Materialforschung: Klonen ohne SAB, geht das auch?

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 178 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Peter.

  • Ihr Lieben,

    zur Materialerfoschung von Myzel möchte ich Wildpilze klonen. Also nicht zu Speisezwecken, sondern Zunderschwamm, oder Schillerporling ect.. Ich frag mich ob ich dringend dafür eine Still- Air- Box brauche. Oder ob es auch einfacher geht. Ich möchte eigentlich nicht so viel Geld ausgeben. Meine finanziellen Prioritäten sind immer noch bei Fachliteratur, danach wird das Thema Mikroskop noch mal dringend ==18


    Es soll als Projekt gut machbar sein über ein paar Monate hinweg- also von den Umständen her nicht zu aufwendig werden. Mir ist klar, das da Kontaminationsfrust ansteht und den möchte ich gerne niedrig halten.


    Ich hätte gern ein Low- Low-Budget Zuhause Settup, das trotzdem gut funktional ist.


    Konkret das aktuelle Ziel: Myzelplatten und Myzelziegel aus verschiedenen Pilzarten, um sie perspektivisch zu vergleichen.


    Nebenfrage: kann ich davon ausgehen, wenn das Hyphensystem des Fruchtkörper trimitrisch ist, dass das Myzel ansich robuster ist? Wahrscheinlich nicht, oder? Mein Eindruck ist, dass diese Annahme analog nicht übertragbar ist.

    Ich nehme an, es kommt eher auf die Aggressivität des Myzels an, wie stabil, oder kompakt es am Ende ist. Z.B. Austern wachsen sehr schnell und es wird eher lockeres Myzel mit vielen Lufteinschlüssen. Also eher Dämmmaterial, oder Verpackungsmaterial. Hat da schon jemand Erfahrungen dazu?


    Liebe Grüße

    ria

  • Hallo Ria,


    ich hab' schon länger nicht mehr steril gearbeitet, aber als Jugendlicher hab ich schon Austernpilze gezüchtet, da gab es noch keine Still-Air-Boxen bei Amazon für 25 € (da gab es auch noch kein Amazon und keinen Euro ;) ). Ging auch.


    Aber mal ehrlich: wieviel willst Du denn noch sparen? Wenn Du aus ein paar Holzleisten aus dem Baumarkt ein Gestell baust und mit Malerfolie bespannst und ein paar Handschuhe mit Panzertape reinklebst, ist das doch teurer?


    Wichtig ist, dass Du die Agarplatten in den Petrischalen gut im Dampfkochtopf sterilisierst und die Petrischalen möglichst nur 1 Sekunde öffnest, um das Pilzstück 'reinzulegen.


    Gruß,


    Wolfgang

  • Zitat

    Ging auch

    Wenn Du noch beantworten magst: Wie hast du das gemacht und wo? Wie gründlich hast du was gereinigt? Womit?



    Und taugen die denn was diese fertigen SAB bei Amazon? Ist es möglich mit denen vernünftig und über einen längeren Zeitraum zu arbeiten? Ich habe jetzt vermutet, dass ich die so oft neu kaufen muss, dass das am Ende keine gute Lösung ist.

  • Wie gründlich hast du was gereinigt? Womit?

    Damals war im Haus meiner Eltern eine Einliegerwohnung, die nicht vermietet war, mit einer winzigen Küche.

    Dort hab' ich alle abwischbaren Oberflächen mit Wasserstoffperoxid abgewischt. Skalpelle und Nadeln wurden kurz durch einen Spiritusbrenner gezogen.

    Den Agar habe ich selbst gekocht und in Petrischalen gegossen und im Dampfkochtopf von Mama sterilisiert.


    War, wie gesagt, eine andere Zeit und andere Gepflogenheiten.


    Was heute noch stimmt:

    - die größte Keimschleuder im Raum bist sowieso Du selbst

    - sterile Petrischalen nie ganz öffnen, nur den Deckel kurz an einer Seite anheben


    Gruß,


    Wolfgang

  • So wie Wolfgang habe ich auch meine Pilzzuchtversuche durchgeführt.


    Mit primitiven Mitteln (Wasser, Spüli und Brennspiritus) gereinigte Tischplatte in der Küche. Abgeflammt wurde mit dem Gasfeuerzeug. Frisch geerntete Stockschwämmchen aus dem Walde seziert und ein wenig Fleisch in die Agar-Petrischale.

    Das Myzel entwickelte sich prima. Und mit dem Umweg über Körner wurden Stämme beimpft. Die trugen Fruchtkörper wie blöd - nach 6 Jahren.

    Klar gab es kontaminierten Ausschuss, der entsorgt wurde. Aber das ist normal.


    Du machst dir viel zu viele Gedanken. Versuche es einfach!


    Gruß

    Peter