Beiträge von Tomentella

    Hallo Mario,


    wenn es denn eine Trechispora ist, kommst du bei den glatten Sporen und der Sporengröße in meinem Schlüssel (auf Tomentella) zur Frage 8:

    8. Kristalle stäbchenförmig mit gespaltenen Enden T. cohaerens

    8. Kristalle anders T. confinis


    Versuch das mal unter dem Mikroskop zu klären. Gelbe Rhizomorphen kann ich nicht so richtig erkennen, aber vielleicht gehören die gar nicht dazu.


    LG

    Frank

    Hallo Björn,


    deine Tomentella ist eine junge T. punicea. Wenn sie reift, wird sie von der Mitte aus bräunlich und fester mit einer granulosen Oberfläche und es bleibt dann nur ein farbenfroher, byssoider Rand. Wie man auf deinen Fotos gut sieht, färbt sich das Präparat in KOH gelbgrün, ebenso wie einige Basidien. Bei der farblich ähnlichen, deutlich dimitischen, dunkelrostroten Tomentella umbrinospora färbt sich das Präparat in KOH intensiv bernsteinfarben. Diese Farbunterschiede im Präparat könnte ich in meinem Schlüssel noch aufnehmen, um beide Arten besser trennen zu können.


    LG

    Frank

    Hallo Björn,


    der amyloide Apikulus bei dieser Art ist das Kennzeichen für die sensu stricto Art. Es gibt diese amyloide Reaktion noch bei Tomentella ramosissima, die derzeit in Europa noch als Synonym zu Tomentella lapida geführt wird, aber wahrscheinlich eine eigenständige amerikanische Art ist. Außerdem bei den außereuropäischen Arten Tomentella amyloapiculata Yorou 2012 (Afrika), Tomentella subamyloidea Agerer & Bougher 2001 (Australien) und den seltenen Arten Tomentella fuliginea (Burt) Bourdot & Galzin 1924 und Tomentella fuscoferruginosa (Bres.) Litsch. 1939.


    LG

    Frank

    Hallo,


    Polyporus corylinus kenne ich aus Luxemburg (hat Ben Schultheis mal zu unserer französischen Tagung mitgebracht) von gezielt angebrannten Holz, auf dem er nach ca. 1 Woche später erschien. Er hat große eckige Poren 1-2 p/mm, die weit am Stiel, der auch nicht schwarz ist, herablaufen.

    Diese Art kommt hier für mich nicht in Frage.

    Es bleibt also spannend, bis er mal unters Mikroskop kommt.


    LG

    Frank

    Hallo Andreas,


    manche Morcheln haben ein asexuelles Stadium, was z.B. als Costantinella terrestris bekannt ist. Diese filzähnlichen Gebilde habe ich mal in Frankreich gefunden und da wurden sie als C. terrestris bestimmt. Die Sporen dieser Art sind allerdings kleiner als deine Messungen.

    Costantinella clavata soll abgestutzte Sporen haben, aber ich habe dazu keine Literatur.

    Es können natürlich auch nur Fremdsporen sein und deine Bemühungen bleiben erfolglos. :)


    LG

    Frank

    Hallo Bernd,


    die letzten Bilder sind eindeutig Trametes pubescens. Man versucht inzwischen Trametes velutina und Trametes pubescens zu trennen (Rivoire 2020), das ist aber sehr schwierig nachzuvollziehen. Genetisch ist das noch nicht bewiesen. Vielleicht sind es nur Formen oder Varietäten.


    LG

    Frank

    Hallo Thorben,


    da du dich so intensiv auch mit Phytoparasiten beschäftigst, möchte ich hier mal die Aufspaltung der Blumeria graminis-Gruppe nach Wirtsgattungen

    erwähnen:


    Blumeria graminis s. str. - auf Aegilops, Elymus, Triticium, Triticosecale

    Blumeria hordei - auf Hordeum

    Blumeria graminicola - auf Alopecurus, Aspera, Milium, Poa

    Blumeria dactylidis - auf Anthoxanthum, Dactylis

    Blumeria bulbigera - auf Bromus

    Blumeria avenae - auf Avena


    Blumeria Funde auf allen anderen Gräsern bleiben erstmal in der Blumeria graminis Gruppe


    Miao Liu, Uwe Braun, Susumu Takamatsu, Sarah Hambleton, Parivash Shoukouhi, Kassandra Bisson (2019). Taxonomic revision of Blumeria graminis species complex


    LG

    Frank

    Hallo Bernd,


    Polyporus alveolaris kommt an Hasel vor, aber soweit im Norden ist das eher unwahrscheinlich. Parmasto gibt nicht mal

    P. arcularius für Estland an, geschweige denn P. alveolaris. Polyporus tuberaster kann aber auch größere Poren haben (0,5 bis 2 P/mm). Den erkennt man an den spitzen Schüppchen auf dem Hut. Von dieser Art wurde nach Parmasto 1996 der letzte in Estland gefunden, also auch eine seltene Art im Baltikum, die allerdings meist auf liegendem Holz wächst, wenn sie kein Sclerotium bildet.


    LG

    Frank

    Also werden die unscheinbaren kleinen Ascos nach Erscheinen des dritten Bandes der Funga Sachsen wohl auch bei Pilze-Deutschland erscheinen?

    Nicht erst nach dem Erscheinen, sondern nach der Fertigstellung des Manuskripts, wo wir dich als Bearbeiter von bestimmten Familien ja auch mit einbinden wollen!:)


    LG

    Frank

    Hallo Björn und Nobi,


    Ascobolus degluptus gibt es bis jetzt anscheinend nur in Sachsen, durch die Funde von Nobi. Dargestellt sind diese allerdings noch nicht auf Pilze-Deutschland.de, da wir dort aus Sachsen bis jetzt nur die Basidiomyceten komplett darstelllen. Bei den Ascomyceten sind nur die häufigsten Arten hochgeladen. Grund ist unsere derzeitige Vorbereitung des dritten Bandes der Pilzflora Sachsens, welche vorallem die Ascomyceten behandelt.


    LG

    Frank

    Hallo Harald,


    der Begriff "Sofapilz" oder "wie Plüschsofa" kommt m. E. von H. Jahn und war für die Trametes pubescens gedacht.

    Ein Sofa ist eher nicht striegelig. :)


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    Trama: fast so weich wie frischer Schwefelporling und beim zusammendrücken triefend nass.


    wenn das Wetter sehr nass war, kann schon so eine Konsistenz entstehen die Lukas beschreibt!? Ohne weitere Angaben ist das natürlich auch nur eine Vermutung. Auf jeden Fall ist es kein Inonotus hispidus.


    @Lukas-wie groß ist denn der Fruchtkörper?


    LG

    Frank

    Hallo Karl,


    diese langgestreckten Poren passen nicht so recht zu Spongipellis spumeus. Könnte das nicht einfach eine große Trametes gibbosa sein?

    S. spumeus ist frisch sehr saftig und braucht ewig um zu trocknen! Bis jetzt kenne ich diese Art nur von Pappel.


    LG

    Frank

    Hallo Armin,


    bei deinen Mikrofotos kann ich keine Dendrohyphidia erkennen. Die Sporen sind nicht cyanophil. Cyanophile Sporen bedeutet, dass die Sporenwände sich in Baumwollblau deutlich dunkelblau einfärben und vom blasseren Sporeninhalt abheben.

    Es spricht also alles für Crustomyces heteromorphus.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    der Größe und Form der Sporen folgend, würde Scopuloides leprosa und Phlebiopsis ravenelii in Frage kommen. Ph. ravenelii hat nur Lamprozystiden und keine apikal abgerundeten "Leptozystiden". S. leprosa hat diese apikal abgerundeten und teilweise fast kopfigen "Leptozystiden". Auch die Lamprozystiden mit seitlichen Auswüchsen kenne ich nur von S. leprosa. Das typische Kennzeichen, deutliche dicke Rhizomorphen, fehlt allerdings bei deinem Fund. Also so recht entscheiden kann ich mich hier nicht. Kannst den Fund ja bei Gelegenheit mal mit zu mir senden.


    LG

    Frank

    Hallo Bernd,

    Moin, wenn ich sowas von Kiefern aus einem feuchten Standort sammle (Moorwald, Bruchwald - den gibts hier auch mit Kiefern), sollte das doch auch jetzt gehen, oder ist das zu früh in der Entwicklung?

    meine Erfahrung ist, dass die meisten Frühjahrsfunde bei Corticiaceen entweder überständig oder zu jung sind, abgesehen von den wenigen "kälteliebenden" Arten, die über das Winterhabjahr vorkommen. Im Sommer braucht man dann eher feuchte Gebiete, sonst drohen Trockenschäden. Es bleiben für das Hauptvorkommen dann doch nur wieder die Herbstmonate September bis November. Hat man genügend Funde zur Verfügung, ist dieser Trend deutlich in Phänologie-Diagrammen ersichtlich.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    bei schwach amyloiden Zystiden sind diese in Melzer nur grau, bei stark amyloiden dunkelblau. Bei Frischmaterial sind die Unterschiede wahrscheinlich deutlicher!? Für deine T. glebulosus ist die Amyloität so passend, wie du sie darstellst.

    Ich sende dir mal per Email einen Artikel von Frank Oberwinkler über die Gattung Tubulicrinis, wo Tubulicrinis globisporus noch unter Tubulicrinis cf. callosus beschrieben und bebildert ist. Ansonsten habe ich auch nur die Beschreibung aus den nordischen Corticiaceen Werk.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    schade, dass man bei deinen Bildern keine intakten Zystiden erkennen kann, auch keine ansatzweise kopfigen. Bei der Sporenform bleiben natürlich nicht viele Arten übrig. Tubulicrinis accedens wird nur durch die Sporenform von T. themometrus getrennt, von einigen Autoren auch synonymisiert. Tubulicrinis inornatus hat andere Zystiden und Tubulicrinis cinctus eine nur schwache Jod-Reaktion. Wenn deine Zystiden deutlich amyloid sind, kommt eigentlich eher T. gobisporus in Frage, da die Arten mit kopfigen Zystiden auch nur schwach amyloide Zystiden besitzen.

    Die Art kenne ich aus Österreich und Tschechien. Kannst den Fund ja nochmal mit meinem Vorschlag vergleichen.


    LG

    Frank