Was hat der Kerl nur mit seinen Hallimaschen, mag sich der eine oder andere Pilzfreund da denken. Diese üblen
Waldvernichter gehören doch eigentlich an den Pranger gestellt. Für mich sind das einfach faszinierende Wesen.
Wenn ich mich nicht irre, ist das größte Lebewesen auf unserer Welt immer noch ein Hallimasch-Mycel im
US Bundesstaat Oregon.
Ich hatte meinen ersten Kontakt mit dieser Art bereits in meiner Kindheit. In den Herbstferien fiel die Schulspeisung
flach und ich durfte im Betrieb meines Vaters eine Woche lang die Kantine frequentieren.
Dort gab es (um 1977) zum Mittag ein einziges mal tatsächlich Hallimasch mit Salzkartoffeln. Die waren angeschwitzt
und deftig gewürzt, u. a. mit Räucherspeck. Zumeist wurden da die aufgeschirmten Hüte verarbeitet, weil ergiebiger
und einfacher zu verarbeiten, als die knackigen Streichholzknöpfchen. Wie z. B. in Bild vier zu sehen.
Ich war seinerzeit ziemlich mäklig, aber dieses Gericht begeisterte mich sofort.
Wir sammelten als Familie damals zwar Maronen- und Rotfußröhrlinge, aber an Blätterpilze trauten wir uns nicht ran.
Nur - diese Hallimäscher schmeckten mir viel besser. Ein Jahr später zog ich dann, nach dem Unterricht, mit meinem
Fahrrad selber los, um im Hanshäger Forst (bei Greifswald) selbst Hallimasch zu finden.
So ging das damals los. Wie heisst es noch: alte Liebe rostet nicht.
Dass Geschmäcker verschieden sind, ist ja auch gut. Es gib wohl auch Pilzfreunde, die essen solche blauen Sachen:
Da bleibe ich doch lieber bei meinen Armillarien.
GR Ingo
