Beiträge von Wolfgang P.

    Hi Lockpicker,

    ein seltsames Teil hast Du da gefunden.

    Mittelgroße weiße Pilze gibt es in zahlreichen Gattungen, aber irgendwie will für mich nix so ganz passen:


    Riesenrötling (Entoloma)? Müsste stärker gefärbte Lamellen haben.

    Krempentrichterling (Leucopaxillus)? Sollte einen eingerollten Rand haben.

    Mehlräsling (Clitopilus)? Müsste herablaufende Lamellen haben.

    Ritterling (Tricholoma)? Im Frühjahr nicht zu erwarten.


    Veilchenritterling (Lepista)?

    Ich glaube, unter den Raslingen (Lyophyllum) könnte es auch noch was geben.

    Ganz würde ich den Maipilz (Calocybe) auch nicht ausschließen.


    Grüße,


    Wolfgang

    Pilz Nr. 3 könnte aufgrund der sehr speziellen, gedrungenen Struktur und des knopfförmigen Hutes der Stadtchampignon sein

    Ja, dafür würde auch der doppelte Ring sprechen, der im Querschnitt schon deutlich angelegt ist.

    Den Habitus finde ich persönlich bei einem so jungen Champi als Merkmal weniger geeignet.


    Am Ende kann man so ein Baby aber meist einfach nicht bestimmen - nicht einmal mit Mikroskop, weil die Sporen noch nicht reif sind.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Huenchen,

    beim Pilzesammeln ist Dein größter ökologischer Fußabdruck, wenn Du mit dem Auto von der Wohnung zum Wald fährst. Auf Platz 2 kommt die Trittbelastung, wenn Du abseits der Wege durch den Wald läufst.

    Wenn Du einen abgeschnittenen wurmigen Pilz im Wald lässt, so dass er noch aussporen kann, kann er seine ökologische Funktion noch fast komplett erbringen, und der Fußabdruck Deiner Aktion ist m.E. nahe 0.


    Grüße,


    Wolfgang

    Erstaunlich, dass diese Frage seitdem mehr als 4 Jahre lang im Fragenkatalog verblieben ist.

    Hallo an alle,

    hat denn irgendjemand diese Punkte als Verbesserungsvorschläge formal bei der Sprecherin des FA PSV eingereicht?

    Oder vielleicht sogar dem FA Unterstützung bei der Überarbeitung angeboten?


    Einfach nur in einem freien Forum vor sich hin kritisieren ist halt zuwenig. Ändern wird sich nur was, wenn jeder Einzelne aktiv wird.

    Dss ist im übrigen keine Besonderheit der DGfM/PSV- Themen, sondern gilt allgemein.


    Grüße,


    Wolfgang

    Also bei Rau und Hautköpfen einfach nur aussortieren?

    Bei Hautköpfen kann man das sicherlich tun.


    Bei Rauköpfen wäre ich persönlich auch eher im "Team Sicherheit", nur aus dem Bauch raus und aufgrund meines PSV-Background, und wegen der Erziehungsmaßnahme für den Sammler.

    Aber rein toxikologisch liegt die LD-50 (tödliche Dosis für die Hälfte der Labormäuse) bei Orellanin hundertfach höher als bei Amanitin.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo an alle,

    rein toxikologisch betrachtet, muss nur bei Amanitinhaltigen Pilzen das ganze Sammelgut verworfen werden, weil bereits kleinste (!) Mengen eine Organschädigung bewirken.


    Das liegt am enterohepatischen Kreislauf: ein Giftmolekül hat eine Leberzelle zerstört, wird über den Gallenkanal in den Darm abgegeben und dort erneut aufgenommen und in die Leber transportiert, wo es weitere Zellen tötet.


    Bei anderen giftigen Pilzen wäre es eher eine Erziehungs- oder Vorsichtsmaßnahme, aber die Kontamination wird kaum einen Schaden auslösen.


    In einer Prüfung sollte man sich natürlich nach dem richten, was die Prüfer sehen wollen. In einer Führerscheinprüfung sollte man auch nicht 5 kmh zu schnell fahren, auch wenn dabei im Verkehr mitschwimmen würde.


    Wolfgang

    mir wurde schon oft erklärt, auch von einem PSV-Prüfer, nimm es mit den Fragen nicht zu genau und mache dir nicht zu viele Gedanken...

    Ja, ich kenne die Problematik, war schon Beisitzer und weiß auch, wie unglaublich schwer es ist, Fragen für alle Personen unmissverständlich zu stellen. Daher können und müssen die Prüfer (die ja selbst nicht wissen was der Fragen-Autor im Sinn hatte) kulant sein.


    Umgekehrt könnte man aber auch dem FA PSV spiegeln, dass man das Wort "speziell" in dieser Frage durch "gerne" ersetzen könnte. Dann wären auch Erlen-Begleiter als Antwort richtig.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    die Hochgerippte Becherlorchel wäre mir jetzt gar nicht in den Sinn gekommen, vermutlich weil meine eigenen Fundorte auf Sand-Trockenrasen liegen.


    Kelchbecherlinge hätte ich wohl gelten lassen, auch wenn ich selbst sie eher in Schluchtwäldern habe, aber zumindest bei hoher Boden- und Luftfeuchtigkeit.


    In den Rheinauen hier gibt es fast nur Holzzersetzer von Weide, Pappel etc. Daher wäre mein persönlicher Auwaldpilz Nr 1 der Adernseitling Rhodotus palmatus, aber von einem PSV würde ich nicht erwarten, dass er von der Existenz dieser Art weiß.


    Am Boden finden sich oft kleine Schirmlingsartige, wie der Blutblättrige Zwergschirmling Melanophyllum haematospermum oder Mehlschirmlinge Cystolepiota, aber die nehmen nicht nur Überflutungsgebiete (=Auen), sondern auch andere feuchte+nährstoffreiche Böden, wie Wegränder in Parks.


    In den Hartholzauen kommt dann oft der Anemonenbecherling dazu. Aber "speziell" in Auwäldern? Eher nicht.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Rainer,

    eine Becherlorchel (Helvella) sehe ich da eher nicht, eher einen Morchelbecherling (Discotis), oder einen "normalen" Becherling (Peziza).

    Für den Morchelbecherling spricht der Geruch und der Standort.


    Bei dem angedeuteten Stiel ist es aber nicht leicht zu entscheiden.


    Grüße,


    Wolfgang

    Bei der Gattung gehe ich mit Suku mit: das sollte ein Weichritterling Melanoleuca sein.

    Die Art zu benennen, wäre etwas zu vermessen, gerade in einer Gattung in der es noch kein einheitlich akzeptiertes Artkonzept gibt.

    Hallo,

    hmmm, galericulata sehe ich da nicht (Hut zu durchscheinend gerieft, Stiel zu glasig), aber ein Helmling ist es schon und kein Rötling.


    Mein Tipp wäre, dass die rosa Spuren an den Lamellen der Beginn der Rostfleckigkeit des Rostfleckenden Helmlings Mycena zephirus sein könnten.

    Aber ich bin bei Harald: ohne Mikros bleibt das geraten.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Anton,

    für eine seriöse Antwort- egal ob von App oder Mensch- gibst Du einfach zu wenig Information.

    Du zeigst einen Spross - aber aus einem Horst oder einzeln? Welcher Standort genau? Gibt es vorjährige Stängel?


    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo,


    das sieht für mich erstmal mehr nach Pilzmycel aus, als nach "Schimmel", also Pilzen die sich gerade mit asexuellen Sporen vermehren.


    Mycel ist nicht kontaktgiftig. Selbst bei Schimmel wäre im Außenbereich die Sporen-Konzentration nicht so gefährlich zum Einatmen wie in Innenräumen.


    Das Holz vom Sandkasten ist natürlich trotzdem am Ende...


    Grüße,



    Wolfgang

    Hallo Schrumz,

    ich hätte jetzt keinen Zweifel an der Gattung Pseudoplectania. Mikroskopisch fällt die Gattung durch kugelrunde glatte Sporen und Jod-negative Ascii auf.

    Bei Tanne sollte es der gestielte Schwarzborstling P. melaena sein. Der hat makroskopisch gestielte Fruchtkörper (zeigst Du leider nicht), und mikroskopisch eingerollte Paraphysen.


    Die Verbreitungskarte deckt sich mit dem natürlichen Areal der Weißtanne, und ist so gefährdet wie sein Wirtsbaum, aber sicher auch unterkartiert:

    Verbreitung Pseudoplectania melaena (Fr.) Sacc. 1889


    Details zu den Arten und einen Schlüssel gibt es hier:

    https://www.researchgate.net/publication/272498657_Phylogenetic_and_morphological_studies_in_the_genus_Pseudoplectania_Ascomycota_Pezizales


    Aus der Gattung wurde übrigens das starke Antibiotikum Plectasin isoliert.

    Plectasin gegen resistente Keime
    Plectasin, ein Wirkstoff aus Pilzen und niederen Tieren, könnte sich als schlagkräftige Waffe gegen gefährliche Bakterien eignen. Das kleine Eiweißmolekül kann…
    www.deutsche-apotheker-zeitung.de


    Grüße,


    Wolfgang

    Ist es denn noch zu früh oder waren wir vielleicht in der falschen Gegend unterwegs?

    Hallo Schatz-goblin,

    Spitzmorcheln gibt es schon, vermutlich auch in der Pfalz und in Baden, von daher hast Du entweder Pech gehabt oder etwas anderes falsch gemacht.


    Da Du selbst so wenig von Deinen Zielgebieten erzählst, wird Dir hier auch beim besten Willen niemand helfen können.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo,

    man muss sich bei Pilzen in vielen Gruppen von der Artbestimmung verabschieden, und sich mit der Gattung oder Sektion zufrieden geben.


    Agaricus gehört dazu. Ohne Mikroskop kann man meist nichts Sicheres sagen, und mit Mikroskop auch nicht viel mehr.


    Wolfgang