Beiträge von Chorknabe

    Dann sollten die keine PSV ausbilden. Ist jedenfalls meine Meinung.

    Das ist albern. Neue Erkenntnisse werden durchaus kontrovers diskutiert. Mitunter passiert da in wenigen Jahren ein regelrechtes Hin und her. Siehe der Rhabdomyolyse-Verdacht bezüglich des Grauen Erdritterlings nach einer chinesischen Studie. Zwei Jahre später wurde der Pilz nun wieder "entlastet". Dieses Hin und Her schadet nicht zuletzt dem PSV-Wesen - denn die Berater vor Ort müssen dann den Leuten beibringen, dass sie Pilze nicht mehr essen dürfen, die sie seit Jahrzehnten gegessen haben. Der Grünling wird nach wie vor in Brandenburg und Umgebung gesammelt. Und es gibt nach wie vor Nebelkappen-Liebhaber. Und hier reden wir über Arten, die seit Jahren nciht mehr als Speisepilze gelten.

    Hallo, Thomas!


    Mein Beineid. Die Kalkgebiete bei mir in der Umgebung sind verödet. Da ist praktisch null Aktivität von mykorrhiza - Pilzen in diesem Jahr.

    [..]

    8) Tricholoma squarrulosum ist das nicht (Geruch in dem Punkt egal). Tricholoma squarrulosum ist viel dunkler und wolliger. Rötet der denn tatsächlich?

    Hallo Pablo,


    hier war es ähnlich: trocken und keine Pilze. Manche Gebiete sind jetzt klatschnass, aber es fehlen die Pilze. Im "Rautal" in welchem ich unterwegs war, ist es allerdings etwas anders; hier hält sich die Feuchtigkeit viel besser.


    Zu 8) - welche Art käme denn bei dem pfeffrigen Geruch noch in Frage? T.Orirubens hat diese Noten nicht, stattdessen aber eine süßliche Komponente, die mein Fund nicht hatte. Auf Röten oder auch bläuliche Flecken an der Stielbasis (die sich meist erst nach vielen Stunden einstellt) habe ich leider nicht geachtet - wir hatten ja eine Ausstellung aufzubauen.

    Also ist er ein Speisepilz! Nach der Liste

    Ja. Ich muss ihn aber nicht freigeben als PSV. Ich darf nur keine Pilze freigeben, die die DGfM NICHT als Speisepilze deklariert. Die DGfM ist mitunter langsam, manche Erkenntnisse werden erst nach längerer Zeit aufgenommen. Ich kann da früher reagieren und bspw. jeden Champignon-Sammler vor den hohen Cadmium-Werten warnen. Oder im Härtefall sogar keine Essensfreigabe erteilen. M.E. muss man aber vor allem die Leute aufklären und ihnen sagen worauf sie sich einlassen. Entscheiden tun sie dann eh selbst. Ich kann nicht verhindern, dass sie sich etwa in die Pfanne hauen, was ich explizit nicht freigegeben habe.

    Dann braucht man die nicht mehr, wenn jeder anders entscheidet ......

    Es ist ganz einfach: PSVs, die bei der DGfM geprüft wurden, haben sich als Minimalkonsens an die Speiseliste der DGfM zu halten. Ähnlich gilt es ohne Frage für die BMG. Darüber hinaus gibt es einen weiten Spielraum.

    Was für ein fotogener Pilz. Toller Fund!

    Die hatten wir heute auch ( ganz oben rechts) auf unserem Cortinarienkurs in Hornberg und noch ungefähr 30 andere

    Grüße an Ralf, der macht gerade Euren Kurs mit 😉 Der Einstieg in die Cortinarien habe ich mir für die kommenden Jahre ebenfalls vorgenommen.

    Das ist er Wolli, der galt früher als essbar, wird aber inzwischen als erbgutverändernd eingestuft, also lieber nur ansehen.

    Das wäre mir neu. Ich kenne nur die Aussage, dass die Art ordentlich Cäsium und andere Schwermetalle anreichert und man deshalb eher verzichten sollte. Hast Du Quellen?

    Wenn der Pilz nicht bei Verletzungen rötet, ist die Gattung Riesenschirmling wahrscheinlich.


    Aber: wir können keine Essensfreigabe übers Netz geben! Eine seriöse Beurteilung ist nur möglich wenn man den Pilz in der Hand hält. Gibt es einen PSV in Deiner Nähe?

    Servus Matt,


    auf jeden Fall einer aus der Gattung Macrolepiota Riesenschirmlinge. Auf dem ersten Foto sieht man schön den rötenden Stiel. Vergleich deinen Fund mal mit chlorophyllum olivieri Safranschirmling.

    Die Gattung der Riesenschirmlinge zeichnet sich unter anderem durch NICHT rötendes Fleisch aus 😉 Röten tun dagegen die Vertreter der Gattung Safranschirmlinge.


    Ob der Fund wirklich gerötet hat kann ich auf den Bildern nicht zweifelsfrei erkennen. Es spricht trotzdem aber einiges für einen Safranschirmling. Bei dieser Gattung muss man aufpassen, denn da gibt es auch eine giftige Art.


    Herzliche Grüße.

    Ich habe rein optisch eine andere Theorie zu Deinem Fund. Hast Du mal dran gerochen? Wo genau hast Du die Pilze gefunden?


    Von den Bildern her könnte ich mir auch einen der trockenen Schnecklinge vorstellen. Der Trockene Eichenschneckling bspw. hat durchaus creme-farbene Lamellen. Und Eichenblätter liegen schon mal neben Deinem Fund 🙂 Die Pilze habe ich heute selbst um Jena gefunden, sie haben also noch Saison.


    Nur mal so als weitere Idee.

    Hallo Thomas,

    Donnerwetter, ihr hattet 320 Arten ausgestellt. Das ist beeindruckend. Vermutlich habt ihr da auch diverse Helmlinge und andere Winzlinge gezeigt, oder? Wenn ja, wie habt ihr die ausgestellt, ohne dass sie euch weggetrocknet sind?

    Wir hatten quasi kaum Kleinzeug auf den Tischen. Also keine kleinen Dunkelsporer und keine Helmlinge oder ähnliches. Dafür viele Ritterlingsarten, Cortinarien, erstaunlich viele Röhrlinge und anderes. Dadurch hatten wir auch keine Schwierigkeiten mit eintrocknenden Fruchtkörpern.

    Nachdem es um Jena monatelang sehr trocken war, gab es seit letzter Woche endlich wieder Pilze. Nicht überall, aber zumindest dort wo sie die Feuchtigkeit wegen eines engen Tals besser hält. Die Tour diente vor allem dem Sammeln von Arten für eine Pilzausstellung, deshalb war wenig Zeit für Dokumentation und Bestimmung. Ich war zuvor in einem anderen Kalkbvuchenwald; dort gab es tatsächlich nur wenige Stinkrüblinge; davon abgesehen war der Wald leer: Umso mehr habe ich mich gefreut, in dem zweiten Wald viele Arten finden zu können. Hier einige Impressionen.


    1) Auf dem Weg gab es bereits einen trivialen Erstfund für mich: den Schwefelporling im besten Zustand. Habe ich tatsächlich noch nie zuvor gefunden.



    2) Ein Schleierling mit auffällig gelber Farbe in allen Teilen des Fruchtkörper, auch im Fleisch; bei Buche. Für mich eine Phlegamtie um C.elegantissimus herum (Sektion fulvi)?



    3) Ein weiterer Schleierling, den ich an diesem tag häufig gefunden habe und der ein typischer Begeliter der Buchen auf Kalk ist: der Buchen-Klumpfuß (C. anserinus).



    4) Ein weiterer Schleierling, den ich gar nicht einsortieren konnte. Auffällig gelbe Hutfarbe aber heller Stiel und helles Fleisch (soweit man das noch bei diesem Zustand bewerten kann).



    5) Der Brandige Ritterling (T. ustale) in einer wundervollen Kollektion war auch zugegen. Oder Doch T. ustaloides? Eichen in der Umgebung können auf jeden Fall nicht ausgeschlossen werden.



    6) Ein weiterer Fund hat mich genarrt. Von oben dachte ich eher an eine weiße Tricholoma, die Blick unters Hütchen hat aber die Gattung veraten: Semmelstoppelpilze. Hier vermutlich Hydnum albidum.



    7) Ein häufiger Vertreter im Kalkbuchenwald ist der Igelstäubling. Ein sehr fotogener Pilz :)



    8) Ein leider einzeln stehender Erdritterling mit einer auffälligen Hutschuppung und kräftigem Geruch nach Pfefferstreuer. Ich habe ich als Tricholoma squarrulosum abgespeichert. Der Stiel durchaus schuppig, allerdings ohne dunkle Zeichnung sondern eher rau.



    9) Über diesen Fund habe ich mich besonders gefreut: der Getropfte Schleimschirmling (Limacella guttata). Ist der nicht erst vor kurzem in eine neue Gattung verschoben worden?



    10) Die Herkuleskeule war an diesem Tag ein wahrer Massenpilz.



    11) Zwei weitere Schleierling, die einige Meter auseinander standen, und bei denen ich mir nicht einmal sicher bin dass sie zusammen gehören. Der Geruch war irgendwie auffällig, aber ich konnte nicht so recht ergründen wonach.



    12) Zum Abschluss ein weiterer Schleierling, den ich rein optisch in die Sektion Telamonie sortiert hatte. Auffällig fand ich die grünen Farben im Hut, Stiel und Lamellen. Ein Wissender hat mich korrigiert: es ist ein Hautopf, und zwar der Grünblättrige Hautkopf (Cortinarius olivaceofuscus).



    Was gab es sonst noch (ohne Foto):

    • Amanita phalloides in Massen (ich habe sicher 50 Fruchtkörper gefunden)
    • Hygrophorus penarioides - für mich ein neuer Standort, aber unverkennbar die Art. H. penarius durfte ich letzte Woche beim F2-Kurs kennenlernen: sehr ähnlicher Habitus aber anderer Gericht und teils bitterer Geschmack.
    • Tricholoma album in großer Anzahl und vielen Fundstellen
    • nach Kohl stinkende Rüblinge
    • Mycena pura

    auf der gestrigen Tour musste ich feststellen, dass viele der Cortinarien sich schon zu braunen unbestimmbaren Schlappen verwandelt hatten. Wer also im Kalkbuchenwald dieses Jahr noch Cortinarien gucken möchte, sollte sich meiner Meinung nach beeilen.

    Hallo, diesen Eindruck hatte ich leider am vergangenen Samstag in Jena ebenso. Da waren zwar diverse Phlegmatien zu finden, die waren aber alle bereits alle einige Tage drüber. An anderen Stellen um Jena war der Wald allerdings quasi leer - hier hat der Regenmangel bis Mitte letzter Woche heftig zugeschlagen. Die Frage ist, ob dort vielleicht noch einmal die eine oder andere Cortinarie sprießt, oder ob einfach die Saison durch ist?

    Hallo,


    am vergangenen Sonntag fand nun bereits zum dritten Mal eine Pilzausstellung im Saal des Jenaer Forsthaus statt. Organisiert und durchgeführt wurde sie von der Pilzgruppe Jena, aber es gab darüber hinaus noch viel mehr Helfer. Gesammelt wurde in ganz Thüringen: nicht nur um Jena und östlich davon, sondern auch bei Erfurt, Ilmenau oder Eisfeld. Und sogar von der Ausstellung in Schwarza (siehe Wutzis Beitrag) wurden Pilze nachgenutzt. Unter anderem lag ein mittlerweile Forums-bekannter gigantischer Beringter Flämling auf dem Tisch 8o Neben der Ausstellung der Arten gab es auch eine Pilzcoach-Station mit Basteleien, gefärbter Wolle oder Zunderschwamm-Hüten. Dazu einige Pilzzucht-Sets; aus einem Karton wuchs ein beeindruckend großer Stachelbart. Und auf einem weiteren Tisch haben wir diverse Pilzbücher ausgelegt - Ludwigs wundervoll gezeichnete Aquarelle sind für Pilzinteressierte immer wieder beeindruckend.


    Hier eine Impression:



    Wir konnten so etwa 320 Arten ausstellen :huh:. Das schöne Sonntagswetter hat dann ca 250 Besucher in die Ausstellung gelockt - für uns ein neuer Besucherrekord. Es gibt offensichtlich ein großes Interesse an der Welt der Pilze, was uns natürlich sehr freut.

    Hallo Ingo,


    ein Thread ausschließlich mit Arten meiner Lieblingsgattung :) Danke fürs Zeigen! Den T. joachimii hätte ich im Feld wohl als T. sejunctum angesprochen. Zumindest die Hutzeichnung schaut sehr ähnlich aus?

    Hallo,


    Deine Handy-Kamera ist sicher in der Lage, vernünftig Bilder zu machen - in der Regel gelingt das aber meist nur bei Tageslicht. Bei Kunstlicht kommen oft falsche Farben bei heraus, die man aber dringend benötigt um Funde einschätzen zu können. Daher der Tipp fürs nächste Mal: die Pilze unbedingt bei Tageslicht fotografieren, am besten im Freien.