Beiträge von Ditte

    Lieber Raphael, mir fiel noch ein, dass das mit der gelben Stielbasis eine Altersfrage ist. Also ich würde schreiben, dass die Stielbasis zumindest bei jungen Fruchtkörpern gelb ist. Bei älteren kann sowas leicht "verwässern" wie etwa auch violette Farbtöne am Stiel. Ich habe das eben auf meiner Website entsprechend geändert.

    Grundsätzlich könnte ich deine Kollektionen in das Buch mit aufnehmen, dafür aber muss ich sie selbst untersucht haben. Das gilt auch für andere alpine interessante Arten, die du gefunden hast und die bestimmt werden können. Du kannst also ein Exsikkat beiseite tun für mich, wenn du magst, und wenn mehr zusammengekommen ist, mir das dann mal zuschicken. Wie du willst...

    Herzlich, Ditte

    Hallo, ich denke schon, dass das M. substraminipes ist, zumindest sieht die trockene Kollektion so aus. Die Sporengröße passt (aber das tut sie eigentlich auf fast alle Mallocyben:)), und zumindest auf dem ersten Foto sieht man, dass die Zystiden kettig sind.

    Es gibt aber ein paar Dinge, die ich ergänzen würde. Zum einen die Größe. Die geht bis 5 cm (siehe meine Website), dann hab ich die Art in 800 Metern Höhe gefunden, also nicht arkto-alpin, das würde ich ergänzen, um nicht ein falsches Bild zu vermitteln. Zum zweiten ist die Stielbasis leider nicht immer gelb. Meine eine Kollektion hatte keine gelbe Stielbasis, sie wurde aber sequenziert und die ITS ist identisch mit der des Holotyps. Und die Kettigkeit der Zystiden geht bis mindestens 5 Elemente.

    Weiterhin sollte man vielleicht ergänzen, dass die Stiele im Alter hohl sind. Und für mich wären die Hüte deiner trockenen Kollektion nicht goldocker, sondern dunkler und mit Rotanteil in der Farbe, schon beinahe fuchsig. Ich habe die Hutoberfläche auch ein wenig anders beschrieben (Inocybe - substraminipes). Aber das ist wohl auch Ansichtssache des Beschreibers....

    Hast du sie sequenzieren lassen?

    Herzliche Grüße, Ditte

    PS Falls du ein Exsikkat hast und es schicken möchtest, würde ich es untersuchen und mit meinen Angaben vergleichen.

    Guten Morgen, Harzi, auch von mir allergrößtes Lob für deine Fotos und die tollen Funde - und vor allem für deine Mikrobilder. Ich hab schon öfter gedacht, dass die wundervolle Muster für Bettwäsche abgeben würden!:)

    Liebe Grüße Ditte

    Inopserma (Inocybe) subhirsutum kenne ich nur aus der alpinen Zone der Alpen - die Art bliebe für mich was alpines, auch wenn sie anderswo vorkommen würde (ähnelt sehr Inosperma calamistratum).

    Guten Morgen! Lieber Christoph, hierzu die Ergänzung, dass ich selbst die Art, die ich als Inosperma subhirsutum bezeichne, aus der subalpinen Zone, also ab 1400 Metern kenne. Dort wächst sie auf kalkreichem Boden z.B. an Flussufern. Aber ich hab auch Funde aus dem alpinen Bereich. Hier könnte man also sagen, dass es eigentlich eine alpine Art ist, die sich eben auch an tiefere Zonen gewöhnt hat, die Flüsse hinabgewandert ist oder wie auch immer. Und solche gibt es etliche. Aber etwa bei Inocybe aurea, die in der alpinen Zone wächst, aber nachweislich auch im Flachland in Holland, und dort nicht etwa bei Salix repens, kann man das nicht sagen.

    Liebe Grüße Ditte

    Mein lieber Christoph, habe grade erst das hier und deinen "Bin-wieder-da"-Thread gelesen, das tut mir schrecklich leid mit deiner Mutter und das für dich jetzt durch Krankheit noch so viel anderes zusammenkam. Und auch ich kann mich nur den anderen anschließen und dir viel Kraft wünschen - und ja, Ablenkung und Trost in deinen verschiedenen intensiv ausgeübten Hobbys und vielfältigen Tätigkeiten! Wie telefonieren mal wieder....

    Ich umarm dich, Ditte

    Grüß dich, Björn. Also die Mikrofotos der Peziza: die Nahaufnahmen mit den gelben Öltrpfchen und dann danach die, wo die oberen Enden der Asci blau gefärbt sind; die sind ja sowas von ästhetisch und schön!!! Hab ich mir heute schon dreimal angeschaut. Supertoll gemacht!

    Liebe Abendgrüße Ditte

    Lieber Nobi, ich hatte den Beitrag im Sommer nicht gesehen, aber jetzt. Weißt du, ich lieb ja meine little-brown-mushrooms über alles, aber dieses Kleinzeugs, die unglaublichen hübschen Becherchen etc., die sind es, wo ich jedes Mal wieder über die Wunder der Schöpfung staune, und mich ehrfürchtig verneige! So viel Glück im Kleinen! Sehr schöne Fotos dieser kleinen Wunder!

    Liebe Abendgrüße Ditte

    Hallo Tuppie und Sarah, ich finde das auch wirklich toll, was ihr da macht, sowohl diese Pilzmotive mit der Nähmaschine wie die sehr stimmig ausgeführten Aquarelle. Ganz besonders gut gefällt mir, Tuppie, die Patchwork-Arbeit mit den blauen Pilzchen und dem Käfer, einfach wunderschön! Und bei den Bildern Sarah, finde ich Owenia und Janua besonders hübsch. Ich ziehe vor euch beiden den Hut!

    Liebe Abendgrüße, Ditte

    Ach, das ist aber lieb, Peter!:* Hab ganz herzlichen Dank für die guten Wünsche und natürlich die atemberaubende Inocybe (jetzt Inosperma), die aussieht wie bongardii - oder vielleicht auch pisciodora. Wohl eher letzteres, wenn du von Schnappatmung sprichst....:)

    Ich wünsch dir noch einen frohen Abend, liebe Grüße Ditte

    Hallo Ditte,

    das Buch habe ich nun auch bestellt, es war schon seit wenigen Wochen auf meiner Liste. Von seinem anderen Buch "Heilende Pilze" bin ich aber restlos begeistert. Das man überhaupt so viel Wissen sammeln kann und dann noch so gut geordnet in ein Buch in bester Qualität zusammenfasst, beindruckt mich sehr. Ich bin überzeugt, dass es bei diesem Buch auch der Fall sein wird.


    Gruß

    Stefan

    Grüß dich, Stefan, danke für den Tipp!:thumbup: Das Buch kenn und hab ich noch nicht...

    Herzliche Grüße, Ditte

    Das wäre ist eine gute Wirkung meines Posts, Nobi:) - und das Buch hat es wirklich verdient. Hier ein Fallbeispiel, der Schopftintling:

    Ich lebte immer noch unter dem Eindruck, dass der Schopftintling als "Notnahrung" einzustufen ist, wegen der Wirkung mit Alkohol einerseits (oh-oh!) und der Tatsache, dass er oft auf Hundewiesen wächst (oh-oh!) andererseits und dann noch das eklige tintig werden (oh-oh!). Kann ja eigentlich alles nicht gesund sein.... Also hab ich ihn seit sicher 20 Jahren nicht mehr gesammelt und gegessen. Jetzt aber lese ich zu meiner großen Verwunderung auf - ich hab sie eben gezählt! - 82 enggedruckten Zeilen ein Loblied auf den Schopftintling, in allen Details. Über die Weise, wie die Tinte produziert wird, das Coprin, das Verhalten gegenüber Nematoden, Züchtung, wie man ihn am besten zubereitet, die vielen guten Inhaltsstoffe und die Verwendung. Nutzung in China und anderswo in der Medizin etc.

    Das ist ein richtiger Artikel für sich! Wenn man diese kleingedruckten Kommentare, die prall voll von aktuellem Wissen stecken, in größerer Schrift gedruckt hätte, wäre das Buch doppelt so dick geworden.

    Ja, das wollte ich noch ergänzen. Ich hab das Buch jetzt zum Geburtstag bekommen, und nun weiß ich, was ich den Leuten, die bei mir an der Tür klingeln und wissen wollen, wie es sich bei dem oder dem Pilz mit der Giftigkeit oder Inhaltsstoffen verhält, nach aktuellem Stand antworten kann. Ich hol dann einfach das Buch runter...:)

    Liebe Abendgrüße Ditte

    Tricholomopsis: Ich könnte dir das auch privat schreiben, lieber Christoph, aber ich möchte es doch im Forum sagen. Ich habe euer Pilzbuch jetzt bekommen, und ich bin von der Fülle an Informationen wirklich sehr beeindruckt! Ich lese jeden Tag die Infos zu einem oder zwei Arten und lerne jede Menge! Das geht weit über ein normales Pilzbestimmungsbuch hinaus, was ihr da an Wissen zusammengetragen habt. Und ich fühle mich aufgehoben, was die neusten Angaben zu Giftigkeit und Wirkungen etc. betrifft.

    Also: ganz großes Lob von meiner Seite euch beiden und Hut ab!

    Liebe Grüße Ditte

    Grüß dich, Harald, ja das kommt noch als Problem hinzu: Weiße und violette wachsen zuweilen so eng durcheinander, dass man sich fragen muss, ob das wirklich jeweils verschiedene Arten sind....! Um das herauszukriegen, werden wir also von mehreren solcher weiß-lila-Gruppen jeweils einen Fk sequenzieren lassen und ich sie jeweils morphologisch untersuchen und dann sehen, was dabei herauskommt. Und ggf. muss man dann noch weitere Untersuchungen anstellen...

    Herzlich, Ditte

    Hallo Emil, also den Verweis geophylla var. lilacina und die lilacina habe ich jetzt gelöscht, ich hatte bei allem, was ich um die Ohren habe, noch keine Zeit, mich darum zu kümmern. Ob das, was im von dir zitierten Artikel steht, so bestehen bleibt, wird sich zeigen. Aber es stimmt auf jeden Fall, dass es viele Arten in der Gruppe gibt. Und die neue Typusuntersuchung der lilacina macht deutlich, dass das, was allgemein für lilacina gehalten wurde, nicht lilacina IST. Klar war bis dahin lediglich, dass die Varietät "var. lilacina" eine eigene Art ist. Mehr nicht. Lilacina ist aber durch Bodenproben "vermutlich" auch in Europa nachgewiesen. Bei uns gibt es u.a. die sublilacina und die lilacinomaculata und die pallidicremea und noch ein paar weitere Arten. Allerdings ist die Forschung da - wie bei den meisten Gruppen - noch längst nicht abgeschlossen, und gerade wurde beispielsweise wieder eine Art aus der Gruppe neu beschrieben (die ich auch gut kenne ), und zwar gänzlich ohne morphologische Abgrenzung! Die Arten sind tatsächlich extrem schwer voneinander zu unterscheiden, da sie eben auch teilweise sehr variabel in der Färbung sind und die Mikromerkmale überlappen. Das ist nichts Neues bei Inocybe, aber hier, bei den lilafarbigen, ist die Gefahr besonders groß, die Arten aufgrund der Färbung zu unterscheiden, und das führt aber leider oft in die Irre. Wichtige Kriterien sind also auch der Standort, die Begleitbäume und der Boden. Inocybe sublilacina beispielsweise hab ich bislang stets bei Kiefer auf Sandböden und auf niedriger Meereshöhe gefunden. Die Sporenmaße meiner Kollektionen stimmen aber zum Beispiel nicht mit dem Schlüssel von Matheny überein. Damit kann ich also nicht schlüsseln....Ob das an den unterschiedlichen Kontinenten liegt, weiß ich nicht.

    Jedenfalls so, wie ich das für die sublilacina gemacht habe und weiterhin mache, also alle Details zusammen überprüfen und daraus die Essenz eruieren, die für die Art maßgeblich ist, müssen die entsprechenden Daten für die anderen lila-Arten mit Hilfe von mehreren Kollektionen zusammengesammelt und überprüft werden - das hat natürlich noch niemand gemacht. Beispielsweise basiert ja die lilacinomaculata-Beschreibung auf einer einzigen Kollektion. Ich habe aber etliche Kollektionen der Art und weiß also, wie variabel sie tatsächlich ist. Das ist mit das Schwierigste überhaupt, bei solchen derart ähnlichen Arten den roten Faden zu finden, mit dem man sie zuverlässig unterscheiden kann. Die Autoren der jetzt gerade publizierten neuen Art haben das leider nicht gemacht...

    Und: So wie bei meiner Website der Fall, hängt auch der Index Fungorum aus Zeitgründen hinter diesen ganzen rasanten Entwicklungen hinterher.

    Soweit dazu, ich hoffe, das wirft ein wenig Licht in die Sache,

    herzliche Grüße aus meiner Mittagspause, Ditte

    Liebe Claudia, das ist ja nett mit dem Ditte-Wald...:S....

    Deine Nummer 19 ist aber kein Risspilz, ich hab nicht alles durchgeschaut, ob das schon jemand gesagt hat. Das sieht mir nach einem Rübling aus (oder so).

    Ich wünsch dir und alle Foristen einen guten Rutsch ins neue Jahr und natürlich ein wundervolles 2021!

    Liebe Grüße Ditte

    Grüß dich, Sebastian, was du da zeigst, ist nicht I. whitei, sondern I. pudica. Deine Doku ist gut, es fehlen nur Hymneialzystiden, die man gänzlich sieht, also mit dem Fuß, denn der trägt oft zur Bestimmung bei (kurz, lang, Basis abgerundet, trunkat...). In diesem Fall seh ich keinen ganzen Fuß, gehe aber davon aus, dass etliche Zystiden einen längeren nach rechts oder links gebogenen Fuß haben.

    Aber die Doku als solche reicht aus. I. pudica lässt sich oft schon makroskopisch als solche erkennen, da die Hüte oft an die von kleinen Champignons erinnern: abgerundet und glatt, das ist bei whitei nicht der Fall. Auf deinen Fotos sieht man das. Ganz typisch ist zudem die letztgezeigte Caulozystide: mit langem welligen Hals.

    Die dritte Art im Bunde, I. armeniaca, wird mehr orangelich, die Fruchtkörper sind auch eher schmächtig und außerdem wächst sie bei Kiefer, oft auf sandigem Boden.

    Pudica ist mit Abstand häufiger als whitei und wächst eben oft bei Fichte, ja auch Tanne.

    Bei pudica röten die Fruchtkörper beim Trocknen - zumindest oft - noch nach, bei whitei eher nicht.

    Ach so, und die Sporen sind bei pudica länglich und etwas größer als die von whitei. Bei whitei sind sie im Schnitt kleiner als 9 µm auch das spricht für pudica.

    Herzlich, Ditte

    Hi Nosozia und Stefan: Zum einen ist das eine sehr schöne Doku, Nosozia! Man sieht alles perfekt, nur würde ich statt Kongorot KOH nehmen, weil man da die Reaktion der Zystidenwände beurteilen kann - so aber nicht. In diesem Fall aber ist das nicht wichtig, weil der Rest wunderbar passt, und zwar, ja: Inocybe assimilata.

    Typisch ist zum einen, und daran kann man sie schon makroskopisch meist sehr gut erkennen: dieses starke Ausblassen zum Rand hin, das sieht man bei den Bildern prima. Die Hüte wirken dadurch manchmal fast rosalich hellbräunlich. Man sieht auch noch eine schwache Velipellis-Auflage in der Mitte. Zum anderen ist die Sporenform richtig, die Größe passt ganz gut, die Zystidenform ist auch richtig, und der letzte Beweis sind die schön gegliederten Kaulozystiden mit oft einem konischen Endglied - die sieht man oben am Bildrand eine und eine weitere in der Mitte.

    Keine Frage und ohne Zweifel: I. assimilata. Gut gemacht, Nosozia.

    Stefan, soluta hätte kleinere und nicht so längliche Sporen, eine ganz andere, längst nicht so glatte Hutoberfläche und auch andere Hymenialzystiden.

    Herzlich, Ditte

    Hallo Raphael, keine Chance auf eine nähere Bestimmung per Bilder - zumal nach Kälte. Kann pusio agg. sein, aber auch was anderes....

    Herzlich, Ditte