Hallo Oliver,
erstmal Glückwunsch zu der guten Dokumentation.
Bei einem alten Fruchtkörper aus dem Vorjahr ist das mit der Ornamentation der Exoperidie natürlich so eine Sache. Vielleicht mal mit der Lupe auf der wetterabgewandten Seite, also am Stielansatz gucken? Ist der nicht doch sandpapierartig körnig und nicht feinstachelig?
Die Allerweltsart, die mir als erstes in den Sinn käme, wäre Lycoperdon lividum, der Graslandstäubling.
Dafür spricht die violette Subgleba (ist das so? Farben im Kunstlicht...), allerdings sieht das Capillitium dafür doch recht elastisch aus. Die Poren im Capillitium sind groß, wie bei lividum, aber das ist an einem Foto schlecht zu beurteilen, wenn man nicht auf die Stelle fokussieren kann.
L. rupicola kenne ich nicht aus eigener Anschauung, aber das Merkmal der schmalen kleinen Stacheln kannst Du ja nicht beurteilen. Ohne dieses Merkmal würde ich die Bestimmung als ungesichert betrachten.
Die Sporenornamentation ist übrigens bei Lycoperdon eine Kunst für sich. Oft sehen Sporen in einem Medium total glatt aus und erst in einem anderen Medium erkennt man die Warzen. Oft sind die Warzen an Sporen, die in einer Luftblase sind, besser zu erkennen als an Sporen in der Flüssigkeit. Die erste Wahl ist Leitungswasser. Oder man greift zu Phosphorsäure-Melzer wie kürzlich aus der Uni Jena vorgeschlagen, aber auch das ist kein Allheilmittel.
In diesem Fall hilft das aber nicht viel weiter, denn die grobwarzigen Arten kommen eh nicht in Betracht, und rupicola und lividum hätten beide feine Warzen.
Grüße,
Wolfgang