Beiträge von Chorknabe

    Thomas, unterscheidest du zwischen Tricholoma scalpturatum und Tricholoma argyraceum? [..]

    Ich habe Deine Bemerkung zum Anlass genommen mich noch einmal einzulesen. Du hast recht, mein Kommentar bezog sich ausschließlich auf T. argyraceum, den ich sehr häufig finde (in Gärten, Grünstreifen u.ä.). T. scalpturatum habe ich in der Tat noch nicht bewusst in den Händen gehalten.


    Ich finde es schwer T. scalpturatum und T. orirubens rein optisch voneinander abzugrenzen. Bei beiden ist die Hutschuppung sehr ähnlich, und das Vergilben bei T. scalpturatum geht derart ins rotbraune dass man es auch als röten wie bei T. orirubens (fehl)deuten kann. Was bleibt als erste Indizien für eine sichere Unterscheidung? Der Geruch?


    Grüße, Thomas.

    Soweit ich verstanden habe, hat das Abkochen vor allem den Grund, dass wirklich alle Pilze bis zur letzten Lamelle 100°C abbekommen, und das mindestens 10 Minuten lang. Nur so werden die hitzelabilen Giftstoffe zuverlässig und vollständig neutralisiert. Beim Braten, wo die zuoberst liegenden Pilze keinesfalls die volle Temperatur abbekommen, ist das nicht immer sicher gewährleistet - beim Kochen aber schon.


    Ob wirklich Giftstoffe vom Pilz ins Kochwasser übergehen (wodurch das Kochwasser selbst giftig würde) halte ich für fragwürdig.


    Grüße, Thomas.

    Nachtrag: ich habe gerade mal in die Ritterlings-Monografie von Christensen & Heilmann-Clausen reingelesen, die führen T. pseudonictitans als Pseudonym von T. fulvum.


    Also doch nur ein "trivialer" Gelbblättriger Ritterling? Der ist in Jena häufig, ich kenne ihn aber vornehmlich aus dem Laubwald.

    Hallo Christoph,


    danke für die Erklärung! Die Beschreibung von Ludwig weicht damit sehr von meinem Fund ab, bei dem die Lamellen am Grund auffällig stark adrig verbunden waren.


    Ich habe mich durch Gröger, FN, GPBW und Ludwig gewühlt und zur Art als auch zum Artenkonzept Unterschiedliches und Widersprüchliches gelesen. Es ist allerdings auch das erste mal, dass ich in der Literatur derart tief grabe bzw. überhaupt den Gröger und FN richtig nutze. Insofern gibt es da auf meiner Seite sicher noch viele Verständnisprobleme bzw. ich muss erst lernen die Fachtexte richtig zu lesen und zu interpretieren.


    Ich werde mal versuchen in die erwähnte Monografie hineinzuschauen. Danke für den Tipp!


    Herzliche Grüße,

    Thomas.

    Hallo,


    bislang bin ich davon ausgegangen, dass bei der Beschreibung von Lamellen "(quer)adrig verbunden" und "anastomisierend" das gleiche meint. Nun bin ich aber bei Ludwig in der Beschreibung von Xeromphalina cauticinalis über folgende Beschreibung gestolpert:


    Zitat von Ludwig Pilzkompendium Bd.1

    Lamellen .. nicht anastomisierend und nur selten gegabelt [auch stark adrig verbunden]


    Nun bin ich verwirrt - scheinbar unterscheidet er beide Begriffe. Welcher Begriff beschreibt denn nun was und wie ist da die genaue Abgrenzung?


    Herzliche Grüße,

    Thomas.

    Ich nutze PilzsucheUltra für Android. Leicht zu bedienen und mit 1200 Pilzen üppig bestückt. Wird leider seit Jahren nicht mehr weiter entwickelt, trotzdem sehr benutzbar und praxistauglich. Für's iPhone gibt's vom selben Macher (123 Pilze) eine andere, deutlich umfangreichere App.


    Für alle Apps gilt aber folgendes: sie sind trügerisch zu Anfängern. Man gibt ein paar Merkmale ein von denen man glaubt sie erkannt zu haben und die App spuckt Treffer aus. Dann schaut man bei den Bildern und legt sich schnell auf eine vermeintliche Art fest. Man braucht aber viel Übung beim Erkennen von Merkmalen und der Bedienung der App. Hat man diese, ist die App eine tolle Hilfe für unterwegs.

    Soweit ich weiß ist der Gifthäubling in Ausbreitung begriffen. Man vermutet dass er früher in unseren Breitengeraden schlicht derart selten war, dass es praktisch kaum zu Verwechslungen gekommen ist.


    Das Pilzarten seltener oder häufiger werden passiert oft. Vermutlich spielen klimatische und ökologische Einflüsse eine nicht unwesentliche Rolle.

    Könnte aber auch viel einfacher werden, wenn der nicht in die Gruppe (atrosquamosum +orirubens + basirubens) gehört. Dazu mal zwei oder drei Fruchtkörper mitnehmen, ein paar Lamellen kaputtmachen und über Nacht liegen lassen. Wenn am nächsten Tag gelb, dann Tricholoma scalpturatum.

    Worauf es vermutlich sowieso hinaus laufen wird, weil wenn man erstes Bild vergrößert, sieht man gelbe Hutränder. Wenn die Farbe kein Artefakt der Kamera oder meines Monitors ist, kann man an scalpturatum einen Haken setzen.

    Daran glaube ich ehrlich gesagt nicht so recht. Ich kenne T scalpturatum als nur sehr widerwillig gilbend - im Grunde erst wenn sie schon fast vergammelt sind, meist gilben die Fraßgänge als erstes. Das gelb ist relativ kalt und keinesfalls rötlich oder bräunlich. Der Hut von T. scalpturatum ist eigentlich immer feinfilzig (ähnlich wie T. terreum), und weißt eine eher bräune denn graue Farbe auf.


    Ich denke dass der Fruchkörper - wenn er denn noch vorhanden ist - über nach in den Lamellenscheiden und Hutrand kräftig röten wird. Aber - zugegeben - alles nur reine Spekulation :)

    Nr. 3 finde ich spannend - für mich kein gilbender oder echter Erdritterling - die hätten einen schuppigen oder wenigstens felligen Hut. Dein Fund scheint aber eher eine seidige Hutoberfläche zu haben. Wichtig wäre jetzt Geruch, Geschmack und Begelietbäume. Ich könnte mir vorstellen dass es in Richtung. T. virgatum, T. scioides, T. josserandii u.ä. gehen könnte. Mit all diesen Arten habe ich aber bislang persönlich keine Erfahrungen machen können


    Nr. 4 halte ich von der Hutschuppung her eher für T. orirubens. Der Hutrand rötet hier und da auch schon recht kräftig. ;) Bei den Erdritterlingen ist es übrigens wichtig den gesamten Stiel aus dem Boden zu praktizieren, da bei einigen Arten (so auch bei T. orirubens) an der Stielbasis bunte Flecken auftreten können.

    Bei Ingo war ich natürlich auch, und habe fast alle Pilze nur durchs Riechen herausgefunden :cool: Es gab aber zwei Entdeckungen für mich: alte vertrocknete Rosa Rettichhelmlinge riechen an der Stielbasis nach Mohnkuchen. =O Und Pappelschüpplinge nach einer Mischung aus staubig, Haselnuss und süßlich - für mich ganz klar nach Früchtemüsli welches man aus der Packung in die Schüssel kippt :)


    Es ist schon spannend mit den Pilzgerüchen. Aber eines habe ich wieder bemerkt: ich kann den Fischgeruch bei den Heringstäublingen einfach nicht wahrnehmen. Ok, es riecht intensiv, aber für mich einfach nach vergammeltem Täubling. Mit Fisch bringe ich das einfach nicht zusammen.

    Cortiniarius ist die artenreichste Gattung unter den Großpilzen (800 Arten?). Man kann zunächst lernen die Cortinarien grob einzuteilen: Rauköpfe, Hautköpfe, Schleimfüße, Schleimkköpfe, Gürtelfüße, Wasserköpfe u.a. Bei den Rau- und Hautköpfen kann man sich mit etwas Fleiß durchaus einen Überblick verschaffen - bei den anderen Untergattungen wird es dann schnell uferlos - man benötigt sehr viel Erfahrung und Wissen um Arten direkt ansprechen zu können. Einzelne Arten gehen sicher, weil sie immer an der gleichen Stelle wachsen und man sie daher gut kennengelernt hat oder weil sie sehr prägnante makroskopische Eigenschaften haben. Wenn man aber allgemein einen Überblick haben möchte, sollte man diverse Kurse besuchen und ein paar Jahrzehnte investieren ;)

    Xeromphalina ist wohl die richtige Richtung! Ich hab den Fund (bzw. die die Bilder davon) mal Andreas Gminder gezeigt. Sein Kommentar dazu: Xeromphalina cauticinalis. Wohl sogar Zweitfund für Jena. Auf diese Gattung wäre ich nie gekommen - abgesehen davon das Glöckchennabelinge immer unter meinem mykologischen Radar geflogen sind, habe ich diese Dinger immer deutlicher graziler in Erinnerung gehabt. Der Lamellenansatz ist schon auffällig bogig herablaufend (wenn auch kurz).


    Der Geruch meines Fundes wird in der Literatur leider nicht so stringent wiedergegeben. Ludwig schreibt immerhin "bisweilen stark blüten- oder parfümartig riechend", GPBW beschreibt es ähnlich.

    [..] Da wird meist der Geruch als unauffällig bis unangenehm bezeichtet.

    Makro passt sehr gut besonderes große - Lamellen -Stiel an Xeromphalina sp zb X. cornui oder ähnliche aus Gruppe nur Geruch nicht


    Tja, das ist der entscheidende Punkt. Ich bin ein großer Fan von Pilzgerüchen - und dieser Fund hat einen vergleichsweise starken und ausgeprägten Geruch. Ihn als "unauffällig", "unangenehm" oder "fehlend" zu beschreiben wäre m.E. nach unzutreffend. Der Blattwanzen-Geruch ist für mein Empfinden deutlich stärker als beim Eichenmilchling. So eine Eigenschaft müsste doch Eingang in die Literatur finden?!

    Bei diesem Fund wollte ich mir noch einmal Rückendeckung holen:


    Fundort ist vermutlich der selbe wie in diesem Threas von Schupfnudel. Der ganze Habitus schreit nach Cortinarius, aber mit diesen derart hellen Lamellen? Ich war erst mal etwas ratlos. Leider war (einzige) Exemplar noch zu frisch, keinerlei Spp-Abwurf über Nacht. Und auch kein Spp welches sich in der ev. vorhandenen Gespinst am Stiel hätte verfangen können.


    Geruch war muffig erdig mit leicht stechender Note. Im Schnitt rötete das Fleisch vor allem an der Stielbasis, über Nacht wurde das röten intensiver bzw. verfärbte nach braun.


    In Schupfnudels Thread wurde der sehr ähnlich aussende Pilz als Cortinarius fraudulosus bestimmt. Hab ich hier in der Tat das gleiche vor mir?








    Hallo,


    folgenden Fund habe ich bei einem kleinen Ausflug in den Wald gemacht:


    Fundort war ein kleines Wiesenstück am Waldrand, Kalk, Fichten, Kiefern, Pappeln, Ahorn und Buche ín der näheren Umgebung auch vorhanden. Die Pilkze wuchsen gesellig in der Wiese/Kraut.

    Hut flach, am Rand wellig verbogen. Huthaut etwas durchscheinend, am Rand deutlich gerieft außerdem am Hutrandheller als in der Mitte. Lamellen gelblich (wie der Hutrand) und leicht herablaufend; am Grund auffällig anastomosierend.

    Der Stiel sehr dünn aber zäh, über die gesamte Länge braun und feinsamtig. Spp-Farbe muss leider ausfallen, der Pilz wollte über Nahct nichts preisgeben.


    Das auffälligste Merkmal aber ist der markante und kräftige Geruch: ranzig/harzig mit einer süßlichen Komponente. Meine Frau und ich assoziieren mit dem Geruch das Gleiche - eine Mischung aus Grüner Apfel und Blattwanze.


    Ich dachte zunächst an einen Stinkschwindling oder vergleichbares, aber die müssteneher nach faulendem Kohl riechen (einen Geruch den ich schon selbst in der Nase hatte). An sich scheint mir Rübling oder Schwindling eine gute Idee zu sein, wegen des zähen Stiels und des gesamten Habitus. Blättern in GPBW hat mich erst mal nicht weiter gebracht.


    Womit habe ich es hier zu tun? Und vor allem: welche Merkmale bringen mich das nächste mal schneller zumindest zur richtigen Gattung?