Beiträge von Schwammer-Dieter

    29.03.2018:Kleine Pilze und große Becher im Frühjahr

    Liebe Pilz-Freunde,
    ich und Matthias planten an diesem Tag eine kleine Frühjahrs-Runde in einem Teich-Gebiet umgeben von Nadel- und Laubwald.
    Wieder gab es einiges zu entdecken. Viel Spaß beim Zuschauen...

    Um alle Bilder zu sehen, ohne sie einzeln anklicken zu müssen könnt Ihr wie folgt vorgehen: Hier im Forum einloggen, ein Bild anklicken und den Haken in der Checkbox "Diese Einstellung merken" und "Speichern" klicken.

    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz,
    Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.

    Fundnummer: 2018-03-29-1030
    Eine sehr variable Art, die gerne mal mit nur wenigen Längssepten auskommt, wie man hier schön sehen kann. Auch Exemplare ganz ohne Längssepten kommen vor.
    Umherschweifende Blattbräune (Phaeosphaeria vagans)
    an Gras:
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    Fundnummer: 2018-03-29-1035
    Mycosphaerella ist eine der größten Gattungen der Welt, daher nahezu unmöglich, da einen Überblick zu bekommen. Wobei es an toten Stängeln nicht mehr ganz so viele sind, aber ohne cf kann ich da nix machen. Auch nicht mit sämtlicher Literatur, die ich dazu bestellt habe.
    Literaturbespiel: Aptroot, A. 2006. Mycosphaerella and its anamorphs: 2. Conspectus of Mycosphaerella

    Bestimmt als Mycosphaerella cf. pheidasca an Binsen (Juncus):
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    Fundnummer: 2018-03-29-1045
    Fujimyces sind die rosalichen, gallertartigen Gebilde an den Nadeln, die schwarzen Punkte gehören zu anderen Arten.

    Fujimyces oödes an Kiefernnadeln:
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    Fundnummer: 2018-03-29-1050
    Eine neue Phaeosphaeria, die ich lange gesucht habe, ist mit Ph. silvatica gefunden, an Brachypodium silvaticum.

    Wald-Blattbräune (Phaeosphaeria silvatica)
    an Wald-Zwenke (Brachypodium silvaticum):
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    Fundnummer: 2018-03-29-1110
    Mal so nebenbei ein Standard:
    Weißvioletter Schüsselseitling (Lachnella alboviolascens)
    :
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    Fundnummer: 2018-03-29-1116
    Pokalförmiges Krönchenbecherchen (Cyathicula cyathoidea)
    an Brennnessel:
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    Fundnummer: 2018-03-29-1128
    Auch neu für mich war diese Art:
    Kiefernnadel-Phacidium (Phacidium lacerum)
    an Kiefernnadeln:
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    Fundnummer: 2018-03-29-1216
    Wir haben dann eine für uns neue und sehr ergiebige Stelle mit Kelchbecherlingen entdeckt.
    Gemeiner Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca):
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    Asci + Sporen:
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    Haare:

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    Fundnummer: 2018-03-29-1246
    Auch die Scheibenlorchel (Discina ancilis) durfte nicht fehlen:
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    Fundnummer: 2018-03-29-1248
    Da die Stelle voller Erlen bewachsen ist, war es reine Formsache, zwischen der Laubstreu die zugehörigen Becherchen zu entdecken.
    Erlenkätzchen-Becherling (Ciboria amentacea)
    :
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    Das war's für heute....
    Und wie immer freuen wir uns auf Eure Kommentare
    Beste Grüße

    Dieter & Matthias

    Hallo Christoph,

    und auch hier wieder vielen Dank für Deine geschätzten Tipps.


    Mit dem Xerocomus wollte ich mich beschäftigen - hab das dann aber nicht mehr geschafft.
    Deshalb gab es da keine nähere Bestimmung.


    Chroogomphus --> ja das Thema mit den Splitting der Arten ist mir schon bekannt. Da werde ich in Zukunft einmal drauf achten.
    Danke für den Link zum Schlüssel --> der ist gut gespeichert.


    Beste Grüße

    Dieter

    09.09.2017: Viele Erstfunde, schwer Bestimmbares und Leckereien - Teil 3

    Hallo Pilz-Freunde,
    dies ist Teil 3 des Berichtes vom 09.09.2017
    .

    Teil 1 findet Ihr hier
    Teil 2 findet Ihr hier


    Und weiter geht's...

    Fundnummer: 2017-09-09-1559

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, im feuchten Moos im Mischwald
    Fundzeit: 09.09.2017
    Wuchsform: gesellig
    Hutform:
    mit zentralem Buckel
    Huthaut:
    grau-beige, matt
    Hygrophanität: ja
    Hutrand:
    kantig
    Lamellen:
    weiß mit Rosa-Stich, viele Zwischenlamellen
    Lamellenschneiden: ohne Besonderheiten
    Lamellen-Stielübergang:
    gerade angewachsen
    Stiel:
    glänzend grau-weiß, wattig ausgestopft
    Stielbasis: ganz leicht myzelfilzig, fast wurzelnd
    Fleisch:
    weiß
    Größe:
    Hutdurchmesser ca. 4 cm, Stiellänge ca. 8 cm, Stieldurchmesser ca. 8 mm an dickster Stelle
    Sporenpulverfarbe:
    rosabraun
    Geruch: unzerrieben: leicht rettichartig, im Schnitt etwas mehlig
    Geschmack:
    nicht bewertet

    Als Entoloma-Fan ist das für mich natürlich ein absolut starker Erstfund:
    Niedergedrückter Rötling (Entoloma rhodopolium):
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    Sporen:
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    Fundnummer: 2017-09-09-1619
    Das ist natürlich etwas "kostbares" - in jeder Hinsicht - der Ziegelgelbe Schleimkopf (Cortinarius varius).
    Zum einen natürlich ein wunderbares Motiv - schaut Euch das an:
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    Zum anderen aber ein wunderbarer Speisepilz... und auf geht's zum heutigen Geschmackstest (nach der Tour):
    Geputzt sehen die Pilze so aus. Sie sind knackig fest und sehen äußerst appetitlich aus:
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    In der Pfanne entwickeln sie einen sehr guten Duft der die ganze Küche erfüllt:
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    Der Geschmackstest:
    Wie immer bei meinen Tests wurden die Pilze nur in Margarine gebraten und etwas gesalzen.
    Optisch macht die
    Cortinarius varius auf dem Teller einen sehr guten Eindruck und riecht hervorragend.
    Der Biss ist mittel-fest. Das sieht so aus (schade, dass ihr nichts riechen könnt):
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    Cortinarius varius bekam die Wertung 8,5 Punkte.
    Ich würde Cortinarius varius als vorzüglichen Speisepilz bezeichnen. Er steht also ganz oben auf meiner Speisepilz-Liste.
    Und hier wieder einmal ein Update der aktuellen Geschmacks-Test-Bewertungs-Liste:

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    Fundnummer: 2017-09-09-1635
    Weiter ging's mit dem Keulenfüßigen Trichterling (Ampulloclitocybe clavipes):
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    Fundnummer: 2017-09-09-1648
    Wächst hier in einer in Reihen gepflanzten Fichtenplantage. Auch solche Standorte, insbesondere dieser doch sehr finstere Waldabschnitt sind immer für Überraschungen gut. Leucocortinarius habe ich vorher nie gesehen.
    Ebenso für mich ein Erstfund-Höhepunkt der Tour:

    Knolliger Schleierritterling (Leucocortinarius bulbiger)
    :
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    Fundnummer: 2017-09-09-1707
    Und hier gleich die nächste Besonderheit dieses Gebiets. Ebenfalls ein Erstfund für uns. Die Sporen sind wirklich sehr besonders.
    Rautensporiger Rasling (Lyophyllum deliberatum):
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    Sporen:
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    Fundnummer: 2017-09-09-1700

    Ein Filzi....

    Morphologische Daten:

    Fundort:
    ca. 550 müNN. ca. N50, O12, bei Fichte, im Nadelstreu
    Fundzeit: 09.09.2017
    Wuchsform: einzeln
    Hutform:
    konvex
    Huthaut-Konsistenz: feinsamtig matt
    Huthaut-Farbe: dunkelbraun
    Hutrand: ohne Besonderheiten
    Röhren: gelb, aber dunkler als der Stiel, sehr fein
    Stiel:
    gelb, glatt, an der Spitze ungewöhnlich runzelig, keulig
    Stielbasis: rund
    Fleisch: extrem fest, gelblich, nicht verfärbend (weder außen noch innen)
    Größe: Hutdurchmesser ca. 3 cm, Stiellänge 3 cm, Stieldurchmesser ca. 15 mm

    Geruch:
    pilzig


    Ein unbestimmter
    Filzröhrling (Xerocomus spec.) - wahrscheinlich aus Sektion Sektion Subtomentosi.
    Wohl nicht ohne Weiteres zu knacken:
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    Fundnummer: 2017-09-09-1722

    Eine schwierige Telamonie kündigte sich auch noch an...

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, im Mischwald (Baumarten leider vergessen zu notieren)
    Fundzeit: 09.09.2018
    Wuchsform: sehr gesellig
    Hutform:
    schirmartig mit minimalem Buckel,
    sehr wellig
    Huthaut:
    braun, radialfaserig, matt
    Hygrophanität: ja
    Hutrand:
    ohne Besonderheiten
    Lamellen: braun, mit Zwischenlamellen
    Lamellenschneiden:
    glatt, absolut ohne Besonderheiten
    Lamellen-Stielübergang:
    ausgebuchtet angewachsen, kaum herablaufend
    Fleisch:
    braun-weiß
    Stiel:
    braun-weiß schillernd glänzend, braun befasert, keine Ringzone, hohl
    Velum universale: sehr weinig, Farbe orange-bräunlich
    Stielbasis: etwas verdickt und spitz zulaufend
    Größe:
    Hutdurchmesser ca. 3 cm; Stiellänge ca. 6 cm, Stieldurchmesser ca. 5-6 mm
    Sporenpulverfarbe:
    Pantone 7526U = ████
    Geruch:
    im Schnitt gut pilzig
    Geschmack:
    sehr stark pilzig mit einer muffigen Komponente
    Exsikkat-Farben:
    Hut uns Lamellen: mittelbraun, Stiel: mittelbraun und silberig überfasert

    Makrochemische Reaktionen:
    KOH 40% auf HH: sehr dunkel-braun fast schwarz

    Mikroskopische Daten:

    Sporen:
    isoliert warzig, honigbraun, ellipsoid bis amygdaloid
    Präparat: aus Lamellenstück (Exsikkat) ausgewaschen; Untersuchungsmedium: Wasser; Messwertanzahl: n = 49
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 0,5 × 0,2 µm; von Q: 0,1
    Median: von L × B: 8,3 × 5,1 µm; von Q: 1,6
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 8,3 × 5,1 µm; von Q: 1,6
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (7,2) 7,7 - 8,9 (9,3) × (4,7) 4,8 - 5,4 (5,7) µm; für Q: (1,4) 1,5 - 1,7 (1,8)
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 90%-Konfidenzintervall: für L × B: (7,2) 7,6 - 9,1 (9,3) × (4,7) 4,7 - 5,5 (5,7) µm; für Q: (1,4) 1,5 - 1,8 (1,8)

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    Lamellentramahyphen:
    nicht inkrustiert (wichtiger Schlüsselpunkt!)

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    Man landet beim Schlüsseln irgendwo in der Nähe von Cortinarius obtusus s.l. Die fehlenden inkrustierien Lamellentramahyphen, abweichende Sporenmaße, der ungestreifte Hut sind diskrepante Punkte. Diese Klade wurde schon vor Längerem einmal von mir pyhlogenetisch beleuchtet, jedoch auch mit dem Ergebnis, dass auch morphologisch noch genauere Untersuchungen nötig sind. Auch eine phylogenetische Analyse wäre hier nicht sinnvoll. Es bleibt also bei
    Jodwasserkopf
    im weiteren Sinn (Cortinarius obtusus s.l.):
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    Fundnummer: 2017-09-09-1727
    Lepiota castanea haben wir auf dem Weg zum Auto noch an bekannter Stelle mitgenommen. Natürlich nur zum Mikroskopieren, nicht zu Essen. ;-)
    Die braunen Elemente auf den Mikros sind die HDS-Zellen, die man makroskopisch als Schüppchen oder Filz sieht.

    Kastanienbrauner Schirmling (Lepiota castanea)
    :
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    Huthaut-Endhyphen (Die Stielschüppchen sehen auch so aus, kann man per Mikrobild alleine nicht unterscheiden):
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    Sporen:
    mush-16112.jpg


    "Natürlich gibt's auch heute wieder einen Blick in den Korb" würde Snokri sagen :-)))....
    Gerne - hier die heutige Ausbeute:
    mush-15822.jpg


    Das war's für heute....
    Wir hoffen die Tour hat Euch gefallen und wir freuen uns wie immer auf Eure Kommentare.
    Beste Grüße
    Dieter & Matthias

    09.09.2017: Viele Erstfunde, schwer Bestimmbares und Leckereien - Teil 2

    Hallo Pilz-Freunde,
    dies ist Teil 2 des Berichtes vom 09.09.2017.

    Teil 1 findet Ihr hier
    Teil 3 findet Ihr hier

    Und weiter geht's...

    Fundnummer: 2017-09-09-1405
    Die Art finde ich nicht sehr oft, hier aber in Massen. Auch wenn wegen Maden nicht so viel für die Pfanne blieb, die Fotos verderben einem die Viecher wenigstens nicht.
    Edel-Reizker (Lactarius deliciosus):
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    Fundnummer: 2017-09-09-1412

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, bei Birke und Kiefer
    Fundzeit: 09.09.2017
    Wuchsform: einige am Standort
    Hutform:
    schwach konvex bis flach, verbogen
    Huthaut:
    braun, nach außen hin deutlich heller werdend, unter Lupe netzartig gefasert, etwas klebrig
    Huthaut-Abziehbarkeit:
    1/2 abziehbar
    Hygrophanität: nicht untersucht
    Hutrand:
    ist zwar nicht gerippt aber aber die Durchscheinenden Lamellen lassen es so aussehen, kantig
    Lamellen:
    gelblich, Zwischenlamellen
    Lamellenschneiden:
    bräunlich, braunfleckend
    Lamellen-Stielübergang:
    fast ausgebuchtet angewachsen aber eher gerade
    Stiel: bräunlich längs überfasert, oben bereift, keulig aber Basis spitz zulaufend, längsfaserig, hohl
    Stielbasis: spitz
    zulaufend
    Fleisch:
    im Stiel hellgelb mit bräunlichem Zentrum, im Hut weiß mit bräunlichem Zentrum
    Größe: Hutdurchmesser ca.
    6-9 cm, Stiellänge ca. 5-7 cm Stieldurchmesser an der dicken Stelle 1,2-2 cm
    Sporenpulverfarbe:
    rein weiß
    Geruch: unzerrieben & zerrieben: mehlig
    Geschmack:
    mehlig, unangenehm, ganz leicht bitterlich

    Wegen er Hutrandrippung, dem Geschmack und dem Geruch ist das der
    Gelbblättrige Ritterling (Tricholoma fulvum):
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    Fundnummer: 2017-09-09-1431
    Auch ein wunderbarer Erstfund für mich:
    Violetter Becherling (Peziza violacea)
    :
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    Asci:
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    Fundnummer: 2017-09-09-1437

    Morphologische Daten:
    Fundort:
    ca. 550 müNN. ca. N50, O12, bei Fichte und Birke
    Fundzeit: 09.09.2017
    Wuchsform: gesellig
    Hutform:
    konvex
    Huthaut-Konsistenz: glatt, etwas glänzend
    Huthaut-Farbe:
    fleischrosa bis zu grauweiß ausgeblasst, glänzend,
    Huthaut-Abziehbarkeit:
    1/4 bis 1/3 abziehbar
    Fleischfarbe unter Huthaut
    :
    rosa
    Hut-Fraßstellen-Rand-Verfärbung: keine vorhanden
    Hutrand:
    kantig, nicht gerieft
    Lamellen:
    cremeweiß, mit Zwischenlamellen
    Lamellenschneiden: ohne Besonderheiten
    Lamellensprödigkeit:
    nicht besonders spröde
    Lamellen-Stielübergang:
    gerade angewachsen
    Stiel:
    weiß,
    leicht grauend, etwas runzelig, etwas keulig, voll, nicht wattig ausgestopft
    Stielbasis:
    rund
    Fleisch: ohne Besonderheiten
    Größe:
    Hutdurchmesser bis 5 cm, Stiellänge 2-4 cm, Stieldurchmesser ca. 7-12 mm
    Sporenpulverfarbe:
    am ehesten: IId im direkten Vergleich mit der Marxmüller-Tafel, IIIa im direkten Vergleich mit der Romagnesi-Tafel
    Geruch: absolut neutral
    Geschmack:
    scharf aber erträglich und scharf bleibend

    Makrochemische Reaktionen:
    Guajak: nach 20 Sek. blaugrün, nach 25 sek. stark blaugrün
    Anilin pur: keine Reaktion
    Eisensulfat FeSo4: keine Reaktion
    Phenol: nach 2 Minuten blass-rosa, nach 5 Minuten weinrot
    KOH 40%: keine Reaktion

    Nicht häufig bei uns: der Verblassende Täubling (Russula exalbicans):
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    Fundnummer: 2017-09-09-1510

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, bei Birke und Weide auf Laubstreu und Ästchen
    Fundzeit: 09.09.2017
    Wuchsform: gesellig bis büschelig
    Hutform:
    Mitte vertieft
    Huthaut:
    cremeweiß, mit rosa Schimmer, matt, trocken
    Hutrand:
    gerieft, mehlig bereift, flattrig, kantig, feinst eingerollt
    Lamellen:
    cremeweiß, sehr viele Zwischenlamellen, sichelförmig
    Lamellenschneiden:
    vollkommen glatt auch unter der Lupe
    Lamellen-Stielübergang:
    herablaufend
    Stiel:
    weiß und rosalich, innen etwas weichlich ausgestopft
    Stielbasis:
    weiß, stark myzelfilzig, rund bis etwas spitz zulaufend
    Fleisch:
    weiß, ganzer Pilz sehr elastisch gummiartig
    Größe:
    Hutdurchmesser 2-5 cm, Stiellänge ca. 3 cm, Stieldurchmesser ca. 5 mm
    Sporenpulverfarbe:
    rein weiß
    Geruch: am Fundort: nur pilzig, zuhause: pilzig und etwas süßlich fruchtig
    Geschmack:
    sehr stark irgendwie "nicht gut pilzig ranzig"

    Auch ein sehr schöner Erstfund:
    Weißer Holztrichterling (Clitocybe truncicola)
    :
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    Fundnummer: 2017-09-09-1526

    Morphologische Daten:

    Fundort:
    ca. 550 müNN. ca. N50, O12, bei
    Pappel, Birke, Weide und Fichte
    Fundzeit: 09.09.2017
    Wuchsform: einige am Standort
    Hutform:
    kugelig bis konvex
    Huthaut:
    graubraun, samtig
    Hutrand: ohne Besonderheiten
    Röhren:
    grau-cremefarben, auf Druck: verfärben zu grau
    Stiel:
    schwärzliche Flocken auf weißem Grund, keulig
    Stielbasis: rund,
    Fraßstellen blau
    Fleisch-Verfärbung:
    nach 2 Minuten im Hutfleisch rosa-rötlich und im Stiel und Basis tut sich zunächst nichts, nach 40 Minuten: Violett im Hutfleisch und nach unten rötlich
    Geruch: im Schnitt harzig

    Der
    Pappel-Raufuß (Leccinum duriusculum):
    mush-15786.jpg


    mush-15787.jpg


    Hier seht ihr mal die Verfärbung im Fleisch:
    mush-15788.jpg


    mush-15789.jpg


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    Fundnummer: 2017-09-09-1539
    Dieses braune Graublatt ist für mich aktuell nicht bestimmbar. Mit der Sporengröße kann man alles ausschließen. T. cessans kommt noch hin, aber auch für den sind die Sporen zu klein, zu länglich und es fehlen die Zystiden. Das was ich optisch gedacht hätte (inolens/boudieri) hätte alles deutlich größere Sporen, der hier hat Sporen konstant unter 6µm Länge.
    Hierzu folgt noch eine Sequenzierung und Sequenz-Analyse mit der Hoffnung auf Klärung. Aber vielleicht habt Ihr ja schon einen Tipp?
    Vorerst bleibt es ein unbestimmtes Graublatt (Myochromella spec.):
    mush-15791.jpg


    mush-15792.jpg


    HDS - genauer: Hauptsächlich die Schichten unterhalb der eigentlichen HDS:
    mush-16106.jpg


    Sporen:
    mush-16107.jpg


    Fundnummer: 2017-09-09-1542
    Hier wieder mal ein Beispiel dafür, dass M. limosus nicht nur an Schilf/Rohrglanzgras vorkommt. Hier wuchsen die Pilzchen auf einem grasigen, sehr feuchten Waldweg. Man muss aber schon sehr genau hinsehen, um sie zu entdecken.
    Schilf-Schwindling (Marasmius limosus)
    :
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    Weiter zum Teil 3

    09.09.2017: Viele Erstfunde, schwer Bestimmbares und Leckereien - Teil 1

    Liebe Pilz-Freunde,
    heute machten sich ich und Matthias wieder auf den Weg. Es hatte gut geregnet und das Mischwald-Gebiet dass wir ansteuerten ließ uns schon ahnen dass es heute wieder brachial wird.
    Kleinpilze schauten wir heute deshalb fast nicht an, da es massenhaft Großes gab. Wir fotografierten auch fast nur die Schönheiten und Besonderheiten, ließen also viele Pilze links liegen.
    Was am Ende in der Kiste war war ein toller Mix aus richtig guten Erstfunden, aber auch unbestimmbare Pilze und natürlich auch was für die Pfanne.
    Kommt mit uns und schaut es Euch an...

    Um alle Bilder zu sehen, ohne sie einzeln anklicken zu müssen könnt Ihr wie folgt vorgehen: Hier im Forum einloggen, ein Bild anklicken und den Haken in der Checkbox "Diese Einstellung merken" und "Speichern" klicken.

    Wegen der Menge müssen wir diesen Bericht diesmal auf 3 Teile aufteilen.

    Teil 2 findet Ihr hier
    Teil 3 findet Ihr hier

    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz, Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.

    Fundnummer: 2017-09-09-1250
    Weil er so schön da lag, begann der Tag mit 2 schnellen Bilder von
    Podosphaera aphanis an Frauenmantel
    :
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    Fundnummer: 2017-09-09-1251
    Die kleinen weißen Kügelchen scheinen häufiger zu sein, als man oft glauben könnte, ich wurde an fast allen passenden Standorten fündig, hier kam wieder einer hinzu, sogar mit Teleomorphe.
    Körnchenrindenpilz (Bulbillomyces farinosus)
    :
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    Fundnummer: 2017-09-09-1255
    Auch die Spinnlein sind sehr schöne Fotomotive, nur leider halten sie viel zu selten Still. Diese hier ließ sich ohne Probleme ablichten.
    Die wunderschöne Wespenspinne (Argiope bruennichi):
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    Fundnummer: 2017-09-09-1315
    Die Art kenne ich von dort seit Jahren. Wächst am Boden auf einer ehemaligen Deponie unter jungen Waldkiefern.
    Bei diesem hochinteressanten Fund handelt es sich wohl um einen Schüppling (Pholiota spec.).
    EDIT:
    Es sich hier wahrscheinlich um den Bittersüßen Risspilz (Inocybe cf. dulcamara):
    mush-15757.jpg


    mush-15758.jpg


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    Mikroskopische Daten:
    Sporen: 9-10(10,5) x 6-7µm, Bas 4-sp, Chrysozystiden wohl keine (zumindest keine sicheren gesehen).
    Kaulozystiden nicht untersucht.

    Sporen:
    mush-16018.jpg


    mush-16019.jpg


    Lamellenschneide:
    mush-16015.jpg


    mush-16016.jpg


    Lamellentrama:
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    HDS-Hyphen:
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    Fundnummer: 2017-09-09-1329
    Wirklich nicht selten, hier aber besonders schön.
    Und ich sage: Cortinarius = immer schön ;-))))
    Natternstieliger Schleimfuß (Cortinarius trivialis)
    :
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    Fundnummer: 2017-09-09-1338
    Für mich ein toller Erstfund:
    Gezonter Adernmoosling (Arrhenia spathulata)
    :
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    Fundnummer: 2017-09-09-1348
    Die Stelle ist eine der ergiebigsten Espenrotkappengebiete, die ich kenne. Selbst im Extremjahr 2018 wuchsen hier noch genügend Exemplare. Hier, 2017, waren es natürlich nochmal deutlich mehr und sehr fotogen dazu.
    Weißstielige Rotkappe (Leccinum albostipitatum):
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    Dieter bei der Arbeit:
    mush-16099.jpg


    Und das war das Ergebnis:
    mush-15769.jpg


    Fundnummer: 2017-09-09-1351
    Birken-Milchling (Lactarius torminosus)
    :
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    Weiter zum Teil 2

    ;-)

    Tja... ist auch nur ne vage Vermutung von mir gewesen... können wir nicht klären.
    Ich finde eher das Substrat so außergewöhnlich... Hätt ich nicht für möglich gehalten.

    Aber ich erinnere mich an die alte Matratze die mal hier jemand ins Forum gestellt hat... mit den Tintlingen (und anderm) drauf oder der Sessel von Nobi neulich.

    Schon geil!

    Grruß

    Dieter

    WOW! Im Aschenbecher - das ist eine Sensation!

    Naja --> Asche = Brandstelle --> und das Aussehen KÖNNTEN bedeuten: Kleiner Kohlentintling (Coprinopsis gonophylla)

    Aber das ist natürlich nur eine Vermutung

    Beste Grüße

    Dieter

    Hallo zusammen,
    wie versprochen habe ich Fundnummer: 2017-09-03-1032 weiter untersucht.
    Es sind 2 wesentliche Punkte von Bedeutung für eine genauere Bestimmung:

    Makrochemische Reaktion:

    KOH 3% auf exsikkatierter Huthaut: negativ

    Mikroskopische Daten:
    Hier sind die Sporenmaße und die Oberflächenstruktur maßgebend.
    Sporen:
    subglobos, 1 Öltropfen, genoppt-warzig
    Maße:
    Präparat: Sporenabwurf; Untersuchungsmedium: Wasser; Messwertanzahl: n = 40
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: nicht normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 0,3 × 0,3 µm; von Q: 0,1
    Median: von L × B: 4,9 × 3,8 µm; von Q: 1,3
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 4,9 × 3,8 µm; von Q: 1,3
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren mit 80%-Standardbereich: für L × B: (4,3) 4,6 - 5,2 (5,4) × (3,4) 3,6 - 4,2 (4,3) µm; für Q: (1,1) 1,2 - 1,4 (1,5)
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren mit 90%-Standardbereich: für L × B: (4,3) 4,5 - 5,4 (5,4) × (3,4) 3,5 - 4,3 (4,3) µm; für Q: (1,1) 1,2 - 1,4 (1,5)
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: nicht anwendbar, da nicht normalverteilt

    mush-16088.jpg

    Schlüsselt man den Pilz nach Größer und prüft alle Alternativen kommt man auf Folgendes:
    (Rot sind die unsicheren Schlüssel-Punkte)
    Gröger I Seite 598 > 1 > 1b > 2 > 2b (50%) > 7 > 7a (wahrscheinlicher) > Rhodocybe gemina
    Das passt auch nach der Beschreibung im Pilzkompendium einwandfrei.

    Alternativen:
    Gröger I Seite 598 > 1 > 1b > 2 > 2b (50%) > 7 > 7b > 8 > 8a (50%) > 9 > 9b> 10 > Sackgasse

    Gröger I Seite 598 > 1 > 1b > 2 > 2a (50%) > 3 > 3b > 4 > 4b > 5 > Sackgasse

    Wenn die KOH-Rektion positiv wäre könnte man noch diesen weg gehen:
    Gröger I Seite 598 > 1 > 1b > 2 > 2b (50%) > 7 > 7b > 8 > 8b (50%) > 13 > 13b (hier wäre Schluss, wegen KOH-Reaktion!) > 14 > 14b > 15 > 15b > Rhodocybe mundula
    Rhodocybe mundula: Rötendes & schwärzendes Fleisch passt nicht
    Man könnte auch folgende Alternativen prüfen und käme zu einem Negativ-Ergebnis:
    Rhodocybe popinalis: Hut zu groß, Stiel zu lang, Hygrophanität passt nicht, Geruch passt überhaupt nicht, KOH-Reaktion passt nicht
    Rhodocybe mundula var. rubescens: Rötendes Fleisch passt nicht, KOH-Reaktion passt nicht
    Rhodocybe parilis: Hut zu groß, Stiel zu lang, Lamelen queradrig passt nicht, Geruch passt nicht, Sporen zu klein
    Rhodocybe parilis var. wargramensis: passt nicht

    Es handelt sich also - trotz der seltsamen Optik wohl doch um den Würzigen Tellerling (Clitopilus geminus)
    Beste Grüße
    Dieter

    Hallo zusammen,
    erst mal "Danke schön" an alle...

    Kleiner Hinweis am Rande:
    Der "Zunderschwamm" in diesem Thema an dem Nadelholzstumpf dürfte ziemlich sicher eine harzhaltige Hutkruste haben (Brutzeltest machen im zweifel). Soll meinen: Der sieht mir sehr nach Rotrand (Fomitopsis pinicola) aus.

    Oh, das glaube ich gern, dass das Fomitopsis pinicola ist. Da hab ich gar nicht genau hin geschaut und ich verwechsle diese ja standard-mäßig ;-))) ... wird korrigiert.


    Du kannst Dir vorstellen, dass ich mich ganz besonders über die Dungpilze gefreut habe.

    Hochinteressant Deine Theorie zur Wuchsrichtung von Pilobolus!

    Es wäre bei weiteren Funden zu untersuchen, ob sich das tatsächlich immer so verhält. Auf alle Fälle etwas, was ich zukünftig beobachten werde.

    Prima - dann schaun wir mal ob wir eine hochwissenschaftliche Pillenschuss-Theorie austellen können ==18

    Ich freue mich übrigens, dass Du diesen von Peter Welt und mir erdachten Begriff verwendest!:)

    Oh, na das wusste ich gar nicht, aber freut mich - klein ist die (Pilz)Welt... ==Pilz25

    Ein ganz besonderes Kompliment möchte ich Euch jedoch für die Darstellung der "Dungtintlinge" aussprechen.

    Das ist absolut einmalig. Was für Schönheiten das doch sind, wenn man sie mit euren "Kameraaugen" sieht!

    Und zudem noch so ausführlich vorgestellt. Da bleiben keine Wünsche offen.

    Wenn die nur nicht immer so schnell zerfallen würden... ich als alter Exsikkatierer hat damit ein echtes Problem - hihi... :-)
    Ja, aber die Tintlinge sind natürlich immer eine Überstunde wert.
    Da werden von mir und auch Matthias garantiert noch viele Berichte folgen, da wir die Augen danach natürlich speziell offen halten.


    DER Höhepunkt dieser Serie ist für mich allerdings die Doku von Helicodendron giganteum.

    Ich bin ja von den aquatischen und semiaquatischen Pilzen sowieso fasziniert.


    Ich auch - wir haben vorvorgestern 5 interessante Äste aus einem Tümpel gezogen.
    Der erste hat schon Aeros dran (noch nicht untersucht).
    Da wird also bald wieder ein kleiner Bericht folgen.

    Diese traumhaften Bilder (und ein wenig Text dazu), ich bin sicher, dass jede Pilzzeitschrift der Welt scharf darauf wäre, das zu publizieren.

    Ich hoffe, dass Ihr auch in Zukunft an den "Kleinen" dranbleibt und uns weiterhin mit Euren Fundbeiträgen beglückt.

    Es gibt noch so viel zu entdecken.


    Liebe Grüße vom Nobi


    Auf jeden Fall...
    :-))
    Bis dahin.
    Beste Grüße
    Dieter

    Prima Pablo,
    und wie es der Zufall will habe ich gestern noch was zum Thema gemacht....
    Da folgt noch ein Bericht aber schon mal vorab:

    Schlehenrötling (Entoloma sepium):
    mush-16009.jpg

    Hier sieht man toll die zeit- und ort-abhängige makrochemische Reaktion:
    mush-16010.jpg

    So appetitlich sehen die geputzt aus:
    mush-16011.jpg

    So in der Pfanne:
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    Und so auf dem teller:
    mush-16013.jpg

    LEEEEEEEEEEEEEEEEEEECKER WAR'S!!!
    Die knuspern wie Chips und haben im Geschmackstest gestern die Wertung 8,5 bekommen! ==Pilz27==Pilz27==Pilz27==Pilz27
    Beste Grüße
    Dieter

    Hallo,

    Nur liegen die ja nicht alle gleichmässig unterm Objektiv ==Gnolm5- Schaun mer mal.

    Ich nehme einfach immer nur die Sporen bei denen der Apikulus schön mit drauf ist und in eine Richtung zeigt die wahrscheinlich parallel zum Deckglas ist. Siehe Bild unten.

    an dieser Stelle einmal ein Dankeschön für deine fundierten Berichte, ich lese/gucke gerne mit, :)

    ;-) Gerne - freut mich sehr!

    Für das Erstellen eines Eckigkeitsdiagrammes fehlt Norbert und mir ein entsprechendes Programm.

    Naja, das braucht es nicht so wirklich, zählen muss man ja sowieso von Hand auf einem Sporensequenzblatt am besten (hier kein Schlehenröti):
    mush-15899.jpg

    "Software" hab ich auch keine - bzw nur einen schnell zusammen gebastelten Eckulator - anbei.

    Aber das ist echt ne Spielerei - braucht eigentlich kein normaler Mensch. Nur Pilz-Nerds wie ich. ==roeessbar==roeessbar==roeessbar==roeessbar

    Beste Grüße
    Dieter

    Dateien

    • Eckulator.xls

      (23,55 kB, 134 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    Hi,

    Naja, es gibt nach Literatur schon noch Möglichkeiten:

    a) clypeatum deutlich dunkler gefärbt als sepium

    b) Wenn irgendwo eine rötliche Verfärbung bei Wurmlöchern/Verletzung, etc. auftaucht, ist es sepium

    c) Sporen clypeatum: 6-eckig, leicht gestreckt. Sporen sepium: 5 bis 7-ecki, Qm = 1,1

    --> ein Eckigkeitsdiagramm über viele Sporen erstellt sollte funktionieren.

    E. aprile und E. saundersii noch im Auge behalten.

    Beste Grüße

    Dieter

    17.03.2018: Eine kurze Runde im Schnee

    Liebe Pilz-Freunde,
    weil die Pilz-Sucht schon stark war im März, machten ich und Matthias uns auf den Weg zu einer kurzen Runde.
    Es lag noch Schnee - so mussten wir ein bisschen wühlen an der ein oder anderen Stelle.
    Schaut Euch an was wir alles fanden - viel Spaß!

    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz,
    Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.

    Fundnummer: 2018-03-17-1030
    Dieser rosaoranger Pustelpilz ist Hypomyces rosellus in unreif; Es sind aber die Strukturen der NFF (Cladobotryum dendroides) da, sodass die Bestimmung sicher ist.
    Rosafarbener Schmarotzerpustelpilz (Hypomyces rosellus):
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    Fundnummer: 2018-03-17-1045
    An Elymus schließlich Lewia scrophulariae. Sowas hatte ich schon oft, aber nun wurde mir durch einige Recherche und diesen Fund endlich klar, was der Unterschied zwischen der und der noch häufigeren L. infectoria ist: Die beiden Arten unterscheiden sich in der Sporengröße und v.a. der Anzahl der Quersepten.
    Die Gelhüllen der Art wurde meines Wissens nach noch nie fotografiert, jedenfalls in keiner Publikation.
    "Braunwurz-Kernpilz" (Lewia scrophulariae) an Quecke (Elymus):
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    Asci + Sporen:
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    Fundnummer: 2018-03-17-1100
    Die Nebenfruchtform vom Orangefarbigen Brennesselbecherchen (Cylindrocolla urticae):
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    Wir fuhren weiter und sahen an der Straße ein paar Rohrkolben um einen Tümpel stehen...
    Daran gab es einiges zu entdecken...

    Fundnummer: 2018-03-17-1115
    "Rohrkolben-Kernpilz" (Comoclathris typhicola)
    an Rohrkolben (Typha):
    mush-15873.jpg


    Fundnummer: 2018-03-17-1119
    Solche kleinsporigen Sippen an Typha werden auch Ph. typhae genannt. Die allerdings soll keine Gelhüllen haben, hier waren andeutungsweise welche zu erkennen, jedenfalls bei jungen Sporen, sodass ich den Fund auf jeden Fall eustoma nenne, unabhängig davon ob Ph. typhae nun eine eigene Art ist oder nicht.
    Rohrkolben-Blattbräune (Phaeosphaeria eustoma)
    an Rohrkolben (Typha):
    mush-15874.jpg


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    mush-15876.jpg


    Dieses Bild zeigt Sporen von Phaeosphaeria (neuerdings Juncaceicola) typharum, die auch mit am Rohrkolben wuchs.
    mush-15877.jpg


    Fundnummer: 2018-03-17-1153
    Die Art fanden wir erwartungsgemäß an einer mit seit Jahren bekannten Stelle. Wir mussten nur etwas im Schnee wühlen.
    Erlenkätzchen-Becherling (Ciboria amentacea)
    :
    mush-15878.jpg


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    Fundnummer: 2018-03-17-1250
    Den Abschluss mache ein eingeschneiter
    Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola):
    mush-15883.jpg


    Das war's für heute....
    Es war nur eine kleine Runde aber wir hoffen es hat Euch gefallen.
    Beste Grüße
    Dieter & Matthias

    Danke an Euch alle!

    Danke auch Christoph für die Informationen und Links.

    Ja, Pilze an Flechten suchen wir natürlich auch. Mal sehen was uns die nächsten Touren so begegnet.

    Ich habe es aber sehr auf Aquaten abgesehen. Oder nein - Quatsch. Ich habe keine bestimmte Spezialisierung und werde auch nie eine haben (können).

    Dazu finde ich einfach in jeder Gattung, Familie usw. etwas spannendes. Findet jeder - muss man nur mal genau hin schauen.

    Beste Grüße

    Dieter

    Ich habe zu einer Aufnahme vom Tintling. Wie hast Du die Nahaufnahmen von den Cheilozystiden und den Pileozystiden hinbekommen? Ist das unter der Stereolupe fotografiert?


    Hallo Claudia,
    nein, keine Stereolupe. Einfach durch ein "billiges" 4-fach Bresser-objektiv durch fotografiert - aber wichtig ist die niedrige Numerische Apertur, die ist da bei diesem 0,1 und dann geht das eben auch in Luft. Ich nehme auch mal ein 10-er mit 0,25er Apertur, aber das wird dann ensprchend unscharf und hat hohe chromatische Abberation - weil man aber noch näher ran kann ist das oft egal.
    Leider hab ich keine Kohle um mir da mal was vernünfitges zu kaufen (wurde ja Extrem-Baupfusch-Opfer wie einige von Euch schon wissen) - aber Matthias hat ein richtiges Kracher-Objektiv - der macht solche Lamellen-Bilder noch viel schärfer (siehe andere Berichte). Ich krieg da immer einen Anfall wenn ich seine Ergebnisse sehe ;-)))

    Das ist übrigens die beste Methode um schnell malvor dem Präparieren festzustellen:
    a) hat der Schwammer Velum

    b) hat der Schwammer Kaulos
    c) hat der Schwammer Pileos

    d) hat der Schwammer Cheilos
    e) hat der Schwammer Pleuros

    f) welche Sporigkeit haben die Basidien

    Und das alles oft sicherer als im Durchlicht.

    Diese ganzen Infos bekommt man in ein, zwei Minuten - leider aber nur am Frischpilz... Da ich meistens Exsikkate habe ist das nicht so hilfreich für mich.

    Beste Grüße
    Dieter