Beiträge von Climbingfreak

    Hi,


    wobei ich bei dem einzelnen mit den bogigen Lamellen (direkt über dem Zunderschwamm) schon gewisse Zweifel anmelde. Wenn es ein Stockschwämmchen ist, dann kein typsiches.


    l.g.

    Stefan

    Ach ja; noch was zum Speisewert des Voreilenden Ackerlings. Ich selbst habe ihn noch nicht im Pilzgericht probiert; nur mal eine mykologische "Kostprobe" genommen. Was ich so gehört habe ist, dass der nicht gut wegkommt. Der ist auch immer etwas mehr oder minder bitter(lich), so dass man dies schon mögen muss, um den zu essen. Deswegen schrieb ich auch oben "nicht giftig". ;)


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    "schade", dass deine Johannisbeeren so gesund sind. Ein Befall mit Cronartium ribicola ist optisch sehr ansprechend. ==Gnolm7==Gnolm10


    Was deine Fliegentöter angeht. Wir haben hier im Forum jemanden, der so was bearbeitet. thorben96


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    woran ich den Pilz erkenne? Das ist nicht in 2 Sätzen gesagt. Bei so was spielen schon gewisse Erfahrungswerte eine Rolle, die man erst bekommt, wenn man sich mit Pilzen allgemein eine Zeit lang beschäftigt. Es ist viel gewonnen, wenn du einen Fund erstmal in eine Gattung oder Familie einordnen kannst.


    Wichtig dabei sind:


    Sporenpulverfarbe (in dem Fall bräunlich; milchkaffeebraun)

    Velumverhältnisse (in dem Fall Stielring, bzw. Häutchen über den Lamellen)

    Lamellen am Stiel angewachsen oder nicht (das Merkmal ist trügerisch; manchmal sind die Lamellen nur "angeheftet" und sie lösen sich ab, wenn der Hutrand im Alter nach oben "gekrempelt" ist)

    Mykorrhizapilz oder Saprobiont (kann nur anhand des Standortes bzw. das Vorhandensein von Bäumen, die eine Mykorrhiza eingehen können) am Fundort erahnt werden.) Im konkreten Fall wächst der Pilz auf Holzhäcksel/Rindenmulch saprobiontisch, was für den typisch ist.


    Es gibt auch eine Menge Merkmale mehr, die aber ggf. nur mittels Mikroskop oder guter Lupe gesehen werden können.


    Geruch und ggf. Geschmack sind dann für die Artbestimmung wichtig.


    Wenn du im Speckgürtel der Hauptstadt wohnst, lohnt es sich vielleicht bei der PaBB aktuell [Pilzkundliche Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburg e.V. (PABB)]


    oder der Interessengemeinschaft Märkischer Mykologen Landesfachausschuss Mykologie - NABU Brandenburg

    vorbeizusehen. Da gibt es gute Leute, teilweise sind die auch hier im Forum aktiv, die sich sehr über interessierten "Nachwuchs" freuen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ja es wäre wirklich gut zu wissen, ob da ein Ring war oder nicht. An Marasmius oreaades glaube ich indes nicht. Ich hab den noch nie so büschlig wachsen sehen und erst recht nicht auf geschotterten Flächen. Das ist eine Wiesenart. Diese graulich-braune Lamellenfarbe passt da auch nicht dazu.


    Ich denke schon, dass das eine Strophariaceae ist; nur leider habe ich keine konkrete Idee; zumindest nicht ohne weitere Angaben, wie Geruch oder ob an besagter Stelle Totholz vergraben sein kann z.B.


    l.g.

    Stefan

    Zum Thema Schild- u Schlehenrötling : Was wäre da der Unterschied, hab mich noch nicht damit befasst?

    am besten mittels Makrochemie: Schlehe reagiert positiv auf Guajak (kann auch mal ausbleiben) und Anilin hinterlässt nach einigen Minuten eine Rotfärbung auf der Trama (laut Gröger das sicherste Unterscheidungsmerkmal). Weiterhin verfärben sich die Madenfraßgänge der "Schlehe" rötlich im Schnittbild. All das passiert beim Schildrötling nicht. Ansonsten bekommst du beide Arten nicht sicher auseinander, die Ökologie ist gleich und auch von der Hutfarbe her können sich beide Arten sehr ähnlich sehen.


    l.g.

    Stefan

    Hallo,


    nur damit es nicht verwundert. Den Titel und das Unterforum des Threads habe ich bewusst so gewählt.


    Es geht um die Unterscheidung zwischen der einheimischen "Frühblühenden" Traubenkirche Prunus padus und der nicht einheimischen, zunächst absichtlich gepflanzen aber inzwischen stark invasiven "Spätblühenden" Traubenkirsche. Ich habe einige Naturfreunde, welche Jungexemplare letzterer rigoros herausreisen, aber das nur mal so am Rande.

    Bis vor kurzem habe ich schließlich die Spätblühende Traubenkirsche gefunden. Seit 2-3 Wochen aber begegnet mir unsere einheimische immer öfter; bevorzugt in Bachtälern. Zudem möchte ich gerne ein paar markante und teilweise recht häufige Arten vorstellen und Fundanregungen geben.


    Ein Unterscheidungskriterium ist die Blühzeit. Die deutschen Namen kommen nicht von ungefähr. Das "Früh" und das "Spät" sind aber stark von Region und Höhenstufe abhängig. Für mich aber sind die Blätter das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Die Blätter von Prunus padus sind matt (nicht glänzend) und die Blattnerven sind eingesenkt, bzw. erhaben, je nachdem welche Seite des Blattes man betrachtet. ==Gnolm7


    Bilder meines Erstfundes der Art vom 23.4.







    An dieser wächst Taphrina padi, die mir leider noch fehlt. ==Gnolm6 Ulla hat die Art aber hier sehr schön vorgestellt. Die Narren sind los


    Prunus serotina hingegen hat fast glatte Blätter (Blattnerven fast nicht eingesenkt), glänzende Blätter mit deutlicher Wachsschicht. Fotos von heute; "leider" sind die Blätter nass. Bilder von trockenen ergänze ich gerne.





    An dieser wächst Taprina farlowii, die ich schon mal vorgestellt habe.



    Die ganze Gattung Tahprina ist sehr spannend. Alle mir bekannten Arten lösen immer irgendwelche Deformationen oder Wucherungen aus, indem sie das Pflanzengewebe zum atypischen Wachstum anregen.


    mehr oder weniger bekannte Beispiele: Pfirsichkräuselkrankheit - Taphrina deformans Phytoparasiten/Wucherlinge/Taphrina_deformans


    Narrentasche von Pflaumen - Taphrina pruni



    Wer von euch Roteichen in der Nähe hat, kann auch mal nach Taphrina caerulescens suchen. Taphrina caerulescens – Plant Parasites of Europe


    Recht bekannt ist auch noch Taphrina alni, die gerne Erlenzapfen befällt Taphrina alni | (Obligat) Phytoparasitische Kleinpilze


    oder aber Taphrina betulina, welche die Hexenbesen an Birken hervorruft. Hexenbesen an der Birke auf Arbofux - Diagnose-Datenbank für Gehölze


    Taphrina-Arten bilden selbst keine Fruchtkörper aus. Die Asci werden "nackt" direkt auf den entsprechenden Oberflächen gebildet. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist, ob die Asci eine sterile Fußzelle haben oder nicht. Ein Apikalaparat existiert nicht. Die Asci platzen bei Sporenreife einfach auf. Danach ist aber teilweise immer noch die typische keulenförmige Form der Asci zu erkennen.



    So langsam geht die Taphrinazeit los und es lohnt sich wirklich mal danach Ausschau zu halten. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Funde zeigt. Bis jetzt warte ich noch in 2020 auf meinen ersten Taphrina-Fund.


    Viel Spaß auf der Jagd.


    l.g.

    Stefan

    Ab einem gewissen Zeitpunkt wird er zäh. Also zu alt sollte er dann auch nicht mehr mitgenommen werden...


    btw auch von mir


    (welcome)


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ich meine mich zu erinnern, dass Dr. Jascha Weißenborn zum Innenraum-Schimmelpilzkurs angedeutet hat, dass es mehrere grüne Trichodermen geben soll. Oder war es doch jemand anderes? Ich weiß es nicht mehr genau.


    Das nur mal am Rande.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    also ich würde aus rein praktischen Gründen den Schwefelporling in kleinere Stückchen schneiden, panieren, anbraten und einfrosten.


    Wenns mal schnell gehen soll, hast du sehr leckere vegetarische "Hähnchennuggets". Mir fällt aber auch kein Grund ein, warum der auch nicht roh eingefrostet werden könnte, so lange der dann nach dem Auftauen ausreichend durchgegart wird!


    l.g.

    Stefan

    Apropo "chemiefrei"; du kannst gerne deine Chemikerkollegen anfragen, ob sie für dich die ICP-MS oder Flammen-AAS anschmeißen und dir den Cadmiumgehalt in den Pilzen bestimmen. Anhand des Wertes können wir auf jeden Fall die Sektion Arvenses festnageln oder auch nicht. Vielleicht hat dort ein Assistent Langeweile. ==Gnolm7==Gnolm10


    Wäre mal eine etwas unkonventionelle Pilzbestimmung. ==Gnolm4


    l.g.

    Stefan