Beiträge von Chorknabe

    Ich vergleiche den Geruch von H.penarioides immer mit süßlichem Pudding: Noten von süßlichen Blüten, dazu etwas Frucht und außerdem eine irgendwie cremige milchige Note 😎 Dazu kommt der milde Geschmack.

    H.penarius hielt ich gestern zum ersten Mal in den Händen. Der Geruch war völlig anders, außerdem schmeckt er bitterlich.

    Hallo Thomas, denkst du, dass die auch so rostbraunes Sporenpulver haben können?

    Stropharia hat sehr dunkles Spp, schwarzbraun bis lilabraun. Könnte aber bei solch alten Schlappen ganz gut hinkommen?

    das ist auch keine schlechte Idee aber ich sehe beim alten Exemplar keinerlei Violettöne an den Lamellen.

    Ich musst bei den Bildern spontan an den Krönchenträuschling denken. An einen Cortinarius mag ich nicht so recht glauben, zumal das Teilvelum beim jungen Exemplar eher häutig als gespinnstartig aussieht.

    Der Pilz verdient den Spitznamen "Fahrradschlauchpilz". Wenn man den Stiel zwischen Daumen und Zeigefinger drückt, fühlt er sich an wie ein wenig aufgepumpter Schlauch. ;)

    Na ja, aber bei dem oben beschriebenen Geschmack und Geruch, ist R. sardonia raus.

    Richtig. :| Ich hatte die Beschreibung nicht richtig zu Ende gelesen und reflexhaft dem Bild nach eine Idee aufgeschrieben. R. sardonia müsste scharf schmecken und fruchtig riechen.

    Ich bin wahrlich kein Täublingskenner, aber hier traue ich mir zu eine Idee zu äußern: Der erste Täubling könnte Russula sardonia sein, der zweite Russula ochroleuca. Beides sind ausgesprochen häufig im sauen Nadelwald, ersterer aber nur an Kiefer.

    Ein wichtiges Merkmal vom Frauentäubling sind die sehr biegsamen Lamellen. Mit viel Druck kann man sie sogar verschmieren. Bei allen anderen Täublingen geht das nicht und die Lamellen brechen.

    So in etwa habe ich es vermutet...keine eindeutige Zuordnung und unerheblich. Ich habe noch so einen Kandidaten. Allerdings habe ich den hier Anfang Sepember in den heimischen, sächsischen sauren Fichtenwald gefunden. Was könnte das sein?

    Wenn man einen Wulstling zugrunde legt, dann kann es bei diesem auffällig gelben Velum eigentlich nur der Königsfliegenpilz sein.

    Ich würde für den Einstief Gröger und Funga Nordica empfehlen. Umfangreiche Standardwerke mit guten Schlüsseln und Mikromerkmalen und vor allem zu einem fairen Preis. Meine dritte Referenz sind die Großpilze Baden-Würtenbergs - die sind aber leider unbezahlbar geworden.


    Außerdem nutze ich Apps wie MeinePilze und Pilze123; jeweils als Pro-Variante. Ich nutze es vor allem als schnelle Bild-Datenbank. großes vertrauen schenke ich aber eher den Büchern.

    Danke an Uwe für die Aufklärung, ich war gespannt auf eine Bestimmung (oder zumindest Eingrenzung) durch einen Experten. Vom Wuchs her bzw. der Stielstruktur und dem rostbraunen Sporenpulver (welches ganz offensichtlich in Cortina-Resten am Stiel hängen geblieben ist) hätte ich auf einen Cortinarius aus der Sektion Telamonia getippt.

    ja, das ist der Goldstielige. Das Fruchtlager (Hymenophor) ist hier weniger stark ausgeprägt als beim Trompetenpfifferling. De n würde ich auch gerne mal finden. Pablo, gibt es den bei uns irgendwo?

    Bei uns ist das ein häufiger Pilz. Meist finde ich ihn an Hängen, wo er über viele Quadratmeter verteilt fast rasig wächst.Von oben ist er durch die bräunlichen wellig verformten Hüte sehr gut getarnt - erst von der Seite kann man die knallig orange leuchtenden Stiel gut erkennen.

    Hallo,

    die Geruch nach Anis/Marzipan schließt Karbolegerlinge schon mal aus. Anischampis gilben kräftig, wenn man sie "befummelt" - das ist normal. Es darf aber keine knallgelbe Verfärbung an der Stielbasis geben (bei Deinem Fund offensichtlich nicht vorhanden).


    Wie Stefan aber schon schrieb: neueren Erkenntnissen nach reichern die Anischampignons extrem Schwermetalle an, so dass eine größere Mahlzeit schon empfohlene Jahresgrenzwerte überschreiten kann. Daher sammle ich selbst keine Champignons mehr und weise bei meinen Pilzberatungen immer darauf hin.

    somit in der Praxis eig. ein recht schwieriger Pilz für das Sammeln kulinarischer Zwecke, wenn eine Unterscheidung eig. abgesehen von der "variablen" Hutform nur über das Sporenpulver erfolgen kann? (Speziell wenn der Pilz noch keine Sporen gebildet hat)

    Wie macht ihr das? Vor dem zubereiten alle Violetten Lacktrichterlinge einen Sporenabdruck?

    Der Violette Lacktrichterling lässt sich mit etwas Übung recht leicht erkennen. Die farbigen Lamellen, die die gleiche Farbe wie der Hut haben (Achtung: ange- oder vertrocknete Hute bleichen aus und werden dann weißlich; die Lamellen aber nicht) und die gesamte Habitus machen ihn leicht kenntlich. Seine Verwechslungspartner haben dunkles Sporenpulver, wurduch gerade bei älteren Exemplaren die Lamellen ebenfalls dunkel verfärben. Das passiert beim Lacktrichterling nie. Da man ihn wirklich oft findet, hat man entsprechend häufig Übungsmaterial ;)


    Generell neigt der Violette Lacktrichterling aber übermäßig dazu, Cäsium anzureichern. Größere Mengen von der Pilzart sollte man daher nicht essen. Da sie auch geschmacklich nicht allzu prägnant sind, lasse ich sie in der Regel stehen.

    Die Hut- und Velumfarben lassen mich eher zum Grauen Wulstling tendieren. Generell: für die Bestimmung von Wulstlingen ist die Knollenform essentiell. Die hast Du uns hier aber leider vorenthalten weil abgeschnitten :-/

    Vielen Dank für eure schnellen Antworten!

    Wir wurden zwischenzeitlich noch an einen weiteren Sachverständigen verwiesen und dieser tendierte auch zum ziegelroten Risspilz.


    "Sie sind allesamt ganz und gar ungefährlich - solange man sie nur anguckt oder anfasst und nicht aufisst" -> Hat uns nicht wirklich beruhigt, mittlerweile wurde aber Entwarnung gegeben.

    Hallo Erik,


    interessehalber (hier lesen ja viele PSV (Pilzsachverständige) mit, un für die sind solche Fälle aus der Praxis immer lehrreich): welchen Hintergrund hatte Deine Anfrage? Gab es den Verdacht dass jemand (Erwachsene, Kinder, Haustiere) den Pilz oder Teile davon gegessen haben? Oder habt ihr den Pilz irgendwo gefunden und habt Angst um Kinder/Haustiere?

    Aber dazu passt aus meiner Sicht die "speckige", glänzende Huthaut nicht.

    Genau das war auch mein Gedanke. Zu dieser Huthaut fallen mir kein Dachpilze ein, sondern eher Rötlinge. Die auffällig starke Rotverfärbung der Lamellen weißt wie ich finde in die gleiche Richtung: das Rötlings-Spp ist viel lebhafter gefärbt als das der Dachpilze.

    Hier ist der, den ich unicolor genannt habe, das wäre ja nach deiner Beschreibung eher lindtneri, oder?

    Ich würde den tatsächlich H. lindtneri nennen! :) Allerdings verfüge ich keinesfalls über aktuelle Literatur; ich nutze FN, Gröger, Ludwig und vor allem GP BaWü. Möglicherweise ist mein Artenverständnis von lindtneri (bzw. den ähnlichen Arten) veraltet oder schlicht falsch.

    Danke Dir für Deine Antwort. leider war der vorgestellte Fund der einzige Fruchtkörper. KOH 20% hatte ich auf Stiel, Lamellen und Hut gemacht, leider ohne Farbveränderung. Lediglich die Huthaut hatte sich entfärbt (sah eher aus wie aufgelöst). Sollte die Farbreaktion auch bei eingetrockneten Fruchtkörpern funktionieren? Wenn ja, dann ist mein Fund doch etwas anderes.


    H. linderi durfte ich in den letzten Wochen häufig finden, da er hier bei uns als auch der BMG-Tagung einer der häufigsten Schnecklinge war. Ich habe ihn stets mit aprikosenfarbenen Lamellen (im Alter scheint das intensiver zu werden) und mit gelborangen Hutmitte gefunden, während der Hutrand vor allem bei jungen FK fast weiß, allenfalls cremefarben war. Die Farbe Deines Fundes ist mir - wenn man den Farben auf dem Bild vertrauen darf - zu wenig organge bzw. zu viel braungelb. Was spräche bei Deinem Fund gegen H. unicolor?