallo Norbert,

    damit hast du natürlich Recht. Aber in diesem Fall halte ich für eine lässige Sünde==Gnolm13. Klaus Wechsler verfolgt damit ja ein unterstützenswertes Ziel und sein Plastikeinsatz ist überschaubar. Im Gegensatz zu dem Wegwerfplastik, was tonnenweiser und in immer größeren Mengen unsere Nahrung umschließt oder die neue Kaffeemaschine, den Kochtopf und jedes andere Gebrauchsding.

    Hallo Peter, genial! Schade dass Klaus Wechsler das Geheimnis seiner Pilzabdrücke nicht preisgibt. Das würde ich auch gern ausprobieren. Diese Perfektion würde ich allerdings nie erreichen. Danke fürs Aufspüren und Teilen.

    Moin Stefan,

    dein Vortrag gestern hat mir sehr gut gefallen. Sooo viel "Sonstiges" war auch gar nicht dabei==Gnolm7. Ein bisschen habe ich dabei in Erinnerungen geschwelgt: Botanischer Garten Schellerhau, Galgenteiche, Altenberg - da war ich als Teenager immer zum Skilaufen. Seinerzeit gabs noch zuverlässig Schnee im Februar. Warst du mal im Georgenfelder Hochmoor? Das müsste doch pilz- und pflanzentechnisch sehr interessant sein, oder gibts das nicht mehr?

    Jedenfalls vielen Dank für deine Mühe. Du darfst das gern im nächsten Jahr mit den Funden von 2021 wiederholen==Gnolm13.

    Hallo Tuppie,

    an unserem Futterhäuschen ist immer Halligalli, obwohl unser halber Kater Manfred oft und gern darunter sitzt. Er lauert dort den Mäusen auf, die sich von den heruntergefallenen Kernen ernähren und in der Schiefermauer wohnen. Ich füttere jeden Tag einen halben Liter Sonnenblumenkerne und während der Sommerzeit dann entsprechend Weichfutter. Im Winter haben wir hier vier Meisenarten, manchmal kommen auch Schwanzmeisen, dann sind es fünf Rotkehlchen, Kleiber, Zeisige, Wintergoldhähnchen und leider (nur) ein Amselpärchen - keine Spatzen und Grünfinken. In der Nistzeit kommen auch noch Buchfinken, Gimpel, Buntspechte und Eichelhäher (die finde ich nicht so toll, weil dann die anderen weg sind, aber sie wollen eben auch fressen.)


    Vögel kann der Kater am Vogelhaus nicht fangen und das wissen die Vögel wohl genau. Vielleicht liegt es an der Höhe des Futterhäuschens und daran, dass der Kater von überall aus gut gesehen werden kann. Aber der Sch...Kater hat natürlich auch schon Vögel erwischt, allerdings nie am Vogelhaus obwohl er da immer herumsitzt. Vielleicht musst du einfach das Häuschen woanders hinstellen.


    Die meisten meiner Wintergäste fressen am liebsten Sonnenblumenkerne, nur einige bevorzugen die teuren Samen und Nüsse. Vom Weichfutter - also Haferflocken in Rapanchmal ist das teure Futter nicht unbedingt das, was die Bande am liebsten mag.


    Da sitzt der Manfred unter dem Vogelhaus im Saharaschnee.

    Hallo Tuppie, genau so sieht gute-Laune-Wetter aus. Die letzten Bilder zeigen eine froh gelaunte Tuppie. Und ein bisschen fällt mir bei deinen Bildern mit dem Bericht über die Amseln der Osterspaziergang ein. Vermutlich geht die harte Winterzeit ja jetzt ihrem Ende entgegen und das Licht reicht auch bald für einen Spaziergang nach der Arbeit. Danke fürs Mitnehmen.

    Danke Christoph. Klasse, was du aus den schlechten Fotos herauslesen konntest.

    Bei der Nummer 2 hatte ich den Träuschling verworfen, weil der Pilz tatsächlich weiß gewesen ist. Das ist schon wieder Neuland für mich.

    Bei der 3 bin ich auf die rosa erscheinenden Lamellen hereingefallen. Hebeloma habe ich noch nie mit so lebhaft gefärbten Lamellen gesehen. Aber die Bilder sind tatsächlich ziemlich schlecht, insofern sind Farben sicher trügerisch. Freistehende Lamellen sind ein schlagendes Argument, aber sieht man die denn, wenn der Hut noch nicht völlig aufgeschirmt ist?

    Ich freu mich, dass ich bei 5 und 6 nicht völlig daneben liege.
    Und über die 7 lege ich mal den grau-rostroten Schleier des Vergessens und befördere das in den elektronischen Papierkorb.


    Danke für die Idee Pablo. Das hilft mir beim nächsten Mal ganz sicher, wenn ich den Pilz noch einmal finden sollte. Der wuchs gar nicht so weit weg von hier. Ich habe ein Auge drauf.

    Hallo Thomas, völlig richtig, das sind sehr weise Zitate. Ich pflanze auch immer noch Obstbäume und probiere immer mal was Neues aus. Aber leider gehört viel Disziplin dazu, das in Bezug auf die Pilze umzusetzen. Ein bisschen leichter fiele es mir sicher, wenn Pilze jederzeit verfügbar wären. Ich werde dran arbeiten🥴

    Danke Christoph, das ist genau die Art Nachhilfe, die ich brauche, um mit Schlüsseln vielleicht irgendeinmal zurechtzukommen. Mir ist ja bewusst, dass ich meist nicht genau genug hinsehe. Aber wenn es dann so weit ist, vergesse bzw. übersehe ich dann doch wieder wichtige Merkmale. Aber deine Erklärung zum Velum universale von Tubaria dürfte jetzt sitzen. Hab vielen Dank!

    Hallo zusammen, beim Sortieren meiner Fotos komme ich langsam voran. Jetzt sind wieder einige namenlose Pilzfotos zusammengekommen. Soll ich sie löschen oder hat jemand von euch eine spontane Idee? Gefunden wurden die Pilze im Mittelgebirge ca. 500 m ü.NN. Detaillierte Informationen habe ich nicht leider nicht.


    1 Ca. 4 cm lang, an einem Wegrand


    1b


    2 Wegrand wie oben


    3a Am Waldrand bei Fichten - schlechte Bildqualität, aber kann das Richtung Champignon gehen ?


    3b oder haltet ihr die Verfärbung an der Stielspitze für Reste von braunem Sporenpulver


    5 Im Fichtenwald. Es gibt nur dieses eine Foto. Meine einzige Idee dazu ginge in Richtung junge Psathyrella


    6 Am Wegesrand im Fichtenwald - vielleicht zimtfarbene Hautköpfe?


    7a Am Wegrand bei Fichten Telamonien - vielleicht Wasserköpfe?


    7b


    7c


    Danke fürs Ansehen und Nachdenken.

    Hallo Igelknie,

    (welcome). Mit deinem Nick bist du goldrichtig, wenn du was über Pilze lernen willst. Sozusagen ganz auf der Höhe der Objekte deiner Begierde. Und mit deinem Nick ist das hier wohl auch das am besten für dich geeignete Pilzforum ever==Gnolm7. Schön, dass du zu uns gefunden hast.

    Wutzi : Hausbach! So traumhaft möchte ich auch mal wohnen. Das nächste schöne Bächlein ist von uns aber auch nur 5km weg.


    Liebe Grüße

    Ralph

    Hallo Ralph, so ein Gebirgsbach ist ganz schön, aber manchmal auch unglaublich wild und mitunter sogar bedrohlich. Man muss auch aufpassen, dass er sich nicht in den Hang frisst und ihn wegreißt. Also ich hätte gern ein paar Meter Land mehr bis zum Bach.==Gnolm13