Beiträge von Wolfgang P.

    Auf der Seite Great Irish Grasslands fand ich dieses Paper (unten im Download), welches mir zum Einstieg auch gut geeignet erscheint.

    Hallo Marcel,


    Danke für den Hinweis - das Paper kannte ich noch nicht. Da Du nach einem Einstieg gefragt hast: wenn Du die Arten aus diesem Paper alle kennst, bist Du schon einen riesigen Schritt weiter, und vermutlich so weit, wie man ohne Mikroskop kommen kann. Den Schlüssel finde ich sehr übersichtlich und didaktisch. Genau so gehe ich im Feld vor!


    Fehler sind mir dabei nicht aufgefallen, nur bei aurantiosplendens hat der Autor ein von meinem recht stark abweichendes Artkonzept, oder ihm ist nur versehentlich ein zweites Foto von ceracea 'reingerutscht.


    Wenn Du von dort aus zur "cutting edge" der Hygrocybe-Forschung vordringen willst, geht's dann nur noch mit Spezialliteratur.


    Aretah :

    Im übrigen wurde auch Hygrocybe insipida gespalten - wie ich es vermutet hatte. Die neue Art meine ich auch schon mehrmals gesehen zu haben.

    kannst Du mir bitte das Paper schicken?


    Grüße,


    Wolfgang

    Ich hab' tatsächlich noch ein paar Bilder gefunden.


    Die Selbstversorgerküche und der Tagungsraum in der Remise:


    Rund um den Schieferpark (NSG --> Genehmigung besorgen!) mit mykologisch spannenden Abraumhalden




    Der menschgemachte Klimawandel schlägt aber voll zu.Also besucht den Thüringer Wald, solange noch Reste davon übrig sind!"


    Die "Wetzsteinwiese" - eine feuchte Bärwurzwiese mit Saftlingen. Den Wald dahinter gibt es aber nicht mehr.


    Auch ein Exkursionsgebiet: der Schloßpark Ebersdorf


    Etwas weiter zu fahren: die Sandgrube Remschütz (viele Inocyben)


    Am Ölschnitzsee - so sieht es an vielen Stellen aus:


    In einer knappen Stunde ist man in der Hölle - pardon, im Höllental:



    Grüße,


    Wolfgang

    Bleibt noch die Frage: Wo kann man gemütlich zusammen sitzen, sich über Pilze und sonstges unterhalten, singen, lustig sein, essen u.s.w.?? :gkopfkratz:

    Weißt du da mehr?

    LG

    Dodo

    neben der Selbstversorgerküche ist der Tagungsraum "Alter Hau" (im 2. Stock, mit Deckenlicht), in echt schöner als auf dem Foto:


    Veranstaltungs- & Tagungsräume | Schieferpark Lehesten


    Der Restaurant-Raum ist normalerweise auch 24/7 benutzbar, aber ggf. mit den anderen Gruppen geteilt.

    Man darf da auch abends keine leeren Bierflaschen 'rumstehen lassen, denn am nächsten Morgen ist dort Frühstück für die Gruppen, die das gebucht haben.


    Wenn die Teilnehmerzahlen hier sich bestätigen, wäre das größere Haus "Zur Kaue" für Euch schon eine Option, da sind die Küche und die Tagungsräume super.

    Bei den Wiesenpilztagen hatten wir aber eine Minimal-Belegung von 24 Zimmern, glaube ich (wobei auch Einzelbelegung gezählt hat).


    Wolfgang


    P.S.: wenn Ihr bei der Remise bleibt, könnt Ihr vielleicht die Wohnung Loquitz mit dazu nehmen. Das gibt nochmal 2 Schlafzimmer, ein Bad, eine Küche mit 4 Platten-Herd und ein gemütliches Wohnzimmer dazu (wobei da nicht alle 'reinpassen werden).

    Edit: Vllt kann man ja auch einen Abend essen gehen...die einheimische Küche probieren!

    An Restaurants ist rund um den Schieferpark die Auswahl nicht so üppig.

    Aber in Steinbach am Wald gibt's einen großen REWE, d.h. Ihr könntet den Verpflegungseinkauf dort erledigen.

    Lehesten selbst hat nur einen kleinen, aber feinen "Tante-Emma-Laden".

    Die Selbstversogerküche in der Remise hab' ich nicht vor Augen, aber in den anderen Häusern vom Schieferpark waren sie sehr gut ausgestattet.

    Für Getränke gibt's einen großen Kühlschrank und eine Strichliste.

    Hallo an alle,

    ich selbst werde zwar nicht am Forumstreffen teilnehmen, kann Euch aber von den Recherchen der DGfM-Tagung und der Wiesenpilztagung viele Exkursionsgebiete empfehlen.

    Ende Oktober wäre ja auf jeden Fall Saftlingszeit.


    Die Location ist auf jeden Fall hervorragend für Pilzveranstaltungen geeignet.


    Hier meine Wiesenpilzgebiete

    Wiesenpilztage_2024


    Hier waren wir bei der DGfM-Tagung:

    DGfM 2023 Lehesten


    Grüße und viel Spaß,


    Wolfgang


    Noch ein Hinweis:

    Bahnfahrer sollten als Ziel "Steinbach am Wald" eingeben (das liegt an der RE-Strecke Nürnberg-Jena), und sich dort abholen lassen.

    Hi Marcel,

    Lothar war/ist glaube ich viel an den wärmebegüstigten Südhängen der Flusstäler (Rems, Neckar, Main, ...) unterwegs.

    Du solltest zumindest den Gedanken im Hinterkopf behalten, dass sich in Sachsen mit deutlich kontinentalerem Klima die Saison um ein paar Wochen nach hinten verschieben könnte.

    Daher würde ich Dir raten, nicht schon im Februar mit der Suche aufzugeben, denn diesen Pilz findet man ja nicht durch Zufall, sondern nur durch gezieltes Nachsuchen.


    Am Ende entscheiden natürlich die Daten der tatsächlichen Funde, von denen Du uns sicherlich berichten wirst ;)


    Grüße,


    Wolfgang


    P.S.: der menschgemachte Klimawandel arbeitet bei dieser Pilzart aber vermutlich für Euch

    Hallo,

    hat jemand für die Panellus stypticus-Luminiszenz eine Literaturstelle? Ich wusste das nicht.


    Im übrigen sollte man noch anmerken, dass Fluoreszenz (UV-Anregung) ein recht häufiges Phänomen ist, während Bioluminiszenz (biochemische Anregung) sehr selten ist. So ganz verschieden sind die Moleküle übrigens nicht, denn beide Phänomene setzen voraus, dass das Molekül zwei Energiezustände hat, deren Differenz der Wellenlänge von sichtbarem Licht entspricht.


    Aber leider sind meine Quantenmechanik-Vorlesungen zu lange her, als dass ich die Frage beantworten könnte, welche Moleküle sich NUR biochemisch und nicht auch mit UV anregen lassen. In der Regel werden bei Luminiszenz wohl die Moleküle schon im höheren Energiezustand neu erzeugt, und fallen dann in den stabilen niedrigeren Zustand. Das heißt, das Bioluminiszenz nur am lebenden Organismus funktioniert, während Fluoreszenz auch am Exsikkat noch klappt, wenn die Moleküle stabil sind, wie z.B. bei Rauköpfen (Cortinarius/Leprocybe, keine Ahnung in welcher Gattung die aktuell sind).


    Grüße,


    Wolfgang

    Mir ist deswegen auch (ich bin Mathematiker, kein Biologe) nicht so ganz klar, warum gefühlt die meisten Mykologen jede Umkombination, die irgendwer irgendwo veröffentlicht hat, sofort und ungesehen mitgehen als hätte der Papst Ex Cathedra gesprochen.

    Naja, wir leben in einer Zeit, in der durch billige Routine-Sequenzierung täglich neue Fakten an's Tageslicht kommen, und die verlangen logischerweise eine Neubewertung der Lage. Da gab es vorher 200 Jahre lang nichts Vergleichbares, insofern ist der Nachholbedarf riesig.


    Dass dabei auch mal über's Ziel hinausgeschossen wird, ist wohl nicht zu verhindern. Wenn ein Wissenschaftler seine eigenen Fehler öffentlich korrigiert, erhöht das bei mir eher das Grundvertrauen in die Wissenschaft als es zu erschüttern.


    Grüße,


    Wolfgang

    (Arrhenia retiruga: ohne Stiel, seitl. angewachsen, fast glatt bis sehr schwach runzelig, kleiner als A. spathulata)

    A. spathulata wird oft mit retiruga synomisiert bzw. A.retiruga var. spathulata.

    Hallo,

    Die ersten Bilder hätte ich auch A. spathulata genannt, auch weil das Moos nach Tortula aussieht (mit Glashaar), das ist der einzige Wirt von A. spathulata.


    Das allerletzte Bild von der "ersten Art" passt aber für mich nicht dazu, weil es hängende Fruchtkörper zeigt, die auf einer Moosart ohne Glashaar wachsen? Das spräche für mich für A. retiruga, aber so genau kann ich in dem Gewirr von 3 oder 4 Moosen den Wirt nicht erkennen.


    A. retiruga und spathulata sind eng verwandt aber genetisch klar getrennt, siehe z.B. hier. Da sie auch auf unterschiedlichen Moosen parasitieren und unterschiedliche Wuchsrichtung der Fruchtkörper haben, sollte es da eigentlich keine Verwirrung geben, auch wenn sie zufällig die gleichen Sporengrößen haben.


    Gruß,


    Wolfgang


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    Hallo,

    auch den Verzehr von rohen Steinpilzen kann man nachher im Blutbild am erhöhten CK-Wert ablesen. Das heißt ja nicht, dass man gleich tot umfällt, aber gesund ist es nicht.


    Wie immer eine Frage der Menge - das Abschmecken ist sicher harmlos.


    Fermentation ist schwierig - das könnte ich mal in den Fachausschuss Toxikologie nehmen.

    Meine Ersteinschätzung: Ein Pilz bildet Tausende von Stoffen, von denen wahrscheinlich Hunderte bei einer Fermentation ab- oder umgebaut werden. Und es kommen unzählige weitere neu dazu.


    Kein Labor kann das vollständig analysieren, man verlässt sich auf Erfahrungswerte zur Verträglichkeit, solange bis man echte Indizien hat, denen man nachgehen kann.


    Ein alter Spruch der Lebensmittelchemiker: wenn heute jemand das Kochen als Methode neu erfinden würde, würde es niemals eine Zulassung bekommen 😁


    Grüße,


    Wolfgang

    Auch bei mikroskopisch "einfacheren" Lamellenpilzen habe ich meist ähnliche Probleme, zB wenn ich zB Schnallen an Basidien suche, dass ich das Präparat nicht fein genug zerzupft bekomme. Ich versuche es zB unter der Stereolupe mit Präpariernadeln zu zerzupfen, aber auch das gelingt mir sehr oft nicht. Auch scheinen mir die Präpariernadeln fast zu dick dazu, selbst die dünnen Insektennadeln in einem Nadelhalter.

    Vielleicht liegt es bei mir einfach auch an den altersbedingt schlechter werdenden Augen.

    Hallo Günter,

    ja, der Schritt wird von vielen Pilzmikroskopikern unterschätzt.


    Ich selbst schwöre als Instrument auf eine richtig feine Pinzette, die ich zusammengedrückt flach auf die Probe lege und sich dann langsam öffnen lasse. Damit ziehe ich das Gewebe vorsichtig auseinander. Mit 2 Präpariernadeln finde ich es schwerer, am gleichen Punkt anzufangen.


    Mit "richtig feiner Pinzette" meine ich z.B. die Dumont Nr. 7 (44 EUR bei bioform.de) und nicht so einen grobmotorischen Greifer, wie er allgemein als "Mikroskopierbesteck" verkauft wird, auch im Myko-Shop.

    Natürlich arbeitet man besser unter der Stereolupe, das schreibst Du ja auch, damit sollten doch die meisten Augenprobleme ausgeglichen werden?


    Das nächste ist das richtige Medium dabei. Laugen helfen, also NH3 oder 5% KOH. Je nach Pilz, muss man auch zu "härteren" Medien greifen wie GSM.


    Gerade bei Tremella muss man natürlich schon vor dem Zerzupfen mit einem dünnen Schnitt anfangen, ggf. vom leicht gefrorenen Pilz, damit er beim Schneiden nicht "flutscht".


    Grüße,


    Wolfgang

    Die Prüferproblematik merke ich in Ostwestfalen ziemlich stark; die Prüfungen sind meist leider im tiefen Süden oder Osten. Tipps sind da gerne gesehen!

    Hi Nemrod,


    Als Vorab-Info: Im Rahmen der DGfM-Tagung wird voraussichtlich eine PSV-Prüfung am 4.10.25 in Springe bei Hannover angeboten.

    Die Anmeldung hat aber noch nicht begonnen.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Rainer,

    makroskopische Bestimmung mag ich auch gerne - je lieber umso mehr Merkmale die Gattung hat. Viele Milchlinge, Schnecklinge, Schirmlinge, ... lassen sich makroskopisch bestimmen.

    Wichtig dabei ist, einen für die Gattung einigermaßen aktuellen und vollständigen Schlüssel zu benutzen, zusammen mit einem ebensolchen Bildband oder zuverlässiger Online-Quelle.


    Ist eine dieser Voraussetzungen nicht gegeben, sollte man m.E. ehrlich zu sich selbst sein und wohl oder übel auf der Gattungsebene Schluss machen, anstatt irrlichternd auf der Suche nach Artnamen herumzustreifen.


    Mit dem weißen Keulchen hast Du mich leider genau an diesem Punkt "getriggert", denn da gibt es nichts von alledem.


    Nimm's mir bitte nicht krumm :)


    Wolfgang

    Hallo magicman,

    weiße Keulen sind schon mit Mikroskop nicht ganz klar, aber ohne???


    Clavulinopsis candida wird in der neueren Literatur (z.B. Franchi, Marchetti: Fungi Clavarioidi in Italia) jedenfalls als nomen dubium bezeichnet.

    Schon CORNER schrieb 1950: "Quélet appears to be the only mycologist to have interpreted this species microscopically, and his interpretation suggests C. asterospora exept for the shape of the spore". Seitdem kenne ich keine Literatur, die auf den Namen genauer eingeht. Nur weil unter diesem Namen bei 123 irgendwelche Bilder angezeigt werden, heißt das nicht, dass das irgendeinen Sinn ergibt.


    Die häufigste Art, die so aussehen kann, ist Clavaria falcata. Aber auch Clavaria asterospora und C. californica... hier geht's dann ohne Mikro nicht mehr weiter.


    Gruß,


    Wolfgang

    Ampulloclitocybe clavipes - Keulenfuß-Trichterling braucht Nadel/Kiefern Bäume, diese waren aber am Fundort

    nicht zu sehen. Werde ich mir aber noch genauer anschauen. An die neuen Namen der Trichterlingsgattungen muss ich mich noch etwas

    gewöhnen.

    Hallo Rainer,

    ich finde Axels Benennung überzeugend, und hatte auch schon Keulenfüße auf der Wiese. Dass die Nadelbäume brauchen, halte ich für ein Gerücht.


    Wie differnenziert ihr einen solchen Habitus makroskopisch. Hauptsächlich anhand der Lamellenbreite?

    Auch dieses hygrophane Ausblassen passt zu einem Trichterling besser als zu einem der trockenen Schnecklinge.

    Auch die unregelmäßig gezähnten Lamellenschneiden.

    Irgendwo kommt man aber an eine Grenze dessen, was man sich systematisch aus Büchern aneignen kann, und braucht einfach eine breite Feld-Erfahrung.

    Um ehrlich zu sein: ich kann die Benennung nachvollziehen, bin aber beim Angucken des Bildes nicht selbst darauf gekommen. Nur dass es kein Schneckling ist, war klar.


    Gruß,


    Wolfgang