Beiträge von Schwammer-Dieter

    18.05.2019: Aus "Steine suchen" wurde nix - aber dafür... - Teil 3
    Untertitel: Triviales und Geniales

    Liebe Pilz-Freunde,
    dies ist Teil 3 des Berichtes vom 18.05.2019
    .

    Teil 1 findet Ihr hier

    Teil 2 findet Ihr hier
    Teil 4 findet Ihr hier
    Teil 5 findet Ihr hier
    Teil 6 findet Ihr hier
    Teil 7 findet Ihr hier


    Und weiter geht's...

    Fundnummer: 2019-05-18-1155-B
    Die 2. Art auf Ast Nummer 2 war ein Kernpilz...

    Morphologische Daten:

    Fundort: Auf Laubholz-Ast Nummer 2 (Daten siehe vorhergehend)
    Maße der Fruchtköper: Breite ca. 0,47-0,58 mm, Höhe ca. 0,46-0,55 mm

    Mikroskopische Daten:

    Asci:
    8-sporig
    Maße: ca. 201 - 206 x 10,7 - 11,9 µm; N = 2; Me = 203 x 11,3 µm

    Paraphysen:
    septiert

    Maße der septierten Zellen: ca. (17) 18 - 28 (38) x (3,7) 3,9 - 5,9 (6,2) µm; N = 13; Me = 23,9 x 4,9 µm

    mush-16166.jpg


    Sporen
    3-fach-septiert, spindelig, hyalin, mit Öltröpfchen
    Maße:
    (22,7) 23,5 - 27,5 (28,0) x (7,2) 7,3 - 8,2 (8,4) µm
    Q = (2,9) 2,93 - 3,7 (3,9) ; N = 25
    Me = 25,2 x 7,7 µm ; Qe = 3,3

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    Das ist der Dreifach-Septierte Groß-Kernpilz (
    Annulusmagnus triseptatus) (der deutsche Name ist frei ausgedacht):

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    Fundnummer: 2019-05-18-1155-C

    Morphologische Daten:

    Fundort: Auf Laubholz-Ast Nummer 2 (Daten siehe vorhergehend)
    Wuchsform: Die Objekte haften rund um Kernpilze (Annulusmagnus triseptatus) herum.
    Form:
    wie liegende Eier
    Breite: ca. (130) 142.8 - 172.7 (176.2) µm
    Farbe: gelblich mit braunen Inkrustierungen

    Ich dachte zunächst, diese ist ein parasitärer Pilz, der die Kernpilze (Annulusmagnus triseptatus) auffrisst, da er rund um die Fruchtkörper wächst.
    Nach einigen Recherchen bin ich aber nun recht sicher dass Fundnummer 2019-05-18-1155-C ein Gelege ist und die "Sporen" nur Öltröpfchen oder ähnliches sind.
    Ihr könnt ja mal schreiben, was Ihr meint:

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    Die Objekte bestehen aus einer braun inkrustierten Außenhülle, einer weißen Innenhülle. Beide eiförmig.
    Im Inneren der Innenhülle befinden sich vermeintliche "Sporen" und Öltröpfchen
    Ich konnte keine Asci oder Paraphysen entdecken:
    mush-16177.jpg


    mush-16178.jpg


    Ein aufwändiger Puzzle-Stack davon gleicht die Scheiß-Qualität der Optik aus (der Vergleich zum vorherigen Bild ist beachtlich):
    mush-16179.jpg


    Die Unterseite der Außenhülle:
    mush-16180.jpg


    Die Oberseite der Objekte "aufgeplatzt":
    mush-16181.jpg


    Die vermeintlichen Sporen oder Öltröpfchen:
    globos, warzig, grate zwischen Warzen bilden unvollständiges Netz
    Maße:
    (3,6) 3,64 - 4,5 (5,4) x (3,3) 3,5 - 4,1 (4,2) µm
    Q = (1,0) 1,02 - 1,2 (1,3) ; N = 28
    Me = 4,1 x 3,7 µm ; Qe = 1,1

    mush-16182.jpg


    Das nächste Objekt auf Ast Nummer 2:
    Fundnummer: 2019-05-18-1155-D
    Ein bisschen weiter mit "Off-Topic" (oder vielleicht gar nicht so sehr?):
    Auch Kieselalgen waren auf diesem Ast zu finden.
    Hier eine hübsche Art: Kieselalge (Pinnularia microstauron):
    mush-16158.jpg


    Ebenso auf Ast Nummer 2:
    Fundnummer: 2019-05-18-1155-E

    Diese weißliche Orbilia ist leider nicht sicher bestimmbar. Entfärbte Kollektionen ohne Anamorphe kann man nicht unterscheiden, es kann Orbilia rosea oder Orbilia luteorubella sein. Müsste man sequenzen, da soll der Unterschied riesig sein meint Zotto. Typisch sehen die auch unterschiedlich aus, so ist es aber leider nicht möglich.
    Die Sequenzierung war leider nicht mehr durchführbar, da die Zeit um ein frische Fragmente auf Agar zu züchten einfach fehlte.
    Somit bleibt das Orbilia rosea l. luteorubella:
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    Asci+Paraphysen:
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    Auf Ast Nummer 2 rissen die Funde nicht ab - ein weiterer interessanter aero-aquatischer Hyphomycet aus der Pseudaegerita-Ecke kam auch zum Vorschein.
    Fundnummer: 2019-05-18-1155-F

    Morphologische Daten:

    Substrat:
    Ast Nummer 2 (Daten siehe vorhergehend)
    Inkubationsdaten: Holz 18 Tage in schwach belüfteter Tageslicht-Feuchtekammer
    Konidienfarbe: Im Auflicht: weiß, über goldgelb bis orange, diese Farben gemischt durcheinander

    Mikroskopische Daten und Bilder:

    Konidien Auflichtmessung:
    (30,5) 44,7 - 83,9 (88,8) µm; N = 25; Me = 63,4 µm

    Einzelzellen:
    selten globos, meist subglobos und häufig ellipsoid, bräunlich
    Maße: (3,4) 3,5 - 4,4 (4,7) µm; N = 35; Me = 4,0 µm

    Hyphen:
    bräunlich, septiert
    Phialiden-Form: nicht gesehen
    Zusammenhalt der Konidien: Im Präparat leicht in Fragmente zerfallend


    Geschlüsselt nach meinem vorhergehend gezeigten Schlüssel und nach einiger Recherche ist das der
    Pseudaegerita corticalis s.l.
    Wieso ich diesen als "s.l." benenne möchte ich kurz erklären:
    Die Autoren unterscheiden sich stark in der Meinung was den Durchmesser der Konidien angeht.
    Die Autoren unterscheiden sich ebenso stark in der Meinung was den Zusammenhalt der Konidien angeht.
    Es ist wahrscheinlich, dass es sich aufgrund der Unterschiede in den Beschreibungen um eine Sammelart handelt, weshalb der Zusatz "s.l." angebracht erscheint.
    Das wohl eindeutigste Merkmal dieser Art scheinen die Unterschiedlich gefärbten Konidien zu sein. Bei Kulturen auf Agar sind die Konidien jedoch gleichfarbig.

    Somit sehen wir hier nun den Vielfarbigen Luft-Bulbillenpilz (Pseudaegerita corticalis s.l.):
    mush-16330.jpg


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    Die Micro-Bilder dazu:

    mush-16327.jpg


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    Weiter zum Teil 4


    18.05.2019: Aus "Steine suchen" wurde nix - aber dafür... - Teil 2
    Untertitel: Triviales und Geniales

    Liebe Pilz-Freunde,
    dies ist Teil 2 des Berichtes vom 18.05.2019
    .

    Teil 1 findet Ihr hier

    Teil 3 findet Ihr hier
    Teil 4 findet Ihr hier
    Teil 5 findet Ihr hier
    Teil 6 findet Ihr hier
    Teil 7 findet Ihr hier


    Und weiter geht's...

    An Ast Nummer 1 fand sich dann noch etwas sehr Gutes...
    Fundnummer: 2019-05-18-1153-C

    Ein wunderschöner Pilz, der aber mit 0,2 mm Höhe und 0,03 mm Breite, kaum oder gar nicht zu fotografieren ist. Auch im Durchlicht ist er nicht in seiner Schönheit zu fotografieren, da dessen Konidien im Wasser leicht abfallen oder verklumpen. Außerdem spulen sich die Spiralen im Präparat etwas auf und zeigen nicht mehr Ihre eigentliche Form am Pilz. Zusätzlich verlieren sie die wunderschöne gelbe Farbe. Die einzige Chance ist also, ihn zu zeichnen...
    Da ich ein schlechter Zeichner bin fraget ich Tuppie ob sie Anhand der Daten eine Zeichnung anfertigen kann und sie machte sich gleich ans Werk.
    Das Ergebnis ist die wohl erste Farbdarstellung von diesen grandiosen Fund.
    Das Grünlichgelbe Spiralenpilzchen (Helicosporium vegetum) (der deutsche Name ist frei ausgedacht)
    Und wem das lieber ist: Offiziell wäre der Name nach der Hauptfruchtform allerdings Tubeufia cerea.
    Hier seht ihr Tuppie's wunderbares Werk:
    mush-16352.jpg
    Bild gezeichnet von Tuppie

    Hier unsere Foto-Versuche - bedenkt die Kleinheit des Pilzes und entschuldigt die Unschärfe der Bilder:

    Hier kann man die Anordnung und echte Form der Spiralen sehen:
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    Weiter heraus gezoomt:
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    Hier kommt nun das zunächst Rätselhafte an dem Pilz:
    Als wir uns die Sache genauer anschauten, sah es so aus, als ob an einer Stelle am Ast an Helicosporium vegetum oben noch tränenförmige Konidien wachsen. Dies zeigen die gleich folgenden Bilder. Synanamorphen gibt es nicht bei Helicosporium.
    Als wir schon fast am verzweifeln waren fand sich die einfache Lösung des Problems:
    Fremdsporen einer benachbarten Art die auf dem Küchenkrepp in der Feuchtekammer lagen haben sich durch das häufige Umlagern des Astes an die Konidiophoren geklebt.

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    Wir zoomen weiter heraus:
    mush-16316.jpg


    So sieht der Pilz am Holz aus. Beachtet die Fläche auf der er wächst: Sie ist nur 1 mm breit.
    Mit dem Auge ist der Pilz nicht zu sehen. Mit der Lupe erkennt man nur "etwas Gelbes" wenn man weiß wo der Pilz wächst.
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    Mikroskopische Daten und Bilder:

    Konidiophoren:
    braun, nach oben hin heller (fast hyalin) werdend, selten laterale Äste, Zellen werden nach oben hin schmäler und länger, Basis flach wurzelig oder knollig, einzeln aufstrebend
    Maße:
    Längen: (194) 203 - 227 (233) µm; N = 6; Me = 212,6 µm
    Breite unten: (2,6) 3,1 - 3,6 µm; N = 14; Me = 3,3 µm
    Breite oben: (1,6) 1,62 - 2,1 (2,2) µm; N = 9; Me = 1,9 µm
    Zellenlängen: (6,8) 7,5 - 13,0 (22,7) µm; N = 13; Me = 10,2 µm

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    Rechts im Bild ein Lateraler Ast:
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    Die Konidiophoren-Basen im Substrat:
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    Denticles:
    monoblastic und polyblastic, hyalin

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    Konidien (Spiralen):
    1,5- bis 3,3-fach gewunden, septiert, im Auflicht zitronengelb mit leicht grünlichem Schimmer, im Durchlicht gelblich bis hyalin, hauptsächlich im unteren Teil vom Konidiophor wachsend, Konidien fallen im Präparat leicht vom Konidiophor ab
    Spiralebreite: ca. (11,1) 11,3 - 19,8 (22,1) µm; N = 9; Me = 15,7 µm
    Konidien Filament: (1,2) 1,4 - 1,7 (1,8) µm; N = 7; Me = 1,5 µm

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    Die Konidien in Baumwollblau:

    mush-16310.jpg


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    Fundnummer: 2019-05-18-1155
    Des Weiteren fand sich dieser dicke Ast Nummer 2 - von dem jeder von uns ein Stück mit nahm:
    mush-16025.jpg


    Der erste Fund auf diesem Ast war ein aeroaquatischer Hyphomycet und entpuppte sich als schwer bestimmbar:
    Fundnummer: 2019-05-18-1155-A

    Morphologische und Mikroskopische Daten:

    Fundort: Auf Laubholz-Ast Nummer 2
    Inkubationsdaten: Holz 4 Tage in schwach belüfteter Tageslicht-Feuchtekammer
    Konidienfarbe:
    Im Auflicht: rein weiß, nicht grünlich oder verfärbend

    Konidien im Durchlicht:
    Präparat: Fruchtkörper; Untersuchungsmedium: Wasser; Messwertanzahl: n = 51
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: nicht normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 63,3 µm; Standardabweichung S. D.: 15,1 µm; Median: 59,3 µm
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren: mit 80%-Standardbereich: (42,5) 47,8 - 91,5 (113,5) µm; mit 90%-Standardbereich: (42,5) 46,3 - 94,1 (113,5) µm
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: nicht anwendbar, da nicht normalverteilt

    Einzelzellen:

    globos, (3.3) 3.6 - 4.5 (4.6) µm; N = 17; Me = 4.1 µm

    Zunächst ist dieser Pilz offensichtlich eine Pseudaegerita.
    In dieser Gattung sieht es derzeit so aus, dass eventuell noch eine genauere Artentrennung anhand morphologischer und phylogenetischer Untersuchungen nötig ist. Es gab noch keinen gattungs-übergreifenden Schlüssel, also musste ich selbst einen anfertigen.
    Ich verwendete also alle vorhandenen Arten der Gattung, inklusive Trichoderma matsushimae, da diese Art morphologisch sehr ähnlich ist wie Pseudaegerita.
    Einen Auszug aus diesem Schlüssel stellen wir Euch zunächst hier vor:

    mush-16257.jpg

    Die deutlichen Unterschiede zu allen anderen Arten im Schlüssel sprechen eine klare Sprache.
    Danach ergibt sich für den Fund ein eindeutiges Ergebnis, welches ich vorerst so als einzige Möglichkeit als wahr annehme.
    Es handelt sich wahrscheinlich um den
    Schneeweißen Luft-Bulbillenpilz (Pseudaegerita websteri).
    (der deutsche Name ist frei ausgedacht):

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    Die Konidien bilden luftgefüllte Hohlkörper (die Luft ist hier schwarz im Bild zu sehen):

    mush-16204.jpg


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    Weiter zum Teil 3

    18.05.2019: Aus "Steine suchen" wurde nix - aber dafür... - Teil 1
    Untertitel: Triviales und Geniales

    Liebe Pilz-Freunde,
    eigentlich wollten ich und Amina heute nur kurz auf einen Acker zum Steine suchen gehen (Kristalle und so) und dann noch ein paar Maipilze holen.
    Wir fuhren los und dachen wir schauen schnell mal bei Matthias vorbei und fragen ihn ob er Lust hat auf ne gaaaanz kurze Tour.
    Was dann so alles passierte seht ihr gleich - viel Spaß ;-)

    Wegen der Menge müssen wir diesen Bericht diesmal auf 7 Teile aufteilen.

    Teil 2 findet Ihr hier
    Teil 3 findet Ihr hier
    Teil 4 findet Ihr hier
    Teil 5 findet Ihr hier
    Teil 6 findet Ihr hier
    Teil 7 findet Ihr hier

    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz, Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.
    Außerdem wirkte diesmal Tuppie mit - Ihre Zeichnungen sind mit einem roten
    gekennzeichnet.

    Wir besuchten also Matthias. Natürlich hatte er Lust auf eine kurze Tour, musste noch schnell seine Sachen packen, so hatten wir Zeit uns in seinem Garten kurz umzusehen... Und da ging es schon los mit den ersten Pilzen...

    Fundnummer: 2019-05-18-1117
    Amina stand zwischen einem Meer aus
    Schlehenrötlingen (Entoloma sepium):
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    Matthias meinte ich kann ruhig ein paar mitnehmen - da sagte ich natürlich nicht nein...
    Zuhause wollte ich kurz testen wie das nun wirklich ist mit Anilin und Guajak, für zukünftige Bestimmungen.
    Denn zum einen ist nicht so ganz klar "wo" und "wie lange" die Substanzen aufgetragen werden bzw. einwirken sollen/müssen.
    Ich trug also Anilin und Guajak im Stielfleisch und Hutfleisch auf und auch auf der Stielrinde und wartete.
    Hier mein Test dazu:
    mush-16010.jpg


    Es zeigten sich tatsächlich Unterschiede und folgende Erkenntnisse - die man wohl beachten sollte:
    a) die Wartezeit für Guajak ist unrelevant. - die blau-grün-Färbung tritt unmittelbar nach dem Auftragen ein
    b) die Wartezeit für Anilin hingegen ist kritisch. Man sollte mindestens 20 Minuten warten.
    c) Guajak kann überall aufgetragen werden, jedoch nicht im Stielfleisch in der Stielmitte, denn dort ist die Reaktion undeutlich bis sogar rot(!)
    d) Anilin sollte auf der Stielspitze außen oder im Hutfleisch im Zentrum aufgetragen werden - dort ist die Reaktion am deutlichsten.

    Weil ich selten so viele Schlehenrötlinge finde um einen Geschmackstest damit machen zu können, packte ich die Gelegenheit beim Schopfe und machte heute einen.
    So sehen sie geputzt aus - sehr appetitlich finde ich:

    mush-16011.jpg


    Auch in der Pfanne machen sie ein knackiges Bild und sehen fast aus wie Austernseitlinge:
    mush-16012.jpg


    Der Geruch während des Bratens ist unüblich für Pilze - etwas seltsam.
    Wie üblich für meine Geschmackstestes briet ich sie nur in Margarine, bisschen Steinsalz drauf - fertig.
    Und auf dem Teller sehen sie sehr gut aus und riechen dann auch hervorragend:
    mush-16013.jpg


    Was mir als erstes auffiel ist die Knusprigkeit der Pilze - was ich sehr mag. Sie knuspern wirklich wie Kartoffelchips, sofern sie fein geschnitten sind.
    Der Geschmack ist ebenso sehr gut, jedoch etwas schwach pilzig. An bestimmte Täublinge und Krause Glucke (meine Lieblings-Speisepilze) kommen sie nicht ran.
    Der Schlehenrötling bekommt deshalb die Wertung 8,5 von 10 möglichen Punkten.
    Hier wieder einmal ein Update der kompletten Geschmackstest-Chart:

    mush-16114.jpg

    Nach dem Garten fuhren also los in ein nahe gelegenes Laubwaldstück. Wir fanden einen kleinen Tümpel (im Bild gelb markiert).
    Und natürlich fanden sich gleich die ersten Pilze... Matthias hier bei der Arbeit an der gleich folgenden Fundnu
    mmer 2019-05-18-1159 (roter Pfeil).
    mush-16022.jpg


    Hier also das Was Matthias gerade im Bild fotografiert:
    Fundnummer: 2019-05-18-1159
    Unverschämtes Weißhaarbecherchen (Lachnum impudicum)
    :
    mush-16057.jpg


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    In dem Tümpel fanden sich auch 4 interessante Äste, die Dieter kultivierte und später Matthias weiterreichte:

    Fundnummer: 2019-05-18-1153
    Hier Ast Nummer 1 - ein halb-entrindeter Ast - von dem Dieter natürlich ein Stück einpackte:
    mush-16023.jpg


    An diesem Ast fand sich zunächst ein seltsamer und bislang quasi ungeklärter Pilz:
    Fundnummer: 2019-05-18-1153-B

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, an Ast Nummer 1
    Inkubationsdaten: Holz 14 Tage in schwach belüfteter Tageslicht-Feuchtekammer
    Wuchsform: einzeln
    Hutform:
    konvex
    Huthaut: weiß, aerifer-filzig
    Hygrophanität: nein
    Hutrand: behaart
    Lamellen: cremeweiß, Zwischenlamellen
    Lamellenschneiden:
    deutlich weiß beflockt
    Lamellen-Stielübergang:
    die Lamellen erreichen den Stiel nicht, somit als "frei" zu bezeichnen
    Stiel: stark exzentrich, kurz-stummelig, gebogen, weiß behaart auf ganzer Länge, darunter wohl rötlich-braun
    Stielbasis: ohne Besonderheiten
    Fleisch:
    keine Daten ermittelbar
    Größe: Hutdurchmesser ca. 2,5 mm, Stiellänge ca. 0,8 mm, Stieldurchmesser ca. 0,4 mm
    Sporenpulverfarbe:
    Farbe Aufnahme unmöglich, jedoch an den Lamellenflanken rotbräunlich
    Geruch: nicht feststellbar
    Geschmack: nicht feststellbar


    Mikroskopische Daten:

    Sporen:
    glatt, ellipsoid bis ovoid, oft ungleichmäßig, kleiner Keimporus leicht sichtbar
    Maße:
    (7,9) 8,4 - 10,2 (11,3) x (4,7) 5,2 - 6,0 (6,4) µm
    Q = (1,4) 1,5 - 1,8 (2,1) ; N = 66
    Me = 9,2 x 5,6 µm ; Qe = 1,6

    Basidien:
    2-sporig

    Cheilozystiden:
    zylindrisch geschlängelt wurmförmig, (eine mit großen runden Kopf gefunden - mag nichts heißen)

    Stielhaare:
    septiert, mit Schnallen, gelblich-bräunlich oder hyalin ca. 50 x 3-3,6 µm

    mush-16320.jpg


    mush-16322.jpg


    Huthaut:
    Es war mir nicht möglich den eigentlichen Aufbau der Huthaut festzustellen.
    Die Huthaare konnte ich jedoch erkennen, diese sind wurmartig geschlängelt, mit Schnallen und septiert, 30-140 x 1,5-2,5 µm

    Pileozystiden: der Übergang zwischen Pileozystiden und Haaren ist für mich nicht klar abzugrenzen. Somit: unbekannt.

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    Die Schlüsselung nach Gröger (dann FN) bringt folgendes Ergebnis:

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (50%) > 14 > 14b (90%) > 16 > 16b (70%) > 21 > 21b (60%) > 23 > 23b > 26 > 26b > 27 > 27b > 31 > 31a > 32 > 32a > Crepidotus p.p. Teil 2 > im Teil 2 wurde aber Crepidotus nicht behandelt.
    Wechsel auf FN: S. 978 > 1 > 3 > 4 > 6 > 12 > 13 > 14 > Crepidotus luteolus > Mikromerkmale nicht gut passend

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (50%) > 14 > 14a (10%) > 15 > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (50%) > 14 > 14b (90%) > 16 > 16b (70%) > 21 > 21b (60%) > 23 > 23b > 26 > 26b > 27 > 27b > 31 > 31b > 33 > 33b > 34 > 34b > 35 > 35b > 36 > 36b > 37 > 37a > 59.1 Marasmiellus lateralis > passt nicht

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (25%) > 14 > 14b (90%) > 16 > 16b (70%) > 21 > 21b (60%) > 23 > 23a > 24 > 24b > 25 > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (25%) > 14 > 14b (90%) > 16 > 16b (70%) > 21 > 21a (40%) > 22 > 22b > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (25%) > 14 > 14b (90%) > 16 > 16a (30%) > 17 > 17a > 60 Marasmius p.p. > Teilschlüssel a, S. 307 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8a (50%) > 9 > 9b > 10 > 10a (50%) > Simocybe rubi = Simocybe haustellaris --> Gestalt, Farbe, Lamellen, Lamellen-Stielübergang passt nicht
    Alternativen prüfen:
    Simocybe coniophora: wie vorhergehend, Sporen zu groß

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8a (50%) > 9 > 9b > 10 > 10b (50%) > 11 > 11b (80%) > 12 > 12b > 13 > 13a > Deconica Sekt. Melanotus (Teil2) > S. 409 > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8a (50%) > 9 > 9b > 10 > 10b (50%) > 11 > 11b (80%) > 12 > 12b > 13 > 13b > Pleuroflammula ragazziana > passt nicht > Phaeomarasmius > passt nicht > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8a (50%) > 9 > 9b > 10 > 10b (50%) > 11 > 11a (20%) > Crepidotus p.p. Teil 2 > Crepidotus epibryus > passt nicht > Crepidotus mollis Crepidotus calolepis > Größe des Fruchtkörpers passt nicht, Schnallen passen nicht

    Der Pilz ist nicht 100% sicher bestimmbar, es bleibt also
    vermutlich das
    Flaumige Krüppelfüßchen (Crepidotus cf. luteolus) (evtl. Kümmerform):
    mush-16317.jpg


    mush-16318.jpg


    mush-16319.jpg



    Weiter zum Teil 2

    Danke Thorben,
    ich habe gestöbert... leider konte ich über "Schraiben-Tracheen" nichts näheres finden.
    Allerdings scheinen die immer(?) von einer weiteren Hülle umgeben zu sein...

    Danke Nobi für die Infos, die ich mir nun mal in Ruhe angeschaut habe.
    OK, Thecotheus pelletieri nicht selten... macht nichts - für mich war er trotzdem toll zu sehen.

    Bald gibt's neuen Stoff... und morgen geh ich mit Matthias auf Tour. Yeah!
    Beste Grüße
    Dieter

    14.04.2018: In der Trockenzeit...

    Liebe Pilz-Freunde,
    es war sehr trocken in dieser Zeit. Trotzdem versuchten ich und Matthias unser Glück. Ein paar Sachen fanden sich wie immer.
    Viel Spaß beim dabei sein.

    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz,
    Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.

    Fundnummer: 2018-04-14-0958

    Das erste Fotomodell war kein Pilz - aber eine andere Schönheit - die
    Grüne Huschspinne (Micrommata virescens)
    :
    mush-16361.jpg


    mush-16362.jpg


    Auch in gelb war sie zu sehen:
    mush-16363.jpg


    mush-16364.jpg


    mush-16365.jpg


    Fundnummer: 2018-04-14-1013

    Weil es sonst wenig zu sehen gab nahmen wir diese mal mit. Leider ergab sich auch mikroskopisch nichts anderes als eine
    angetrocknete Gallertträne (Dacrymyces spec)
    :
    mush-16366.jpg


    Fundnummer: 2018-04-14-1033

    Hier bei uns keineswegs selten. Was mir aber selten gelang waren gute Mikrofotos, diesmal hat es geklappt.
    Glänzender Schwarzborstling (Pseudoplectania nigrella):
    mush-16367.jpg


    mush-16368.jpg


    mush-16369.jpg


    mush-16370.jpg


    Paraphysen und Asci:
    mush-16371.jpg


    mush-16372.jpg


    Paraphysen:
    mush-16373.jpg


    Randhaare (der schwarze Filz an der Kante der Schüssel):
    mush-16374.jpg


    Fundnummer: 2018-04-14-1116
    Wildschweinlosung-Faserling (Psathyrella tenuicula)
    :
    mush-16375.jpg


    mush-16376.jpg


    mush-16377.jpg


    Fundnummer: 2018-04-14-1136
    Weil es nicht so viel gab auch davon mal wieder ein Bild:
    Fichtenzapfenrübling (Strobilurus esculentus)
    :
    mush-16378.jpg


    Fundnummer: 2018-04-14-1142
    Schleimiger Pillenwerfer (Pilobolus roridus)
    :
    mush-16379.jpg


    mush-16380.jpg


    mush-16381.jpg


    mush-16382.jpg


    Fundnummer: 2018-04-14-1145

    Lasiobolus macrotrichus: Die häufigste Lasiobolus-Art hier bei uns. Auf Platz zwei in meiner Liste steht dann ciliatus.
    Langhaariger Dungpilz (Lasiobolus macrotrichus) an Reh:
    mush-16383.jpg


    mush-16384.jpg


    mush-16385.jpg


    Asci und Paraphysen:

    mush-16386.jpg


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    Fundnummer: 2018-04-14-1149

    Sarea resinae: Unser erster Fund dieser Art. Nun, über ein Jahr später hab ich die Art schon so oft gesehen, dass das gar nichts besonderes mehr ist. Wirklich sehr verbreitet bis häufig, aber man muss genau hinsehen. Die schwarze, seltenere Schwesterart Sarea difformis haben wir beide bisher nur einmal gesehen.
    Gelbes Harzbecherchen (Sarea resinae):
    mush-16389.jpg


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    mush-16391.jpg


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    mush-16399.jpg


    mush-16400.jpg


    Unreifer Ascus und Paraphysen:
    mush-16401.jpg


    Schnitt durch Hymenium - Asci und Paraphsen, oben Exsudat der Paraphysen als braune Schicht erkennbar:
    mush-16402.jpg


    Paraphysen:
    mush-16403.jpg


    Ascus (vielsporig):
    mush-16404.jpg


    mush-16405.jpg


    Das war's für heute....
    Wir hoffen Ihr hattet viel Spaß und freuen uns wie immer auf Eure Kommentare.
    Beste Grüße
    Dieter & Matthias

    06.04.2019: Die Fladen-, Totholz-, Granitstein- und Wasserholz- Pilznerd-Megatour - Nachtrag
    Untertitel: Dungis, Tintis, Becher, Flechten und Aquaten

    Liebe Pilz-Freunde,
    dies ist ein Nachtrag zum Bericht vom 06.04.2019
    .

    Teil 1 findet Ihr hier
    Teil 2 findet Ihr hier
    Teil 3 findet Ihr hier
    Teil 4 findet Ihr hier
    Teil 5 findet Ihr hier
    Teil 6 findet Ihr hier
    Teil 7 findet Ihr hier
    Teil 8 findet Ihr hier
    Teil 9 findet Ihr hier
    Teil 10 findet Ihr hier
    Teil 11 findet Ihr hier

    Am
    Fladen (Fundnummer: 2019-04-06-0930) fanden sich nämlich etwas später nach Abschluss des Berichtes noch einige sehenswerte Pilze...
    Diese zeigen wir Euch gerne noch.

    zu
    Fundnummer: 2019-04-06-0930-H
    von diesem Pferdemist-Tintling (Coprinopsis radiata) kam noch ein absolut brillantes Exemplar zum Vorschein:
    mush-16222.jpg


    mush-16223.jpg


    Fundnummer: 2019-04-06-0930-
    M

    Ein weiterer Nachzügler ist dieser wohl seltene Pilz:
    32-sporiger Hyalinspordungbecherling (Thecotheus pelletieri):
    mush-16206.jpg


    mush-16207.jpg


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    mush-16255.jpg


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    Mikroskopische Daten:

    Sporen:
    hyalin, ellipsoid, an den Enden manchmal sehr schwach depressiv, mit Hülle

    (28,9) 29,9 - 34,0 (36,5) x (15,3) 16,4 - 17,5 (18,9) µm
    Q = 1,8 - 1,98 (2,0) ; N = 16
    Me = 31,9 x 16,9 µm ; Qe = 1,9

    Asci:
    32-sporig, Maße ca. 465 - 479 x 58 - 60 µm; N = 2

    mush-16211.jpg


    Fundnummer: 2019-04-06-0930-N

    Ein wunderschöner Jochpilz (Zygomycet) in schwarz fand sich ebenso. Allerdings weigerte er sich in Originalzustand fotografiert zu werden. Ich versuchte es trotzdem...

    Morphologische Daten:

    Fruchtkörper:
    Kopfbreite mit Sporen: ca. 200 µm
    Kugeldurchmesser Kopf ohne Sporen: ca. 63 µm
    Stieldurchmesser: ca. 21,3 µm
    Stiellänge: 1,6-1,8 mm

    Es gelang mir nicht den Pilz zu fotografieren, da der Stiel sofort kollabierte, als ich die Haube der Feuchtekammer abnahm und sich die Fruchtkörper zu stark bewegten weil sich der Stiel wie ein Korkenzieher verdrehte. Ebenso sah ich den wunderschön geformten "Brombeer-Kopf" zwar mehrfach durch ein kleines Luft-Objektiv, jedoch konnte ich ihn nicht fotografieren.
    Deshalb zeichnete ich was ich sah.
    Es handelt sich um das Elegante Brombeer-Köpfchen (Rhopalomyces elegans). (Der deutsche Name ist wieder von mir ausgedacht).
    Rhopalomyces elegans wächst als Parasit auf den Eiern von Fadenwürmern (nicht nur auf Mist) und ist die Typusart der Gattung Rhopalomyces.

    mush-16184.jpg


    Hier meine Foto-Versuche - man sieht deutlich den verdrehten Stiel, der nicht so ist im Originalzustand:
    mush-16185.jpg


    mush-16186.jpg


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    mush-16190.jpg


    Sporen:
    ovoid, Apikulus deutlich, braun, punktiert gescheckt
    Maße:
    (37,0) 37,2 - 38,3 (39,6) x (20,9) 21,1 - 22,6 (22,8) µm
    Q = (1,6) 1,64 - 1,8 ; N = 8
    Me = 37,9 x 22,0 µm ; Qe = 1,7


    mush-16191.jpg


    Fundnummer: 2019-04-06-0930-O

    Dieser Pilz ist wahrscheinlich gleich oder nahe an Gattung Spirodactylon.
    Es ist in dieser Gattung jedoch bislang nur eine einzge Art beschrieben, nämlich Spirodactylon aureum.
    Der Fund ist dies jedoch sicher nicht.
    Somit bleibt das eine unbestimmbare aff. Spirodactylon spec.:

    mush-16234.jpg


    mush-16235.jpg


    mush-16236.jpg


    Das war's für heute....
    Wir hoffen Ihr hattet Spaß bei bei diesem kleinen Nachtrag.
    Wir freuen uns wie immer über Eure Kommentare.
    Beste Grüße
    Dieter & Matthias

    Kleine Korrektur, Dieter.

    Wir waren am 29.09.2018 unterwegs! ;)

    Hallo Nobi,

    uuuups... 10 mal gelesen und trotzdem übersehen ==21 ---> gleich korrigiert.


    Einen Beitrag zu dieser wunderschönen Tour hatte ich zeitnah geschrieben.

    Nochmal uuuuuups.... zu dieser Zeit war ich gar nicht im Forum... (Zeitmangel) Den Bericht hab ich total übersehen... Sorry. Schöner Bericht ==Pilz22==Pilz22

    Wir sehen uns dieses Jahr? Termin steht!

    Das hoffe ich! --> Wann ist der Termin?

    Beste Grüße und gute Besserung

    Dieter

    29.09.2018: Kurze Runde mit Nobi und Matthias

    Liebe Pilz-Freunde,
    heute freute ich mich, dass ich endlich Nobi nebst Anhang kennen lernen durfte.
    Neben einigen Speisepilzen (darum ging es hauptsächlich bei der Tour) fanden sich wieder einige Schätze und Erstfunde.
    Gerne zeigen wir Euch diese... Wir hoffen Ihr habt beim Zuschauen so viel Spaß wie wir!

    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz,
    Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.

    Um alle Bilder zu sehen, ohne sie einzeln anklicken zu müssen könnt Ihr wie folgt vorgehen: Hier im Forum einloggen, ein Bild anklicken und den Haken in der Checkbox "Diese Einstellung merken" und "Speichern" klicken.

    Fundnummer: 2018-09-29-1235
    Ein erfreulicher Erstfund für uns, hier an einer unerwarteten Stelle, einem feuchten, grasigen Waldrand.
    Knolliger Binsen-Helmling (Mycena bulbosa)
    :
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    Fundnummer: 2018-09-29-1401

    Ein Schleimkopf erweckte unsere Aufmerksamkeit...

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, bei Birke auf Rasen am Waldrand
    Fundzeit: 29.09.2018
    Wuchsform: gesellig, meist büschelig, auch im Duett, kaum einzeln
    Hutform: konvex
    Huthaut: orange-ocker
    , feinschuppig (alt), trocken eher matt, manchmal leicht glänzend, befeuchtet etwas klebrig,
    Velum auf Hut nicht vorhanden
    Hygrophanität: nein
    Hutrand: scharfkantig, jung mit Velum zum Stiel, alt mit oder ohne Behang
    Lamellen: jung: weiß, alt: weiß mit Rosa-Stich, viele Zwischenlamellen, keine Y-Gabeln, eng stehend
    Lamellenschneiden: weiß
    , wellig
    Lamellen-Stielübergang:
    stark ausgebuchtet angewachsen, dann angewachsen und etwas herablaufend
    Stiel: gelblich
    -weiß, braun befasert, mit anliegendem vom Sporenpulver braun gefärbten Ring, voll, zylindrisch und unten keulig verdickt
    Velum partiale: creme-weiß
    Velum universale: braun bis safran-farben (nicht vom Sporenpulver)
    Stielbasis:
    keulig verdickt und stark spitz wurzelnd
    Fleisch: gelblich-weiß, im Schnitt im oberen Bereich des Stieles besonders gilbend
    Größe: Hutdurchmesser bis ca. 9 cm, Stiellänge bis ca. 12 cm, Stieldurchmesser oben ca. 15-20 mm,
    Stieldurchmesser mitte bis unten bis ca. 40 mm
    Sporenpulverfarbe:
    Pantone 1535U = ████
    Geruch:
    in den Lamellen deutlich fruchtig, an der Stielbasis nach Rettich und muffig, im Fleisch deutlich stinkend muffig / faulig
    Geschmack:
    muffig, mild, Huthaut nicht scharf

    mush-16143.jpg


    Makrochemische Reaktionen:
    KOH 40% auf Huthaut im Zentrum: violett, Bezeichnung "weinrot-braun" kann man noch durchgehen lassen (siehe Bild)
    KOH 40% auf Huthaut seitlich: nach 2 Minuten violett und so bleibend
    KOH 40% auf Huthaut am Rand: nach 3 Minuten braunrosa
    KOH 40% im Hutfleisch: sofort gelb
    KOH 40% auf Steilrinde oben, mittig und unten: nach 1 Minute orange und so bleibend
    KOH 40% auf Basalfilz: nach 2 Minuten blassgelb, später gelb, noch später orange
    Lugol im Stielfleisch: schnell (dunkel)braun

    mush-16122.jpg



    Mikroskopische Daten:
    Sporen meist 11-13 x 6-7µm, Cheilos keine gesehen.

    mush-16123.jpg


    Ein schöner Erstfund - der Gelbgestiefelte Schleimkopf (Cortinarius triumphans):
    mush-16119.jpg


    mush-16120.jpg


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    An
    Wildschwein-Losung die Matthias mit nahm fand sich an den folgenden Tagen einiges...

    Fundnummer: 2018-09-29-1421
    Kleiiger Kotling (Ascobolus furfuraceus)
    :
    mush-16124.jpg


    mush-16125.jpg


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    Fundnummer: 2018-09-29-1422
    Brauner Pustelbecherling (Pseudombrophila cervaria)
    :
    mush-16131.jpg


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    Fundnummer: 2018-09-29-1423
    Schlankborstiger Haarkotling (Lasiobolus cuniculi)

    Keiner der häufigsten, aber auch keine seltene Art. Gut kenntlich durch die biseriaten Asci und die ziemlich kurzen, dünnen Haare
    :
    mush-16134.jpg


    Fundnummer: 2018-09-29-1424
    Ein besonders fotogenes und sehr großes (knapp 300µm, das ist für die Art wirklich groß ;-)) Exemplar.
    Dung-Aggregatbecherling (Thelebolus stercoreus)
    :
    mush-16135.jpg


    Fundnummer: 2018-09-29-1425
    Kleiner Pferdemist-Tintling (Coprinopsis pseudoradiata)
    :
    mush-16136.jpg


    mush-16137.jpg


    mush-16138.jpg


    Fundnummer: 2018-09-29-1515
    Die Art scheint in diesem Jahr häufiger als sonst zu erscheinen, nach diesem Fund hatte ich noch zwei weitere Kollektionen.
    Grauer Adermoosling (Arrhenia acerosa):
    mush-16139.jpg


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    mush-16141.jpg


    mush-16142.jpg



    Das war's für heute....
    Wie immer freuen wir uns über Eure Kommentare.
    Beste Grüße
    Dieter & Matthias

    Hallo Karl,

    das sind super Aufnahmen von vielen interessanten Arten!. Schön dass bei Dir in der Gegend schon so viel los ist.

    Einige Arten-Bilder habe ich mir gleich Archiviert als "Referenz"

    Schön bunt gemischt - genau nach meinem Geschmack. ==Pilz23==Pilz23

    Beste Grüße

    Dieter

    Hallo Pilzfreunde,
    bei diesem ungewöhnlichen, spannenden Fund komme ich nicht weiter:


    Fundnummer: 2019-05-18-1155-C


    Morphologische Daten:
    Fundort:
    An einem entrindetem Laubholz-Ast, aus einem Tümpel mit stehendem Wasser gefischt, der ast war komplett untergetaucht
    Wuchsform: Die Fruchtkörper wachsen rund um Kernpilze (Annulusmagnus triseptatus) herum. Es sieht so aus als ob die Pilze den Kernpilz auffressen.
    Fruchtkörper-Form:
    wie liegende Eier
    Fruchtkörper-Breite: ca. (130) 142.8 - 172.7 (176.2) µm
    Farbe: gelblich mit braunen Inkrustierungen

    mush-16159.jpg


    mush-16168.jpg


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    mush-16175.jpg


    mush-16176.jpg


    Die Fruchtkörper bestehen aus einer braun inkrustierten Außenhülle, einer weißen Innenhülle. Beide eiförmig.
    Im Inneren der Innenhülle befinden Sich Sporen und Öltröpfchen
    Ich konnte keine Asci oder Paraphysen entdecken, jedoch eben Sporen, somit sollte es kein Gelege sein:
    mush-16177.jpg


    mush-16178.jpg


    Ein aufwändiger Puzzle-Stack davon gleicht die Scheiß-Qualität der Optik aus (der Vergleich zum vorherigen Bild ist beachtlich):
    mush-16179.jpg


    Die Unterseite der Außenhülle:
    mush-16180.jpg


    Der "Samenerguss":
    mush-16181.jpg


    Die Sporen:
    globos, warzig, grate zwischen Warzen bilden unvollständiges Netz
    Maße:
    (3,6) 3,64 - 4,5 (5,4) x (3,3) 3,5 - 4,1 (4,2) µm
    Q = (1,0) 1,02 - 1,2 (1,3) ; N = 28
    Me = 4,1 x 3,7 µm ; Qe = 1,1

    mush-16182.jpg


    Habt Ihr eine zündende Idee?
    Beste Grüße
    Dieter

    Hi Dieter, ich selbst würde die als cf. dulcamara bezeichnen. Der Artenkomplex umfasst etwa 5-7 Arten. Ich bin aber ziemlich sicher, dass da demnächst was passiert, und eine dieser 5-7 eben als Epityp oder so festgelegt wird. Immer wieder werden jetzt Arten aus diesem Komplex veröffentlicht, so eben gerade eine Inocybe siciliana. Das war eine der 5-7. Erst einmal würde ich die deine cf. dulcamara nennen.

    Herzlich Ditte

    Danke Ditte,

    OK, dann haken wir den vorerst so ab.

    Beste Grüße

    Dieter

    29.03.2018:Kleine Pilze und große Becher im Frühjahr

    Liebe Pilz-Freunde,
    ich und Matthias planten an diesem Tag eine kleine Frühjahrs-Runde in einem Teich-Gebiet umgeben von Nadel- und Laubwald.
    Wieder gab es einiges zu entdecken. Viel Spaß beim Zuschauen...

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    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz,
    Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.

    Fundnummer: 2018-03-29-1030
    Eine sehr variable Art, die gerne mal mit nur wenigen Längssepten auskommt, wie man hier schön sehen kann. Auch Exemplare ganz ohne Längssepten kommen vor.
    Umherschweifende Blattbräune (Phaeosphaeria vagans)
    an Gras:
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    Fundnummer: 2018-03-29-1035
    Mycosphaerella ist eine der größten Gattungen der Welt, daher nahezu unmöglich, da einen Überblick zu bekommen. Wobei es an toten Stängeln nicht mehr ganz so viele sind, aber ohne cf kann ich da nix machen. Auch nicht mit sämtlicher Literatur, die ich dazu bestellt habe.
    Literaturbespiel: Aptroot, A. 2006. Mycosphaerella and its anamorphs: 2. Conspectus of Mycosphaerella

    Bestimmt als Mycosphaerella cf. pheidasca an Binsen (Juncus):
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    Fundnummer: 2018-03-29-1045
    Fujimyces sind die rosalichen, gallertartigen Gebilde an den Nadeln, die schwarzen Punkte gehören zu anderen Arten.

    Fujimyces oödes an Kiefernnadeln:
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    Fundnummer: 2018-03-29-1050
    Eine neue Phaeosphaeria, die ich lange gesucht habe, ist mit Ph. silvatica gefunden, an Brachypodium silvaticum.

    Wald-Blattbräune (Phaeosphaeria silvatica)
    an Wald-Zwenke (Brachypodium silvaticum):
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    Fundnummer: 2018-03-29-1110
    Mal so nebenbei ein Standard:
    Weißvioletter Schüsselseitling (Lachnella alboviolascens)
    :
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    Fundnummer: 2018-03-29-1116
    Pokalförmiges Krönchenbecherchen (Cyathicula cyathoidea)
    an Brennnessel:
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    Fundnummer: 2018-03-29-1128
    Auch neu für mich war diese Art:
    Kiefernnadel-Phacidium (Phacidium lacerum)
    an Kiefernnadeln:
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    Fundnummer: 2018-03-29-1216
    Wir haben dann eine für uns neue und sehr ergiebige Stelle mit Kelchbecherlingen entdeckt.
    Gemeiner Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca):
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    Asci + Sporen:
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    Haare:

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    Fundnummer: 2018-03-29-1246
    Auch die Scheibenlorchel (Discina ancilis) durfte nicht fehlen:
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    Fundnummer: 2018-03-29-1248
    Da die Stelle voller Erlen bewachsen ist, war es reine Formsache, zwischen der Laubstreu die zugehörigen Becherchen zu entdecken.
    Erlenkätzchen-Becherling (Ciboria amentacea)
    :
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    Das war's für heute....
    Und wie immer freuen wir uns auf Eure Kommentare
    Beste Grüße

    Dieter & Matthias