Beiträge von Chorknabe

    Nachtrag.. Mich haben meine Eltern schon als Kind immer zum Pilze sammeln mitgenommen,

    jetzt geh ich seit 15 Jahren selbst.

    Umso mehr irritieren mich die Hinweise, cortinarien seien einfach zu verwechseln.

    Und die Farbe der Lamellen, die sind nicht ganz so dunkel wie auf dem dritten Bild, ich würde sagen

    es ist "zimtfarben". Nur hab ich keine einzige Abbildung gefunden, die nicht bläuliche Lamellen zeigt.

    Hallo Micha,


    Claudia hatte ja bereits etwas zum wichtigen erkennungsmerkmal von Cortinarius varius geschrieben. Generell sind die Schleierling (Gattung Cortinarius) mit mehr als 800 Arten extrem artenreich und gilt daher als "Spezialisten-Gattung". Es gibt durchaus leicht kenntliche Arten (wie bspw. C.varius), aber ganze vielen Arten kommt man nur mit sehr viel Erfahrung, sündhaft teurrer Spezialliteratur und manchmal nur mittels Sequenzieren bei.

    An der Stelle, wo letztes Mal die Bronzeröhrlinge standen, steht jetzt der Riesenrötling. Und wie könnte es anders sein: Auch dieser tritt an der Stelle mit Massenwachstum auf. Geruch erinnert stark an den Maipilz, aber mit einer deutlichen süßen Komponente. Eigentlich gar nicht so unangenehm und doch tödlich giftig. Bisher hat sich die Art gut vor mir versteckt. Schön, dass es jetzt endlich geklappt hat.

    Hallo Christopher,


    Gratulation zum Erstfund. Der Riesenrötling ist in meiner Gegend ausgesprochen standorttreu und ist jedes Jahr an den gleichen Stellen zu finden. Er hat in der Regel einen einen Schub um August/September und steht dann oft als Massenpilz im Wald. Tödlich giftig ist er meines Wissens nicht, aber heftigst Magen-Darm-giftig. Bei stark geschwächten Menschen können sich aber anhaltende Brechdurchfälle tatsächlich lebensbedrohlich auswirken.

    Richtig. Lg kann ma mikroskopieren bei euch irgendwo erlernen.

    Die bekannten Pilzschulen bzw. Kursanbieter wie A.Gminder, Hornberg etc. bieten Mikroskopiekurse an. Ich kann das sehr empfehlen, weil man in sehr kurzer Zeit sehr viel lernt und die doch erhebliche Einstiegshürde so elegant überspringt.

    Wikipedia:

    Zitat von Wikipedia

    Der Begriff sozial wird auch verwendet in [..] der Biologie: im Sinne der Kooperation zwischen Individuen (vgl. Staat).


    Dem steht m.E.n. die Lebensweise des Schmarotzers grundsätzlich entgegen. Insofern ist also der Begriff "Schmarotzer" völlig ausreichend. Zumal der von Dir gewählte Begriff an Stammtisch-geschwängertes Populismus-Repertoire erinnert.

    Hallo Sebastian,


    schöne Funde, danke fürs mitnehmen.

    Den nächsten, der ebenfalls ein Erstfund für mich darstellt möchte ich wegen der auch bereits jung deutlichen Schuppen als

    07 Tricholoma pardinum? pardalotum? (in verschiedenen Quellen unterschiedlich bezeichnet, in Index fungorum gibts beide Taxa, keine Synonymie? Was ist da nun aktuell?) - der Tigerritterling

    In Kalklaubwald

    Hast Du mal am Pilz geschnuppert? So rein optisch könnte auch einer der Erdritterlinge (oder nahe Verwanden) infrage kommen.

    Hallo, bei uns in Jena im Stadtgebiet finde ich jedes Jahr sehr viele Netzhexen, stets unter (teils erstaunlich jungen) Linden; oft auf Grünstreifen an Straßenrändern oder Parkplätzen. Den Wubi kenne ich eher aus Parks oder Hinterhöfen, unter deutlich mächtigeren Bäumen. Der Satan ist um Jena auf Kalk ein häufiger Gast und sehr standorttreu. Hier ist er tatsächlich sehr häufig - aber wir leben hier auch in einem Kalkgebiet.

    Könnte der Risspilz eine säuerliche, fruchtige aber zugleich kräftige beißende Note nach abgestandenem Urin gehabt haben? Dann könntest Du mal mit dem Birnenrisspilz (I. fraudans) oder einem der ähnlich riechenden Arten vergleichen.


    Diese Art (bzw. eine der laut Literatur diversen Arten, die nach "süßlichem Obstler" duften sollen, meine Nase aber schlicht mit beißend pissigem Gestank beleidigen) ist bei uns im Buchenwald auf Kalk im Sommer/Spätsommer recht häufig anzutreffen.

    Du kannst bei Deinem Fund ja nochmal eine Kostprobe der Milch machen, und das Merkmal "zusammenziehend" (in der Literatur auch "astringierend") nachvollziehen. Das ist der gleiche Sinneseindruck, den man bei Rotweinen mit viel Tannin im Mund verspürt. Diese Geschmackseigenschaft weisen viele Pilzarten auf und ist wichtig bei der Bestimmung.

    Ich verstehe das Argument, dass eine stumpfe App-Bestimmung eher davon abhält, in die Systematik der Pflanzen- oder Pilzbestimmung einzusteigen. Aber das ist schlicht nicht der Anspruch von einem großen Teil der Anwender. Die wollen einfach wissen, was das ist und welche Eigenschaften die Pflanze oder der Pilz hat. Fertig. Ob ich mittels App bestimmt habe oder mittels 1,5m Fachliteratur im Regal und jahrelanger Übungen, ist am Ende in vielerlei Gesichtspunkten hin egal.


    Ich kann nicht alles wissen, denn meine Zeit ist endlich und mein Interesse gezwungenermaßen selektiv. Neben Pilzen als Hobby, PSV-Tätigkeit, zig Chorkonzerten im Jahr nebst Proben, Hobby-Fotografie, Sport und Möbelbau hab ich noch einen Job. Und ein gerade gekauftes Haus mit Renovierungsbedarf. Dazu ein großer Garten. Und nicht zuletzt eine Familie mit zwei kleinen Kindern, die nahezu meine gesamte freie Zeit fordert. Im Zweifelsfall werde ich also nicht etwa lernen, wie man Pflanzen bestimmt, sondern ich frage jemanden der sich auskennt, oder sterbe dumm. Aber selbst wenn ich viel Zeit hätte, wäre es gleichermaßen daneben, zu fordern dass nur der Gelehrte etwas wissen darf.


    Die Möglichkeit, dass mich Apps dazu ermächtigen, Pflanzen oder bspw. Käfer zu bestimmen, ist daher mehr als großartig. Sie senken ganz erheblich die Schwelle, mich überhaupt mit diesen Themen auseinanderzusetzen.


    Der zentrale Kritikpunkt, bei dem nicht zuletzt die PSVs (und im Wortsinn später auch die Pilzesucher 🤮 ) Bauchschmerzen bekommen, ist doch im Grunde "nur" die Qualität der Bestimmung, vor allem im Hinblick auf den Verzehr. Die Apps suggerieren eine hohe Bestimmungssicherheit, die aber gar nicht gegeben ist. Gerade bei Pilzen ist die Bestimmungsleistung oft mäßig, und kann schnell gesundheitsgefährlich werden. Davor muss man warnen und den Nutzern beibringen, wieviel diese Bestimmungen wert sind und wie sie einzuschätzen sind. Letzten Endes zielt das aber in Richtung Medien- bzw. Netzkompetenz.

    Moin,

    wenns nur die Pilze betreffen würde. Das betrifft doch jedweden Bereich unseres Daseins. Ohne ihre digitale Krücke können so unglaublich viele fast gar nichts mehr. Und mit Krücke meinen die dann, daß sie es könnten.

    Was dabei rum kommt, daß sieht man tagtäglich beim Gang vor die Tür.

    https://digitalcourage.de/blog…grundrecht-analoges-leben

    Was an digitalen Wissensdatenbanken "Krücke" sein soll, erschließt sich mir nicht. Warum so negativ? Man kann nicht alles wissen. Früher stand bei Betuchten ein 30bändiges Meyer-Lexikon im Regal, wo man nachschlagen konnte. Ärmere Menschen konnten sich das nicht leisten und haben dann halt gar nicht nachgeschlagen. Heute ist das Wissen frei und für jeden überall verfügbar. Das ist eine großartige Entwicklung. Ohne App würde ich bspw. Pflanzen kaum bzw. mit hohem Aufwand bestimmt bekommen.

    Ich meine, auf den Bildern einen geschuppten Stiel zu erkennen. Aber meine Wortwahl weist schon auf die Qualität meiner Aussage hin: angesichts der unscharfen Bilder und verdeckten Merkmale ist es vielmehr Raten als eine auch nur ansatzweise verlässliche Bestimmung. Und bei Stockschwämmchen will man sich schon SEHR sicher sein, dass es auf keinen Fall ein Gifthäubling sein könnte. ;)

    Leucocoprinus birnbaumii ist eine gute Idee. Die Art wächst häufig in Terrarien. Bspsw. habe ich sie mal in einem Spinnen-Terrarium auf der Bubdesgartenschsu gesehen.

    Der Pilz ist für Menschen giftverdächtig (bei Verzehr). Eine Spinne wird wohl nicht daran knabbern, insofern besteht sicher keinerlei Gefahr.

    Bei Semmelstoppelpilzen kann man das Alter u.a. an den Stacheln erkennen: je länger und brüchiger sie sind, umso älter sind die Pilze. Wenn man über die Stacheln streicht und es rieselt fröhlich, dann sind sie definitiv zu alt.

    Ja, allerdings war ich von der Huthaut etwas irritiert. Aber vielleicht haben die hier eine gewisse Variabilität.

    Diese leicht schuppige Huthaut soll typisch für H.penarius sein. Die Verwechslungsart H.penarioides wächst bei Eiche, ist auch trocken, hat aber eine glatte Huthaut und riecht fruchtig.